Ein spendenbasiertes Projekt auf der Plattform www.gemeinschaftscrowd.de: Hier sollen Bienen als Umweltspäher gegen gefährliche Pestizide eingesetzt werden (Screenshot: www.gemeinschaftscrowd.de)
17.09.2015
Kleines Glossar zum Crowdfunding

Wer ist diese Crowd und warum bekomme ich da Geld?

Eine gute Idee, aber kein Geld, um zu starten? Dieses Problem lösen Crowdfunding-Plattformen. Wer ein Projekt gut findet, kann es finanziell unterstützen: als Leihgabe, Spende, Tausch oder Beteiligung. Ein Überblick. Von Magdalena Fröhlich

Crowd: So nennt man die Menge der Leute, die ein Projekt finanziell unterstützen.

Crowdfunding: Crowd bedeutet "Menge", funding "Finanzierung oder das Bereitstellen von Mitteln". Deshalb wird Crowdfunding manchmal auch mit "Schwarmfinanzierung" übersetzt. Dafür gibt es zahlreiche Plattformen, die größte im deutschsprachigen Raum ist Startnext. Über 22 Millionen Euro sind dort seit dem Start im Jahr 2010 an Künstler, Kreative, Erfinder und Social Entrepreneurs geflossen: vom Kinderbuch über die ökologischen Schneckenabwehr bis hin zu einem Recycling-Floß oder Fairtrade-Kondomen - die Palette ist groß. Es gibt aber auch Richtlinien: Eine private Geburtstagsparty kann man sich zum Beispiel so nicht finanzieren lassen. Insgesamt sind in Deutschland im vergangenen Jahr 140 Millionen Euro ins Crowdfunding geflossen, dabei gibt es verschiedene Ausprägungen:

Reward based Crowdfunding:  Das ist die am meisten genutzte Form. Reward kann man mit "Belohnung" übersetzen, das bedeutet: Hier gibt man Geld für ein Projekt und erhält ein "Dankeschön", auch "Tauschgut" genannt. Soll zum Beispiel ein Buch finanziert werden, bekommt man nach dem Erscheinen das Buch. Bei Crowdfunding in der Gastronomie sind es meist Essensgutscheine. Nach diesem Modell arbeiten vor allem die Plattformen Startnext und Eco Crowd.

So funktioniert's zum Beispiel bei Eco Crowd:

  • Eco Crowd ist eine Crowdfunding-Plattform der Deutschen Umweltstiftung. Wer eine Idee hat, stellt diese auf der Plattform ein und legt einen Betrag fest, wie viel Geld er für die Finanzierung braucht. Wer die Idee gut findet, kann sie finanziell unterstützen - auch mit kleinen Summen. Als Gegenleistung bekommt man ein Tauschgut  Das ist ein kleines Geschenk als Wertschätzung.

  • Projekte, die auf Eco Crowd für ihre Finanzierung sammeln, werden von der Deutschen Umweltstiftung anhand eigens entwickelter Kriterien geprüft und persönlich beraten. Durch den Austausch mit der Crowd können die vorgestellten Projekte nicht nur finanziert, sondern auch weiterentwickelt werden.

  • Von der zusammengekommenen Finanzierungssumme gehen acht Prozent zum Erhalt der Plattform an die Stiftung. Dazu kommen noch Transaktionsgebühren an Pay Pal: 1,9 Prozent und 35 Cent je Transaktion. Bei Mangopay, also per Sofortüberweisung, sind das 1,8 Prozent und 50 Cent je Transaktion.

Spenden Corwdfunding:  Hier wird ein Projekt mittels Spenden finanziert. Es gibt nur selten eine materielle Gegenleistung. Beispielsweise die Plattformen betterplace.org oder Gemeinschaftscrowd der GLS-Treuhand haben dieses Modell als Grundlage.

Crowdinvesting: Hier erhält man Anteile am Projekt, diese orientieren sich zum Beispiel am Gewinn. Nach eigenen Angaben ist Seedmatch in diesem Bereich Marktführer. Bereits 70 Startups hat die Crowd auf der Plattform finanziert.

Crowdlending: Statt von der Bank leiht man sich das Geld von vielen einzelnen Privatpersonen. Es gibt sowohl Projekte, die die Summe verzinst, als auch solche, bei denen das Geld unverzinst zurückgezahlt wird.

Mehr zum Thema

Auf bioland.de:

Im Netz:

Umfangreiche Infos zum Thema gibt diese Website: www.crowdfunding.de

Diese Website bietet Studien zum Thema: www.germancrowdfunding.net

Größte Plattform im deutschsprachigem Raum: www.startnext.com

Plattform der Deutschen Umweltstiftung: www.ecocrowd.de

Plattform der GLS-Treuhand: www.gemeinschaftscrowd.de

Plattform, vor allem für Gründer: www.seedmatch.de

Plattform für soziale Projekte: www.betterplace.org