05.06.2019

Dominoeffekt beim Artensterben

Klimawandel wirkt stärker als gedacht

Der Klimawandel könnte weit schneller zu einem massiven Artensterben führen, als bislang gedacht. Denn zwischen Pflanzen und Bestäubern gibt es Netzwerke sehr enger Abhängigkeiten. Diese verstärken die Wirkung des Klimawandels. Das haben Wissenschaftler der Universität Zürich jetzt mit Modellen berechnet, die biologische Zusammenhänge zwischen Bestäubern und Pflanzen in den Blick nehmen. „Einige Arten mit einer eigentlich sehr geringen Wahrscheinlichkeit aufgrund des Klimawandels auszusterben, sind bedroht aufgrund ihrer Abhängigkeiten ausgelöscht zu werden“, erklärt Prof. Jordi Bascompte.

Konkret beschreibt er ein Beispiel aus Spanien: „Die Wahrscheinlichkeit etwa, dass die salbeiblättrige Felsenrose in einem Netzwerk in Südspanien bis ins Jahr 2080 klimabedingt ausstirbt beträgt 52 Prozent. Bewahrheitet sich die Prognose, fällt für die kleine Holzbiene eine wichtige Nahrungsgrundlage weg, weshalb auch sie vom Aussterben bedroht ist. Da die kleine Holzbiene ihrerseits wiederum die Myrte bestäubt, ist deren Existenz ebenfalls gefährdet.“ Während also die Myrte, für sich allein betrachtet, eine geschätzte Aussterbenswahrscheinlichkeit von 38 Prozent hat, steigt diese unter Berücksichtigung ihres Netzwerks auf rund 62 Prozent.

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