Wildente mit Blutorangen und Radicchio

Von Eva-Maria Hackenberg notiert am 18.02.2014
Wildente mit knusprig brauner Haut (Foto: Dorling Kindersley Verlag)

Heute habe ich mal ein einem Kochbuch geschmökert und bin bei diesem köstlichen Rezept hängen geblieben. Das Buch heißt "Hofladenküche: regional, saisonal, köstlich" und ist von Regina Schneider. Sie ist erfahrene Bestsellerautorin und erfolgreiche Kochbuchautorin. In ihrem aktuellen Buch stellt sie im Verlauf der Jahreszeiten leckere Rezepte vor. Hier präsentiert sie uns ein Wintergericht für die nächste Familienfeier.

Für 4 Personen

Zutaten

  • 2 küchenfertige Wildenten

  • Salz

  • schwarzer Pfeffer aus der Mühle

  • 4 Bio-Blutorangen

  • 1 Apfel

  • 2 Schalotten

  • 3 EL Honig

  • Saft von 2-3 Blutorangen (etwa 250 ml)

  • abgeriebene Schale 1 Bio-Blutorange

  • 400 ml Entenfond

Für den Radicchio

  • 2 Köpfe Radicchio

  • 1 EL Bratöl

  • 1 Bund frischer Thymian

  • 3 EL Zucker

  • 8 Scheiben Frühstücksspeck

  • schwarzer Pfeffer aus der Mühle

  • einige Thymianblättchen zum Dekorieren

Zubereitung

1 Backofen auf 180°C (Umluft 160°C) vorheizen. Enten unter fließendem kaltem Wasser waschen und mit Küchenkrepp trocken tupfen. Innen und außen kräftig mit Salz und Pfeffer würzen. Die Blutorangen, Apfel und Schalotten schälen, grob würfeln und die Enten damit füllen. Die Keulen mit Küchengarn zusammenbinden und die Enten mithilfe eines Zahnstochers verschließen. Mit der Brustseite nach oben in eine Kasserolle oder feuerfeste Form legen. Honig und 2 EL des Blutorangensafts mischen und die Enten damit einpinseln. In den vorgeheizten Backofen schieben und auf mittlerer Schiene etwa 40-50 Minuten rosa braten. Die Enten bis 10 Minuten vor Ende der Garzeit immer wieder mit der Honig-Saft-Mischung bepinseln, damit sie bräunen. Die knusprige braune Brust dabei bei Bedarf mit Alufolie abdecken. Die Enten sind gar, wenn aus den Keulenenden beim Einstechen kein Fleischsaft mehr austritt. Die fertig gebratenen Enten aus dem Ofen nehmen, in Alufolie wickeln und etwa 10 Minuten ruhen lassen.

2 Den Bratensaft entfetten und den Fond angießen. Abgerieben Orangenschale zur Sauce geben, kurz aufkochen und den restlichen Blutorangensaft dazugeben. Die Sauce bei mittlerer Hitze etwas einkochen lassen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

3 Vom Radiccio die äußeren harten Blätter entfernen und die Köpfe jeweils vierteln. Öl in einer Pfanne oder im Wok erhitzen. Thymianblättchen von den Zweigen zupfen, zusammen mit dem Zucker in die Pfanne geben und langsam bei mittlerer Hitze karamellisieren. Radicchio-Viertel jeweils mit 1 Scheibe Frühstücksspeck umwickeln und in die Pfanne geben. Mit Pfeffer würzen und unter Rühren bei kleiner Hitze etwa 10 Minuten garen. Radicchio herausnehmen und mit einigen Thymianblättchen bestreuen. Die Enten halbieren und den gebratenen Radicchio mit je einer Hälfte sowie der Sauce servieren.

Text und Bild: © Dorling Kindersley VerlagAus dem Kochbuch "Hofladenküche - regional, saisonal, köstlich" von Regina Schneider, erschienen im Dorling Kindersley Verlag, ISBN 978-3-8310-2193-2.

Rezension
Kochbuch „Hofladenküche“
: Die Jahreszeiten im Topf

Der Frühling beginnt mit einem lauwarmen Spargelsalat mit Zitronenmelisse und Kapuzinerkresse. „Regional, saisonal, köstlich“ verspricht der Untertitel des Kochbuchs „Hofladenküche“ der Journalistin Regina Schneider

© Dorling Kindersley Verlag
© Dorling Kindersley Verlag

Schön ist, dass die Rezepte dabei nach den vier Jahreszeiten kategorisiert sind. Die meist verwendete Rezepteinteilung nach Gängen fällt aus, was dem Buch gut tut. Im Sommer gibt es zum Beispiel die Schweinelende im Speckmantel, die Heidschnuckenkeule mit Kartoffelstampf im Herbst und gefüllte Bratäpfel im Winter. Neben klassischen Gerichten stellt die Autorin auch Ausgefallenes wie bunten Mangold aus dem Wok mit Zitronenthymian vor. Ansprechende Fotos setzen die Gerichte gut in Szene.

Unterstützt wird der Jahreszeitenansatz durch einen praktischen Saisonkalender. Dort kann man schnell nachschlagen, wann Rosenkohl und Kirsche Saison haben. Auch die Hofladenküche kommt nicht umhin, auf das globalisierte saisonunabhängige Lebensmittelangebot zurückzugreifen. So gibt es in Gerichten Currypulver und Quinoa genauso wie Zitrone, Zimt und Feigen. Und ob man im Winter einen regionalen Bund Kerbel oder Dill beim Hofladen nebenan bekommt? Doch wollen wir nicht kleinlich sein: Auch wer sich saisonal und regional ernähren möchte, darf das leckere Wildhasengericht in Schokoladensoße ausprobieren.

Das Kochbuch beinhaltet auch viele vegetarische Gerichte. Für Veganer ist es nicht geeignet. Die Speisenzubereitung ist sehr verständlich und einfach geschrieben. Eine lebendigere Sprache wäre jedoch bei einem so farbenfrohen Kochbuch passender gewesen.

Regina Schneider
Hofladenküche
regional ∙ saisonal ∙ köstlich
192 Seiten, gebunden
100 Farbfotografien
ISBN 978-3-8310-2193-2
€ 19,95 (D) / € 20,60 (A) / sFr 28,50

Rezension von Florian Zoll, Bioland e.V.



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