Direkte Demokratie in Bayern

So beeindruckend der Erfolg dieses Volksbegehrens ist, ist es keine Seltenheit, dass der Souverän in Bayern selbst die Gesetzgebung in die Hand nimmt. So gab es seit Ende der sechziger Jahre 21 Volksbegehren im Freistaat, von denen immerhin fünf erfolgreich ausgingen. Der Senat, eine zweite Parlamentskammer in Bayern, wurde auf diese Weise abgeschafft, ebenso wie die Studiengebühren. Gerade die ÖDP hat sich hier als sehr erfolgreich hervorgetan. Sowohl die Abschaffung des Senats als auch der Nichtraucherschutz geht auf sie zurück. Auch auf kommunaler Ebene wird die direkte Demokratie über den Bürgerentscheid intensiv gelebt. Dieser wurde 1995 eingeführt – per Volksentscheid gegen den Willen der CSU.

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Der Blaue Engel

Der Blaue Engel ist ein in Deutschland seit 1978 vergebenes Umweltzeichen für besonders umweltschonende Produkte und Dienstleistungen. Es ist ein unparteiisch vergebenes Qualitätsmerkmal umweltgerechter Produkte. Die Kriterien werden auf wissenschaftlicher Grundlage erarbeitet und periodisch im Hinblick auf neue Erkenntnisse weiterentwickelt. Ausgezeichnet werden Produkte und Dienstleistungen, die in einer ganzheitlichen Betrachtung besonders umweltfreundlich sind und zugleich hohe Ansprüche an Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie an die Gebrauchstauglichkeit erfüllen. An der Vergabe des Zeichens sind aktuell folgende Institutionen beteiligt: Bundesumweltministerium, Umweltbundesamt, die RAL GmbH sowie die Jury Umweltzeichen.

Zehn Regeln der Deutschen Gesellschaft für Ernährung

  1. Lebensmittelvielfalt genießen: Nutzen Sie die Lebensmittelvielfalt und essen Sie abwechslungsreich. Wählen Sie überwiegend pflanzliche Lebensmittel.

  2. Gemüse und Obst - nimm "5 am Tag": Genießen Sie mindestens 3 Portionen Gemüse (ca. 400 Gramm) und und 2 Portionen Obst (ca. 250 Gramm) am Tag. Zur bunten Auswahl gehören auch Hülsenfrüchte wie Linsen, Kichererbsen und Bohnen sowie (ungesalzene) Nüsse.

  3. Vollkorn wählen: Bei Getreideprodukten wie Brot, Nudeln, Reis und Mehl ist die Vollkornvariante die beste Wahl für Ihre Gesundheit.

  4. Mit tierischen Lebensmitteln die Auswahl ergänzen: Essen Sie Milch und Milchprodukte wie Joghurt und Käse täglich, Fisch ein- bis zweimal pro Woche. Wenn Sie Fleisch essen, dann nicht mehr als 300 bis 600 Gramm pro Woche.

  5. Gesundheitsfördernde Fette nutzen: Bevorzugen Sie pflanzliche Öle wie beispielsweise Rapsöl und daraus hergestellte Streichfette. Vermeiden Sie versteckte Fette. Fett steckt oft "unsichtbar" in verarbeiteten Lebensmitteln wie Wurst, Gebäck, Süßwaren, Fastfood und Fertigprodukten.

  6. Zucker und Salz einsparen: Mit Zucker gesüßte Lebensmittel und Getränke sind nicht empfehlenswert. Vermeiden Sie diese möglichst und setzen Sie Zucker sparsam ein. Sparen Sie Salz und reduzieren Sie den Anteil salzreicher Lebensmittel. Würzen Sie kreativ mit Kräutern und Gewürzen.

  7. Am besten Wasser trinken: Trinken Sie rund 1,5 Liter jeden Tag. Am besten Wasser oder andere kalorienfreie Getränke wie ungesüßten Tee. Zuckergesüßte und alkoholische Getränke sind nicht empfehlenswert.

  8. Schonend zubereiten: Garen Sie Lebensmittel so lange wie nötig und so kurz wie möglich, mit wenig Wasser und wenig Fett. Vermeiden Sie beim Braten, Grillen, Backen und Frittieren das Verbrennen von Lebensmitteln.

  9. Achtsam essen und genießen: Gönnen Sie sich eine Pause für Ihre Mahlzeiten und lassen Sie sich Zeit beim Essen.

  10. Auf das Gewicht achten und in Bewegung bleiben: Vollwertige Ernährung und körperliche Aktivität gehören zusammen. Dabei ist nicht nur regelmäßiger Sport hilfreich, sondern auch ein aktiver Alltag, indem Sie zum Beispiel öfter zu Fuß gehen oder Fahrrad fahren.

Wer die Kläger unterstützen möchte, kann ihrer Klage als Beigeladener weiteren Nachdruck verleihen. Wenn sich möglichst viele weitere Menschen von dem Thema so stark persönlich betroffen fühlen, dass sie sich formell am Verfahren beteiligen, bekommt die Klage gesellschaftlich ein stärkeres Gewicht. Die Antragsmappe dafür stellt Greenpeace hier zur Verfügung.

Punkte sammeln

Ein Naturschutzmodul von WWF und Biopark bewertet die Leistungen von Biobauern für die Artenvielfalt. Biobauern, die mitmachen wollen, müssen mindestens 120 Punkte erreichen. Besonders punkten können Landwirte mit Maßnahmen, die auf kleiner Fläche besonders viel für eine bestimmte Art bringen. Davon müssen sie mindestens 20 Punkte sammeln. Eine Hecke oder ein Amphibienstreifen pro Hektar Land bringt 20 Punkte, ein Blühstreifen zehn Punkte. Für die Anwesenheit gefährdeter Tierarten oder stark bedrohter Ackerwildkräuter gibt es jeweils zehn Punkte. Mäht der Bauer sein Kleegras nicht komplett ab, was Vögeln Rückzugsorte bietet, bekommt er einen Punkt pro hundert Meter. Sogenannte Lichtäcker mit Lücken zwischen den Saatreihen zum Beispiel lassen Klatschmohn oder Kornblumen aufblühen, bieten Feldvögeln und Hasen Nahrung - und dem Landwirt bringt das pro Hektar einen Punkt ein.

Beispielhaft

Betriebsleiter Hans Joachim Mautschke (Foto: Annegret Grafen)
Das Gut Krauscha, ein Bioland-Hof in der Oberlausitz, zeigt, wie ein landwirtschaftlicher Betrieb das Klima schützen und sich für Klimaveränderungen gut aufstellen kann. Betriebsleiter Hans Joachim Mautschke baut dort Roggen, Weizen, Gerste und Hafer an, außerdem vermehrt er Saatgut. Anstatt die Felder mit Rindergülle zu düngen, kompostiert er den Mist, denn kompostiertes Material setzt weniger Treibhausgase frei. Neben Getreide baut er nun auch Erbsen und Lupinen an, weil diese Pflanzen die Fähigkeit besitzen, Stickstoff aus der Luft zu binden und im Boden zu speichern. Das fördert das Wachstum der im Folgejahr gesäten Pflanzen. Bei Winterweizen und Roggen pflügt er weniger tief und verbraucht so weniger Diesel. Gleichzeitig verbessert sich dadurch die Bodenstruktur. Weniger Bodenerosion und eine Verbesserung des Bodenlebens sind die Folge. Hecken und Baumstreifen, die er angepflanzt hat, entziehen der Atmosphäre Kohlendioxid, der jährliche Heckenschnitt kommt als Holzhackschnitzel in die Heizung des Hauses und ersetzt fossile Brennstoffe. Viele dieser Maßnahmen sparen nicht nur Treibhausgase, sondern rechnen sich auch betriebswirtschaftlich, weil sie dem Landwirt Kosten sparen und seine Erträge steigern.

Betriebsplan Natur

2016 hat das Land Sachsen den Betriebsplan Natur als Fördermaßnahme ausgeschrieben. Landwirte, die ihren Betrieb in Richtung Artenvielfalt verbessern wollten, konnten sich bewerben. Ein Naturschutzexperte hat dann – vom Land finanziert – ein Konzept für das Gut Krauscha entwickelt, Erfassung der Ist-Situation, Zielformulierung und Entwicklungsvorschläge inklusive. Der Betriebsplan Natur für Gut Krauscha war Anfang 2017 fertig und enthält viele Ansatzpunkte, an denen der Betriebsleiter weiterarbeiten kann.

Leider können wegen technischer Probleme die Slammerinnen Katharina Haidbüchel und Gesa Mielke vom Thünen-Institut im Video nicht gezeigt werden.

Die Sache mit dem Plastik

Verpackung und Transport schlagen bei Mineralwasser klimatechnisch am meisten zu Buche. Die Qualitätsgemeinschaft Bio-Mineralwasser erlaubt neben Mehrweg-Glas und Getränkekartons auch Plastikflaschen. Es müssen aber entweder PET-Mehrwegflaschen sein oder zumindest PET-Kreislauf-Flaschen. Die werden zwar auch wieder eingesammelt, aber nicht wieder neu befüllt, sondern recycelt.

Die Stiftung Warentest fand bei Untersuchungen in allen getesten PET-Flaschen verschiedener Anbieter Acetaldehyd, das bei der Flaschenherstellung entsteht. Manchmal kann man das auch herausschmecken. Das Wasser hat dann eine untypisch fruchtige Note. Acetaldehyd kann auch in Bio-Mineralwasser stecken. Der Gehalt muss aber unter zehn Mikrogramm pro Liter liegen. Es entsteht zum Beispiel auch beim Abbau von Alkohol im Körper und kommt in reifen Früchten, Brot und Kaffee vor. Raucher nehmen mit jeder Zigarette im Schnitt ein Milligramm Acetaldehyd auf. Es bildet sich bei der Verbrennung anderer Tabakzusatzstoffe. Acetaldehyd gilt als möglicherweise krebserregend.

Und dann ist da noch die Sache mit winzigen Kunststoffteilchen - dem Mikroplastik. Davon fand die Stiftung Warentest in PET-Flaschen im Schnitt 118 Partikel pro Liter. Auch andere Wasserverpackungen können Mikroplastik enthalten, die PET-Flaschen sind jedoch Spitzenreiter. Das Plastik löst sich möglicherweise bei älteren Flaschen aus den spröde gewordenen Innenwänden oder reichert sich beim Abfüllen und Waschen im Waschwasser an. Die Risiken für den Menschen sind bislang noch unklar. Umweltschützer beobachten die Ausbreitung von Mikroplastik in den Meeren mit großer Sorge. Mikroplastik belastet die Gewässer und reichert sich in Fischen oder Vögeln an.

Noch ein Bio-Siegel

Auch das Institut Fresenius ist auf den Zug aufgesprungen. Die Brunnenbetreiber müssen ebenfalls strengere Grenzwerte einhalten als gesetzlich vorgeschrieben. Beim Nitrat sind die Fresenius-Richtlinien allerdings großzügiger: Bis zu zehn Milligramm pro Liter sind zulässig - und damit doppelt so viel wie bei der Qualitätsgemeinschaft. Der Biolandbau wird bei Fresenius nicht explizit erwähnt. Die Brunnenbetreiber müssen sich aber nachweislich in Umweltschutzprojekten engagieren. "Entweder mit Sachleistungen, Mitarbeitereinsatz oder Geldspenden", so ein Fresenius-Sprecher.

Wie gut ist Ihr Leitungswasser?

Mindestens einmal im Jahr muss der Wasserversorger über die Trinkwasserqualität informieren. In der Regel findet man die Ergebnisse der letzten Wasseranalysen online. Die Tests geben Auskunft über Wasserhärte, Verkeimung und die Belastung mit Schwermetallen wie Quecksilber, Uran, Blei, Cadmium oder Arsen und einige andere Parameter wie Salzgehalt oder Magnesium.

Auch der Nitratwert muss angegeben werden. Dieser kann regional stark schwanken. Ein Blick nach Bayern: Das Ingolstädter Wasser, das als eins der besten gilt, weist einen sehr niedrigen Nitratwert von 0,9 Milligramm pro Liter auf, während in Würzburg 30 Milligramm Nitrat pro Liter Wasser gemessen wurden. Das Problem in Unterfranken: Es wird zwar vergleichsweise wenig gedüngt, die Böden sind jedoch flach und durchlässig, Nitrat gelangt so leicht ins Grundwasser. Welche Pestizideinzelstoffe oder Abbauprodukte davon im Wasser schwimmen, erfährt der Verbraucher in der Regel nicht. Meist wird nur angegeben, ob die Gesamtmenge unterm Grenzwert liegt oder nicht. Ein niedriger Nitratwert bedeutet auch nicht automatisch, dass das Grundwasser kaum belastet ist. Vielleicht hat der Wasserversorger bei der Reinigung auch einfach sehr gute Arbeit geleistet.   

Wie gut Ihr Wasser ist, hängt aber auch von Ihren Hausleitungen ab. Bleirohre gelten als gesundheitlich bedenklich und sollten ausgetauscht werden, sie können noch in älteren Häusern (vor den siebziger Jahren) vor allem in Nord- und Mitteldeutschland verbaut sein. Auch ganz neue Kupferleitungen können in den ersten Wochen viel Kupfer ins Wasser abgeben, bis sich eine natürliche Schutzschicht in den Rohren gebildet hat. Wer auf Nummer sicher gehen will: Es gibt verschiedene Labore, bei denen man das eigene Trinkwasser auf Keime und diverse Schadstoffe testen lassen kann. Dazu entnimmt man morgens eine Wasserprobe und schickt sie ein. Eventuell kommen Trinkwasserfilter infrage.

So wird das Wasser aufbereitet

Wenn das Wasser aus dem Hahn kommt, hat es schon einiges hinter sich. Die Wasserversorger holen zum Beispiel einiges an Eisen und Mangan aus dem Wasser. Mit Sauerstoff werden die natürlichen Schwermetalle geflockt und dann herausgefiltert. Zu viel davon beeinträchtigt den Geschmack und schadet den Leitungen. Sehr kleine Partikel, die man nicht im Wasser haben will, holt man mit Membranen heraus. Mit Langsamsandfiltration kann das Wasser chemikalienfrei gereinigt werden. Dazu wird es sehr langsam durch feinkörnige Sandschichten filtriert. Um Nitrat und Pestizide zu verringern, kann man zum Beispiel mit Umkehrosmose und Nanofiltration arbeiten, grob gesagt mit Druck und Membranen. Auch Aktivkohle kommt zum Einsatz, sie wirkt wie ein Schwamm. Nitrat kann auch biologisch entfernt werden - mithilfe von Essigsäure oder Wasserstoffe-, das ist aber noch nicht so üblich, weil teuer und aufwändig. Dabei fällt auch Schlamm an. Desinfiziert wird das Wasser zum Beispiel mit Ozon oder Chlor.

Wo kommt das Leitungswasser her?

Das Leitungswasser in Deutschland stammt zu 70 Prozent aus Grundwasser oder Uferfiltrat. Unter Grundwasser versteht man - zum Teil sehr alte - unterirdische Wasservorräte, sie stammen vor allem aus versickertem Regenwasser, aber auch aus Wasser aus Bächen und Flüssen. Die Gesteinsschichten, durch die das Wasser sich seinen Weg bahnt, reinigen es. Uferfiltrat wird aus Brunnen in der Nähe von Flüssen oder Seen gewonnen. Wasser direkt aus Flüssen oder Seen wird auch verwendet. Die Qualität des Trinkwassers regelt die Trinkwasserverordnung, die Wasserversorger werden von den Gesundheitsämtern überwacht. 

Wie schneidet die Biobranche ab?

Bio-Produkte für Kinder schnitten im foodwatch-Marktcheck etwas besser ab als konventionelle. Jedes dritte Produkt - und damit dreimal so viele – bekamen grünes Licht. Allerdings landeten knapp 58 Prozent der Bio-Lebensmittel für Kinder (gegenüber 73 Prozent der konventionellen) auch in der Kategorie rot. Für die Einteilung in rot, gelb und grün orientierte sich Foodwatch an der Ernährungspyramide des Bundesverbraucherministeriums. Auch Biohersteller versuchen Kinder gezielt anzusprechen, etwa mit attraktiven Figuren auf der Verpackung. Alnatura zum Beispiel schaltet aber grundsätzlich keine Werbung. "Wichtig ist uns, dass die Verpackungsgestaltung eine möglichst natürliche Anmutung hat. Bei den Snackartikeln sind dies beispielsweise zurückhaltende Buntstiftzeichnungen ohne grelle Farben", so eine Alnatura-Sprecherin.

Was sind überhaupt Kinderlebensmittel?

Kinderlebensmittel sind gesetzlich nicht definiert. Sie gelten rechtlich als ganz normale Lebensmittel, für die keine besonderen Regeln gelten. An ihrer Aufmachung ist jedoch meist klar erkennbar, dass sie vor allem Kinder ansprechen sollen. Auf manchen Verpackungen steht "für Kinder" oder "Kids", es sind Comicfiguren abgebildet, oder es gibt zum Produkt Spielzeug oder Aufkleber dazu. Eine Ausnahme sind deklarierte Lebensmittel für Säuglinge und Kleinkinder bis drei Jahre. Solche Produkte müssen strengere Pestizidgrenzwerte einhalten, und dürfen kaum Zusatzstoffe enthalten. Die Verbraucherzentralen halten Spezialprodukte für Kleinkinder aber generell für unnötig. Kinder sollten nicht an Fertigprodukte gewöhnt werden.

Was kann der einzelne Landwirt noch tun?

Stoppeln länger liegenlassen: Wer nach der Getreide-Ernte bis Mitte August oder sogar in den September hinein die Reste der Getreidehalme auf dem Feld liegen lässt, gibt den Nachzüglern unter den Ackerwildkräutern die Chance, auch noch reife Früchte auszubilden und sich fortzupflanzen. Im Winter bieten Stoppeläcker Schutz und Nahrung für Rebhühner und Feldhasen.

Ruhe gönnen: Acht Wochen Ruhe auf dem Acker irgendwann zwischen Mitte April bis Ende Juli reichen, damit Feldlerche und Wachtel ihren Nachwuchs in Ruhe bekommen können. Spätbrütern wie dem Braunkehlchen tut man etwas Gutes, wenn man etwa das Kleegras frühestens im Juli, besser noch später, mäht. Kleegras bietet sich generell sehr gut an, es bietet Insekten viel Nektar, und der Grauammer zum Beispiel macht es sich darin gern zum Brüten bequem.

Gras mäßig schneiden: Wer die Wiesen nicht zu sehr abmäht, sondern circa zwölf Zentimeter stehen lässt, schützt Amphibien und Vogelnester am Boden.

Richtig mähen gehört auch dazu: Von innen nach außen oder von einer Seite zur anderen, damit Rehe, Hasen und Co. flüchten können.

Mais meiden: Bringt der Insektenwelt wenig und bietet kaum Nistplätze, weil er zu spät ausgesät wird und dann zu schnell dicht und hoch wächst. Stattdessen lieber alte Getreide-Arten wie Hirse und Emmer anpflanzen. Das ist gut für die genetische Vielfalt und die Ackerwildkräuter, weil die alten Arten nicht so dicht stehen.

Nistkästen für verschiedene Bedürfnisse (Foto: Katharina Schertler/Bioland)
Nisthilfen aufstellen: Darüber freuen sich nicht nur Fledermäuse, Störche oder Schleiereulen, sondern auch kleinere Vögel und Insekten. Für Schwalben und Eulen bieten sich Einflugöffnungen im Rinderstall an. Dort haben sie es schön gemütlich. Nistkästen gleich hinter dem Eingang reduzieren den Vogeldreck. Es gibt inzwischen zahlreiche Angebote und Anleitungen zum Selberbauen. Allerdings sind nicht immer alle fachgerecht. Deshalb am besten im Naturschutzfachhandel schauen oder zum Beispiel auf die Anleitungen vom Nabu zurückgreifen.

So viele Steine wie hier müssen es gar nicht unbedingt sein (Foto: Katharina Schertler/Bioland)
Steine sammeln: Kleine, aber feine Aktion: Steine vom Acker holen und als Haufen an einen sonnigen Ort platzieren für Insekten und Reptilien. Außerdem baut die Steinhummel gerne ihre Nester zwischen den Steinen.

Pestizidabgabe

In anderen europäischen Ländern gibt es bereits Pestizidabgaben. Umweltverbände fordern so eine Steuer auch für Deutschland. "In Dänemark und Norwegen wurden Pestizidsteuern nach Giftigkeit eingeführt. In beiden Ländern ist der Pestizidverbrauch gesunken", so Pestizidexperte Lars Neumeister. Ein Gutachten des Helmholtz-Zentrums geht davon aus, dass Landwirte in Deutschland langfristig 35 Prozent weniger Pestizide spritzen würden. Eine Steuer allein wird das Pestizidproblem aber wohl nicht lösen. Susan Haffmans vom PAN plädiert dafür, die Pestizidindustrie stärker für die Schäden, die ihre Produkte verursachen, in die Pflicht zu nehmen. Diese muss sich bislang nicht einmal an den Kosten für Rückstandsanalysen in Lebensmitteln beteiligen.

Foto: imago
Glyphosat bleibt

Das hochumstrittene Totalherbizid Glyphosat, das im Verdacht steht, Krebs zu erregen, darf vorerst weiter verwendet werden. Klöckners Vorgänger Christian Schmidt (CSU) hatte zum Ende seiner Amtszeit 2017 noch rasch auf EU-Ebene die Zulassungsverlängerung für weitere fünf Jahre mit durchgewunken. Künftig sollen die Landwirte aber weniger davon spritzen. Es soll strengere Vorschriften geben, zugleich aber auch viele Ausnahmen. Hobbygärtner sollen den Unkrautvernichter gar nicht mehr kaufen dürfen. Klingt gut, allerdings macht die Privatanwendung von Glyphosat hierzulande sowieso nur zwei Prozent aus.

Als größter Einzelanwender wird häufig die Bahn genannt. 70 Tonnen Unkrautvernichtungsmittel landeten 2016 laut einer Bahn-Sprecherin auf Deutschlands Gleisen. Das seien aber nur 0,15 Prozent des deutschen Gesamtherbizidsverbrauchs, betont die Bahn. Bislang gebe es keine Alternativen zu Unkrautvernichtern. Die Bahn will aber zusammen mit Forschern und der Industrie nach neuen Lösungen suchen. Ein Vorhaben, das es auch schon vor 20 Jahren gab.

100 Prozent Bio

Sikkim, das ist auch so eine Erfolgsgeschichte aus Indien. Sikkim ist der bevölkerungsmäßig kleinste Bundesstaat des Landes, er liegt im südlichen Himalaya. Ministerpräsident Shri Pawan Chamling hat sich die Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz auf die Fahne geschrieben. 2003 beschloss seine Regierung, die gesamte Landwirtschaft Sikkims auf Bio umzustellen. 2015 war das Ziel erreicht. Die Regierung arbeitete dabei nicht mit Verboten, sondern mit Anreizen. Ein ausführlicher Artikel über den Bio-Staat erschien im März 2018 in der Zeitschrift "Schrot & Korn".

Darf ich als Hobbygärtner Saatgut verkaufen?

Die einen sagen ja, die anderen nein. Den Handel mit Saatgut regelt das Saatgutverkehrsgesetz. Ob die Vorschriften auch für Hobbygärtner gelten, scheint Interpretationssache zu sein. Die meisten handelsüblichen Samen sind sowieso Hybride. Das heißt, aus ihnen lassen sich ohnehin nicht gut Pflanzen nachziehen. Hybridsaatgut erkennt man am Aufdruck F1 auf dem Tütchen. Wer samenfeste Sorten kauft, kann sich beim Bundessortenamt schlau machen, ob die Sorte geschützt ist. Bei vielen alten Sorten ist das nicht der Fall. Sie sind für die meisten Landwirte nicht interessant, da sie meist weniger Ertrag bringen. Manche setzen sich aber trotzdem für ihren Erhalt ein, weil sie in der Regel robust sind, regional gut angepasst und Abwechslung auf den Teller bringen. Außerdem eignen sie sich als Ausgangsmaterial für neue Züchtungen. Doch auch für alte Sorten gibt es Auflagen: Für jedes Saatgut am Markt braucht man eine Sortenzulassung, muss die Sorte also registrieren lassen. Sonst darf das Saatgut gar nicht gehandelt werden. Egal, ob man es dann noch schützen lässt oder nicht.

Diese Vorteile sollen Insekten haben

  • Sie brauchen weniger Futter: Ein Rind muss zehn Kilogramm Futter fressen, um ein Kilogramm zuzunehmen, ein Schwein fünf und Geflügel 2,5 (Beispiel USA). Grillen bräuchten dafür rechnerisch nur 1,7 Kilogram. Bedenkt man dabei noch, dass 80 Prozent einer Grille gegessen werden, aber nur etwa 40 Prozent eines Rindes, ist die Grille zwölfmal so effizient wie ein Rind.

  • Sie verbrauchen weniger Fläche: Weil sie Futter besser verwerten und auf engerem Raum gehalten werden können, braucht man für ein Kilogramm Mehlwurmeiweiß nur ein Zehntel der Fläche, die man für dieselbe Menge Eiweiß aus Rindfleisch benötigt.

  • Sie sind klimafreundlicher: Die Treibhausgasemissionen sollen pro Kilogramm Gewichtszunahme bei Insekten nur ein Hundertstel der von Schweinen und Rindern verursachten Emissionen betragen. Die Zahlen zu den Insekten stammen allerdings aus kleinen Laborexperimenten und lassen sich nicht ohne Weiteres auf Großproduktionen übertragen, wie die Forscher einräumen.

  • Sie liefern gute Nährwerte: Der Eiweißgehalt schwankt von Insektenart zu Insektenart. Mexikanische Heuschrecken zum Beispiel bringen es auf bis zu 48 Gramm pro 100 Gramm Frischgewicht. Auch Larven liefern ähnlich gute Werte wie Rindfleisch (etwa 26 Gramm). In Tierversuchen fiel die Qualität der Insektenproteine allerdings gemischt aus. Nicht alle Arten sind gleich gut verdaulich.

  • Minuspunkt: Insekten gedeihen in tropischen Gebieten besonders gut. In kälteren Regionen muss man viel Energie aufwenden, um sie warmzuhalten.

Quelle: FAO-Publikation: Edible insects: future prospects for food and feed security (Stand 2013)

Die Kuh ist kein Klimakiller

Anders als Wiederkäuer können Menschen Gras nicht verdauen. Es gibt somit keine Konkurrenz zu Flächen für die menschliche Ernährung. Denn viele Weiden liegen an Hängen, auf denen man sowieso keinen Acker anlegen kann - sie sind für den Mähdrescher zu steil. Füttert man den Kühen dagegen viel Eiweiß- und Kraftfutter zu, muss dieses extra angebaut werden: Das kostet Fläche und Ressourcen wie Wasser und Energie. Die Weide dagegen bietet mit ihrem Grünland auch anderen Tieren und Pflanzen einen Lebensraum und speichert zudem CO2: mit weltweit 588 Milliarden Tonnen fünfmal mehr Kohlenstoff als Ackerland. Damit liegt es nach Mooren und Feuchtgebieten auf Platz zwei. Das Image vom "Klima-Killer" können Weidekühe demnach abstreifen, zumal für Grünland, anders als beim konventionellen Ackerbau auch kein mineralischer Dünger nötig ist, der dem Klima schadet.

Einen Artikel zur Bürgeraktiengesellschaft Regionalwert AG gibt es hier:
"Wir investieren in die Region"
Christian Hiß wurde vom Bio-Bauern zum Aktienhändler. In der Regionalwert AG verkauft er Wertpapiere zum Erhalt regionaler Bio-Höfe. Obwohl es noch keine Dividende gibt, investieren die Aktionäre im Schnitt 4500 Euro. Hiß erklärt, warum. Mehr

Einen Artikel dazu gibt es hier:

 

Der Anti-Supermarkt: Bio, lokal und gemeinschaftlich soll es sein: Immer mehr Menschen möchten selbst über ihre Lebensmittelversorgung entscheiden - und fragen sich: Geht es auch ohne Supermarkt? Ein Besuch bei der Food-Coop Karlsruhe. Mehr

Hier geht es zu einem Artikel über die Ackerhelden:
Ist das Gemüse oder kann das weg?
Die Gartensaison ist praktisch gelaufen? Von wegen! Selbst im November kann man noch ernten. Und jetzt noch dafür säen. Wie das geht, erklären die Ackerhelden. Mehr

Einen Artikel mit einem Beispiel für eine solidarische Landwirtschaft finden Sie hier:
Ein Hof für 180 Hobby-Bauern:
Was auf dem Bio-Hof von Markus Schmutz passiert, entscheiden über 100 Leute mit. Über die Entscheidung Brokkoli oder Blumenkohl wird abgestimmt. Das ist zwar aufwändig, dafür ist der Bauer nicht länger von Marktpreisen abhängig. 

Das schadet den Vögeln der Agrarlandschaft

  • Artenarme Monokulturen, deshalb schadet der Energiepflanzenanbau wie Mais und Raps auch den Feldvögeln; die Pflanzen wachsen hier so dicht, so dass dies wie eine Versiegelung des Bodens für die Tiere wirkt.

  • Pestizideinsatz, da hier Insekten und Wildkräuter mit ihren Sämereien totgespritzt werden. Vor allem die Rapskulturen benötigen durch hohes Schädlingsbefallrisiko erhöhte Pestizideinsätze.

  • Ausräumung der Agrarlandschaft: Kaum noch Feldgehölze, Hecken, Kleingewässer, Randstreifen so dass Vögel keine Deckung gegen Feinde, sichere Nistplätze und geeignete Nahrung für die Brut finden.

  • Intensive Feldbearbeitung zur Brutzeit, da durch Maschinen oft Nester und Jungvögel zerstört werden.

  • Kaum noch Brachflächen, da hier viele Insekten leben.

  • Immer weniger Nistmöglichkeiten auf Bauernhöfen, etwa für Schwalben.

Positionspapier des Dachverbandes Deutscher Avifaunisten: www.dda-web.de

Was kann der Landwirt tun?

  • Bodenbearbeitung wie Walzen sollte möglichst früh im März passieren, wenn die Tiere noch nicht brüten.

  • Der erste Mähzeitpunkt sollte dagegen möglichst spät, statt Anfang Mai besser Anfang Juni, gewählt werden. Sonst fallen die Jungvögel von Bodenbrütern wie der Feldlerche dem Mähwerk zum Opfer.

  • Schwalbennester sollte man nicht entfernen - denn auch Schwalben stehen mittlerweile auf der Roten Liste der gefährdeten Brutvögel.

  • Grünland sollte man von innen nach außen mähen, ebenso sollte man auch von der Feldmitte hin zum Feldrand ernten, um Tieren die Möglichkeit zur Flucht zu geben.

  • Senken im Feld oder Feuchtstellen unbearbeitet lassen.

  • Strukturelemente wie Büsche, Bäume und Hecken oder Blühstreifen anlegen.

Die Bioland-Naturschutzberatung finden Sie hier: www.bioland.de

EU-Hilfspakete für die Milchbauern

Zwei staatliche Hilfspakete sollten das Schlimmste abwenden. Insgesamt gibt es 581 Millionen Euro für die deutschen Milchbauern. Auch ihre EU-Kollegen bekommen Geld und Steuererleichterungen. Vorübergehend werden sie auch fürs Nichtmelken belohnt. Wer von Februar bis April diesen Jahres nicht mehr Milch abliefert als im Vorjahr, bekommt rückwirkend für ein Jahr einen Zuschuss. Mindestens 0,36 Cent pro Kilogramm Milch sollen es sein. Knapp 24.000 Landwirte machen nach Auskunft der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung mit. Das sind rund 30 Prozent der deutschen Milchbauern. 2016 - genau ein Jahr nach dem Quotenende - kam außerdem ein neues Gesetz, das vorübergehend das Wettbewerbsrecht aushebelte. Ein halbes Jahr lang konnten Milchbauern untereinander Mengenabsprachen treffen.

Zur Person
Jörg Förstera ist 27 Jahre alt und  Fleischermeister. Letztes Jahr hat er mit Hendrik Haase die Metzgerei "Kumpel & Keule" in der Berliner Markthalle Neun gegründet. Davor leitete er die Fleischabteilung im KaDeWe. Er macht noch Hausschlachtungen in seiner Heimat, dem Spreewald.

Website der Metzgerei Kumpel und Keule: www.kumpelundkeule.de

Gilbert Bielen - Küchenchef im Kinderkrankenhaus St. Marien

Im April 2007 kam Gilbert Bielen als Küchenchef in das Landshuter Kinderkrankenhaus St. Marien und stellte es auf bio um - als erste Klinik bundesweit. Seit 2008 hat die Klinik das Bioland-Siegel. Bielen, der zuvor in einem Bio-Restaurant gearbeitet hat, ist es wichtig, dass seine Gäste und Patienten gesundes Essen bekommen, bei dem klar ist, was drin ist. Und dass möglichst alles verwertet wird.

Infos zur Klinik: www.kinderkrankenhaus-landshut.de/cafeteria

Debatte um Obergrenze

Auch aus der Politik bekommt der Wolf Gegenwind. Agrarminister Christian Schmidt (CSU) brachte kürzlich eine beschränkte Abschussfreigabe ins Spiel. Umweltverbände wie Nabu und WWF protestieren. Der Schutzstatus des Wolfs dürfe auf keinen Fall aufgeweicht werden. Problemwölfe, die keine Scheu vor dem Menschen zeigen und sich Wohngebieten näheren, können bereits mit einer Ausnahmegenehmigung getötet werden.

Doch nun geht es um die Frage, ob es eine generelle Obergrenze für den Wolf in Deutschland braucht. Denn natürliche Feinde hat er keine. Allerdings wurden nach Angaben des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) rund 130 Wölfe überfahren oder illegal erschossen. Laut BfN (pdf) hätten 440 Wolfsrudel oder 3000 Wölfe in Deutschland Platz. Diese Zahl wird auch als mögliche Obergrenze gehandelt. Rein rechnerisch könnte der Bestand in etwa acht Jahren gesichert sein.  

Zu den Personen

Felix Löwenstein (63) stellte den Familienhof Habitzheim im hessischen Odenwald 1992 auf Biolandbau um. Inzwischen wird das Hofgut in zweiter Generation ökologisch bewirtschaftet. Löwenstein gilt als Gesicht der deutschen Biobranche - er ist Vorsitzender des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), dem Dachverband der Biobranche. Er hat zwei Bücher über die Welternährung geschrieben: "Es ist genug da. Für alle" und "Food Crash - Wir werden uns ökologisch ernähren oder gar nicht mehr".

Willi Kremer-Schillings (62) betreibt im Nebenwerb einen kleinen Ackerbaubetrieb im Rheinland. Hauptberuflich ist er landwirtschaftlicher Berater eines Zuckerunternehmens im Rheinland. Bekannt wurde Kremer-Schillings vor zwei Jahren mit einem offenen Brief an die Verbraucher, in dem er die Doppelmoral vieler Menschen beim Einkaufen anprangerte. Er saß bereits in einer Talkshow von Günther Jauch und meldet sich regelmäßig auf seiner Internetseite als "Bauer Willi" zu Wort. Sein Ziel: Mit den Verbrauchern ins Gespräch kommen und aufklären. Von ihm stammt das Buch "Sauerei! Bauer Willi über billiges Essen und unsere Macht als Verbraucher"

Ein Cent

Die Ökologische Tierzucht ist eine gemeinnützige Initiative mit hohen Investitionen, hohen Personalkosten und niedrigen Einnahmen. Deshalb ist sie eine Kooperation mit dem Naturkosthandel eingegangen. Die teilnehmenden Händler verlangen einen Cent mehr pro verkauftem Ei und führen den dann direkt an die ÖTZ ab. Was für den Verbraucher absolut verkraftbar ist, ist für die ÖTZ eine wichtige Finanzspritze. Aktuell kommen so immerhin 230.000 Euro im Jahr in die Kasse.

Vogel der Zukunft

Noch bezeichnet die Ökologische Tierzucht das Zweinutzungshuhn als „Zukunftshuhn“. Vereinzelt gibt es allerdings schon jetzt Zweinutzungshühner. So züchten die Herrmannsdorfer Landwerkstätten seit einigen Jahren in kleinem Rahmen mit Bresse-Gauloise-Hühnern. Die Preise für die Eier und den Gockelbraten sind allerdings auch entsprechend hoch. Und selbst der größte Legehennenzüchter Lohmann ist vor drei Jahren mit einem Zweinutzungshuhn an den Markt gegangen. Für den Ökolandbau sind diese Tiere allerdings auch nicht wirklich die Lösung. Zum einen möchten Biobauern ja gerade weg von der Konzernabhängigkeit, zum andern eignet sich das Lohmannsche Zweinutzungshuhn nur für künstliche Besamung – was im Ökolandbau abgelehnt wird.

Die Sache mit den Hähnen

Es liegt in der Natur der Sache, dass sich Hähne nicht zum Eierlegen eignen. Da aber auch bei der Legehennenzucht jedes zweite Tier, das schlüpft, ein Männchen ist, stellt sich die Frage: Wohin mit diesen Tieren? Zur wirtschaftlichen Mast eignen sie sich nicht, da ihre Rasse rein aufs Eierlegen hin optimiert worden ist. Die Folge: die männlichen Küken werden sofort nach dem Schlüpfen vergast. Um dieses Kükentöten zu verhindern, gibt es vor allem zwei Ansätze: Bei der Bruderhahn-Initiative finanzieren die Legehennen durch höhere Preise für die Eier die an sich unwirtschaftliche Aufzucht ihrer Brüder mit. Nach etwa 20 Wochen werden die Tiere dann zum Beispiel zu Frikassee oder Sülze verarbeitet. Beim Zweinutzungshuhn dagegen sind die Masteigenschaften gut genug, dass die Hähne am Ende auch ein ordentliches Brathendl ergeben – wenn natürlich auch nicht zum Discounterpreis. Die konventionelle Hühnerzucht setzt zudem auf den technischen Fortschritt, eine Früherkennung des Geschlechts schon im Ei. „Aber aus ethischer Sicht macht das ja keinen großen Unterschied, ob man den Hahn jetzt kurz vor oder kurz nach dem Schlüpfen tötet“, findet Züchterin Günther. Marktreife hat die Methode ohnehin noch nicht.

Ursprung des Weihnachtsbaums

Der Weihnachtsbaum stammt wohl aus Deutschland. Unklar ist, ob er auf einen heidnischen Winterbrauch zurückgeht, christlichen Ursprungs ist oder erst von Bürgern im Mittelalter erfunden wurde. Einer Legende nach soll Bonifatius, der "Apostel der Deutschen" den Christbaum im 8. Jahrhundert erfunden haben. Später sei der Christbaum dann fester Bestandteil der weihnachtlichen Paradiesspiele geworden. Gegner dieser Theorie verweisen auf Aufzeichnungen aus dem Mittelalter, die eine zunächst ablehnende Haltung der Kirche gegenüber dem bürgerlichen Brauch nahelegen. Danach tauchten Weihnachtsbäume zuerst in den handwerklichen Zünften auf und wurden dann auch in wohlhabenden bürgerlichen Familien populär. Erst ab dem 17. Jahrhundert soll sich der Brauch dann durch die Fürstenhäuser in ganz Europa und darüber hinaus verbreitet haben. Tannen und Fichten findet man allerdings nicht überall. In Südbrasilien und Südafrika behilft man sich zum Beispiel mit Bäumen aus Plastik oder Metall, auf den Kanaren schmücken die Menschen auch Palmen.

Checkliste Online-Einkaufen

Diese Fragen sollte man sich stellen, bevor man im Online-Supermark bestellt:

1. Wie habe ich bisher meine Einkäufe erledigt? Zu Fuß? Oder mit dem Rad? Oder mit dem Auto?

Wer gute Einkaufsmöglichkeiten ums Eck hat und kein Problem damit, Einkäufe heimzutragen, sollte eher nicht auf Online umsteigen. Damit bringt man sich nur um ein bisschen Extrabewegung (klimafreundlich!) und zahlt obendrein Liefergebühren. Anders sieht es aus, wenn man etliche Kilometer mit dem Auto zum Einkaufen fahren müsste  - und das vielleicht noch mehrmals die Woche, weil es mit der Planung nicht so gut klappt.

2. Was für ein Einkaufstyp bin ich?

Finde ich Einkaufen eher lästig und stressig oder macht es mir Spaß, im Laden herumzuschauen, mich inspirieren zu lassen und immer wieder neue Produkte auszuprobieren? Ist es mir wichtig, Obst und Gemüse in die Hand nehmen zu können? Springe ich abends oft spontan noch ins Geschäft, weil ich Lust auf etwas Bestimmtes habe? Oder gehe ich sowieso alle zwei Tage einkaufen, weil meine Woche so gar nicht planbar ist? Dann ist Online-Einkaufen eher nichts für Sie. Wer online einkaufen will, sollte vorausplanen können und idealerweise einen Wocheneinkauf mit einer Bestellung erledigen. Alles andere kann teuer werden und ist eher unpraktisch.

3. Lege ich Wert auf Qualität und Herkunft? Ist mir vielleicht regionales Bio wichtig?

Dann sollten Sie Ihren Onlinehändler sorgfältig auswählen. Adressen für Bio-Lieferdienste mit regionalem Bio-Angebot finden Sie hier.

4. Kann ich Lieferungen überhaupt annehmen?

Fast jeder kennt das von anderen Bestellungen: Die Pakete landen beim Nachbarn oder im Paketshop. Damit Sie nicht doch selbst schleppen müssen und Ihre Lebensmittel schnell im Kühlschrank landen, sollten Sie sich die Lieferzeiten genau ansehen. Passen sie zu Ihrem Leben? Etliche Lieferdienste bieten eine Feierabendzustellung an, allerdings nicht immer überall. Andere liefern nur morgens aus oder bieten an, die Lieferung an einem vereinbarten Ort abzustellen. Manchen kann man auch einen Schlüssel anvertrauen (wenn man das mag). Idealerweise sollten die Einkäufe, auch wenn Kühlungakkus dabei sind, nicht stundenlang irgendwo herumstehen. 

Was darf in den Biomüll?

Alles, was verrottet, aber nicht zu unhygienisch ist. Stellen Sie sich einfach vor, Sie müssten mit dem, was Sie in die Biotonne werfen wollen, Ihre geliebten Tomaten oder die schönen Orchideen im Wohnzimmer düngen. Windeln, Tierkot, tote Tiere oder Katzenstreu kommen da sicher nicht infrage.

Erlaubt sind rohe und gekochte Küchenabfälle - also Gemüse, Obst, Fleisch, Wurst und in Papier eingewickelter Fisch, aber auch Kaffeefilter und Teebeutel. Nicht erlaubt sind Flüssigkeiten wie Milch oder Suppen, denn dann nässt der Kompost durch und fängt an zu schimmeln. Auch Grünabfälle aus dem Garten darf man in die Biotonne werfen: Topfpflanzen (ohne Topf natürlich), kleine Äste, Laub oder trockenen Rasenschnitt. 

Wenn man sich unsicher ist, einfach im Internet nach dem Abfallwirtschaftsbetrieb der eigenen Kommune suchen oder "Biotonne" und den eigenen Wohnort eingeben. Viele Kommunen erklären anhand von gut aufbereiteten Infografiken, was in die Biotonne gehört. Die Angaben auf den meisten Biotonnen selbst sind leider nur spärlich, und auf vielen Biomülltüten stehen oft nur Tipps für Eigenkompostierer. Die Regeln für Hauskompost sind aber viel strenger, weil die Abfälle im eigenen Garten viel langsamer verrotten als in einer geschlossenen technischen Anlage.

Plastiktüten sollte man nicht mit in die Biotonne werfen. Auch wenn kompostierbar draufsteht, verrotten sie meist nicht oder nicht schnell genug. Auch Papiertüten sind nicht ideal. Am besten kippt man den Biomüll lose in die Tonne und wäscht diese ab und zu aus, rät Sebastian Böhme vom Kompostwerk in Gütersloh.

Mein Fazit

Das Konzept Ökokiste überzeugt mich, auch wenn es mich zwingt, meine Einkäufe besser zu planen. Obst und Gemüse sind besonders frisch, und ich kann ganz gezielt einen Biolandbetrieb in meiner Nähe und andere regionale Anbieter unterstützen. Und ja, es ist schon sehr bequem, bereits kurz nach dem Aufstehen einen gefüllten Kühlschrank zu haben. Für wenige Euro Aufpreis. Auch wenn ich mich ein bisschen für meine Bequemlichkeit schäme. Schließlich muss ja jemand anders die Einkäufe für mich tragen. Zum Glück habe ich einen Aufzug.

Ich denke, ich werde noch öfter eine Ökokiste ordern, denn das geht auch ohne festes Abo. Nudeln, Reis und andere Trockenware kaufe ich allerdings weiterhin lieber auf Vorrat im Biosupermarkt. Da ist mir der Preisunterschied zu groß. Einziger Nachteil: Bisher habe ich meine Wocheneinkäufe immer mit dem Rad erledigt, also völlig klimaneutral. Aber immerhin hat mein Ökokistenfahrer noch andere Kunden in der Nähe, wie ich erfahre.  

Außerdem habe ich jetzt eine Einladung: Ich darf demnächst auf den Hof kommen und mir alles anschauen. 

Zur Person:

Peter Sommer ist Küchenmeister und arbeitet am Berufsschulzentrum Wiesau in Bayern. Dort Unterrichtet er neben Köchen auch Azubis aus dem Service und dem Hotelgewerbe. Ihm geht es vor allem darum, die Schüler so zu unterrichten, dass ihnen ihr Handwerk Spaß macht, sie auf ihre Arbeit stolz sind und auch zuhause auf Umweltbewusstsein achten. Deshalb lädt er immer wieder Referenten aus dem Biolandbau an die Schule ein und besucht mit seinen Schülern Höfe und Verarbeitungsbetriebe.

Die Berufsschule im Netz: www.bs-wiesau.de

Ziegenhaltung

  • Jährlich werden in Deutschland rund 25.000 Tonnen Ziegenmilch produziert - in Frankreich sind es 536.000 Tonnen.

  • Die durchschnittliche Milchleistung der Ziegen liegt bei circa 600 Kilo im Jahr, zum Vergleich: Bei Milchschafen sind es rund 300 bis 350 Kilo und bei Kühen etwa 6.700.

  • Die gesamte Ziegen- und Schafmilch wird derzeit von rund 15 Molkereien, hauptsächlich in Süddeutschland, verarbeitet.

Zur Person:

Bernd Hansjürgens ist Leiter der Studie "Naturkapital Deutschland - TEEB.DE, in deren Rahmen mehrere Studien über den ökonomischen Wert der Natur für den Menschen entstehen. Sie ist eine Folgestudie der internationalen TEEB Studie "The Economics of Ecosystems and Biodiversity" unter der Schirmherrschaft des Umweltprogramms der Vereinten Nationen. Zahlreiche Länder errechnen seit einigen Jahren den Wert von Ökosystemdienstleistungen in ihren Ländern, um klar zu machen, dass die Zerstörung von Natur auch einen volkswirtschaftlichen Schaden anrichten kann. Die Ergebnisse sollen Unternehmen und Politiker bei ihrer Entscheidungsfindung für oder gegen Investitionen unterstützen.

Hansjürgens leitet das Department "Ökonomie" am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ in Leipzig. www.ufz.de

Foto: André Künzelmann, Helmholtz-Zentrum fürfür Umweltforschung - UFZ

Metzger, Brauer, Bäcker - suchen Sie sich's aus: Jeweils ein Leser darf hier eine Woche lang mitarbeiten

Sarah Wiener kocht mit Kindern (Foto: imago/Bernd Friedel)
Zur Person:

Sarah Wiener, Jahrgang 1962, ist eine der bekanntesten Köchinnen in Deutschland. Die Österreicherin hat mittlerweile eigene Restaurants, eine Holzofenbäckerei und einen Bio-Hof. Außerdem hat sie eine Stiftung ins Leben gerufen und tritt regelmäßig im Fernsehen auf.

 

 

Vorbild Kopenhagen

Die dänische Hauptstadt hat sich 2007 selbst zur Umwelthauptstadt Europas ernannt und beispielsweise ein umfassendes Radwegenetz mit zahlreichen Verleihstationen sowie klimafreundliche Häusergebaut. Auch Bio steht ganz oben auf der Agenda - bis 2020 sollen in Kopenhagen alle öffentlichen zu 90 Prozent Bio-Lebensmittel verwenden. Die Auswertungen laufen derzeit noch, aber es scheint geklappt zu haben. Subventionen oder Preiserhöhungen gab es deswegen nicht. Kopenhagen hat aber eine eigene Einrichtung, das "House of Food" etabliert, das Köche schult, möglichst nichts wegzuwerfen und frisch zuzubereiten anstatt auf vorgefertigtes Convenience-Food zurückzugreifen. Für ganz Dänemark gilt das Ziel 60 Prozent Bio bis 2020.

Infos: www.kk.sites.itera.dk

So trinkt man ihn in anderen Ländern:

Türkei und Arabien: In der islamischen Welt wird Kaffee traditionell mit viel Zucker getrunken. Der gemahlene Kaffee wird in einer offenen Stielkanne mit Wasser aufgegossen und mehrmals aufgekocht. Man trinkt ihn, wenn sich das Pulver am Tassenboden abgesetzt hat. Aus dem Kaffeesatz liest man immer noch gerne die Zukunft heraus. Mit Gewürzen wie Kardamom, Zimt oder Nelken lässt sich der Kaffee noch verfeinern. Die türkische Kaffeezubereitung gilt als die älteste bekannte Art, Kaffee zu kochen.

Griechenland: Auch der typisch griechische Kaffee wird zusammen mit Zucker gebrüht. Traditionell gehören aber auch noch gemahlene Kichererbsen hinein.

Irland: Bekannt ist vor allem eine Mischung aus Kaffee, Zucker und etwa 40 Milliliter Irish Whiskey - der Irish Coffee.

Indien: Indischer Kaffee gilt als magenfreundlich, da relativ säurearm. Oft wird er mit Kardamom, Zimt und braunem Zucker zubereitet. Dazu kocht man die Kardamomsamen und den Zimt in Milch. Danach kommt der Kaffee hinein, der kräftig geschüttelt wird, bis es schäumt.  

Brasilien: Hier wird großen Wert auf gutes Kaffeewasser gelegt, mineral- und sauerstoffreich soll es sein. Der café de olla, eine Spezialität, wird mit Zimt zubereitet und übrigens kalt getrunken. Der café de olla wird wie türkischer Kaffee auf dem Herd mit Wasser aufgekocht, der Satz aber ausgesiebt, bevor der Kaffee in die Tasse kommt.

Italien: Die Italiener haben den Espresso vor mehr als hundert Jahren erfunden. Espresso bedeutet „ausgedrückt“ - das bezieht sich auf den hohen Druck, der für den Geschmack wichtig ist. Das Wasser wird idealerweise mit 8 bis 10 bar durch das Kaffeepulver gepresst. Italiener bestellen aber meistens einfach un caffè. Für Espresso nimmt man dieselben Bohnen wie für andere Kaffeesorten, sie werden aber dunkler geröstet. Dadurch verlieren sie an Koffein. Trotzdem ist der Espresso sehr stark: Weil viel weniger Wasser verwendet wird als beim Filterkaffee.

Frankreich: Auch Franzosen lieben Espresso (in Frankreich heißt er schlicht café), zum Frühstück trinken sie aber in der Regel café au lait: 50 Prozent Kaffee, 50 Prozent heiße Milch. Getrunken wird der café au lait aus großen Tassen.  

Tierschutz in der Schweiz:

Die Schweizer Tierschutz-Verordnung ist in zahlreichen Punkten strenger als das deutsche Gesetz. So dürfen weder Schweinen der Schwanz noch Geflügel der Schnabel kupiert werden. Schweine müssen sich außerdem jederzeit mit Stroh, Raufutter oder anderem gleichwertigem Material beschäftigen können. Auch bei den Haustieren machen die Schweizer genaue Vorgaben. Wer einen Hund halten möchte, muss erst einmal nachweisen, dass er über sein Verhalten und eine artgerechte Haltung Bescheid weiß. Da soziallebende Arten Kontakte zu Artgenossen brauchen, darf man beispielsweise ein Meerschweinchen nicht alleine halten.

Die Tierschutzverordnung im Netz: www.admin.ch

So viel Essen landet im Müll:

Die Franzosen werfen jetzt schon weniger Lebensmittel in den Müll - 20 bis 30 Kilo pro Kopf und Jahr sollen es sein - in Deutschland sind es rund 80 Kilogramm. Bei den Italienern sind es rund 50 Kilogramm.

Antibiotika in der konventionellen Milchviehhaltung

Rund 80 Prozent der Milchkühe in Deutschland erhalten Antibiotika vor der Geburt des jeweils nächsten Kalbes, jede zehnte Behandlung erfolgt laut Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit mit sogenannten Reserveantibiotika aus der Wirkstoffgruppe der Cephalosporine der 4. Generation. Die Weltgesundheitsorganisation stuft diese Antibiotikawirkstoffgruppe als "besonders wichtig" für den Menschen ein und weist darauf hin, dass diese Arzneien in der Humanmedizin benötigt werden, weil in bestimmten Fällen herkömmliche Antibiotika nicht wirken. Dazu zählen etwa Salmonellenerkrankungen bei Kindern, wenn bereits Antbiotikaresistenzen vorliegen. Dies hat die Nichtregierungs-Organisation Germanwatch ermittelt. Die NGO, die auch von einigen Tierärzten unterstützt wird, sagt außerdem, dass 80 Prozent der Antibiotika von gerade einmal fünf Prozent der Tierarztpraxen verschrieben werden.

Quelle: www.germanwatch.org

Zulassung von Zusatzstoffen

Ein Zusatzstoff ist ein Stoff, der die Eigenschaft "von Lebensmitteln verbessert, ihren Geschmack beeinflusst, das Aussehen, die Haltbarkeit verbessert oder die technologische Verarbeitung erleichtert." So heißt es auf der Internetseite des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. Das bedeutet, dass Zusatzstoffe in der Regel nicht als Lebensmittel verzehrt werden, man würde Farbstoffe beispielweise nicht pur essen.

Ein Zusatzstoff muss zugelassen werden und einer EU-Verordnung entsprechen, dann darf er in allen EU-Ländern verwendet werden. Eine Zulassung wird nur dann erteilt, wenn erwiesen ist, dass der Stoff gesundheitlich unbedenklich und technologisch notwendig ist. In der konventionellen Lebensmittelbranche sind insgesamt 316 Zusatzstoffe zugelassen, nach der EU-Öko-Verordnung nur 49 und bei Bioland lediglich 23.

Was ist Homöopathie?

Die Homöopathie wurde im 18. Jahrhundert vom deutschen Arzt und Apotheker Friedrich Samuel Hahnemann gegründet und beruht auf dem Ähnlichkeitsprinzip (homoios). Verabreicht werden stark verdünnte Stoffe (überwiegend Pflanzenstoffe), die in höherer Dosis genau die Symptome der jeweiligen Krankheit erzeugen würden. Dadurch sollen die Selbstheilungskräfte angeregt werden. Die Ausgangsstoffe werden stufenweise verdünnt. D6 etwa enthält nur noch ein Millionstel der Urtinktur.

Die Homöopathie ist allerdings umstritten. Denn wissenschaftlich belegen lässt sich die Wirkung der hochverdünnten Stoffe nicht. Die einen schwören darauf, die anderen lehnen sie ab. Das ist auch in der Biobranche so. Familie Weckmüller aus dem Hunsrück zum Beispiel vertraut voll und ganz auf die Homöopathie. "Penicillin haben wir unseren Milchkühen schon fünf Jahre nicht mehr gegeben", erklärt Seniorchef Erich Weckmüller. Ganz anders der Bayrhof im Allgäu. Die Milchkühe dort bekommen keine homöopathischen Mittel. "Weil die Wirkung nicht bewiesen ist." Ringelblumenöl haben die Allgäuer aber schon im Schrank. Mehr zur Homöopathie und ihrer Anwendung bei Nutztieren


Christoph Bals (Jg. 1960) ist Politischer Geschäftsführer bei der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch e.V., die er 1991 mit initiierte. Seit Beginn der UN-Klimaverhandlungen von 1995 hat er an allen Klimakonferenzen der Vertragsstaaten teilgenommen und ist auch jetzt in Paris vor Ort. Bals ist Mitglied in zahlreichen Gremien, unter anderem im Sprecherrat der Klima-Allianz Deutschland.

Zuletzt veröffentlichte Germanwatch den "Klimaschutz-Index 2016", einen Vergleich von 58 Staaten mit dem größten CO2-Ausstoß. www.germanwatch.org

Tee in Zahlen

  • Im Jahr 2014 wurden weltweit erstmals über fünf Millionen Tonnen Tee produziert - 4,3 Prozent mehr als im Vorjahr.

  • Insgesamt 3,2 Millionen Tonnen Tee wurden in den Anbauländern selbst verbraucht, so dass nur gut ein Drittel der Welt-Teeproduktion in den Export ging.

  • Mit 1,98 Millionen Tonnen Tee, knapp 40 Prozent der gesamten Welt-Teeproduktion, ist China mit Abstand der weltweit größte Tee-Erzeuger. Dort werden überwiegend grüne Tees hergestellt. Gut acht von zehn Tassen Grüntee, die weltweit getrunken werden, stammen aus China.

  • Indien, das mit 1,18 Millionen Tonnen auf Platz 2 der wichtigsten Erzeugerländer steht, produziert dagegen fast ausschließlich schwarze Tees (98,6 Prozent).

  • Auf den weiteren Plätzen folgen Kenia (445.105 Tonnen), Sri Lanka (338.032 Tonnen) und Indonesien (132.000 Tonnen).

  • Der größte Exporteur von Tee ist Kenia. In 2014 wurden aus Kenia 422.848 Tonnen Tee ausgeführt.

  • Laut Angaben des deutschen Teeverbandes trank 2014 jeder Deutsche im Schnitt 27,5 Liter Tee, ähnlich wie in den Jahren zuvor. Damit ist aber nur Tee aus der Tee-Pflanze gemeint, keine Früchte- oder Kräutertees. Deutschland steht damit auf Platz 43. Den höchsten Teekonsum haben die Kuwaiter und die Iren.

  • 71 Prozent der deutschen Teetrinker bevorzugen schwarzen Tee, allerdings wächst der Anteil von Grüntee-Liebhabern. 

Quelle: www.teeverband.de

Zur Person:

Martin Krieger (geboren 1967 in Hamburg) ist seit 2009 Professor für die Geschichte Nordeuropas an der Universität Kiel. Die Jahre 2006 und 2007 verbrachte er in Indien, wo er mit seiner Familie in einem Haus mit einem Teegarten lebte. Er begann die Pflanze und ihre Geschichte näher zu untersuchen. 2009 veröffentlichte er die "Kulturgeschichte des Tees".

Zur Person:

Ulrich Hamm ist seit März 2003 Professor für Agrar- und Lebensmittelmarketing an der Universität Kassel in Witzenhausen. Zuvor hatte er eine Professur für Landwirtschaftliche Marktlehre und Agrarmarketing an der Fachhochschule Neubrandenburg inne. Er ist zudem Mitglied im Bioökonomierat des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft sowie im Wissenschaftlicher Beirat für Biodiversität und genetische Ressourcen des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft.

Über Startnext, die größte Crowd-Funding-Plattform im deutschsprachigen Raum:

  • Über 22 Millionen Euro sind auf Startnext seit dem Start im Jahr 2010 an Künstler, Sozialunternehmer, Vereine und Privatpersonen geflossen: vom Kinderbuch bis zur ökologischen Schneckenabwehr hin zu einem Recycling-Floß oder Fairtrade-Kondomen - die Palette an Projekten ist groß.

  • Es gibt Richtlinien - eine private Geburtstagsparty kann man sich zum Beispiel so nicht finanzieren lassen.

  • Die Erfolgsquote liegt im Durchschnitt bei 60 Prozent. Das heißt: Knapp 3.000 Projekte haben ihr Finanzierungsziel auf der Plattform so erreicht.

  • Die Provision an Startnext ist freiwillig, die Höhe kann jeder Projekt-Initiator selbst bestimmen. Es fallen lediglich Transaktionskosten in Höhe von vier Prozent an. Ist ein Crowdfunding-Projekt nicht erfolgreich, muss man keine Gebühr bezahlen.

Website: www.startnext.com

Über Bunte Burger

Weil die beiden Sandkastenfreunde Mario Binder (36) und Ulrich Glemnitz (37) als Manager, Berater und Internet-Unternehmer nicht glücklich wurden, und sie es schwierig fanden, leckeres veganes Essen auf der Straße zu bekommen, haben die beiden ihre Jobs an den Nagel gehängt. Vor rund zwei Jahren gründeten sie "Bunte Burger" und fuhren mit einem Foodtruck durch Köln. Das ist ein Imbiss-Wagen mit Fast-Food in Gourmet-Qualität. 

Seit Frühjahr diesen Jahres gibt es die Bunten Burger auch in einem eigenen Restaurant. Dazu haben Binder und Glemnitz Geld auf der Crowdfunding-Plattform Startnext gesammelt.

Website der Bunten Burger: www.bunteburger.de

Die Bunten Burger auf der Crowd-Fundning-Plattform startnext: www.startnext.com

Zur Person

Agraringenieur Martin Hermle (48) ist seit 18 Jahren Bioland-Berater. Seine Schwerpunkte sind Grünland, Betriebsentwicklung und die Umstellung von Neubetrieben in Bayern. 

Die Landraub-Kinotour
mit Regisseur Kurt Langbein

Schon vor dem offiziellen Kinostart am 8. Oktober können Sie den Film mit dem Regisseur und weiteren Gesprächspartnern bei folgenden Terminen anschauen und diskutieren:

  • 21.09. 19:30 Uhr Berlin Filmtheater am Friedrichshain
    Deutschlandpremiere des Films mit Christian Brüser (Autor des Buchs), Felix Löwenstein (Agrarwissenschaftler und Vorstand des BÖLW), Martin Häusling (deutscher Abgeordneter im EU-Parlament und engagierter Biobauer)

  • 22.09. 20:30 Uhr Hannover Kino am Raschplatz    

  • 23.09. 20:00 Uhr Köln Odeon Lichtspieltheater

  • 24.09. 19:00 Uhr Düsseldorf Metropol Kino

  • 24.09. 19:30 Uhr Marburg Marburger Filmkunsttheater
    mit Martin Häusling

  • 25.09. 20:15 Uhr Aachen Apollo Kino 

  • 29.09. 20:00 Uhr Hamburg Abaton Kino

  • 30.09. 19:30 Uhr Stuttgart Delphi Arthaus Kino

  • 01.10. 19:00 Uhr Aschaffenburg Casino Filmtheater
    mit Martin Häusling

  • 02.10. nn Karlsruhe Schauburg Filmtheater

  • 03.10. 19:00 Uhr  Augsburg Thalia Kino

  • 04.10. 20:00 Uhr Berlin fsk Kino am Oranienplatz
    mit "Misereor Oxfam"

  • 06.10. 19:00 Uhr Freiburg Friedrichsbau Kino mit Martin Häusling

  • 11.10. nn Frankfurt Mal Seh'n Kino mit Felix Löwenstein   

  • 12.10. 20:15 Uhr Darmstadt Rex Kino mit Felix Löwenstein

  • 30.10. nn Kassel nn mit Martin Häusling

Zur Person:

Roman Herre ist Diplom-Geograph und arbeitet seit acht Jahren für die in Köln ansässige Menschenrechtsorganisation Food First Informations- und Aktionsnetzwerk e.V. (FIAN). Ein Schwerpunkt seiner Arbeit sind Landkonflikte.

www.fian.de

Was ist Landgrabbing?

Bei den Geschäften um Land prallen zwei Interessen aufeinander: Die der Investoren und die der - vorrangig kleinbäuerlich arbeitenden - Einheimischen. Nach der Finanzkrise entdeckte der Kapitalmarkt Land als wertvolle Investition: Denn angesichts der steigenden Weltbevölkerung, schwindender fruchtbarer Böden durch Erosion und Straßen- sowie Städtebau, wird Boden zur Mangelware. Insgesamt werden jährlich rund 10 Millionen Hektar somit unfruchtbar. Daher lohnt es sich, in den Bodenmarkt einzusteigen - Boden wird knapp, die Preise dafür steigen. Die Investoren setzen auf industrielle Landwirtschaft und erhoffen sich durch die Rendite aus dem Verkauf von Lebens- und Futtermitteln aber auch von Agrartreibstoff einen hohen Gewinn. Die Produkte sind vornehmlich für den Export bestimmt, die Flächen fehlen also für die örtliche Lebensmittelversorgung. Das hat vor allem zwei Folgen: Zum einen werden Kleinbauern von ihren Äckern und Weiden vertrieben, weil sie keine so hohen Preise für das Land zahlen können - und verlieren somit neben ihrem Land auch ihren Job. Zum anderen können diese Flächen nicht mehr für die regionale Ernährungssicherung verwendet werden, da die Produkte ins Ausland gehen.

Die UN gehen davon aus, dass eine Fläche von 100 Millionen Hektar an Großinvestoren verpachtet wurde, meist in Ländern des globalen Südens. Zum Teil passiert das mit illegalen Mitteln und roher Gewalt, etwa wenn sich korrupte, nationale Eliten ebenfalls dadurch einen Gewinn versprechen.

Quellen: www.saveoursoils.com , www.umweltbundesamt.de und www.bund.net

Landgrabbing der EU in Kambodscha

Seit 2009 gestattet die Europäische Union im Rahmen ihrer Handelsinitiative "Alles außer Waffen" Kambodscha den zollfreien Export von Zucker in die EU. Dadurch wollte man zur Armutsbekämpfung in dem südostasiatischen Land beitragen. Dieses Ziel verkehrte sich ins Gegenteil, die Heinrich-Böll-Stiftung schreibt: "In Erwartung der vollständigen Aufhebung der Handelshemmnisse begannen thailändische Zuckerkonzerne und andere ausländische Investoren damit, Konzessionen für große Flächen Agrarland zum Anbau von Zuckerrohr zu sichern. Die Aneignung der Flächen erfolgte nach bewährtem Muster. Einflussreiche kambodschanische Geschäftsleute mit engen Verbindungen zur Regierung, unter ihnen ein Senator der herrschenden Volkspartei CPP, verschafften ihren ausländischen Partnern Zugang zu Land - über ein Netzwerk von Firmen, die eigens zu diesem Zweck gegründet wurden. Für die Investoren war es ein lockendes Geschäft, da die bis zu 99 Jahre laufenden Pachtverträge ohne lästige Ausschreibungsverfahren oder die eigentlich gesetzlich vorgeschriebenen sozialen Verträglichkeitsgutachten schnell und diskret abgeschlossen wurden." Diese Initiative belohnt also internationale Zuckerkonzerne statt der lokalen Bevölkerung zu helfen. Laut FIAN weigert sich die Europäische Kommission, umfassende Menschenrechtsverletzungen zu untersuchen, die mit dieser Handelsinitiative in Verbindung gebracht werden.

Quellen: www.boell.de und www.fian.de

Herstellung von Trüffelbäumen

Trüffel sind Pilze, die nur in Symbiose mit Wirtsbäumen vorkommen. An den Feinwurzeln der Bäume gehen Pilz und Baum eine Verbindung ein - die Mykorrhiza. Die Trüffel docken praktisch an der Wurzelrinde an, es kommt zu einem Stoffaustausch zwischen den Pflanzen. Sie sind perfekte Partner: Der Pilz erhöht durch seine große Oberfläche die Wasser- und Düngeraufnahme des Baumes aus dem Boden. Der Baum wiederum liefert dem Pilz Kohlenhydrate aus der Photosynthese, die er für Wachstum und Bildung der Trüffel braucht.

Diese Symbiose lässt sich auch technisch herstellen. Das Verfahren, das vor rund 40 Jahren in Frankreich entwickelt wurde, nennt man Beimpfung. Dazu verwendet man entweder Trüffelsporen (den Samen der Trüffel) oder Trüffelmycel, das man direkt aus Trüffeln oder aus Mykorrhiza gewinnt und auf künstlichem Nährboden vermehrt. Man beimpft nur die Wurzeln von Setzlingen. Einen älteren Baum nachträglich zu beimpfen hat wenig Erfolgsaussichten. Der Baum ist dann schon vergeben. Er ist dann schon Allianzen mit zu vielen anderen Pilzen eingegangen. 

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Sieben Tipps der Ackerhelden:

  1. Einmal Hacken ist besser als dreimal Gießen. Halte den Boden locker. Das schützt vor Austrocknen.

  2. Eine Mulchschicht aus totem Pflanzenmaterial reguliert die Bodentemperatur, schützt den Boden ebenfalls vorm Austrocknen sowie vor Beikräutern und hält Schädlinge fern.

  3. Bewusst gießen. Verwöhne die Pflanzen beim Gießen nicht zu sehr, damit sie tief wurzeln und zu den unteren Schichten im Boden vorstoßen. So haben sie besseren Halt und werden mit mehr Nährstoffen versorgt. Wenn du gießt, dann bewässere den Wurzelraum um die Pflanze und gieße nicht auf die Pflanze. Die wenigsten Kulturen lieben die Dusche auf den Kopf.

  4. Säe und pflanze in Mischkulturen. Viele Pflanzen unterstützen sich gegenseitig und bilden eine produktive, harmonische Nachbarschaft. Jetzt kannst du zum Beispiel Radieschen säen. Die vertragen sich gut mit Feldsalat. Und merke dir schonmal fürs Frühjahr: Tomaten besser nicht neben den Erbsen pflanzen.

  5. Gib Nützlingen ein Zuhause. Marienkäfer, Flor- und Schwebfliegen bekämpfen Schädlinge. Bienen und Hummeln sind fleißige und unentbehrliche Mitarbeiter auf dem Acker. Deshalb ist es eine gute Idee, auch essbare Blüten anzusäen. In unserer Ackerhelden-Mischung haben wir zum Beispiel Ringelblume, Borretsch und Kornblumen. Erdkröten, Mäuse und Igel kümmern sich beispielsweise um Schnecken und andere Schädlinge. Es lohnt sich also, nicht die ein oder andere Maus mit einer Falle zu verschrecken.

  6. Ernte Gemüse nicht zu groß. Kulturen wie Zucchini, Kohlrabi, Radieschen oder Gurken verlieren mit der Größe an Geschmack.

  7. Viel hilft nicht viel. Halte bei Säen und Pflanzen Pflanz- und Reihenabstände ein. Die Pflanzen benötigen ausreichend Platz zum Wachstum.

Geht Bio und Biogas zusammen?

  • Biolandbauern betreiben keine Biogas-Anlagen, die Mais in Strom verwandeln. Es gibt aber auch ökologische Biogas-Anlagen: etwa solche, denen Kleegras oder Reststoffe wie Mist und Gülle zugeführt werden.

  • Die Bio-Anbauverbände fordern, dass eine Reststoffverwertung besser gefördert wird als der Anbau von Energiepflanzen. So werden nur Stoffe genutzt, die sowieso anfallen, ohne dass sie extra zur Energiegewinnung angebaut werden müssen.

  • Bioland-Gewächshäuser dürfen nur mit erneuerbraren Energien beheizt werden. Da die Abwärme vieler konventioneller Biogas-Anlagen nicht genutzt wird, sondern einfach in der Atmosphäre verpufft, ist es Bioland-Gärtnern erlaubt, diese zu nutzen.

  • Weltbiermarktführer ist der belgische Braukonzern Anheuser-Busch InBev (unter anderem Beck's, Hasseröder, Löwenbräu, Diebels, Franziskaner Weissbier)

  • Platz zwei belegt SAB Miller, die unter anderem die Marken Carlton, Foster's, Gambrinus und Pilsner Urquell vertreibt.

  • Den dritten Platz nimmt Heineken ein. Dazu gehören nicht nur das gleichnamige Bier, sondern beispielsweise auch Desperados, Sol, Amstel.

  • An vierter Stelle steht die Carlsberg-Gruppe, die unter anderem Astra, Holsten und Duckstein verkauft.

  • Platz fünf nimmt China Reource Brewery Ltd. ein.

  • Auch das in Deutschland am meisten verkaufte Bier, Oettinger-Pils, erscheint in der Weltmarktliste, die regelmäßig von der Bart-Haas-Group herausgeben wird – auf Platz 27 von insgesamt 40 Plätzen - und damit noch vor Bitburger, aber hinter Radeberger, welches zur Oetker-Gruppe gehört.

  • Bio-Bier kommt in der Weltmarktliste nicht vor. Globale Statistiken gibt es dazu nicht. In Deutschland gehen Schätzungen davon aus, dass der Anteil unter einem Prozent liegt. Marktführer ist dabei das Oberpfälzer Brauhaus Neumarkter Lammsbräu.

Der Biermarkt war übrigens schon seit Langem in ständiger Veränderung, weiß Kevin Rick, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der Uni Marburg:

  • So hat die Industriealisierung im 19. Jahrhundert zwei Gesichter: Während der Bierkonsum stieg, gab es immer weniger Brauereien. Viele Betriebe konnten sich keine neuen Maschinen leisten. Diese waren aber zur "modernen", ganzjährig qualitätvollen Produktion von untergärigen Bieren, wie Pils, nötig. Denn das kam damals in Mode. Das untergärige Brauen funktioniert nur bei kalten Temperaturen - also mit Kühltechnik oder Natureis, das vielfach aus Skandinavien via Dampfzug nach Deutschland gebracht wurde. Hinzu kamen steigende Kosten für Rohstoffe - für viele Brauereien bedeutete das das Aus.

  • Anfang des 20. Jahrhunderts stiegen die Preise für Lebensmittel merklich. Die Bevölkerung war verunsichert: Die Gewerkschaften riefen zum Beispiel in Frankfurt Vollversammlungen ein und auf diesen zum Bier-Boykott auf. Man politisierte das Bier, um generell gegen Preiserhöhungen und zu hohe Steuern zu demonstrieren.

  • Der Erste Weltkrieg beschleunigte das Brauereisterben. Viele Brauer wurden als Soldaten eingezogen. Lastwagen und Pferde brauchte das Militär. Die Wirtschaftskrise der 1920er und den Zweiten Weltkrieg überlebten nur wenige Betriebe.

Wir sich der Biermarkt veränderte

Kevin Rick ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der Uni Marburg. Eines seiner Spezialgebiete ist die Geschichte des Bierkonsums. Er erklärt, wie es zu stetig weniger Brauereien kam:

Die Industriealiserung um 1870 hat zwei Gesichter: Zum einen tranken die Leute mehr Bier, weil sie mehr Freizeit hatten und in die Städte zogen. Dort war Wohnraum eng und knapp, also traf man sich im Wirtshaus. Doch während der Bierkonsum stieg, gab es immer weniger Brauereien: Sie konnten mit sich keine neuen Maschinen leisten. Diese wären aber zur Kühlung nötig: Denn dank der Technik, war es nun möglich auch ganzjährig obergärige Biere zu brauen. Das funktioniert nur bei kalten Temperaturen - also mit Kühltechnik und zuvor mit Eisblöcken, die von Skandinavien via Dampflock nach Deutschland transportiert wurden.

1906 wurde die Biersteuer erhöht. Rund zehn Prozent der Steuereinnahmen im Bundeshaushalt gingen aufs Bier zurück. Für einige Brauereien bedeutete das doppelt so hohe Steuern zu zahlen als zuvor. Die hohen Bierpreise wollten auch die Kunden nicht mitmachen - wieder mussten Brauereien schließen. Einige auch deshalb, weil die Brauereien begannen, Kartelle zu bilden und sich in der Preispolitik abzusprechen. Man spricht auch vom "Bierkrieg".

Ebenfalls Anfang des 20. Jahrhunderts stiegen angesichts des bevorstehenden Weltkrieges die Preise für Lebensmittel: Die Gewerkschaften riefen zum Bespiel in Frankfurt Volksversammlungen ein und auf diesen zum Bier-Boykott auf: Man politisierte das Bier, um generell gegen Preiserhöhungen zu demonstrieren.

Während der Weltkriege wurden viele brauer als Soldaten eingezogen. Außerdem mussten sie Maschinen und ihre Pferde der Brauwagen abgeben. Zudem wurden viele Brauereien zerstört.

Kontakt: www.uni-marburg.de

Welches Gesetz gilt für's Bier?

Das Reinheitsgebot von 1516 wurde vom vorläufigen Biergesetz von 1993, das immer noch gilt, abgelöst. Hier heißt es:

"Als Klärmittel für Würze und Bier dürfen nur solche Stoffe verwendet werden, die mechanisch oder adsorbierend wirken und bis auf gesundheitlich, geruchlich und geschmacklich unbedenkliche, technisch unvermeidbare Anteile wieder ausgeschieden werden." Das heißt: Klärmittel, damit das Bier glänzender aussieht, und andere Stoffe sind erlaubt, solange sie nicht im Bier bleiben - es sei denn, es ist "technisch unvermeidbar".

Was noch an das Reinheitsgebot rührt, ist die Unterscheidung von ober- und untergärigen Bier. Hier heißt es im Biergesetz:

(1) Zur Bereitung von untergärigem Bier darf, abgesehen von den Vorschriften in den Absätzen 4 bis 6, nur Gerstenmalz, Hopfen, Hefe und Wasser verwendet werden.

(2) Die Bereitung von obergärigem Bier unterliegt derselben Vorschrift; es ist hierbei jedoch auch die Verwendung von anderem Malz und die Verwendung von technisch reinem Rohr-, Rüben- oder Invertzucker sowie von Stärkezucker und aus Zucker der bezeichneten Art hergestellten Farbmitteln zulässig.

Quelle: www.bgbl.de

Zur Person:

Heinz Kühnlein ist gelernter Kaufmann und hat eine Sommelier-Ausbildung absolviert. Seit 20 Jahren arbeitet der Oberpfälzer bei der Bio-Brauerei Neumarkter Lammsbräu. Dort beschreibt er als Sommelier die verschiedenen Biere und gibt unter anderem Empfehlungen an Restaurants. In den Braupozess selber mischt er sich nicht ein. Das ist Aufgabe des Braumeisters.

Info: www.lammsbraeu.de

Technische Daten: Wer es genau wissen will

  • Klimazonen: Die Abwärme aus der Glasproduktion hat ganzjährig im Vorlauf eine Temperatur von 35 bis 38 Grad. Rund hundert Warmluftgebläse sorgen für eine Raumlufttemperatur von durchgehend 20 bis 24 Grad. Durch eine Twin-Roll-Wand lassen sich zwei unterschiedliche Klimazonen anlegen. "Jalousien" unter dem Dach beschatten die Pflanzen bei zu starker Sonneneinstrahlung, vermindern aber auch die Abstrahlung von Wärme und isolieren gegen die kühlere Luft im Giebel.

  • Abwärme: Die Abwärme aus der Glasfabrik (560kW) wird über drei Wärmetauscher (Motorkühlwasser, Motoröl, Abgas) an einen Heißwasserkreislauf abgegeben. Das 110 bis 120 Grad heiße Wasser treibt mit 500kW einen Kälteabsorber an, der den Kühlwasserkreislauf aus der Glashütte mit 250kW abkühlt. Nach dem Abkühlen bleibt jede Menge Niedertemperaturwärme übrig. Hinzu kommt Abwärme eines Durckluftverdichters, zusammen macht das etwa 1000kW. 

  • Düngung: Es laufen auch erste Versuche, die Böden im Tropenhaus nicht nur mit Fischwasser zu düngen, sondern durch Terra-Preta nach dem „Bokashi-Prinzip“. Hier werden pflanzliche und tierische Abfallstoffe in Tonnen vergärt. Der Aufbau erfolgt durch organischen Abfall in Kombination mit Pflanzenkohlen und Mikroorganismen. Dieses Substrat wird später wieder anteilig in den beanspruchten Boden eingearbeitet.

Hippo- und Reittherapie - Veronika Rist erklärt den Unterschied:

Hippotherapie: Hippotherapie ist eine Form der Krankengymnastik auf neurophysiologischer Basis. Dabei sitzt der Patient in der Gangart Schritt auf dem Pferderücken und das Therapiepferd wird als Medium verwendet, um dreidimensionale Schwingungen auf das Becken des Menschen zu übertragen. Die entstehenden Impulse ermöglichen das Training der Haltungs-, Gleichgewichts- und Stützreaktionen sowie eine Normalisierung der Muskelspannung. Hippotherapie kann nur durch Krankengymnasten oder Physiotherapeuten durchgeführt werden.
Die klassische Hippotherapie wird von einzelnen Krankenkassen finanziert.

Reittherapie: Therapeutisches Reiten umfasst pädagogische, psychologische, psychotherapeutische, rehabilitative und sozial-integrative Maßnahmen, die über das Medium Pferd umgesetzt werden. Zielgruppe sind Kinder, Jugendliche oder Erwachsene mit körperlichen, seelischen und sozialen Entwicklungsstörungen oder Behinderungen. Die Entwicklungsförderung steht dabei im Mittelpunkt; reiterliche Fähigkeiten sind dagegen eher nebensächlich.

Zur Person
Ingrid Stephan ist Diplom-Sozialpädagogin, Tiertrainerin und Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des Berufsverbandes Tiergestützte Therapie, Pädagogik und Fördermaßnahmen. Zudem unterrichtet sie am Institut für angewandte Ethologie und Tierpsychologie in der Schweiz sowie am österreichischen Kuratorium für Landtechnik und Landentwicklung, und bei der Fachtagung zur tiergestützten Intervention in Vlotho. Die Sozialpädagogin gibt zudem die Fachzeitschrift "tiergestützte" heraus.


Über das Institut
Ingrid Stephan leitet das Institut für soziales Lernen mit Tieren. Dort arbeiten Diplom-Sozialpädagogen, Ergotherapeuten und Tiertrainer mit unterschiedlichen Patienten: sowohl mit Soldaten mit Trauma-Erfahrungen, Schülern mit Lernschwierigkeiten und autistischen Zügen als auch mit älteren Patienten.
Das Institut bietet außerdem eine berufsbegleitende Weiterbildung zur Fachkraft für tiergestützte Intervention an und arbeitet dabei mit Dozenten aus Wissenschaft und Praxis zusammen. Die Berufsbegleitende Weiterbildung Tiergestützte Pädagogik, Tiergestützte Therapie & Tiergestützte Fördermaßnahmen des Instituts für soziales Lernen mit Tieren ist 2007 als erstes Weiterbildungsinstitut in Europa durch die International Society for Animal Assisted Therapy (ISAAT) und die European Society for Animal Assisted Therapy (ESAAT) zertifiziert worden.

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Urlaub und Kurzzeittherapien

Der Hof bietet verschiedene Urlaubsangebote an - für behinderte und nicht behinderte Menschen: Vom klassischen Bauernhofurlaub bis hin zu gemeinsamen Urlauben von Betroffenen und deren Familien mit ADHS oder Down-Syndrom. So können sich die Familienmitglieder austauschen, das Therapieangebot nutzen oder einfach entspannen. Auf dem Hof gibt es drei Ferienwohnungen, auch eine behindertengerechte. Weitere Übernachtungsmöglichkeiten gibt es fußläufig im Dorf.

Info: www.risthof.info

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So wird eine GV-Pflanze zugelassen

  • Wer einen gentechnisch veränderten Organismus (GVO) in einem EU-Land anbauen will, braucht dazu eine Genehmigung der EU. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) prüft, ob die GVO-Pflanze "sicher" ist. Das heißt, ob von ihr keine Schäden für die Gesundheit oder die Umwelt ausgehen können. Sagt die Behörde und anschließend die EU-Kommission ja, gilt die Gentech-Pflanze als zugelassen.

  • Die EFSA, die vor allem wegen ihrer Nähe zur Industrie nicht unumstritten ist, und die Kommission entscheiden auch darüber, ob GVOs in der EU angebaut oder in diese importiert werden dürfen oder nicht.

  • Insgesamt stehen auf der Zulassungsliste für gentechnisch veränderte Lebens- und Futtermittel jeweils mehrere Sorten Baumwolle, Mais, Raps, Zuckerrübe und Soja. Diese dürfen alle eingeführt werden.

  • Tatsächlich auf dem Acker darf aber bisher nur eine Sorte Mais der Firma Monsanto, "MON-810", stehen. Das ist derzeit vor allem in Spanien, Portugal und Tschechien der Fall. Insgesamt 143.015 Hektar Ackerfläche, also 0,13 Prozent der europäischen Ackerfläche, werden mit Gentech-Saatgut bestellt.

  • In einigen Ländern, darunter beispielsweise Deutschland und Österreich, wächst keine Gentechnik. Denn: Auch wenn die Kommission ein "Go" für die Gentechnik gibt, müssen die EU-Länder nicht gleich mitziehen.

Absurde Beispiele für gentechnisch veränderte Organismen

Schafe, die im Dunkeln leuchten:

www.welt.de

Leuchtender Fisch fürs Auquarium - der Glofish:

www.glofish.com

Nacktes Geflügel: Hühner, die man nicht mehr rupfen muss

www.spiegel.de

Hier stellen sich Gärtner und die drei Bloggerinnen vor:

Zur Person

Mila Dahle arbeitet seit 2014 beim WWF Deutschland an der Entwicklung und Umsetzung eines nachhaltigeren Tourismusansatzes zum Schutz der weltweiten Artenvielfalt. Sie studierte Wirtschaftswissenschaften mit den Schwerpunkten ökologisches Marketing, Umweltökonomie und Systemmanagement und leitete das Umweltmanagement der TUI AG.

Pikieren

  • Pikieren nennt man das Umtopfen von Keimlingen in größere Töpfe

  • Dies macht man, sobald nach den Keimblättern das erste Laubblatt erscheint. Also meist hat die kleine Pflanze dann insgesamt drei Blätter. Die Keimblätter sind praktisch die ersten kleinen Blätter einer Pflanze.

  • <figure class="rte-image" style="float: right;width:180px">

    <figcaption>Diese kleinen Pflanzen bekommen mittels Pikieren einen größeren Topf (Foto: imago/imagebroker)</figcaption></figure>Nehmen Sie dazu zunächst einen oder mehrere größere Töpfe mit Erde und machen Sie in die Erde eine kleine Mulde. Die Töpfe sollten so groß sein, dass sich die Pflanze darin gut entwickeln kann. Vertrauen Sie dabei auf Ihr Gefühl. Sie wissen ja in etwa, wie groß zum Beispiel ein Salatkopf oder ein Bund Radieschen wird - ihr Topf sollte also ein wenig größer als die Pflanze sein.

  • Nehmen Sie nun Ihren Topf mit den ganzen Keimlingen und suchen sich die stärksten Pflanzen heraus.

  • Jetzt nehmen Sie einen Pikierstab oder alternativ einfach einen Stift und lockern die Wurzeln der kleinen Pflanze.

  • Nun drücken Sie die Wurzeln vorsichtig in die Erde des größeren Topfes und befeuchten diese leicht. Lassen Sie Ihre Pflanze noch ein paar Wochen auf der Fensterbank weiterwachsen, ehe Sie diese ins Freie pflanzen.

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Zur Person

Reinhard Witt, Jahrgang 1953, ist freiberuflicher Biologe, Journalist und naturnaher Grünplaner. Seit 25 Jahren beschäftigt er sich mit naturnaher Garten- und Landschaftsgestaltung. Für Privatpersonen, Unternehmen und Kommunen entwirft er Pläne für naturnahes Grün und hilft bei der Umsetzung. Er leitet zudem zahlreiche Seminare und hat bereits 21 Bücher zu diesem Thema verfasst. Infos und Termine: www.naturgartenplaner.de

Buchtipp: Reinhard Witt: Das Wildpflanzen Topfbuch. Ausdauernde Arten für Balkon, Terrasse und Garten. Lebendig, nachhaltig pflegeleicht, tierisch gut. Verlag Naturgarten, 3. komplett überarbeitet und erweiterte Auflage, Ottenhofen 2014. 296 Seiten und 489 Fotos. Zahlreiche Tabellen. 22,95 Euro. Bestellung beim Autor selbst: www.reinhard-witt.de

Zur Person:

Barbara Maria Rudolf (Jg. 1961) bewirtschaftet gemeinsam mit ihrem Mann einen 100 Hektar großen Bioland-Gemüsebetrieb in Schleswig-Holstein. 2006 wurde sie Mitglied beim Verein Kultursaat e.V. 2009 riefen sie, Heinz-Peter Christiansen und Gesa Dalsgaard  das Projekt Saat:gut ins Leben. In diesem Projekt züchten sie Bio-Möhren, Bio-Blumenkohl und Bio-Brokkoli-Sorten. Das Geld dafür kommt aus Spenden. Pro Jahr sind dafür 100.000 Euro notwendig, wann die Sorten marktreif sind, kann man noch nicht abschätzen. Info: www.christiansens-biolandhof.de

Zur Person:

 

Christoph Then, Jahrgang 1962, ist promovierter Tierarzt und arbeitet für den Verein Testbiotech e.V. - Institut für unabhängige Folgenabschätzung in der Biotechnologie, den er 2009 gründete. Der Verein veröffentlicht vor allem unabhängige Studien zum Thema Gentechnik und Patente. Zuvor arbeitete Then unter anderem für Foodwatch und Greenpeace sowie für das Gen-ethische Netzwerk. Bereits 1992 war er an der Gründung der Initiative "Kein Patent auf Leben!" beteiligt. Er ist einer der Koordinatoren des internationalen Bündnisses "Keine Patente auf Saatgut!"

Info: www.testbiotech.org

Technische Enzyme

Enzyme sind für elementare Stoffwechselvorgänge in Lebewesen verantwortlich. Früher nannte man sie auch Ferment. Isolierte Enzyme stammen ursprünglich aus Malzmehl oder Lab aus Kälbermägen. Inzwischen werden sie aber auch industriell hergestellt - mit Gentechnik oder Mikroorganismen aus Bakterien oder Pilzen. Auch im Getreide stecken natürliche Enzyme drin, moderne Weizenzüchtungen gelten jedoch als enzymarm. Mit technischen Enzymen können Bäcker nachhelfen und den Teig "optimieren": Er wird beim Gären stabiler, das Brot bekommt mehr Volumen, eine bessere Kruste und hält sich länger. Enzyme müssen nicht gekennzeichnet werden, Zusatzstoffe schon. Die Lebensmittelindustrie verwendet rund 50 technische Enzyme: zur Milchgerinnung bei der Käseherstellung etwa.

Zur Person

Michael Fleck
Michael Fleck, Jahrgang 1970, studierte Ökologische Agrarwissenschaften an der Universität Kassel in Witzenhausen und beschäftigte sich als wissenschaftler Mitarbeiter mit Fragen der Qualität von Ökomöhren. Seit 2006 ist er Geschäftsführer des gemeinnützigen Vereins Kultursaat, der die frei finanzierte biologisch-dynamische Gemüsezüchtung im deutschsprachigen Raum koordiniert.

Zur Person:

Valentin Thurn, Jahrgang 1963, ist Dokumentarfilmer und hat gemeinsam mit dem Journalisten Stefan Kreutzberger das Buch "Die Essensvernichter" geschrieben. Er wurde besonders durch den Film "Taste the waste" bekannt, in dem er aufdeckt, wie unsere Lebensmittel verschwendet werden. Thurn hat zahlreiche Auszeichnungen erhalten, unter anderem den Umwelt-Medienpreis der Deutschen Umwelthilfe.

Im Frühjahr 2015 erscheint sein neuer Film "10 Milliarden". Hier geht er der Frage nach, mit welchen Mitteln die Welternährung sichergestellt werden kann. Bereits Mitte November erschien dazu das ebenfalls mit Stefan Kreutzberger verfasste Buch "Harte Kost. Wie unser Essen produziert wird - auf der Suche nach Lösungen für die Ernährung der Welt".

Gewinnspiel: Schreiben Sie bis zum 2. Februar Ihr Lieblingsrezept aus der Resteküche an onlineredaktion(at)bioland.de und gewinnen Sie mit etwas Glück das neue Buch von Valentin Thurn und Stefan Kreutzberger "Harte Kost". Das beste Rezept wollen wir außerdem auf unserer Website vorstellen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Glück!

Hühner-Camping in verschiedenen Formen

Es gibt verschiedene Arten von Mobilställen: Manche haben Räder, andere stehen auf Kufen. Sogar einen Bauwagen oder ein Gartenhäuschen kann man zum Hühnerstall umfunktionieren. Eine Auswahl der verschiedenen Typen gibt es hier: (Unter Fachinfo > Tierhaltung > Geflügel) www.oekolandbau.nrw.de

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Zur Person

Kurt Stümpfig (51) kocht mit seinem Küchenteam täglich bis zu 2600 Mahlzeiten für die Mitarbeiter des Technologiekonzerns Linde mit Hauptsitz in Pullach. Nach einer Kochausbildung arbeitete er zunächst in der Gastronomie. 1990 wechselte er dann in die Gemeinschaftsversorgung (GV). Seit etlichen Jahren verwendet Stümpfig in seiner Betriebskantine viele Biolebensmitteln, 2005 wurde die Linde-Kantine dann bio-zertifiziert. Der Anteil der Biolebensmittel liegt bei 40 bis 60 Prozent. Ein großer Teil stammt von Bioland-Bauern. 2010 wurde Stümpfig der Branchenpreis GV-Manager des Jahres in der Kategorie Betriebsverpflegung verliehen.    

Zur Person

Björn Schwind war es schon als Kind gewöhnt, die Finger in den Teig zu stecken: Der 40-jährige Hesse stammt aus einer Bäckerfamilie. 2009 eröffnete er seine eigene Bäckerei in Frankfurt-Nordend - anders als die Eltern verwendet er nur Bio-Zutaten. Schwind sieht sich als Bäcker und Unternehmer. Nach einer Bäckermeisterlehre studierte er erst einmal BWL und arbeitete als Unternehmensberater. Mit "Zeit für Brot" wollte er Brotkultur und modernen Zeitgeist miteinander kombinieren - und das in Bioland-Qualität. Das Ambiente: viel Holz, viel Licht, viel Glas und einen unverstellten Blick in die kleine Backstube. Dort arbeiten sechs gelernte Bäcker im Wechsel. Seit 2012 gibt es auch ein Pendant in Berlin.

Zur Person

Francisco Marí ist seit 2009 Referent für Agrarhandel und Fischerei bei der Entwicklungshilfeorganisation Brot für die Welt. Zuvor war er für den evangelischen Entwicklungsdienst tätig.

Marí hat unter anderem in Kamerun für ein Projekt gearbeitet, bei dem mit deutschen Entwicklungsgeldern Küken an afrikanische Frauen verteilt wurden. So konnten sich diese eine Lebensgrundlage schaffen. Seit der extremen Steigerung der Agrarexporte sind diese Frauen wieder ohne Einkommen - ihre Hühner will niemand mehr kaufen. Gemeinsam mit Rudolf Buntzel hat er über das Thema "Hühnerfleischexporte nach Afrika" 2007 das Buch "Das globale Huhn" geschrieben.

Wie lebt das Huhn von meinem Ei?

Das erkennt man an der ersten Ziffer auf dem Stempel, der auf jedem Ei ist:

0 = Ökologische Erzeugung: Die Tiere bekommen Auslauf im Grünen und erhalten kein gentechnisch verändertes und mit giftigen Pestiziden gespritztes Futter. Nur 8,5 Prozent aller Hühner sind Bio-Hühner.

1 = Freilandhaltung: Die Hühner haben Auslauf im Freien. 15,9 Prozent aller Hühner leben unter diesen Bedingungen.

2 = Bodenhaltung: Für 63,1 Prozent aller Hühner gilt: Sie leben nicht in Käfigen, sondern am Boden riesiger Ställe, Auslauf an der frischen Luft haben sie allerdings nicht.

3 = Käfighaltung: Ist in Deutschland nur erlaubt, wenn die Hühner in einer Gruppe gehalten werden. Arttypisches Verhalten wie Sandbaden oder Flügelschlagen ist kaum möglich. 12,5 Prozent der Hühner leben so. Klassische Legebatterien sind in Deutschland verboten, das heißt aber nicht, dass Eier aus solchen Betrieben nicht im Handel erhältlich sind. Gerade bei verarbeiteten Produkten muss man aufpassen.

Anschließend kommt das Land, beispielsweise "DE" für Deutschland und dann die Nummer des Betriebes, auf dem das Huhn lebt. Der Code auf dem Ei ist also die Adresse des Huhns.

Quelle: Statistisches Bundesamt 2014

Weitere Infos zum Eier-Code gibt es hier: Die Nummer auf dem Ei - eine Erfolgsgeschichte

Initiativen gegen den Kükenmord

In Deutschland leben rund 39 Millionen Legehennen – das bedeutet: 36 Millionen männliche Tiere werden gleich nach dem Schlüpfen getötet. Es gibt aber auch Alternativen:

Mast männlicher Tiere: Hier werden die Brüder der Legehennen gemästet. Weil die Tiere länger brauchen, um ihr Schlachtgewicht zu erreichen und somit sehr teuer wären, wird das Fleisch quersubventioniert: Der Kunde zahlt pro Ei rund 4 Cent mehr.

Zweinutzungsrassen: Das sind Rassen, die sowohl schnell Fleisch ansetzen und viele Eier legen. Es gibt also keine Aufteilung in reine Mast- oder Legehühner.

Verlängerung der Lebenszeit der Hennen: Statt nur eine Legeperiode sollen die Hühner länger Eier legen, also auch noch nach der Mauser gehalten werden. Das ist wie eine Art Zykluspause - die Tiere wechseln ihr Federkleid und machen eine Pause mit dem Eierlegen. Weil der Bauer die Tiere länger nutzt, braucht er nicht so schnell neue Hühner. Somit werden weniger männliche Küken getötet.

Geschlechtserkennung im Ei: Wissenschaftler versuchen unter anderem mit Infrarot-Strahlung bereits im Ei zu erkennen, ob es sich um einen Hahn oder eine Henne handelt. So können Eier, aus denen ein Hahn schlüpfen würde, schon vorher als Verarbeitungsei, etwa für Fertigkuchen, verkauft werden.

Wenn Sie auch nach Weihnachten noch typische Naschereien übrig haben:

  • Dominosteine kann man gut für eine Bratapfelfüllung verwenden.

  • Harte Lebkuchen eignen sich zum Binden von Soßen, zum Beispiel bei einem Sauerbraten.

  • Schokonikoläuse können Sie zum Beispiel für eine Kuchenglassur einschmelzen.

  • Aus Mandarinen lassen sich gut Buttermilchshakes machen. Oder probieren Sie es mal mit einer Clementinen-Konfitüre: www.kochbar.de

  • Weltweit landet ein Drittel aller Lebensmittel im Müll.

  • In Deutschland wird jedes achte Lebensmittel weggeworfen.

  • Wir kaufen jährlich rund 430 Kilo Lebensmittel, 82 Kilo davon werfen wir weg.

  • Mit rund 40 Prozent landen am häufigsten Obst und Gemüse, am zweithäufigsten Backwaren (20 Prozent) in der Tonne.

  • Lebensmittelmüll in Restaurants: 44 Prozent landen vorzeitig im Abfall.

Quellen: www.bmel.de, www.fraunhofer.dewww.umweltbundesamt.de

Wie viele Vegetarier gibt es in Deutschland?

Veganer-Demo in München (Foto imago/Rolf Peters)
Wie viele Menschen sich in Deutschland vegan oder vegetarisch ernähren, lässt sich nicht genau sagen. Es kursieren verschiedene Zahlen, die zum Teil erheblich voneinander abweichen.

Eine repräsentative Umfrage der Universitäten Göttingen und Hohenheim ergab, dass der Veganer-Anteil in Deutschland 2013 bei unter einem halben Prozent (weniger als 400.000)  lag, 3,7 Prozent ernährten sich vegetarisch.

Viel zu wenig, sagt der Vegetarierbund Vebu. Er geht von dreimal so vielen Veganern aus: 1,2 Millionen. Acht bis neun Prozent seien Vegetarier. Bestätigt sieht sich der Vebu durch eine Umfrage des Allensbach-Instituts, wonach sich 2013 fast sieben Millionen Menschen als Vegetarier bezeichneten.

Die verschiedenen Zahlen lassen sich vielleicht besser einordnen, wenn man die Nationale Verzehrstudie II (NVS II) mit 20.000 Teilnehmern zugrunde legt. Danach lag der Vegetarieranteil vor sieben Jahren bei 1,6 Prozent. Eine Folgestudie in kleinerem Rahmen (Nationales Ernährungsmonitoring) ergab dann vor zwei Jahren eine Quote von knapp zwei Prozent Vegetariern. Hinzukommen rund elf Prozent "Teilzeitvegetarier", die Flexitarier.

In einem sind sich alle einig: Der Trend gehe zu weniger Fleisch. Seltsam ist jedoch, dass sich der Pflanzen-Trend kaum auf die Fleischstatistik auswirkt. Der Pro-Kopf-Fleischkonsum liegt seit Jahren auf gleichbleibend hohem Niveau: um die 60 Kilo pro Jahr.

Zur Person:

Er gilt als führender Experte in Sachen Vollwertkost und Vegetarismus:  Ernährungswissenschaftler Claus Leitzmann (81) hat mehrere Bücher über gesundes Essen geschrieben und vor einigen Jahren das Institut für alternative und nachhaltige Ernährung bei Gießen mitbegründet.  Fast  20 Jahre lang lehrte er als Professor an der Universität Gießen zum Thema "Ernährung in Entwicklungsländern".

Zur Person:

Durch die  EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau ist die Kennzeichnung vorverpackter Biolebensmittel  mit dem EU-Bio-Logo, dem dazugehörigen Kontrollstellencode und einer allgemeinen Herkunftsangabe der Zutaten seit dem 1. Juli 2012 verbindlich vorgeschrieben. Dies gilt für Produkte aus dem ökologischen Landbau und Biolebensmittel, die einen Verarbeitungsschritt in der Europäischen Gemeinschaft erfahren.

Winzer für eine Woche: Hier bloggen unsere Teilzeit-Winzer

Gibt es im Weinberg tatsächlich lauter Weinberg-Schnecken? Sitzt der Kellemeister den ganzen Tag im Dunkeln? Und wie stark ist der Muskelkater bei der Traubenlese? Drei unserer Leser sind eine Woche lang auf einem Weingut und berichten täglich von ihren Erfahrungen:

In Südtirol: Sven Prange bloggt über das Calvenschlößl

In Franken: Sonja Lukenda bloggt vom Weingut Stritzinger

In Württemberg: Linda Walter bloggt vom Weingut "Im Hagenbüchle"

Zur Person:  

Prof. Dr. Klaus Troeger, Jahrgang 1949, ist emeritierter Professor für Veterinärmedizin und leitete nach langjähriger wissenschaftlicher Mitarbeit ab 1994 zunächst das Institut für Technologie der Bundesanstalt für Fleischforschung (seit 2004 Bundesforschungsanstalt für Ernährung und Lebensmittel) und war dann ab 2008 bis zu seinem Ruhestand im Januar 2014 Leiter des Instituts für Sicherheit und Qualität bei Fleisch des Max Rubner-Instituts (MRI) in Kulmbach. In seinen Forschungen hat er sich vor allem mit Fleischhygiene und Schlachttechnologie befasst und so unter anderem an der Entwicklung von tiergerechteren Betäubungsverfahren für Schlachttiere gearbeitet.

Antje Schiffers, geboren 1967 in Heinrichsdorf, ist Künstlerin und arbeitet mit unterschiedlichsten Methoden. Eines ihrer Projekte heißt "Ich bin gerne Bauer und möchtes es gerne bleiben". Darin nimmt sie Kontakt mit Bauern und Bäuerinnen in verschiedenen Ländern auf, lässt sich von ihnen ihre Lebensgeschichte erzählen und malt ihnen im Gegenzug ein Gemälde. Seit 2003 arbeitet sie mit der Künstlergruppe "MyVillages" zusammen, mit der sie auch die "Vorratskammer" für das Festival "Überlebenskunst" organisiert hat.

Über Christian Hiß und die Regionalwert AG

Christian Hiß, Jahrgang 1961, hat 2006 eine Bürgeraktiengesellschaft in Freiburg gegründet: die Regionalwert AG. Das Grundkapital dazu war seine eigene Bio-Gemüsegärtnerei. Mittlerweile zählt die Aktiengesellschaft über 500 Aktionäre mit einer Kapitalsumme von 2,23 Millionen Euro. Dieses Geld wird in 17 verschiedene Betriebe aus dem Bio-Lebensmittelsektor investiert: Vom Bio-Hof bis zum Bio-Catering-Service und Bio-Laden. Ziel ist es, die gesamte Wertschöpfungskette vom Landwirt bis zum Handel in der Region zu behalten. Dafür hat er zahlreiche Auszeichnungen bekommen, unter anderem die als Social Enterpreneur des Jahres 2011.

Christian Hiß leitet außerdem die Regionalwert Treuhand, die Interessenten in anderen Regionen dabei unterstützt, eine eigene Regionalwert AG zu gründen. Die ersten Nachahmer gibt es in München und Hamburg, auch in anderen Ländern wird Hiß als Berater angefragt.

Rezension: Vegan, regional, saisonal - Einfache Rezepte für jeden Tag

Noch ein veganes Kochbuch? Ja, vor allem eines, das ausschließlich auf regionale und saisonale Zutaten setzt. Dass das möglich ist, zeigt Lisa Pfleger bereits regelmäßig auf ihrem Blog, experimentselbstversorgung.net, in dem sie vom Leben auf ihrem Selbstversorgerhof schreibt.  

Foto: Eugen Ulmer Verlag
Die rund 140 gesammelten Rezepte basieren alle auf dem Prinzip „Weniger ist mehr“: Gekocht wird mit Zutaten der Saison, die im eigenen Garten angebaut oder im Bioladen nebenan gekauft werden können. Besonders schön ist, dass die Autorin zunächst einfache Grundrezepte für Hefeteig oder Dressings liefert. In den folgenden vier Kapiteln - Frühling, Sommer, Herbst und Winter - werden diese mit dem jeweiligen Saisongemüse und -obst aufgepeppt und variiert. Der Aufbau des Buches ist übersichtlich, jedes Kapitel ist mit einer anderen Farbe unterlegt. Zwischen Klassikern wie Selleriesalat im Frühling oder Erdbeerkuchen im Sommer, entdeckt der Leser auch immer wieder raffinierte Kreationen wie Flower-Power-Pizza mit essbaren Blüten oder Gemüse-Kirsch-Salat, der in weniger als zehn Minuten fertig ist. Zusätzlich erhält er noch persönliche Tipps der Autorin zur Zubereitung, kurze Kommentare, wie sie zum Beispiel zu dem jeweiligen Rezept kam, und Hintergrundinfos zu den Zutaten. Der übersichtliche Saisonkalender am Anfang und Ende des Buches ist ein weiterer Pluspunkt.

Die zahlreichen Fotos unterstreichen den persönlichen Charakter des Kochbuches: Mehr als jedes zweite Gericht hat Pfleger selbst mit viel Liebe zum Detail fotografiert. Daneben  finden sich immer wieder Bilder aus ihrem Lieblingsort, dem heimischen Garten im Südburgenland/ Österreich.  

Ein in sich sehr stimmiges und schön gestaltetes Kochbuch, das nicht nur Veganern, sondern allen ans Herz zu legen ist, die mit einfachen und regionalen Zutaten leckere und schnelle Gerichte zaubern wollen.  

Lisa Pfleger
Vegan, regional, saisonal
Einfache Rezepte für jeden Tag
192 Seiten, gebunden
150 Farbfotos
ISBN 978-3-8001-8068-4
€ 19,90 (D) / € 20,50 (A) / sFr 28,50

Rezension von Jessica Maron, Bioland e.V.

Zur Person:

Die Agrarwissenschaftlerin Antje Feldmann, Jahrgang 1963, ist seit zwölf Jahren hauptamtliche Geschäftsführerin der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. (GEH) in Witzenhausen. Zuvor war sie auch international als Spezialistin für Tiergenetik für verschiedene Organisationen tätig, etwa bei der Welternährungsorganisation (FAO) in Rom sowie beim Thünen-Institut. Feldmann hat in Weihenstephan Agrarwissenschaften studiert, nachdem sie eine Ausbildung zur landwirtschaftlichen Gehilfin auf einem Biohof gemacht hat. 

Die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH) setzt sich für die Erhaltungszucht bedrohter Nutztierrassen ein. Seit der Gründung 1981 ist in Deutschland keine Rasse mehr aussgestorben. Der Verein vermittelt unter Züchtern, macht Öffentlichkeitsarbeit und benennt Arche-Höfe, also Höfe, auf denen bedrohte Rassen leben.

Infos: www.g-e-h.de

Solidarische Landwirtschaft

Das Konzept entstand in den sechziger Jahren in den USA als Antwort auf die Industrialisierung der Landwirtschaft und dem Wunsch nach pestizidfreien, gesunden Lebensmittel. Das heißt jedoch nicht immer, dass der Hof auch bio-zertifiziert ist.

  • In den USA gibt es rund 13.000 Höfe, die nach diesem Konzept der "Community supported agriculture (CSA)" wirtschaften. 

  • Auch in Japan werden rund ein Viertel aller Haushalte von "Teikei", der japanischen Bezeichnung für solidarische Landwirtschaft versorgt. "Teikei" bedeutet im Deutschen so viel wie "Essen mit dem Gesicht des Bauern darauf".

  • In Deutschland gibt es rund 100 Höfe. Zum Teil sind diese noch in der Gründungsphase.

Das Prinzip ist meist das gleiche: Statt im Supermarkt beziehen die Kunden ihre Lebensmittel direkt vom Bauern. Egal wie die Ernte ausfällt, zahlen sie regelmäßig einen festen Betrag an den Hof. So trägt der Bauer nicht das gesamte Risiko für Ernteausfälle und Marktpreis-Schwankungen. Die Verbraucher bekommen im Gegenzug einen Einblick in den Hof und wissen, wie ihre Lebensmittel angebaut werden.

Pestizid-Tests im Labor: Bei Bienen ist es ähnlich wie bei den Tieren im Bach

Bei den Bienen stehen auch Pestizide, vor allem sogenannte Neonikotinoide, in der Kritik, weil sie den Bienen schaden. Es wird jedoch auch behauptet, dass die Bienen in Labortests nicht geschädigt werden. Jedoch reicht es nicht festzustellen: Die Biene ist im Labor nicht tot umgefallen. Denn: Im Labor bekommt die Biene auch Futter und muss sich um nichts kümmern. In der Natur dagegen muss sie sich gegen Parasiten verteidigen, Pollen und Nektar sammeln, und kommt dann mit dem Pestizid in Kontakt. Auch dann stirbt sie nicht sofort. Aber: Die Biene muss auch wieder zu ihrem Stock zurückfinden - und das kann sie nicht, weil das Pestizid ihr Nervensystem angegriffen und die Biene keine Orientierung mehr hat. Dann stirbt sie. Bei Tieren im Fluss und im Bach ist das ähnlich. Da kann es auch sein, dass sie nicht unmittelbar nach dem Pestizideinsatz sterben - aber in der Natur müssen sie sich zum Beispiel noch vor Fressfeinden verstecken. Und dazu sind sie dann zu schwach.    

Was sind Food-Coops?

Food-Coops sind Einkaufsgenossenschaften. Sie haben eine lange Geschichte: Schon im 19. Jahrhundert gründeten Fabrikarbeiter erste Einkaufsgenossenschaften, um sich besser vor hohen Preisen und betrügerischen Abrechnungsmethoden der Händler zu schützen. Ihren Höhepunkt hatten Food-Coops zur Zeit der Weimarer Republik. Zur Zeit des Nationalsozialismus wurden viele Genossenschaften gleichgeschaltet und gingen in anderen Organisationen auf. Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm die Zahl der Einkaufsgenossenschaften wieder zu. Einsetzende Konzentrationsprozesse und Zusammenschlüsse führten zu sehr großen Einkaufsgenossenschaften, die sich jedoch nicht am Markt halten konnten. Heute gibt es wieder vermehrt kleine Einkaufsgenossenschaften, die wieder zunehmend Zuspruch finden. Ihnen ist das Unbehagen gegenüber anonymen Wertschöpfungsketten gemein, die auf reiner Profitorientierung basieren. Ihr Ziel ist es, unabhängig von großen Handelsstrukturen Lebensmittel direkt bei den Produzenten und Verarbeitern zu kaufen. In Food-Coop schließen sich Konsumenten zusammen, um ihre Einkäufe direkt bei Bauern und kleinen Verarbeitungsbetrieben zu beziehen. Food-Coops arbeiten nicht gewinnorientiert und haben keine Festangestellten. Zu Beginn jeden Monats überweisen die Mitglieder Geld auf ein Konto, dass ihnen dann gutgeschrieben wird. Wer einkaufen möchte, muss Mitglied sein. Die Mitgliedschaft ist zwar kostenlos, aber jeder muss sich an den Arbeiten beteiligen. Es gibt verschiedene Arbeitsbereiche wie Kasse und Inventur, Kommunikation, Ladendienst, Gemüsedienst oder Einkauf.

Zur Person:

Egon Harms ist Diplom-Geologe und Bereichsleiter Grundwassergewinnung und Ressourcenschutz beim Oldenburg-Ostfriesischen Wasserverband (OOWV). Seine Aufgabe ist es, für ausreichend und vor allem für sauberes Trinkwasser für knapp eine Million Haushalte und Unternehmen zu sorgen.

Infos: www.oowv.de

Matthias Liess, Wasserexperte am Helmholtz-Zentrum für Umweltwissenschaften (Foto: privat)
Zur Person:

Matthias Liess, Jahrgang 1960 ist Biologe und leitet die Abteilung System-Ökotoxikologie  am Helmholtz-Zentrum für Umweltwissenschaften in Leipzig. Dort hat er einen Bioindikator entwickelt, "Spear". Dies steht für "Species At Risk", also Risiken für Arten. Damit untersucht er die Auswirkungen von Pestiziden in Gewässern. An der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit arbeitet Liess als externer Berater. Auch die EU-Kommission berät er, wenn es um Gesundheits- und Umweltrisiken bei Pestiziden geht. Bereits in seiner Doktorarbeit untersuchte er den schädlichen Einfluss von Insektiziden auf Pflanzen und Tiere in Gewässern.

Infos: www.ufz.de

Warum ist zu viel Nitrat gefährlich?

Nitrat führt dazu, dass Seen umkippen. Selbst in der Ostsee gibt es schon sogenannte "Todeszonen", über 16 Prozent sind biologisch tot - so viel wie in keinem anderen Meer: Da mit den Flüssen die Nährstoffe aus Gärresten, Mineraldünger und Gülle im Meer landen, wachsen dort viele Algen. Diese brauchen den ganzen Sauerstoff auf, die Folge: Andere Lebewesen sterben.

Auch für unsere Gesundheit ist zu viel Nitrat schädlich: Im menschlichen Körper wird Nitrat zu Nitrit und weiter zu Nitrosaminen umgewandelt. Das hemmt die Sauerstoffaufnahme gerade bei Säuglingen im Blut. Krebserregend soll es außerdem sein. 50 Milligramm pro Liter - mehr darf laut Verordnung nicht im Trinkwasser sein. Die Schweizer erlauben 25 Milligramm. Normal ist ein Wert nahe Null Milligramm pro Liter. Auch in anderen Lebensmitteln kommt Nitrat vor, etwa in Wurst. Deshalb ist bei Bioland Nitritpökelsalz verboten.

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Zur Person

Jutta Jaksche ist Agrarwissenschaftlerin und arbeitet seit 2002 als Referentin im Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). Davor war sie als Referentin in der Geschäftsstelle des Nachhaltigkeitsrates tätig.

Im Netz: www.vzbv.de

Warum Bioland strenger ist:

  • Die Verbandsmitglieder müssen ihren ganzen Betrieb auf Bio umstellen. Wer sich nur an die EU-Vorgaben hält, kann nur einen Teil auf Bio umstellen: etwa nur das Gemüse, aber nicht die Tiere.

  • Mindestens die Hälfte des Futters muss vom eigenen Hof kommen, der Rest soll von Nachbarbetrieben aus der Region kommen.

  • Wiederkäuer, also etwa Kühe und Ziegen, dürfen nicht das ganze Jahr über mit Silage gefüttert werden.

  • Der Tierbesatz ist an die Fläche gekoppelt. Das heißt: Ein Bauer darf nicht mehr Tiere halten, als er Fläche zur Verfügung hat, auf der er den Dünger ausbringen kann.

  • Es sind nur rund halb so viele Zusatzstoffe wie in der EU-Öko-Verordnung zugelassen.

 

Einen Überblick der Bioland-Richtlinien finden Sie hier:

Neue Regeln für Bio

Die wichtigsten Änderungesvorschläge für die EU-Öko-Verordnung im Überblick:

  • Keine Teilumstellungen mehr möglich: Das heißt, wer Bio-Bauer sein will, muss einen kompletten Betrieb auf bio umstellen. Bei den Anbauverbänden ist das schon von Anfang an so.

  • Alle Einzelhändler sollen nun kontrollpflichtig werden. Es werden also nicht mehr nur die Erzeuger und Verarbeiter kontrolliert, sondern nun auch der komplette Handel.

  • Für Bio-Lebensmittel gelten künftige eigene, besonders strenge, Grenzwerte für Pestizide und gentechnisch veränderte Organismen. Das ist ein Systemwechsel: Die Rückstandsfreiheit im Endprodukt steht im Vordergrund und weniger die umweltfreundliche Methode.  

  • Die Umstellung auf ökologisches Saat- und Pflanzgut soll forciert werden (bis 2021).

Wiebke Franz studierte Oecotrophologie in Kiel und war von 1992 bis 2010 als Wissenschaftliche Leiterin der UGB-Akademie beim Verband für Unabhängige Gesundheitsberatung in Gießen tätig. Seit 2010 ist sie als Internet-Fachreferentin bei der Verbraucherzentrale Hessen in Frankfurt, die auch das Projekt "Mehr Klarheit und Wahrheit bei der Kennzeichnung von Lebensmitteln" betreut. Dort ist sie für die Bearbeitung von Produktbeschwerden für das Portal www.lebensmittelklarheit.de zuständig.

 
 

Rezension: Bioladen-Kochbuch

Das Bioladen-Kochbuch unterscheidet sich deutlich von vielen anderen Kochbüchern. Die Autoren Eva Reichert und Thomas Sadler würzen es mit ausführlicher Warenkunde und vielen Porträts von Bauern und Verarbeitern.

© Meike Bergmann, TRIAS Verlag
Linsen und Spätzle, provenzialische Soupe au Pistou, Tempeh-Spieße und Taboulé-Salat: Die vielfältigen Rezepte bieten einen Querschnitt aus gutbürgerlicher, mediterraner, ostasiatischer und orientalischer Küche. Die Zutaten kommen aus dem Bioladen "um die Ecke", für den die Autoren große Sympathien hegen. Zutaten wie Algen oder Reismalz wird man tatsächlich nicht in den meisten Supermärkten finden. Und auch nicht an der Fleischtheke, denn viele der Gerichte sind vegetarisch. Weil die Autoren verschiedene Getreidesorten verwenden, sind viele der Gerichte glutenfrei. Praktisch: Die mit Spiegelstrichen unterteilten Arbeitsschritte machen das Kochen einfacher.

Das Kochbuch ist nach neun Lebensmittelgruppen wie Hülsenfrüchte, Kartoffeln oder Obst und Nüsse unterteilt. Jeder Gruppe folgt eine sehr ausführliche Warenkunde, etwa rund um die Zubereitung von Tofu, der korrekten Lagerung von Obst und dem Jod-Gehalt von Algen. Überhaupt geht es viel um ernährungswissenschaftliche Aspekte und eine gesunde Ernährung. Dabei belassen es die Autoren aber nicht: Landwirtschaftliches Wissen zu Themen wie Saatgut ergänzen das Kochbuch. Bauern- und Verarbeiter-Porträts machen die Menschen hinter den Lebensmitteln sichtbar. "Buchweizen blüht sehr lange, von Juli bis Oktober. Das ist für uns eine Augenweide und gleichzeitig bietet es Bienen und anderen Insekten Nahrung", meint etwa die Bäuerin Bernadette Lex. Das ist stets verständlich und informativ aufbereitet.

Ein Kritikpunkt ist die farbliche Gestaltung des Buches: Die Gerichte stehen auf weißem Holz. Das gibt ihnen einen leicht sterilen und farblosen Touch. Irritierend ist, dass in den Rezepten so mancher Hersteller beworben wird.

Eva Reichert, Thomas Sadler
Bioladen-Kochbuch
192 Seiten, 80 Abbildungen, gebunden
ISBN: 978-3-8304-6444-0
€ 19,99 (D) / € 20,60 (A) / sFr 28,00

Rezension von Florian Zoll, Bioland e.V.

Heike Boomgaarden ist ausgebildete Obstbauerin und hat Gartenbau studiert. Ihr Wissen und ihre Praxiserfahrung rund um den Garten gibt sie als Radio- und TV-Expertin an ein breites Publikum weiter. Als Glückslehrerin veranstaltet sie in ihrem 13 Hektar großen Lehrgarten Workshops zum Thema Garten und Glück.

Ekko Bruns, Jahrgang 1949, wuchs in einem Dorf in Ostfriesland in unmittelbarer Nachbarschaft zu seinem Opa auf, der bis zu seinem 85. Lebensjahr Nebenerwerbslandwirt war. 1967 ging er zum Deutschen Wetterdienst, arbeitete dort an agrarmeteorologischen Dienststellen in Bonn und Braunschweig. Seit 1987 ist er in Offenbach als "Netzverwalter phänologisches Netz" für alle Belange der phänologischen Beobachter zuständig. Als Hobby-Imker ist er ein aufmerksamer Beobachter der Natur; auch das ein Ausdruck seiner Verbundenheit mit der Landwirtschaft.

Rezension
Kochbuch „Hofladenküche“
: Die Jahreszeiten im Topf

Der Frühling beginnt mit einem lauwarmen Spargelsalat mit Zitronenmelisse und Kapuzinerkresse. „Regional, saisonal, köstlich“ verspricht der Untertitel des Kochbuchs „Hofladenküche“ der Journalistin Regina Schneider

© Dorling Kindersley Verlag
© Dorling Kindersley Verlag

Schön ist, dass die Rezepte dabei nach den vier Jahreszeiten kategorisiert sind. Die meist verwendete Rezepteinteilung nach Gängen fällt aus, was dem Buch gut tut. Im Sommer gibt es zum Beispiel die Schweinelende im Speckmantel, die Heidschnuckenkeule mit Kartoffelstampf im Herbst und gefüllte Bratäpfel im Winter. Neben klassischen Gerichten stellt die Autorin auch Ausgefallenes wie bunten Mangold aus dem Wok mit Zitronenthymian vor. Ansprechende Fotos setzen die Gerichte gut in Szene.

Unterstützt wird der Jahreszeitenansatz durch einen praktischen Saisonkalender. Dort kann man schnell nachschlagen, wann Rosenkohl und Kirsche Saison haben. Auch die Hofladenküche kommt nicht umhin, auf das globalisierte saisonunabhängige Lebensmittelangebot zurückzugreifen. So gibt es in Gerichten Currypulver und Quinoa genauso wie Zitrone, Zimt und Feigen. Und ob man im Winter einen regionalen Bund Kerbel oder Dill beim Hofladen nebenan bekommt? Doch wollen wir nicht kleinlich sein: Auch wer sich saisonal und regional ernähren möchte, darf das leckere Wildhasengericht in Schokoladensoße ausprobieren.

Das Kochbuch beinhaltet auch viele vegetarische Gerichte. Für Veganer ist es nicht geeignet. Die Speisenzubereitung ist sehr verständlich und einfach geschrieben. Eine lebendigere Sprache wäre jedoch bei einem so farbenfrohen Kochbuch passender gewesen.

Regina Schneider
Hofladenküche
regional ∙ saisonal ∙ köstlich
192 Seiten, gebunden
100 Farbfotografien
ISBN 978-3-8310-2193-2
€ 19,95 (D) / € 20,60 (A) / sFr 28,50

Rezension von Florian Zoll, Bioland e.V.

Über das Food Packaging Forum: Das Forum ist eine unabhängige gemeinnützige Stiftung, die sich mit dem Thema Verpackung von Lebensmitteln und deren Einfluss auf die Gesundheit von Mensch und Umwelt beschäftigt. Auf der Internetseite veröffentlicht das Forum regelmäßig Berichte über aktuelle wissenschaftliche Studien und Erkenntnisse, unter anderem über gesundheits- und umweltschädigende Stoffe im Plastik. Die Stiftung wendet sich dabei vor allem an die Beteiligten, die ein professionelles Interesse an diesem Thema haben, also nicht direkt an Verbraucher. Gerade Entscheidungsträger in großen Firmen sollen über die neuesten Erkenntnisse zu Auswirkungen von Verpackungen auf menschlliche Gesundheit und Umwelt informiert werden und nach Alternativen suchen. Deshalb bietet das Food Packaging Forum auch Seminare für Unternehmen an.

www.foodpackagingforum.org

Zur Person

Melanie Eben studierte Ökologie und Naturschutz an der University of East Anglia und dem University College London in Großbritannien. Danach war sie mehrere Jahre in Südamerika in den Bereichen Ökologie und Schutz von Tropenwäldern, Monitoring und Evaluierung und Desertifikationsbekämpfung aktiv. Seit 2010 arbeitet sie als freiberufliche Bildungsreferentin und beschäftigt sich mit Themen des Globalen Lernens. Seit Juni 2013 ist sie außerdem als Referentin für Landwirtschaft und Verbraucherschutz beim Umweltinstitut München tätig.

Andreas Striezel hat 1991 seinen Doktor für Tiermedizin an der FU Berlin gemacht. Zudem ist er Fachtierarzt für Tierschutz und Spezialist für Homöopathie und Akupunktur bei Tieren. Er ist Teilhaber am Zentrum für Ganzheitliche Tiermedizin Bräuningshof und berät den Bioland-Verband in sämtlichen Fragen zum Tierschutz und zur Tiergesundheit.

ZUR PERSON

Lothar Kolmer, Jahrgang 1948, ist Professor für Mittelalterliche Geschichte an der Universität Salzburg. Zudem leitet er dort das Zentrum für Gastrosophie. Ziel des 2008 gegründeten Zentrums ist eine interdisziplinäre Forschung zu Themen der Esskultur, der Produktion, der Verarbeitung und des Konsums von Essen. Dabei werden unter anderen alte Kochbücher übersetzt, die Online-Zeitschrift "Epikur" herausgegeben und das kulinarische Erbe Europas kartiert.

Slow Food

Slow Food ist eine weltweite Bewegung, die sich für eine lebendige und nachhaltige Kultur des Essens und Trinkens einsetzt. Der Verein tritt für die biologische Vielfalt ein, fördert eine nachhaltige, umweltfreundliche Lebensmittelproduktion, betreibt Geschmacksbildung und bringt Erzeuger von handwerklich hergestellten Lebensmitteln auf Veranstaltungen und durch Initiativen mit Ko-Produzenten (Verbrauchern) zusammen.

Slow Food Deutschland wurde 1992 gegründet und ist ein eingetragener Verein mit Sitz in Berlin. Die Slow Food Bewegung zählt Ende 2013 in Deutschland über 13.000 Mitglieder in rund 80 Convivien (lokalen Gruppen), weltweit sind es mehr als 100.000 Menschen in über 150 Ländern.

Ursula Hudson:

Ursula Hudson, Jahrgang 1958, ist Kulturwissenschaftlerin und Autorin. Außerdem lehrt sie an den Universitäten Cambridge und Oxford. Seit 2009 ist sie im Vorstand von Slow Food Deutschland. An der Uni lautete ihre erste Aufgabe eine Ausstellung zum Thema "Buch und Essen" zu gestalten, seither beschäftigt sie sich mit den Fragen, woher unser Essen kommt und wie es erzeugt wird.

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waste

Copyright: Simon Reitmeier
ZUR PERSON

Simon Reitmeier, Jahrgang 1979, hat Soziologie, Politikwissenschaft und Neueste Geschichte an den Universitäten Augsburg und Granada studiert. Er ist seit 2008 Mitglied der Slow Food Arche-Kommission Deutschland. Seit Anfang 2013 arbeitet er für den Cluster Ernährung am Kompetenzzentrum für Ernährung (KErn) in Kulmbach. Im Mai diesen Jahres erschien sein Buch „Warum wir mögen, was wir essen. Eine Studie zur Sozialisation der Ernährung“ beim Transcript-Verlag.  

Vom Bio-Lehrer zum Bio-Bauer

Die Alb Leisa werden noch von Hand verpackt (Foto: Thomas Stephan)
Der Bioland-Hof Mammel wird seit 1975 als Familienbetrieb biologisch bewirtschaftet. Nachdem Woldemar Mammel als Biologie-Lehrer gearbeitet hatte, entschloss er sich, in die Biolandwirtschaft einzusteigen. Neben Linsen werden Kartoffeln, Feldgemüse und Getreide angebaut und eine Mutterkuhherde auf Naturschutzflächen gehalten. Heute führt Sohn Max mit seiner Frau Szilvia den Hof und Sohn Lutz Mammel die inzwischen eigenständige Öko-Erzeugergemeinschaft „Alb-Leisa“.  Zu dieser gehören mittlerweile 70 Bio-Betriebe. Die Mitglieder müssen sich weder um die Trocknung und Sortierung noch um die Vermarktung kümmern - das übernimmt die zentrale Geschäftsstelle in Lauterach.

Die „Alb-Leisa“ gibt es in zahlreichen Läden und Restaurants in Baden-Württemberg und Bayerisch-Schwaben.

Verkaufsstellen und weitere Infos: www.alb-leisa.de

Selbsterntegärten

Besonders wenn im Boden Altlasten sind, sind Hochbeete sinnvoll. Dem Rücken tut es außerdem gut.
Selbsterntegärten folgen einem einfachen Prinzip und sind perfekt für Anfänger: Man übernimmt im Mai ein großes Beet, auf dem im Gewächshaus vorgezogenes Gemüse bereits wächst. Den Sommer über kann man wunderbar beobachten, wie es wächst, ein bisschen jäten, ein bisschen gießen, immer mal wieder ernten und auch Dinge ausprobieren. So bekommt man frisches, ökologisch angebautes Gemüse, macht ohne Risiko die ersten Erfahrungen, kommt in Kontakt mit anderen Leuten und kann schauen, ob man Freude daran findet. Die Gebühr (ca. 80 bis 150 Euro pro Saison, bei den kommerziellen Angeboten zum Teil mehr) lohnt sich meist schon durch den Gegenwert des Gemüses.

Auch in Radolfzell, Bonn, Hamburg und einigen anderen Städten gibt es Selbsternteprojekte. Daneben gibt es Dutzende von Biohöfen und Landwirten, die Gemüseselbsternte anbieten – auf Artikel in der Lokalpresse achten oder bei den Umweltverbänden erkundigen!

Zur Person

Jürgen Tautz (Jahrgang 1949) ist Verhaltensbiologe an der Universität Würzburg. Nachdem er sich zunächst mit der Sinnesbiologie von Krebsen beschäftigte, erforscht er nun das Verhalten und die Biologie von Bienen. Er gründetet das Wissenschaftsprojekt Hobos (Honey Bee Online Studies), das sowohl Experten als auch Laien und Kindern die Welt der Honigbiene näher bringt. Über das Internet kann dort jeder das emsige Treiben im Stock und am Flugloch beobachten. Für die anschauliche Aufbereitung von Wissenschaft hat er schon zahlreiche Preise gewonnen. Er steht in stetigem Kontakt mit Imkern und Verbänden und ist gefragter Referent, wenn es um den Schutz der Biene geht.

Wann Bienen stechen: Essen und Sex machen zahm

  • Bienen stechen, um "ihre Immobilie zu verteidigen", also direkt vor dem Flugloch und wenn sie eine Bedrohung für ihr Volk sehen.

  • Besonders zahm sind sie mit vollen Magen und wenn sie in Schwarmstimmung sind.

  • Nur Arbeiterinnen und die Königin haben einen Stachel, die Drohnen nicht.

  • Den Stachel setzen die Bienen vor allem gegen räuberische Insekten wie Hornissen ein.

  • Wenn Bienen ein Säugetier oder einen Mensch stechen, sterben sie selbst. Der Grund: Der Stachel verhakt sich, die Bienen können ihn nicht wieder herausziehen. Bei Insekten, deren Panzer aus Chitin besteht, verhakt sich der Stachel nicht.

Ausrüstung

  • Kiste (ca. 250 Euro)

  • Stockmeisel (circa 8 Euro)

  • Bienen-Besen (circa drei Euro, alternativ geht auch eine Gänseschwinge)

  • Schleier (circa 15 Euro oder man nimmt einen alten Hut und tackert Stoffreste daran fest)

  • Schutzhandschuhe (circa 13 Euro)

  • Smoker (circa 25 Euro)

  • Mittelwände in Bio-Qualität (circa 18 Euro)

  • Ameisen- und Oxalsäure zur Varoa-Behandlung (circa 10 Euro)

  • Nassenheider-Verdunster (circa 17 Euro)

  • 3 Honigeimer (circa 15 Euro)

  • Honigrührer (ab ca. 30 Euro, variiert stark)

  • Filternetz (circa drei Euro)

  • Entdeckelungsgabel (circa 5 Euro)

    Bis auf die Oxal- und Ameisensäure sind das alles einmalige Anschaffungen, die Preise variieren je nach Ausstattung. Eine Mitgliedschaft im Imkerverein ist allein schon wegen der Versicherung sinnvoll. Meist vermitteln die Vereine auch Imkerpaten - also jemanden, der bereits Erfahrung mit Bienen hat und sein Wissen weitergibt.

Prof. Kurt-Jürgen Hülsbergen hat in einer langjährigen Studie die zahlreichen Vorteile von Leguminosen erforscht.

Hülsendoktor auf Rachefeldzug

Der Pfad der Gerechten ist zu beiden Seiten gesäumt mit Frevelein der Selbstsüchtigen und der Tyrannei Böser Männer. Gesegnet sei der im Namen Gottes der Barmherzigkeit und des guten Willens die Schwachen durch das Tal der Dunkelheit geleitet. Ich will große Rachetaten an denen vollführen die da meine Brüder zu vergiften und zu vernichten und mit Grimm werde ich sie strafen daß sie erfahren sollen Ich sei der Herr wenn ich meine Rache an ihnen vollstreckt habe.

Die Schmetterlingsblütler im Überblick:

  • Erbsen

  • Linsen

  • Bohnen

  • Klee

Copyright: Rudolf Wiedmann
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Der Agrarbiologe Rudolf Wiedmann beschäftigt sich bereits seit über 40 Jahren mit dem Thema Schweinehaltung, zuletzt am Bildungs- und Wissenszentrums Boxberg. Von ihm stammen zahlreiche einschlägige Publikationen.

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Hülsendoktor auf Rachefeldzug

Der Pfad der Gerechten ist zu beiden Seiten gesäumt mit Frevelein der Selbstsüchtigen und der Tyrannei Böser Männer. Gesegnet sei der im Namen Gottes der Barmherzigkeit und des guten Willens die Schwachen durch das Tal der Dunkelheit geleitet. Ich will große Rachetaten an denen vollführen die da meine Brüder zu vergiften und zu vernichten und mit Grimm werde ich sie strafen daß sie erfahren sollen Ich sei der Herr wenn ich meine Rache an ihnen vollstreckt habe.

Die Schmetterlingsblütler im Überblick:

  • Erbsen

  • Linsen

  • Bohnen

  • Klee

Der nächste Skandal geht bestimmt

War das alles? Ein paar Wochen lang bestimmte das Dioxin die Schlagzeilen, nun sind ein paar Schuldige dingfest gemacht, und wir holen wieder frohgemut unser Frühstücksei vom Discounter. Doch einbisschen mehr Transparenz in der Lebensmittelproduktion reicht noch nicht. Wer sich gesund ernähren will, muss wissen, was er kauft. Ein Kommentar von Bioland-Präsident Jan Plagge.

Der ökologische Landbau - Landwirtschaft der Zukunft

Wie funktioniert ökologischer Landbau? Stößt der Bioboom an natürliche Grenzen? Wer profitiert? Zur interaktiven Musterlandschaft...

Frisch aus dem Müll

Bioland-Blogger Hendrik Haase kocht heute direkt aus dem Container. Lorem ipsum dolor sit amet, consetetur sadipscing elitr, sed diam nonumy eirmod tempor invidunt ut labore et dolore magna aliquyam erat, sed diam voluptua.