Sauerkrautkuchen vom Blech

Von Eva-Maria Hackenberg notiert am 19.02.2014
Der Sauerkrautkuchen schmeckt warm und kalt köstlich (Foto: Dorling Kindersley Verlag)

Schon Witwe Bolte hat für Sauerkraut geschwärmt. Beim Gang in den Keller zum Sauerkrauttopf hat sie dafür sogar ihre Hähnchen in der Pfanne aus den Augen gelassen. Max und Moritz haben sich diese Gelegenheit natürlich nicht entgehen lassen und sich die Hähnchen durch den Kamin geangelt. Heute stelle ich ein Rezept mit Sauerkraut vor: Sauerkrautkuchen vom Blech. Das Rezept ist aus dem Kochbuch "Hofladenküche: regional, saisonal, köstlich" von Regina Schneider. Max und Moritz hätten dafür die Hähnchen bestimmt links liegen gelassen:

Sauerkraut, milchsauer eingelegter Weißkohl zählt zu den besonders wohlschmeckenden Wintergenüssen. Der dicke Kohlkopf wird auch Kappes, Cabis oder Weißkraut genannt und punktet im Winter mit besonders vielen Vitaminen, Folsäure, Zink und Kalium. Mit dem gesunden Kraut lassen sich köstliche Speisen zubereiten wie dieser Sauerkrautkuchen, der warm und kalt köstlich schmeckt.

Für 4 Personen für ein Backblech von 30x40 cm

Für den Teig

  • 500 g Mehl

  • 500 g Schichtkäse

  • 1 Prise Salz

  • 350 g kalte Butter

Für den Belag

  • 5 mittelgroße Zwiebeln

  • 2 Knoblauchzehen

  • 50 g Butter

  • 1 kg Sauerkraut frisch oder aus dem Glas

  • 500 g Sahne

  • 2 EL Gemüsebrühe oder Fond

  • 5 Eier

  • 1,5 TL schwarzer Pfeffer aus der Mühle

  • 1 EL Kümmelsahmen

  • Salz

  • geriebener Muskatnuss

Zubereitung

1 Backofen auf 220°C (Umluft 190°C) vorheizen. Mehl, Schichtkäse oder Magerquark und Salz auf ein Backbrett geben. Butter in Flöckchen darauf verteilen und alles mit einem Messer gut durchhacken. Anschließend mit den Händen zu einem glatten Teig verarbeiten. Den Teig in Haushaltsfolie wickeln oder in einen Plastikbeutel geben und etwa 1 Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.

2 Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche etwa 2-3 cm dick ausrollen, zusammenfalten und nochmals ausrollen. Den Vorgang noch zwei weitere Male wiederholen. Den Teig im Anschluss auf einem bemehlten Backbrett etwa 0,5 cm dünn ausrollen und auf ein mit Backtrennpapier ausgelegtes Backblech geben. Kalt stellen.

3 Für den Belag Zwiebeln und Knoblauch schälen. Zwiebeln dünn in Scheiben hobeln, Knoblauch zerdrücken. Butter in einer Pfanne schmelzen. Zwiebeln und Knoblauch darin bei mittlerer Hitze etwa 5-6 Minuten anschwitzen. Die Zwiebel-Knoblauch-Mischung in eine Schüssel geben. Frisches Sauerkraut oder Sauerkraut aus dem Glas gut abtropfen lassen und mit Sahne, Gemüsebrühe oder Fond, Eier, Pfeffer und Kümmelsamen vermengen. Mit Salz und Muskatnuss abschmecken. Den Belag auf den Teig geben und im vorgeheizten Backofen auf mittlerer Schiene in etwa 30-40 Minuten goldgelb backen. Den Sauerkrautkuchen vom Blech in Stücke schneiden und warm oder kalt reichen.

Text und Bild: © Dorling Kindersley VerlagAus dem Kochbuch "Hofladenküche - regional, saisonal, köstlich" von Regina Schneider, erschienen im Dorling Kindersley Verlag, ISBN 978-3-8310-2193-2.

Rezension
Kochbuch „Hofladenküche“
: Die Jahreszeiten im Topf

Der Frühling beginnt mit einem lauwarmen Spargelsalat mit Zitronenmelisse und Kapuzinerkresse. „Regional, saisonal, köstlich“ verspricht der Untertitel des Kochbuchs „Hofladenküche“ der Journalistin Regina Schneider

© Dorling Kindersley Verlag
© Dorling Kindersley Verlag

Schön ist, dass die Rezepte dabei nach den vier Jahreszeiten kategorisiert sind. Die meist verwendete Rezepteinteilung nach Gängen fällt aus, was dem Buch gut tut. Im Sommer gibt es zum Beispiel die Schweinelende im Speckmantel, die Heidschnuckenkeule mit Kartoffelstampf im Herbst und gefüllte Bratäpfel im Winter. Neben klassischen Gerichten stellt die Autorin auch Ausgefallenes wie bunten Mangold aus dem Wok mit Zitronenthymian vor. Ansprechende Fotos setzen die Gerichte gut in Szene.

Unterstützt wird der Jahreszeitenansatz durch einen praktischen Saisonkalender. Dort kann man schnell nachschlagen, wann Rosenkohl und Kirsche Saison haben. Auch die Hofladenküche kommt nicht umhin, auf das globalisierte saisonunabhängige Lebensmittelangebot zurückzugreifen. So gibt es in Gerichten Currypulver und Quinoa genauso wie Zitrone, Zimt und Feigen. Und ob man im Winter einen regionalen Bund Kerbel oder Dill beim Hofladen nebenan bekommt? Doch wollen wir nicht kleinlich sein: Auch wer sich saisonal und regional ernähren möchte, darf das leckere Wildhasengericht in Schokoladensoße ausprobieren.

Das Kochbuch beinhaltet auch viele vegetarische Gerichte. Für Veganer ist es nicht geeignet. Die Speisenzubereitung ist sehr verständlich und einfach geschrieben. Eine lebendigere Sprache wäre jedoch bei einem so farbenfrohen Kochbuch passender gewesen.

Regina Schneider
Hofladenküche
regional ∙ saisonal ∙ köstlich
192 Seiten, gebunden
100 Farbfotografien
ISBN 978-3-8310-2193-2
€ 19,95 (D) / € 20,60 (A) / sFr 28,50

Rezension von Florian Zoll, Bioland e.V.



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