Ein Selfie am Hang (Foto: Sven Prange)
18.09.2014
Weinlese in Südtirol

Sven Prange: Der ganze Ort ist im Keller

Endlich! Am letzten Tag seines Aufenthaltes im Weingut Calvenschlößl kann unser Blogger Sven Prange ein paar Beeren lesen. Außerdem weiß er jetzt, woher die Weine ihre Namen haben. Von Sven Prange

Bevor alle Trauben vergären, wird erst aus ein paar Beeren ein Sud angesetzt (Foto: Sven Prange)
Am letzten Tag keimt Hoffnung auf: Die ersten Trauben des Jahres werden gelesen. Zwar nur 15 Kilo, aber immerhin. Das Calvenschlößl braucht sie im Keller, um etwas vor der eigentlichen Lese einen Gär-Sud vorzubereiten. Der wird später der richtigen Pressung zugesetzt, damit diese sicher zu gären beginnt. Und so stehen wir an diesem Vormittag mit Scheren im Weinberg und lesen - mit viel Liebe zum Detail. Noch im Berg werden beschädigte Beeren aussortiert und Insekten, die sich in so einem Bio-Weinberg in den Früchten befinden, mit der Hand herausgenommen und in die Natur entlassen. Die Trauben sind schließlich kostbar - aus ihnen soll hochwertiger Wein entstehen, was große Sorgfalt schon im Berg verlangt.

Mit so viel Liebe zum Detail wird es während des ganzen Produktionsprozesses weitergehen - bis am Ende ein Wein aus dem eher gehobenen Segment entsteht.

Schon das Etikett auf den Flaschen der Calvenschlößl-Weine sagt viel über die Tropfen aus: "Missbrauch schließt Gebrauch nicht aus", haben die Van den Dries dort augenzwinkernd auf lateinisch vermerkt. Und wer die Tropfen der Winzerfamilie einmal probiert hat, wird bestätigen: Zum Gebrauch wird dringend geraten.

Die Weinpalette, das habe ich in dieser Woche gelernt, heißt dabei genauso ungewöhnlich wie sie schmeckt: Jeder der fünf verschiedenen Weine ist nach einem besonderen Punkt in der Umgebung benannt - und dieser spiegelt sich auch im Charakter des Weines wider. Ein kleiner Streifzug durch den Weinkeller - und damit durch die Gemeinde Laatsch im oberen Vinschgau. Ich stelle sie Euch kurz vor:

Sari: Der absolute Favorit. Benannt nach einer kleinen Kirche an der Laatscher Ortsausfahrt, in Sichtweite des Weinguts, bietet dieser fast goldene Weißwein aus der Sorte Solaris eine kleine Offenbarung. Ein eleganter Tropfen mit intensiv fruchtigen Aromen. Der Geschmack mit Noten von frischen Äpfeln, Pfirsich und Holunder überrascht und bezaubert.  

Goldboden: Früher schimmerten die Ebenen des Vinschgaus im Sommer Gold - wegen all des Getreides, das dort angebaut wurde. Irgendwann verschwanden die Körner und Apfelplantagen eroberten die Region. Dieser Wein, bei dessen Anblick sich der Anämie sofort erschließt, soll daran erinnern. Er verführt mit einem ausgesprochenen frischen Duft, der an Holunder und Stachelbeere erinnert. Dennoch, obwohl ich kein großer Freund allzu offensiver Säuren bin, mundet der Goldboden gefällig.

Schiaβstond: Ein solcher war das Calvenschlößl, bevor es zum Weingut wurde. Zunächst der Tiroler, dann der Italiener. Heute erinnert eine eiserne Zielscheibe an der Einfahrt noch an die Historie  - und dieser Rotwein. Ein kerniger Gesell aus Zweigelttrauben, der mit einer tiefroten Farbe und Aromen von Weichselkirschen und dunklen Kirschen aus der Flasche kommt. Übrigens der einzige Wein des Calvenschlößl, der aus einer traditionellen Rebsorte stammt.

Falzeron: So heißt eigentlich die spektakuläre Felswand über dem Weingut. Schroffer, roter Felsen dominiert hier. Ein wenig nach Süden sieht es an der Stelle schon aus. Was wiederum zum gleichnamigen Wein passt: "Frisch und vielseitig", denke ich, als ich ihn zum ersten Mal während eines Abendessens im örtlichen Gasthaus zu einem formidablen Ossobucco trinke. Er verführt mit rubinroter Farbe und Aromen von Waldfrucht  und reifen Kirschen. 

Eichkopf. Von den einheimischen "Oachkopf" genannt, ist die höchste Spitze besagter Felswand. In der Flasche zudem  ein kräftiger Wein mit granatroter Farbe und ordentlich Gewicht.

Diese Weine zu kosten ist, das habe ich diese Woche quasi mit allen Sinnen aufgesogen,  wie diese Weine zu produzieren. Oder, wie es die Van den Dries in einem weiteren Sinnspruch ausdrücken: "Aus einer leidenschaftlichen Liebe zum Wein entsteht ein leidenschaftlicher Wein." Dem bleibt nichts hinzuzufügen. Bei aller neu entfachter Leidenschaft.

Tag 5: Gang in die Unterwelt

Auf dem Weingut Calvenschlößl gibt es Probleme mit dem Wetter. Deshalb muss unser Blogger Sven Prange an diesem Mittwoch in die Unterwelt des Weines hinabsteigen.

Aufräumen gehört eben auch dazu (Foto: Sven Prange)
Auf einem Weingut gibt es immer was zu tun. Verzögert das Wetter die Lese, ruft die Arbeit im Keller. Dicke Wolken halten den Vinschgau an diesem Tag eingenebelt. Die Sonne findet keinen Weg hervor, die Temperaturen lassen den nahenden Herbst erahnen.

Die Folge: Die Weine des Calvenschlößl machen weiter kaum Fortschritte. Traurig hängen die Trauben an ihren Reben und warten darauf, dass ihnen ein paar sonnige Tage noch ein wenig Zucker spendieren. Viele Weingüter würden zwar auch bei den jetzt gemessenen Werten die Lese beginnen und den fehlenden Traubenzucker später im Keller mit Rübenzuckerextrakt ausgleichen - da die Van den Dries ihren Weinen aber bis auf allenfalls Hefe nichts zusetzen, entfällt diese Variante. 

Immerhin sind alle Beteiligten zuversichtlich, auch dieses Jahr noch eine ordentliche Lese in den Keller zu bekommen. Also schadet es nichts, selbigen schon mal vorzubereiten. Das heißt für uns: Kisten mit Wein aus dem vergangen Jahr ordentlich verräumen, um Platz zu schaffen, vor allem aber die Stahltanks und die anderen Geräte zu reinigen. Bewaffnet mit Dampfreinigern und Tüchern geht's an die Arbeit in der Unterwelt des Weins.   Seit Frans Van den Dries Wein produziert, haben Keller und Kellertechnik große Fortschritte gemacht. Ein richtiger Keller wurde in den Berg geschlagen, von der eigenen Presse über einen großen Heißwassertank mit drei verschiedenen Arten der Energiezufuhr bis hin zur eigenen Abfüllmaschine ist alles vorhanden. In der Ecke zeugt eine Mini-Presse noch davon, in welch kleinem Rahmen vor wenigen Jahren alles auf dem Calvenschlößl begonnen hat.  

Anhänger der Spontanvergärung

Mittlerweile platzt der Keller schon aus allen Nähten - und das wird nicht besser, wenn ab nächstem Jahr auch die Weine der noch im Aufbau befindlichen Lage Marienberg mit verarbeitet werden sollen. Senior-Chef Frans hat den Ausbau schon beantragt - nicht ganz einfach, schließlich liegt das Calvenschlößl schon laut Definition im Hochgebirge, wo nicht jeder alles bauen darf. Aber das Vorhaben macht Fortschritte, schließlich ist die Gemeinde Laatsch stolz auf ihr einziges Weingut.

Bis hier Wein hineinkommt, braucht es noch ein paar Sonnentage (Foto: Sven Prange)
Das setzt auch im Keller auf allerlei Unkonventionelles. So sind die Van den Dries Anhänger der Spontanvergärung. Der Gärprozess wird also nicht durch zugesetzte Reinzuchthefen vergoren, sondern durch die natürlich vorhandenen Hefekulturen. Der Wein gärt soweit, wie die Hefe ihn treibt. Das Verfahren schafft wunderbar authentische Weine voller Terroir-Charakter, birgt aber auch Risiken: der Winzer verzichtet auf ein wichtiges Steuerungsinstrument für die Balance aus Säure und Zucker und liefert sich ein Stück weit den Launen der Biologie aus.  

Experimentierfreudiger Winzer

Dieses Jahr will Frans Van den Dries das Verfahren bei einigen Rotweinen nochmal ändern: Die Hälfte der Zeit soll der Wein spontan vergären, die zweite Hälfte kontrolliert durch den Zusatz einer biologisch produzierten Reinzuchthefe. Einen Professor aus Geisenheim hat er schon überzeugt von dem ungewöhnlichen Ansatz. Ob es klappt oder nicht wird sich, wie bei so viele Schritten im Keller, erst im nächsten Jahr zeigen, wenn der Wein fertig ist.  

Das gilt auch für den anderen Punkte der ungebremsten Van den Dries'schen Experimentierfreude. Anders als bisher etwa grübelt der Winzer derzeit darüber, seinen Blauen Zweigelt - die einzige nicht-pilzresistente Sorte auf dem Hof - nicht mehr im Holzfass, sondern nur noch im Stahltank auszubauen.  

Und einen Traum hegen die Van den Dries noch: einen ihrer Roten zu einem echten Riserva auszubauen. Dann müsste er zwei Jahre im Fass und ein weiteres Jahr in der Flasche lagern. Für den Keller-Kreativen Van den Dries ein reizvolles Unterfangen. Für den Weinverkäufer in ihm nicht ganz so. Denn schon jetzt können die Van den Dries nicht alle Interessenten für ihren Wein beliefern, so knapp ist die Produktion. Wenn ein Teil der Ernte dann auch noch im  Fass zurückgehalten wird, wird das nicht einfacher. Zudem Frans Van den Dries sich mit den viele enttäuschten Wein-Interessenten so schwer tut: "Ich kann so schlecht nein sagen."

Die Pflanzenvielfalt hätte mit Pestiziden keine Chance (Foto: Sven Prange)

Tag 4: Informiert über Bürgerentscheide gegen Pestizide

Nachhaltige Landwirtschaft ist im Obervinschgau derzeit das große Thema - auf dem Weingut Calvenschlößl hat unser Autor drei ganz besondere Kollegen, die dafür stehen.

Ein Selfie am Hang (Foto: Sven Prange)
Die neuesten Mitarbeiter auf dem Calvenschlößl heißen Gina, Leila und Cornelius. Richtig fleißig freilich sind sie derzeit noch nicht, meistens stehen sie - je nach Wetter - im Schatten oder im Trockenen unter einem Dach und kauen vor sich hin. Derzeit nämlich wird ihre Hilfe noch nicht gebraucht: Sie sind auf den Traubentransport im Weinberg spezialisiert und so lange wie das trübe Wetter die Lese verhindert, können sie wenig ausrichten. Denn anders als der Rest des vierköpfigen Calvenschlößl-Teams haben die drei vier Beine. Gina, Leila und Cornelius sind Esel und ein weiteres Zeichen, wie nachhaltig die Van den Dries im Weinberg arbeiten. Schließlich sind sie das umweltfreundlichste Mittel, die Trauben aus dem Berg zu bekommen.

Weil der Weinbau der Van den Dries so weit oben liegt, müssen sie keine Angst vor Pestizid-Abdrift haben (Foto: Sven Prange)
Seitdem Frans Van den Dries vor knapp einem Jahrzehnt die ersten Reben gepflanzt hat, stand für ihn fest: So nachhaltig wie möglich, also biologisch, sollten seine Weine entstehen. Damals wurde der Quereinsteiger aus Belgien dafür doppelt belächelt: Zum einen, weil er Reben in Lagen und Höhen pflanzte, wo schon lange niemand mehr Wein anbaute, zum anderen weil er konsequent ökologisch arbeitete; in der Obst-Hochburg Vinschgau damals keine Selbstverständlichkeit. Das ändert sich derzeit, wie ich während der Arbeitspausen jenseits der Weinberge lerne. Vor allem die Vinschgauer, die nicht mit riesigen Apfel-Monokulturen ihr Geld verdienen, entdecken die biologische Landwirtschaft. Ein regelrechter Kampf um einen nachhaltigen Weg in die Zukunft ist entbrannt.

Das letzte Zeichen, wie ernst es den Vinschgauern in Sachen nachhaltigerem Leben ist, hat meine dieswöchige Wahlheimat Mals erst vergangene Woche gezeigt: An einem Referendum zum Verbot von Pestiziden auf dem Gemeindegebiet nahmen knapp 80 Prozent der Wahlberechtigten Teil, 75 Prozent votierten für ein Verbot. Während die meisten Bürger jubeln, mobilisiert der Südtiroler Bauernverband, der traditionell von den konventionellen Apfelbauern dominiert wird, gegen den Entscheid. Derzeit wird geprüft, ob überhaupt jemand anderes als die EU-Kommission so ein Pestizid-Verbot verhängen darf. Egal wie diese Frage am Ende beantwortet wird: Die Debatte ist entfacht.

Wegen der Touristen wird auf konventionellen Betrieben oft nachts gespritzt

Sie rührt an den Grundfesten des Obervinschgaus. Denn überzeugte Bio-Landwirte wie die Van den Dries sind hier oben noch immer in der Minderheit. Zwar haben vor allem einige Milchbauern und Beeren-Produzenten umgestellt, bei den alles dominierenden Obstbauern sitzt die Giftspritze dagegen sehr locker. Das ist ein wenig schizophren: Nach außen nämlich wirbt die gesamte Region mit heimeligen Bildern idyllischer Traum-Bauernhöfe um Touristen, in der Praxis dann aber zeigt sich die weniger schönen Seite: In den Dörfern erzählt man sich gerne, dass nicht wenige Landwirte gezielt nachts Pestizide spritzen, um die vielen Touristen nicht zu verstören. Irgendwie müssen die riesigen Apfel-Plantagen, die das Landschaftsbild prägen und das traditionell hier angebaute Korn verdrängt haben, ja bearbeitet werden.

Das freilich hat Folgen, lerne ich. Betroffen sind nämlich auch die wenigen vorbildlich arbeitenden Bio-Bauern. Im wegen der Alpen-Lage besonders windigen und mit vielen Kleinst-Feldern gespickten Obervinschgau verweht ein Großteil der Gifte auch auf die Ländereien von nachhaltig arbeitenden Betrieben - die haben dann den Schaden. Auch deswegen hoffen viele hier, dass das Referendum von den konventionellen Betrieben ernst genommen wird - und Landwirtschaft mit Land und Leuten nicht auf Kosten selbiger betrieben wird.

Von den negativen Folgen ist zum Glück auf dem Calvenschlößl nichts zu merken. Die Weinhänge liegen so hoch, dass kein konventioneller Betrieb in die Nähe kommt. Allerdings, das lerne ich jeden Tag mehr: Nachhaltig heißt auch eine Menge mehr Arbeit. Jeder Schritt wird in den Steillagen des Weinguts mit der Hand und zu Fuß gemacht. Seit zwei Tagen etwa binden wir die jungen Reben hoch, damit diese gerade wachsen. Immer wieder unterbrechen wir das Binden, um allzu wuchtige Gräser und Pflanzen zu jäten.

Senior-Chef Frans aber bestärkt das bunte Miteinander der Pflanzen im Berg erst recht. Nachdem es in seinem Weingut jetzt läuft, die Skeptiker vor Ort sich haben von der Qualität seiner Weine überzeugen lassen, hat er schon eine neue Idee: "Eine richtige Nachhaltigkeits-Region Ober-Vinschgau, das wäre es doch." Klingt wie ein zu schöner Traum. Aber so wirkten seine Pläne für Bio-Wein aus der Region vor wenigen Jahren auch noch - wahr geworden sind sie dennoch. 

 

Hat wohl die schönste Aussicht von ihrem Arbeitsplatz: Winzerin Hilde Van den Dries (Foto: Sven Prange)

Tag 3: Sven Prange: Kennt sich jetzt mit dem Refraktometer aus

Eine engagierte Winzerfamilie, eine aufgeschlossene Benediktiner-Abtei und ein Hang in mehr als 1300 Meter Höhe - das ist Europas vielleicht spannendstes Weinbauprojekt. Unser Autor hat ein kleines bisschen mitgeholfen.

Wenn sich Arbeit wie Urlaub anfühlt (Foto:Sven Prange)
Es ist Mitte September, also Haupt-Lesezeit, und während eines ganzen Vormittags Arbeit im Weinberg bekomme ich nicht eine einzige Traube zu sehen. Aber weil die Lese am Calvenschlößl wegen akuten Sonnenmangels weiter auf sich warten lässt, zieht die Winzerfamilie Van den Dries eben andere Arbeiten im Weinberg vor. Und so komme ich an diesem Vormittag in Berührung mit einem der spannendsten Weinbauprojekte, die es in Europa derzeit so gibt: Gleich unterhalb des 900 Jahre alten Klosters Marienberg im Vinschgauer Burgeis bauen die Van den Dries zusammen mit den Mönchen der Benediktiner-Abtei Wein an. In der absoluten Steillage, vor allem aber in 1300 Metern Höhe. Bisher liegt Europas höchster Weinberg im Schweizer Wallis auf 1100 Meter. Im vergangenen Jahr haben die Van den Dries die Reben gepflanzt, Trauben tragen sie noch keine. Stattdessen sollen an diesem Tag die Triebe der jungen Reben an eine Art Leit-Draht gebunden werden, damit sie in die richtige Richtung wachsen

Kurz inne halten und den Blick schweifen lassen (Foto: Sven Prange)
Während sie in der Umgebung und in der Weinwelt noch versuchen herauszubekommen, ob dieses Projekt gelingen kann, steht schon mal fest: Es bietet den schönsten Arbeitsplatz im Südtiroler Weinbau. Während wir uns durch das üppige Blumen- und Klee-Meer Rebe für Rebe durch den Berg arbeiten, thront über uns das 900 Jahre alte, weiß getünchte Kloster mit seinen unzähligen Türmen, Zinnen und Fenstern. Die Bergluft kitzelt in der Nase und der Blick gleitet immer wieder von den jungen Reben weg über das Tal. Wie aus einer Miniaturwelt entsprungen liegen da die Dörfer und Städtchen des oberen Vinschgaus vor mir. In der Ferne glitzern die Schnee-Gipfel der umliegenden 3000er.

Vor lauter Panorama darf da die Arbeit nicht vergessen werden: Denn der Weinberg am Marienberg hat dank der Mönche nicht nur göttlichen Beistand - sondern es auch ganz schön in sich. Die Steigung beträgt an den meisten Stellen eine deutlich zweistellige Prozentzahl, der Untergrund ist mitunter geröllig. Doch insgesamt mehr als 6000 Reben wollen genau hier gepflegt werden. Alles in allem gilt es hier, alpines Winzertum zu lernen.

Auf 1300 Metern: So weit oben hat vorher noch niemand Weinbau betrieben (Foto: Sven Prange)
Für den einwöchigen Gast genauso eine Herausforderung wie für die Familie Van den Dries: Von der Anlage der Terrassen bis zur Installation der Kletterhilfen für die Reben musste der Weinberg komplett neu angelegt werden. "Am Anfang brauchten wir einen Spezialbagger mit zwei Rädern und zwei Stelzen, der an den steilen Hängen die Terrassen planiert hat", erzählt Hilde van den Dries. "Wie eine Riesenkrake hat der sich den Berg hinaufgezogen."

Seitdem werkeln sie an diesem spannenden Projekt, was ständig neue Fragen aufwirft. Fragen, die kaum jemand im Weinbau bisher gestellt hat, Fragen zu deren Antworten manchmal deswegen eben auch das Prinzip Versuch und Irrtum führt. Wie lange zum Beispiel brauchen die jungen Reben hier oben, bis sie sich richtig im Boden verankert haben? Wie reagieren die unterschiedlichen Rebarten, darunter Solaris, Muscaris und Cabernet Cortis, auf die in der Höhe früher einsetzenden und härteren Winter? Und wie reagieren später die Trauben auf die in dieser Höhe noch während der Lesezeit einsetzenden Frost-Nächte? Während die Van den Dries sich da noch auf Überraschungen einstellen, sind die Mönche schon optimistisch. Sie arbeiten bereits an den Etiketten für den Wein, der frühestens 2016 in die Flaschen kommt.

Sieht aus wie im Urwald

Bis dahin ist vor allem Weinbergarbeit gefragt. Und die verläuft, wie auch im anderen Weinberg der Van den Dries, strengstens biologisch. Auf den 2,5 Hektar Rebfläche haben sie mehr als ein Dutzend Sorten Wildblumen und vier Sorten Klee ausgesät. Was auf den ersten Blick wie ein kleiner Urwald aussieht, in dem manch zarte Rebe zu verschwinden droht, ist ein Wirklichkeit die perfekte Symbiose: Die Blumen reichern wichtige Nährstoffe im Boden an, von denen die Reben profitieren. Und nicht nur die: Seitdem die Blumen im Weinberg wachsen, liefern die benachbarten Bienen der Patres doppelt so viel Honig im Jahr wie zuvor.

Damit die Rebstöcke gut wachsen, werden sie festgebunden (Foto: Sven Prange)
Und so hole ich schon beim ersten Arbeitseinsatz im Marienberg manches nach, was ich seit dem Biologie-Unterricht in der Schule vergessen hatte: Welche Wildblumen es gibt, welche Insekten, wie auf Hummeln, wie auf Bienen zu reagieren ist. Überalls summt, kriecht, fliegt und wächst irgendwas. Das pralle Leben eben. Nur auf die ländliche Art.

Geht es nach Hilde Van den Dries, wird es im Marienberg sogar noch lebendiger. Wie viele biologisch arbeitenden Winzer grübelt auch sie, welche Tiere ideal noch in den Weinberg passen würden, um das Mähen zu erleichtern. Bisher kappen die Van den Dries Gräser, Klee und Co. maschinell, damit die Reben nicht zuwuchern. Ideal ist das nicht - schon wegen Lärm und Luftbelastung. Einfach zu ersetzen aber auch nicht. Esel und Kühe? Würden die Trauben auffressen. Schafe? Die Terrassen womöglich umwühlen. Gänse oder Hühner? Wären hier oben leichte Opfer für Wildtiere. "Also müssen wir weiter überlegen", sagt Hilde.

Für sie ist das Projekt Marienberg auch noch in zweiter Hinsicht besonders: Seinetwegen hat sie ihren Antwerpener Büro-Job endgültig aufgegeben und ist ihren Eltern hauptberuflich nach Südtirol und in die Welt der Winzer gefolgt. Die 1,5 Hektar Rebfläche am elterlichen Calvenschlößl würden auf Dauer keine Existenz sichern. Mit den 2,5 Hektar am Marienberg sieht das schon anders aus. Vorausgesetzt es klappt. Aber wer sieht, wie dort neues Leben blüht und gedeiht und schaut, was die Quereinsteiger in den vergangenen Jahren in Weinberg und Keller geschafft habe, wo alt eingesessene die Hände überm Kopf zusammenschlugen, ist zuversichtlich: Es wird.

Willkommen in Südtirol! (Foto: Sven Prange)

Tag 2: Was ist eigentlich ein Refraktometer?

Unser Autor macht seine ersten Schritte in der Südtiroler Steillage - anders als seine Kondition gibt das Wetter Hoffnung auf Besserung.

Mit dem Refraktometer misst man den Zuckergehalt (Foto: Sven Prange)
Gerade noch hat sich die Beere, wie die Winzer die einzelnen Weintrauben nennen, von einem der raren Sonnenstrahlen dieses Jahres streicheln lassen, da wird sie schon zerquetscht. Alles im Dienste des guten Weins, versteht sich. Die zarte Beerenhaut platzt auf, süß-klebriger Saft fließt heraus und verteilt sich auf einer dünnen Glasscheibe. Ein Kunststoff-Plättchen drauf und schnell durch die kleine Guckvorrichtung mit der Zahlenskala am anderen Ende dieses Mini-Fernrohr-artigen Geräts geschaut. "14,8" rufe ich Winzerin Hilde Van den Dries durch die Rebreihen zu. Sie runzelt die Stirn, notiert die Zahl und weiter geht es mit der Prozedur.

Das Gerät hat den schönen Namen "Refraktometer" und ist mein erstes Arbeitsinstrument an meinem ersten Arbeitstag auf dem Weingut Calvenschlößl. Damit messe ich den Zuckergehalt der Trauben. Die Gleichung ist einfach: Ohne Zucker in der Beere kein Wein im Keller. Das gilt auch für die Weine der Van den Dries, die betont trockene und mineralische Tropfen ausbauen. Der Durchschnittswert aller Beeren muss bei mindestens 20 liegen, vorher macht die Lese keinen Sinn. Die Werte zu Beginn dieser Woche: Von knapp mehr als zehn bis 24 ist alles dabei, mit deutlicher Tendenz zu niedrigen Werten. Wer jetzt Trauben lesen würde, bekäme hervorragenden Essig, keinen Wein.

Der Wert ist ungewohnt niedrig für Mitte September, eigentlich hätten die Trauben spätestens heute den Gang in den Keller antreten sollen. Immerhin: Genauso wie die wilden Blumen und Gräser im biologisch bewirtschafteten Weinberg der Van den Dries, sprießt Hoffnung im Keller: Die Sonne scheint an diesem Mittag auf die 1,5 Hektar Rebenfläche, von denen die Van den Dries in diesem Sommer Weine gewinnen. "Wenn das jetzt eine Woche so bleibt, kann es losgehen", sagt Calvenschlößl-Seniorchef Frans.

Die Extremsportler unter Südtirols Winzern

Wenn nicht? Dann wird es womöglich noch später. Viel genauer noch als auf den meisten Weingütern müssen die Calvenschlößl-Trauben zeitig bis in der ersten Oktober-Hälfte den richtigen Öchsle-Grad erreicht haben. Denn Frans Van den Dries und Tochter Hilde sind die Extremsportler unter Südtirols Winzern: Keiner wagt sich auf höhere Höhen, keiner an steilere Hänge, keiner auf steinigeren Boden. Das hat den Vorteil, dass so unvergleichbar mineralische, komplexe Weiß- und Rotweine entstehen. Das hat aber auch den Nachteil, dass Wind und Wetter gnadenlos zuschlagen können. Auf den 1100 bis 1300 Metern, auf denen die beiden Weinberge der Familie liegen, schneit oder gefriert es auch gerne mal schon in der ersten Oktoberhälfte. "Und wenn dann die Trauben noch hängen, gibt es Eiswein", schmunzelt Frans. Nur, dass den in großen Mengen niemand haben will.

Der vierbeinigee Erntehelfer der Van den Dries (Foto: Sven Prange)
Immerhin: Die ersten Jahre Extrem-Weinbau sind bisher gut gegangen. Lästerten anfangs die einheimischen Vinschgauer noch, als die aus Belgien zugewanderten Quereinsteiger ihre Reben in den felsigen Untergrund pfropften, ist seit dem ersten Alpin-Wein im Jahr 2008 der Respekt vor der Leistung der Van den Dries in der Region genauso gestiegen wie die Qualität der Weine. Mittlerweile kauft die örtliche Spitzengastronomie fast die komplette Menge eines Jahrgangs. "Das Interesse ist mittlerweile größer als das Angebot, das wir liefern können", erzählt Hilde. Und freut sich darüber einerseits, grummelt andererseits aber auch ein wenig, denn: "Anfragen ablehnen ist ja auch nicht schön."

Dass diese Nachfrage so groß ist, ist aus zweierlei Hinsicht eine feine Sache: Nicht nur, dass die Neu-Vinschgauer mit ihren Weinbergen eine alte Weinkulturlandschaft, die von den Einheimischen wegen der beschwerlichen Arbeit in den maschinenresistenten Steillagen schon aufgegeben wurde, wieder belebt haben. Die Van den Dries arbeiten zudem so konsequent nachhaltig wie wenige andere - besonders im Vinschgau, wo die Pestizidspritze in vielen Bereichen noch besonders locker sitzt.

Wer nicht schwindelfrei ist, hat ein Problem (Foto: Sven Prange)
Ganz anders die Hänge rund um das Calvenschlößl. Neben dem guten halben Dutzend neuer, pilzresistenter Weinsorten wie Solaris, Sauvignon Gris oder Cabernet Jura - die besonders gut für den Bio-Anbau geeignet sind, weil hier nicht wie bei vielen konventionellen Winzern üblich einfach gegen Pilze gespritzt werden darf, wachsen hier Gräser, wilde Blumen, Rosen und Pfirsiche. Deren Marmelade gibt es frisch aus dem Topf zur Mittagspause. Mit Chemie kommt diese bunte Pflanzenwelt nie in Berührung und selbst auf die im Bioanbau erlebten Hilfsmittel Kupfer und Schwefel verzichten die Van den Dries. Stattdessen "impfen" sie ihre Trauben lediglich mit einer selbst angesetzten Kräuter-Flüssigkeit.

So gleicht das Zuckermessen an diesem Vormittag dem Gang durch einen alpinen Dschungel: Gräser kitzeln im Gesicht, Zweige versperren den Weg, Insekten tummeln sich all überall. So wirr das alles wirkt - so genau  pflegen die Winzer ihre Trauben. Der Zuckerwert wird bis auf die Nachkommastelle notiert, jedes überflüssige Blatt, jede faule Beere entfernt. Denn: Fehler im Berg wandern fast unkorrigiert in die Flasche. Im Keller setzt die Familie auf Minimalismus, in die Gärung greifen sie gar nicht ein. Da muss der Wein schon im Berg stimmen. Schließlich wollen sie nicht ein Vorurteil über Vinschgauer Wein von früher bestärken, das Frans Van den Dries während der Mittagspause mit diesem Bonmot zusammenfasst: "Was unterscheidet Vinschgauer Wein von Essig? Das Etikett."

Wer freilich einmal den Wein der Van den Dries verkostet hat, ist eines Besseren belehrt.

Der neue Weinberg am Fuße des Klosters Marienberg (Foto: Hilde Van den dries)

Tag 1: Vom Kloster und dem Wein

Unser Autor bezieht für seine einwöchige Weinlese Quartier in einem dem Weingut freundschaftlich verbundenen Kloster - der Blick von der Tür fällt auf Schnee bedeckte Gipfel.

Und dann gibt es zu Beginn auch noch Schnee. Nicht gerade das übliche Bild bei einer üblichen Weinlese. Aber was ist wohl schon üblich beim Weinanbau auf Europas höchst gelegenem Weinberg, gute 1300 Meter, gleich unterhalb des prächtigen Klosters Marienberg im oberen Südtiroler Vinschgau?

Am Hang ist zum Glück kein Schnee (Foto: Sven Prange)
"Ja, der Frans, der war heute Morgen schon zum Gottesdienst hier", sagt der an der Pforte dienende Pater gleich zur Begrüßung über den Weingut-Seniorchef Frans Van den Dries. Und unterstreicht damit: Die Bande zwischen meinen Gastgebern für eine Woche und meinen Arbeitgebern für eine Woche sind eng. Während ich auf dem Weingut Calvenschlößl arbeite, wohne ich im Kloster Marienberg. Nicht der einzige Überschneidungspunkt zwischen den Benediktiner-Patres und meiner Winzerfamilie Van den Dries. Gemeinsam hatte man etwa auch die Idee, den Hang unterhalb des Klosters wieder, wie es vor Zeiten schon mal war, mit Wein zu bewirtschaften. Die Patres stellen den Berg zur Verfügung, die Van den Dries das Weinwissen und die Verarbeitung.

Zusammen werden sie mich also in den nächsten Tagen beschäftigen. Und vermutlich den ein oder anderen Tropfen Arbeitsschweiß abverlangen. Die Steigung des Hangs über dem mächtigen Kloster, das weiß getüncht und mit der Anmut einer Jahrhunderte alten Festung über dem Tal der Etsch thront, lehrt schon beim Betrachten aus dem Autofenster Respekt. Über einen schmalen Serpentinenweg geht es zum Kopf des Hangs. Hier Wein zu ernten ist Arbeit in einer echten Steillage. Maschinen haben hier keine Chance. Mal sehen, was meine Büro-Puddingbeine dazu am ersten Arbeitstag sagen.

Falls es überhaupt in den Weinberg geht. Die Lese der Trauben jedenfalls lässt weiter auf sich warten. "Der Öchsle-Wert ist noch nicht ideal", hat Winzerin Hilde Van den Dries beim letzten Weinbergbesuch festgestellt. "Vor Ende der Woche wird das nichts." Jetzt muss vor allem Sonne her, um die noch arg ungestümen Trauben genießbar zu machen. Da immerhin haben die Trauben und ich schon mal eine Gemeinsamkeit - über Sonne am ersten Tag würde ich mich auch freuen. 

 

Vor der Abreise: "Arbeit", schreibt die Winzerin, "gibt es immer"

Unser Autor Sven Prange bereitet sich auf die Weinlese in Europas höchstem Weinberg vor - falls Wein und Wetter ihn lassen.

Mit dem Wein ist es im Weinberg offenbar wie in der Flasche: Man weiß vorher nie so wirklich, was man bekommt. Das jedenfalls lehrt mich "mein" Weinberg für eine Woche schon, bevor ich ihn überhaupt gesehen habe. Denn eigentlich schien alles klar: Ich, 32-jähriger Schreibtisch-Held aus der rheinisch-flachen Großstadt würde für eine Woche Büro, Konferenzen und Telefon meiner Düsseldorfer Zeitungsredaktion hinter mir lassen, um auf auf dem Südtiroler Weingut Calvenschlößl der Familie van den Dries bei der Weinlese zu helfen - oder zumindest möglichst wenig im Wege herumzustehen und den Lesern authentische Eindrücke von ökologischer Wein-Lese und -Produktion zu schildern.

Sven Prange stimmt sich schon mal ein
Ein Schaudersommer mit einigen kühl-feuchten Augusttagen später schreibt mir Winzerin Hilde van den Dries, die das Weingut im eher apfel-dominierten Vinschgau zusammen mit ihren Eltern betreibt: "Ob wir in dieser Woche gerade die Lese machen werden, ist noch nicht absehbar." Denn den van den Dries geht es wie vielen Winzern in Südtirol: Die Melange aus Platzregen, Gewittern und Sonnenabstinenz, die sich Sommer nannte, hat nicht nur den meisten Touristen, sondern auch den meisten Trauben in den Weinbergen nicht unbedingt gut getan. Die Folge: Die Lese verzögert sich, um den frechen Früchtchen in der Hoffnung auf ein paar verspätete Sonnenstrahlen vielleicht doch noch die ein oder andere Ecke und Kante zu nehmen.

Und jetzt? Winzerin und Gastgeberin Hilde ist optimistisch, dass sich mein Kurzzeit-Winzertum auch so lohnt. Also bin ich es auch. "Arbeit", schreibt sie, "gibt es auf unserem kleinen Weinhof immer." Somit wird in den nächsten Tagen zu beobachten sein, was passiert, wenn passionierter Weintrinker auf noch unberührte Weintraube trifft. Oder, anders formuliert: Mein leicht romantisiertes Bild von der Arbeit im idyllischen Weinbau wird mit der harten Realität konfrontiert. Das zeichnet sich schon ab: Denn ausgerechnet ich gehe meine ersten Teilzeit-Winzerschritte in Europas höchst gelegenem Weinberg. Auf bis zu 1340 Metern Höhe sprießen die Trauben meiner Gastgeber. "Schwindelfreiheit" haben sie mir bei Bioland für die Arbeit empfohlen. Na dann.

Wein machen wird anstrengender als Wein trinken

Schon bei genauer Betrachtung dieser Versuchsanleitung "der Weinberg und ich" schwant mir: Wein machen wird ungleich anstrengender als Wein trinken. In der Tat begrenzt sich meine Wein-Erfahrung weitgehend auf das Produkt im Glas, nicht auf das Vorprodukt im Berg. Als Zeitungs-Redakteur in Düsseldorf ist die nächste Weinbaugegend schließlich auch einige Kilometer entfernt.

Deswegen treiben mich in den nächsten Tagen ganz andere Fragen als die nach rot oder weiß, Guts- oder Lagenwein, Mosel oder Pfalz: Wie wird aus einer Traube Wein? Wie wichtig ist die Arbeit im Weinberg, wie wichtig die im Keller? Welchen Einfluss haben Boden, Wind und Sonne? Wie läuft der Alltag auf einem Weinbauernhof ab? Und welche Menschen, welche Geschichten, verstecken sich hinter alledem?

Vor allem die Antworten auf die letzte Frage versprechen schon jetzt spannend zu werden. Schließlich betreibt meine Gastgeberfamilie van den Dries alles andere als ein normales Weingut. Das Calvenschlößl in Laatsch im Oberen Vinschgau liegt nicht nur auf 1000 Höhenmetern, wo früher Gämse und Ziegen weideten, es wird auch von echten Quereinsteigern betrieben. Vater Frans hatte einst eine Firma in Antwerpen, Tochter Hilde einen Bürojob. Heute keltern sie Weine aus verschiedenen frühreifenden Piwi-Rebsorten - also neueren Traubenzüchtungen, die pilzresistent und somit besonders geeignet für den ökologischen Anbau sind.

Das alles verspricht für mich persönlich auch spannend zu werden, zumal ich bisher ein eher gespaltenes Verhältnis zum Südtiroler Wein habe: Bisherige Annäherungsversuche zwischen den Tropfen aus Eisacktal, Meraner Höhen oder Kalterer Lagen und mir endeten sehr unterschiedlich: Bei manchen mag man gar nicht mehr aufhören, andererseits schienen mir aber auch schon ganze Jahrgänge wenig geniessbar. Mal sehen, was die nächsten Tage bringen.

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