Hühner können sogar entscheiden, von welchem Hahn sie ein Küken möchten (Foto: Magdalena Fröhlich)
20.10.2014
Geflügel

15 Fakten über Hühner

Wieso kräht ein Hahn am frühen Morgen und wie heißt "kikeriki" eigentlich auf französisch oder türkisch? Hier haben wir ein paar Fakten rund um Henne, Hahn und Ei zusammengestellt. Von Magdalena Fröhlich
  1. Diesem Huhn wurde die Schnabelspitze nicht abgeschnitten (Foto: Magdalena Fröhlich)
    In der Schnabelspitze der Hühner sitzt der Tastsinn - hiermit erkunden Hühner ihre Umwelt. Deshalb ist es auch fatal, ihnen den Schnabel zu kürzen, wie es bei den meisten konventionellen Betrieben üblich ist.

  2. Zum Eierlegen braucht eine Henne keinen Hahn. Der Hahn sorgt lediglich für die Befruchtung des Eis, also dass daraus auch ein Küken schlüpfen kann.

  3. Wenn ein Huhn einen Hahn, vor allem einen rangniederen, nicht mag, kann es dessen Sperma ausstoßen. Der Verhütungstrick klappt zu rund 80 Prozent. Das hat der britische Evolutionsbiologe Tim Birkhead bei Wildhühnern herausgefunden.

  4.  Ehe Jesus von Petrus verleugnet wurde, hat ein Hahn drei Mal gekräht. Seither gilt das Tier in der christlichen Symbolik als Zeichen für Wachsamkeit. Deshalb mussten im 9. Jahrhundert die Kirchen in Europa einen Hahn auf der Turmspitze haben - natürlich nur einen symbolischen. Daher kommt der Wetterhahn.

  5. Weil Hühner keine Zähne haben, müssen sie kleine Steinchen fressen. So wird das Futter im Muskelmagen zermahlen. Wenn Hühner keinen Auslauf im Freien haben oder dort nichts Passendes finden, muss man ihnen Grit ins Futter geben. Das sind kleine Kieselsteinchen und Muschelkalk.

  6. Wenn Hühner etwas zum Fressen gefunden haben, dann gackern sie. Bis zu 20 verschiedene Töne haben sie in ihrem Wortschatz.

  7. Wenn Kamm und Kehllappen kräftig rot sind, spricht das für Gesundheit (Foto: Magdalena Fröhlich)
    Hühner brauchen einen Kamm und Kehllappen, um sich zu kühlen. Denn über diese geben sie Hitze an die Umgebung ab und kühlen so ihre  Bluttemperatur. Deshalb haben Hühner in kälteren Regionen einen kleineren Kamm und Kehllappen. Übrigens: Ist der Kamm kräftig rot gefärbt, kann man davon ausgehen, dass das Tier gesund ist und viel an der frischen Luft war. Oft hat der ranghöchste Hahn den kräftigsten Kamm.

  8. Hühner haben eine ausgeprägte Rangfolge: Sie hacken sich gegenseitig mit den Krallen und dem Schnabel. Welches Tier welchen Platz in der Hackordnung einnimmt, liegt meist an der Körpergröße, an der Kammfarbe und am Hormonspiegel. Ranghöhere Tiere dürfen zum Beispiel zuerst zum Futter und sichern sich einen besseren, also sicheren, Schlafplatz.

  9. Hähne krähen am frühen Morgen zur Dämmerung, um die Hühner zu wecken. Das ist eine Form von Imponier- oder Balzgehabe und heißt so viel wie: Mädels, raus aus den Federn, euer Hahn ist wach.

  10. Aus Angst vor Fressfeinden schlafen Hühner gern auf etwas erhöhten Plätzen. In der Natur können das Äste sein, im Stall sind Sitzstangen gut. Weil sich die Muskeln der Vögel in entspanntem Zustand zusammenziehen, fallen die Hühner genau wie andere Vögel nicht von der Stange, während sie schlafen. Wollen die Tiere ihre Umklammerung lösen, müssen sie dagegen Kraft aufwenden.

  11. Die rosafarbene Stelle an der Seite des Hühnerskopf ist die Ohrscheibe (Foto: Magdalena Fröhlich)
    Ob ein Ei weiß oder braun ist, liegt an der Farbe der Ohrscheibe der Hühner. Das sind die Lappen unter dem Ohr der Hühner. Hat ein Huhn farbige Ohrscheiben, sind die Eier meist braun, ein Huhn mit weißen Ohrscheiben legt weiße Eier. Wenn die Eier noch gelagert werden sollen, darf man sie auf keinen Fall feucht abwischen. Sonst zerstört man eine dünne Schutzschicht auf der Schale.

  12. Ein Ei ist mindestens 28 Tage haltbar, wenn es kühl gelagert wird. Ob es noch frisch ist, erkennt man an folgendem Trick: Wenn man das Ei in ein Glas Wasser legt und es geht unter, ist es frisch, schwimmt es oben, sollte man vorsichtig sein. Chinesen essen übrigens tausendjährige Eier. Das sind Eier, die in einem Brei, der unter anderem aus Anis, Kalk, Teeblättern, Asche und Salz besteht, gelagert werden.  So sind die Eier bis zu drei Jahre haltbar. Eiweiß und Eidotter verändern aber dadurch ihre Konsistenz und Farbe.

  13. Die Küken können schon im Ei über Pieptöne miteinander kommunizieren - deshalb schlüpfen sie meist auch gleichzeitig.

  14. Perlhühner gackern nicht, sondern machen eher sehr laute Tschilp-Laute.

  15. Ein Hahn kräht in den verschiedenen Sprachen unterschiedlich: In Frankreich macht er "cocorico" , in Littauen "kakarieku", der russische Hahn kräht "kukkareku", auf englisch heißt es "cook-a-doodle-doo", auf türkisch "üü-rü-ü" und auf persisch "ghughuli-ghu".

Wie lebt das Huhn von meinem Ei?

Das erkennt man an der ersten Ziffer auf dem Stempel, der auf jedem Ei ist:

0 = Ökologische Erzeugung: Die Tiere bekommen Auslauf im Grünen und erhalten kein gentechnisch verändertes und mit giftigen Pestiziden gespritztes Futter. Nur 8,5 Prozent aller Hühner sind Bio-Hühner.

1 = Freilandhaltung: Die Hühner haben Auslauf im Freien. 15,9 Prozent aller Hühner leben unter diesen Bedingungen.

2 = Bodenhaltung: Für 63,1 Prozent aller Hühner gilt: Sie leben nicht in Käfigen, sondern am Boden riesiger Ställe, Auslauf an der frischen Luft haben sie allerdings nicht.

3 = Käfighaltung: Ist in Deutschland nur erlaubt, wenn die Hühner in einer Gruppe gehalten werden. Arttypisches Verhalten wie Sandbaden oder Flügelschlagen ist kaum möglich. 12,5 Prozent der Hühner leben so. Klassische Legebatterien sind in Deutschland verboten, das heißt aber nicht, dass Eier aus solchen Betrieben nicht im Handel erhältlich sind. Gerade bei verarbeiteten Produkten muss man aufpassen.

Anschließend kommt das Land, beispielsweise "DE" für Deutschland und dann die Nummer des Betriebes, auf dem das Huhn lebt. Der Code auf dem Ei ist also die Adresse des Huhns.

Quelle: Statistisches Bundesamt 2014

Weitere Infos zum Eier-Code gibt es hier: Die Nummer auf dem Ei - eine Erfolgsgeschichte

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