Wolle vom Fuchsschaf: Hält warm und ist schön atmungsaktiv (Foto: Julia Romlewski)
17.06.2015
Einkaufsratgeber Wolle

Lieber Kuscheliges aus Deutschland

Die meiste Schafwolle kommt heute aus Australien und Neuseeland. Strickwolle, Wollpullis oder Lammfelle kann man aber auch bei einheimischen Schäfern kaufen. Das hilft nicht nur einem vom Aussterben bedrohten Berufsstand, auch die Haltung der Tiere hierzulande ist weniger umstritten.

Unsere Schafwolle kommt heute zum großen Teil aus Australien und Neuseeland. Das ist ein Problem: Tierschutzorganisationen kritisieren immer wieder den Umgang mit den Tieren, vor allem beim Scheren. Sie prangern besonders das sogenannte Mulesing an. Dabei handelt es sich um eine  Methode, Fliegenmaden von den Schafen fernzuhalten: Lämmern wird laut deutschem Tierschutzbund ohne Betäubung mit einer scharfen Schere Haut am Hinterteil herausgeschnitten. Diese Wunden werden nicht weiter behandelt, sondern müssen von selbst heilen und vernarben. Auf dem Narbengewebe wächst keine Wolle mehr, es bleibt faltenfrei, sodass Maden nicht mehr angelockt werden.

In Deutschland ist Mulesing verboten. 2013 verkündeten Modeketten wie H&M und Adidas nach entsprechenden Medienberichten, Mulesing-Wolle künftig zu boykottieren.

Aber warum muss die Wolle überhaupt von so weit her kommen? Es heißt, die Wolle europäischer Schafe sei zu grob für feine Pullover. Aber auch bei uns gibt es Merinoschafe, und für viele Textilien braucht man gar keine superweiche Wolle. 

Hier einige Adressen in Deutschland, wo man fertige Wollprodukte oder Wolle zum Stricken kaufen kann:

Strickwolle, Felle, Decken, Schuhe und Handschuhe erhalten Sie bei der traditionsreichen Bioland-Schäfereigenossenschaft Finkhof.

Auch der Bioland-Partner Woll-Manufaktur Filges verarbeitet seit Langem Bioland-Schafwolle. Filges-Wolle in verschiedenen Farben, Heilwolle und Strickgarne erhält man zum Beispiel bei Waschbär oder bei Farmnatur im Internet. Heilwolle findet man auch bei Hans Natur. Filges-Wolle kann man darüberhinaus auch in den Naturata-Läden in Köln finden.

Auch die Genossenschaft Goldenes Vlies bietet Textilien an, speziell aus Fuchsschafwolle. Sie bezieht ihre Wolle unter anderem auch von Bioland-Schäfern, die Pullis, Decken, Felle und vieles mehr wiederum auch selbst verkaufen, im Hofladen oder auf Märkten.

Folgende Bioland-Betriebe vertreiben zum Beispiel Wollprodukte der Genossenschaft direkt: 

Decken, Jacken, Socken oder Hausschuhe aus Schafwolle bekommt man auch bei Mitgliedern der Wollerzeugergemeinschaft Wollaktion, einer gemeinsamen Aktion von konventionellen und Bio-Schäfern. Die Wolle wird im Spätherbst bundesweit eingesammelt, verarbeitet und dann von den Schäfern selbst unter dem Siegel "Wolle unserer Schafe" vermarktet. Auf der Homepage der Wollaktion kann man sich vorab über die Produkte informieren, aber nicht bestellen. Die Produkte verkauft zum Beispiel der Milchschafhof Lutterhausen in Hardegsen-Lutterhausen in Niedersachsen.

Bioland-Adressen für Lammfelle:

Biologisch gegerbte Lammfelle bekommt man zum Beispiel auf dem Hofgut Ashege in Drensteinfurt-Rinkerode in Nordrhein-Westfalen oder auf dem Biolandhof Reßle in Schongau in Bayern. 

 

Dochtwolle, Kinder-Schlafsäcke oder Unterbetten aus Wolle von Bioland-Schafen gibt es zum Beispiel bei Hans Natur.

Lammfelle, Schuhe, Mützen und Babyschlafsäcke aus Bio-Schafwolle bietet auch Biotextilien Allgäu an.

Mäntel von Augsburger Merinoschafen findet man zum Beispiel bei Manomama.

In Südtirol bietet die Ultner Wollmanufaktur Bergauf Produkte aus heimischer Schafwolle an. 

Wer stricken will, kann sich natürlich auch die Mühe machen, die Wolle selbst zu waschen und zu kämmen. Rohwolle bekommt man bei fast jedem Schäfer. Am besten einfach nachfragen! Hier findet man Tipps, wie man Rohwolle verarbeitet.

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