28.11.2019

Bioland-Bauern schützen Vielfalt

Richtlinie Biodiversität verabschiedet

Bioland hat sich als erster deutscher Bioanbauverband zum Schutz der Biodiversität verpflichtet. Dazu haben die Delegierten eine umfassende Richtlinie zur Förderung der Biodiversität auf den Betrieben verabschiedet, die ab 2021 in Kraft tritt.

„Der Erhalt der Artenvielfalt gehört zu den wichtigsten Aufgaben der Menschheit“, appellierte Bioland-Präsident Jan Plagge. „Das Ausmaß des Artensterbens ist so groß, dass es der Brisanz der Klimakrise gleichzustellen ist.“ Der Ökolandbau setze hier systembedingt bereits eine ideale Grundlage. „Doch dies alleine reicht uns nicht. Daher freue ich mich sehr, dass Bioland als erster deutscher Bioanbauverband zusätzliche Leistungen zum Schutz der Artenvielfalt explizit in seinen Richtlinien aufnimmt und dadurch ein wichtiges Signal sendet“, freute sich Plagge über die Entscheidung.

Katharina Schertler, Bioland-Beraterin für Biodiversität emfpindet die Verabschiedung der Richtlinie als einen Meilenstein: „Landwirtschaft ist ohne den Beitrag der verschiedensten Tier- und Pflanzenarten gar nicht denkbar. Und gleichzeitig ist diese Landwirtschaft eine der Hauptursachen für die Biodiversitätsverluste. Genau hier setzt unsere neue Richtlinie an. Bioland-Bauern stehen für eine Landwirtschaft, die Artenvielfalt erhält und nicht zerstört.“

Richtlinie belohnt Maßnahmen

Der Bioland-Bundesfachausschuss Biodiversität hat die Richtlinie in den vergangenen zwei Jahren gemeinsam mit Fachleuten und Praktikern entwickelt und breit diskutiert. Das Ziel der Richtlinie ist es, einen Mindeststandard für Zusatzleistungen zum Erhalt der Biodiversität zu setzen, der über das hinausgeht, was die Betriebe durch ihre organisch-biologische Wirtschaftsweise bereits für Natur, Umwelt und Klima leisten. Der Richtlinie liegt ein Punktesystem zugrunde, das einzelne, zum Betrieb passende Maßnahmen separat bewertet. Diese reichen von niederschwelligen Aktionen wie der Einrichtung von Nistkästen über den Erhalt von extensivem Grünland hin zum Verzicht auf mechanische Unkrautregulierung oder der Neuanlage von Landschaftselementen.

„Nun ist vor allem auch die Politik gefragt, öffentliche Leistungen der Landwirte im Bereich Biodiversität sowie darüber hinaus im Umwelt-, Tier- und Naturschutz ausreichend zu honorieren“, sieht Jan Plagge nicht nur Bioland-Bauern in der Verantwortung. „Auch die Marktpartner bis hin zum Verbraucher sind in der Verantwortung den Mehraufwand für den Erhalt unserer Lebensgrundlagen zu tragen.“

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