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    Zur Person

    Matin Qaim ist Professor für Welternährungswirtschaft und Rurale Entwicklung an der Universität Göttingen. Er forscht seit über 20 Jahren zu Fragen der Gentechnik und anderer Technologien im Kleinbauernsektor der Entwicklungsländer.

    Zur Person

    Hans Rudolf Herren ist Präsident der Stiftung Biovision. Als Vorreiter einer ökologisch geprägten Landwirtschaft wurde er 2013 mit dem Right Livelihood Award ausgezeichnet, dem "Alternativen Nobelpreis". Er hat das Buch "So ernähren wir die Welt" geschrieben.

    Zur Person

    Bernhard Watzl ist Ernährungswissenschaftler am Max-Rubner-Institut und leitet dort das Institut für Physiologie und Biochemie der Ernährung. Er ist außerdem Mitglied des Präsidiums der Deutschen Gesellschaft für Ernährung.

    Machen Insekten krank?

    Freilebende Insekten tragen natürlich Keime in sich wie alle Tiere. Man darf aber Küchenschaben nicht mit dem Heimchen auf dem Teller vergleichen, meint Nils Grabowski vom Institut für Lebensmittelqualität und -sicherheit an der Tierärztlichen Hochschule Hannover. Wenn Insekten unter hygienischen Bedingungen gezüchtet und sachkundig verarbeitet würden, müsse man sich keine Sorgen machen. Er rät aber dazu, die Insekten auf jeden Fall zu erhitzen, denn: "Lebensmittel roh zu essen birgt immer ein Infektionsrisiko." Allergien sind allerdings möglich. Wer bereits auf Hausstaub oder Milben allergisch ist, sollte von Insekten lieber die Finger lassen.

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    Lebensmitteltechnologin Birgit Rumpold (39) hat am Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie (ATB) in Potsdam den Bereich Insektenforschung aufgebaut. Seit 2016 ist sie an der TU Berlin wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Berufliche Bildung und Arbeitslehre im Fachgebiet "Bildung für Nachhaltige Ernährung und Lebensmittelwissenschaft". Sie forscht unter anderem zur Akzeptanz essbarer Insekten.

    Ab 2018 sind Insekten erlaubt

    Die Regeln für neuartige Lebensmittel in der EU (Novel-Food-Verordnung) sind überarbeitet worden. Ab 2018 gelten auch Insekten offiziell als Lebensmittel. Dann kann der Buffalowurm eine Zulassung in der gesamten EU bekommen. Weil so ein Zulassungsantrag viel kostet, übernimmt das der niederländische Züchter. Die bisherige Gesetzgebung lässt den Ländern Spielraum. Deutschland legte sie streng aus, die Niederlande und Belgien sehen das Ganze lockerer. Bis die hochoffizielle EU-Entscheidung über die Würmer durch ist, gelten Ausnahmeregelungen.

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    Josef Settele (Jahrgang 1961) ist Wissenschaftler am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Halle und untersucht, wie biologische Vielfalt und Art der Landnutzung in Zusammenhang stehen.

    Wie viele Tiere stressen eine Kuh? "Man kann nicht genau sagen, ab wie vielen Tieren die Kuh keinen Überblick mehr hat. Wenn man Wildrinder, wie zum Beispiel Bisons betrachtet, leben diese zeitweise in Herden von Tausenden Tieren. Aber die "Riesenherde" besteht aus einzelnen Unterherden von unter 100 Tieren, bei denen sich alle Individuen gegenseitig kennen und die Rangordnung untereinander klar ist", sagt Tierarzt Deger. "Die Tiere müssen sich gegenseitig ausweichen können. Können sie das nicht, wird das bei dominanten Tieren zu Rangeleien und somit zu Verletzungen führen, bei subdominanten Tieren zu ständigem Stress, weil sie nicht wissen, was sie tun sollen. Und Stress beeinträchtigt das Immunsystem was zu allen Arten von Erkrankungen führen kann."

    Schadet es der Kuh, wenn sie so viel Milch gibt? Tierarzt Deger sagt: "Es ist immer schwierig, von 'glücklichen' Kühen zu sprechen oder zu sagen, wann ein Tier als krank gilt. Ein gängiger Witz unter Tierärzten ist: 'Eine gesunde Kuh ist eine zu wenig untersuchte.' Irgendetwas findet man immer - so wie bei anderen Lebewesen auch. Man würde einen alten Menschen, mit dem ein oder anderen Gebrechen ja auch nicht gleich als 'krank' bezeichnen." Man könne zwar feststellen, dass Kühe mit dieser enormen Milchleistung öfter eine Euterentzündung, also Mastitis, haben - aber das ein oder andere Mal hat das fast jede Kuh.

    Warum ist auch eine Bio-Kuh nicht immer draußen? Wenn etwa das Gras auch zur Futtergrundlage dient und kaum Regen fällt, so dass das Gras kaum wächst, dann muss die Kuh länger im Stall bleiben. So lange, bis der Bauer das Gras mähen kann. Das lässt er dann trocknen und verfüttert es im Winter als Heu. Ist das Gras nachgewachsen, kann die Kuh auf die Weide. Sehr kleine Betriebe, die oft mitten im Dorf liegen, können ihren Tieren alternativ zur Weide auch einen Laufhof anbieten, also eine Fläche am Stall, an der frischen Luft. Das ist aber die Ausnahme.

    Die Kuh muss wiederkäuen: Weil Raufutter viele Ballast-, also unverdauliche Stoffe enthält, muss die Kuh das Gras immer wieder von ihren Mägen in den Mund würgen, um es nochmal zu zerkauen - also um es wiederzukäuen.

    Die durchschnittliche Milchleistung liegt bei 6.000 bis 7.000 Litern. Spitzenkühe im konventionellen Bereich, die viel Kraft- und Eiweißfutter bekommen, geben jährlich sogar über 10.000 Liter.

    Was passiert mit den männlichen Kälbern?

    Eine Kuh gibt erst dann Milch, wenn sie ein Kälbchen geboren hat. Da die männlichen Tiere keine Milch geben, werden sie gemästet. Viele Bio-Kälber gelangen in die konventionelle Mast. Gründe für den Verkauf der Kälber an konventionelle Mäster sind vor allem infrastrukturelle: Es gibt kam Bio-Mäster, nur wenig Bio-Schlachthöfe und auch nur wenige Bio-Metzger. Insgesamt liegt der Bio-Fleischanteil bei weniger als zwei Prozent. Das ist ein Problem, dem sich die Bio-Branche aber widmet, etwa indem Partnerschaften mit dem Lebensmitteleinzelhandel eingegangen werden.

     

     

    Bullen sind nicht ungefährlich

    Die meisten Kühe werden künstlich besamt. Der Natursprung ist eher selten, da nicht jeder Hof einen Bullen zum Decken halten kann. Einen Bullen zu halten ist auch nicht ganz ungefährlich, etwa, wenn man die Herde über eine Straße treiben muss. Außerdem braucht man stabilere Zäune. Dazu kommt noch, dass man den Bullen nur circa zwei Jahre einsetzen kann, da er sonst wieder seine eigenen Töchter decken würde, man muss den Bullen dann also "austauschen".

    Mutterkühe und Milchkühe - was ist der Unterschied?

    Mutterkuhtiere werden zur Fleischproduktion gehalten, hier wachsen die Kälber mit in der Herde auf. Diese Tiere werden nicht gemolken.

    Milchvieh dagegen wird gemolken, die Kälber werden kurz nach der Geburt von ihren Müttern getrennt. Würde man damit länger warten, ist der Trennungsschmerz der Tiere größer. Es sei denn, es handelt sich um eine muttergebundene Kälberaufzucht. Hier dürfen die Kälber bei ihren Müttern eine Zeit lang trinken und werden erst nach und nach voneinander getrennt. Nach einigen Wochen dürfen die Kälber zum Beispiel nicht mehr trinken, sondern ihre Mütter nur noch sehen. Nach rund einem halben Jahr besteht gar kein Kontakt mehr zueinander.

    Es gilt also: Mutterkuhtiere und Milchkuhtiere - das sind unterschiedliche Rassen, die entweder wegen des Fleisches oder wegen der Milch gehalten werden.  Das Fleisch ältere Milchkühe wird aber natürlich trotzdem vermarktet. Daraus wird vor allem Hackfleisch und Wurst gemacht. Es gibt aber auch viele Doppelnutzungsrassen. Fleckvieh, das man vor allem in Süddeutschland findet, gibt es je nach Zucht eher Fleisch- oder eher Milchbetont. Typische Zweinutzungsrassen sind zudem das Pinzgauer Rind und Gelbvieh.

    Zur Person

    Martin Faust ist Professor für Bankbetriebslehre an der Frankfurt School of Finance and Management. Er lehrt und forscht unter anderem zum Thema Nachhaltige Geldanlagen und hat darüber ein gleichnamiges Buch mit herausgegeben.

    So funktioniert das Hühner-Mieten bei den Wacks

    • für 9 Euro gibt es 18, für 15 Euro gibt es 30 Eier im Monat

    • die Mindestlaufzeit beträgt drei Monate, ab sechs Monaten bekommt man jedes halbe Jahr ein Suppenhuhn dazu

    • rund alle zwei Monate gibt es ein Treffen der Hühnermieter

     

     

    Wie werde ich Ornithologe?

    Michael Tetzlaff hat eigentlich Gartenbau studiert und sich vor allem um die Streuobstwiesen auf Gut Klepelshagen gekümmert. Schon in seiner Kindheit hat er von seinem Bruder gelernt, wie man die einzelnen Vogelarten und ihre Gesänge unterscheidet. Dazu muss man zunächst den jeweiligen Lebensraum kennen. Der Rest ist Übung. Etwa durch Vogelstimmen-CDs. Ornithologe ist kein Ausbildungsberuf, zum Teil kann man die Artenkenntnis und das Beringen von Tieren in einem Naturschutz-Studium erlernen. Viele Ornithologen, die auch kartieren, arbeiten ehrenamtlich. Vogelkundler arbeiten beruflich unter anderem in Naturschutzbehörden oder für Planungsbüros, wenn es um Windkraftanlagen geht.

    Feldvögel sind Vogelarten, die in der Agrarlandschaft leben. Dazu zählen unter anderem die Feldlerche, das Braunkehlchen, das Rebhuhn, der Kiebitz, die Gold- und die Grauammer. Anders als Gartenvögel wie die Amsel, die Blaumeise oder das Rotkehlchen brauchen sie meist offene Landschaften, Brachen oder Weiden. Wie bei anderen Vogelarten auch gibt es Stand- und Zugvögel.

    Blühstreifen, Bäume, Hecken und Büsche helfen den Vögeln, Nahrung und Unterschlupf zu finden. Denn dort, wo es blüht, gibt es nicht nur Samen, sondern auch Insekten als Nahrung. Oder die Pflanzen dienen einfach als Landebahn: So braucht das Braunkehlchen etwa immer etwas zum Anfliegen, weil es nicht direkt auf dem Boden landen mag.

    Was kann der Landwirt tun?

    • Bodenbearbeitung wie Walzen sollte möglichst früh im März passieren, wenn die Tiere noch nicht brüten

    • Der erste Mähzeitpunkt sollte dagegen möglichst spät, statt Anfang Mai besser Anfang Juni gewählt werden. Sonst fallen die Jungvögel von Bodenbrütern wie der Feldleche dem Mähwerk zum Opfer

    • Schwalbennester sollte man nicht entfernen - denn auch Schwalben stehen mittlerweile auf der Roten Liste der gefährdeten Brutvögel

    • Grünland sollte man von innen nach außen mähen, ebenso sollte man auch von der Feldmitte hin zum Feldrand ernten, um Tieren die Möglichkeit zum Fliehen zu geben

    • Senken im Feld oder Feuchtstellen unbearbeitet lassen

    • Strukturelemente, wie Büsche, Bäume und Hecken ebenso Blühstreifen anlegen

    Die Bioland-Naturschutzberatung finden Sie hier: www.bioland.de

    Was kann der Verbraucher tun?

    • Setzen Sie sich mit Vogelschutzgruppen, etwa vom Nabu in Verbindung. Diese arbeiten oft mit Landwirten zusammen. Dort können Sie beispielsweise Nester suchen und diese mit Bambusstöcken markieren, so dass der Landwirt um das Nest herum das Feld bearbeiten kann, ohne den Vogel zu stören.

    • Leinen Sie Ihren Hund an, damit Brutvögel nicht gestört werden.

    So lieber nicht!

    • Schneckenbrühe - ein Absud aus toten Schnecken - sollte man aus hygienischen Gründen lieber nicht über Salatköpfe und alles, was man noch essen will, kippen.

    • Schnecken zu zerschneiden ist auch nicht die beste Idee. Jedenfalls nicht, wenn man sie tot herumliegen lässt. Das lockt nämlich nur wieder andere Schnecken an. Netter ist es, sie irgendwo auszusetzen, wo sie nicht stören.

    • Keine gute Idee ist es außerdem, die Schnecken mit Bioabfällen und Kleie vom eigenen Gemüsebeet abzulenken. Kurzfristig klappt das zwar, das Futter lockt jedoch weitere Schnecken an, die dann doch an Salat und Gemüse gehen. Wie man es besser macht, erklärt Schneckenflüsterer Posavac im Interview.

    Was kann der Landwirt tun?

    • Bodenbearbeitung wie Walzen sollte möglichst früh im März passieren, wenn die Tiere noch nicht brüten

    • Der erste Mähzeitpunkt sollte dagegen möglichst spät, statt Anfang Mai besser Anfang Juni gewählt werden. Sonst fallen die Jungvögel von Bodenbrütern wie der Feldleche dem Mähwerk zum Opfer

    • Schwalbennester sollte man nicht entfernen - denn auch Schwalben stehen mittlerweile auf der Roten Liste der gefährdeten Brutvögel

    • Grünland sollte man von innen nach außen mähen, ebenso sollte man auch von der Feldmitte hin zum Feldrand ernten, um Tieren die Möglichkeit zum Fliehen zu geben

    • Senken im Feld oder Feuchtstellen unbearbeitet lassen

    • Strukturelemente, wie Büsche, Bäume und Hecken ebenso Blühstreifen anlegen

    Die Bioland-Naturschutzberatung finden Sie hier: www.bioland.de

    Bioland-Bauer Max von Grafenstein, Bauerngarten Berlin

    "Schnecken sind - wie so vieles - eine Frage der Umweltbedingungen. Sie lieben feuchte Ecken, hohes Gras, Bäume und Büsche. Leider auch Mulch. Sie hassen mechanische Bodenbearbeitung und weites offenes Feld. Da haben die Schnecken durchaus Geschmack! Wir Bio-Landwirte haben es so gesehen richtig gut mit unseren Äckern. Im Gegensatz zu Haus- oder Schrebergärten, die sind oft Schneckenparadiese."

    Susanne Spatz-Behmenburg, Bioland-Gärtnerei Staudenspatz in Oberhausen:

    "Ich freue mich immer besonders, wenn ich im Garten den Großen Tigerschnegel sehe, der ist die Raubkatze unter den Schnecken und hilft uns bei der Regulierung."

    Zur Person

    Hans-Peter Posavac ist Ingenieur und Hobbygärtner. Er hat den Freiburger Heilpflanzengarten mit aufgebaut und wendet dort seine Methode des Schneckenflüsterns an. Über seine Erfahrungen mit Schneckentraining hat er das Buch "Schneckenflüstern statt Schneckenkorn" geschrieben.

    Die Spanische Wegschnecke ist gar keine Spanierin

    Die Spanische Wegschnecke gilt mittlerweile als die häufigste Schneckenart in Deutschland. Sie soll nach dem Zweiten Weltkrieg durch Obst- und Gemüse-Importe aus Spanien eingeschleppt worden sein - glaubte man lange. Frankfurter Forscher haben aber inzwischen mithilfe von DNA-Tests herausgefunden, dass die Spanische Wegschnecke eine echte Mitteleuropäerin ist. In Spanien gibt es sie demnach gar nicht. Dass sie sich so explosionsartig bei uns vermehrt hat, führen die Forscher auf Veränderungen in der Landwirtschaft zurück. So kommt die Spanische Wegschnecke besser mit Monokulturen und Überdüngung klar als andere Schnecken. Äußerlich ist sie schwer von anderen Arten zu unterscheiden. Ihre Farbe reicht von braun über rotbraun, rot, orange, grau und grüngrau bis schwärzlich.

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    Zur Person

    Markus Mau ist Professor für Betriebswirtschaft mit starkem Agrar- und Ernährungshintergrund. Zuvor abeitete er in der Lebensmittelindustrie und im Lebensmittelhandel. Er lehrt und forscht international.

    Zur Person

    Regina Walther (Jahrgang 48) sitzt im Beirat des Sächsischen Schaf- und Ziegenzuchtverbands. Früher war sie Zuchtleiterin des Verbandes und Referentin am sächsischen Landesamt für Umwelt und Landwirtschaft.

    Hüten ist nicht bewachen

    Herdenschutzhunde sind nicht zu verwechseln mit Hütehunden. Ein Hütehund schaut, dass die Herde zusammenbleibt, während der Herdenschutzhund sie gegen Feinde verteidigt. Zum Hüten eignen sich zum Beispiel der Border-Collie, als Wachhund der Pyrenäenberghund oder der italienische Maremmano-Schäferhund. Die wehrhaften Herdenschutzhunde wachsen mit den Schafen (oder Ziegen) auf und bleiben rund um die Uhr bei den Tieren. Der Verein Arbeitsgemeinschaft Herdenschutzhunde informiert über die Arbeit mit diesen Rassen, vermittelt ausgebildete Hunde und bietet Schulungen für Hundehalter an. Das Land Brandenburg etwa fördert nur Hunde aus Zuchtbetrieben der AG und verlangt von Haltern einen Sachkundenachweis.

    Zur Person

    Robert Habeck (Grüne) ist seit 2012 Minister für Landwirtschaft, Energie und Umwelt in Schleswig-Holstein, wo eine Koalition aus SPD, Grünen und dem Südschleswigschem Wählerverband regiert. Bevor er in die Politik ging, schrieb der promovierte Geisteswissenschaftler zusammen mit seiner Frau Romane. Habeck bewirbt sich gerade bei der grünen Basis als Spitzenkandidat der Grünen bei der anstehenden Bundestagswahl im Herbst.

    Lieblingsbäume

    Der beliebteste Weihnachtsbaum der Deutschen ist die Nordmanntanne (70-80 Prozent), gefolgt von der Amerikanischen Blaufichte und anderen Fichten. Die Edeltanne (Nobilistanne) macht drei Prozent aus. Die Nordmanntanne ist keine einheimische Tanne. Sie wurde in den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts vom finnischen Botaniker Alexander von Nordmann im Kaukasus entdeckt. Seit den 1960er Jahren wird sie bei uns in Plantagen angebaut. Sie sieht besonders symmetrisch aus, nadelt kaum und sticht nicht. Trotzdem rät die Umweltschutzorganisation Robin Wood von der Nordmanntanne wie auch von der Amerikanische Blaufichte und der Koreatanne eher ab: Sie stören das heimische Ökosystem und sind anfälliger als heimische Bäume.

    Zur Person

    Medizinprofessor Stefan Jockenhövel leitet die Abteilung "Tissue Engineering und Biomaterialien" am Institut für Angewandte Medizintechnik an der Uniklinik Aachen. Forschungsschwerpunkt ist die Entwicklung von Herzklappen aus körpereigenem Gewebe von Patienten.

    Rechtliches

    Es gibt noch keine speziellen EU-Verarbeitungsrichtlinien für Haustierfutter. Daher gelten vorerst einzelstaatliche Vorschriften oder anerkannte private Standards. In Deutschland ist das der Private Standard Heimtierfutter als Mindestanforderung an die Hersteller von Heimtiernahrung. Der Private Standard orientiert sich an dem, was die EU-Ökoverordnung für Futtermittel allgemein vorschreibt. Allerdings dürfen im Bio-Haustierfutter auch uneingeschränkt Bio-Schlachtabfälle der Kategorie 3 (Tiermehl aus Federn, Borsten oder Füße etwa) stecken. Erlaubt sind darüberhinaus Zusatzstoffe, die auch in Bio-Lebensmitteln enthalten sein dürfen.

    Zur Person

    Hans Rudolf Herren ist Präsident der Stiftung Biovision. Als Vorreiter einer ökologisch geprägten Landwirtschaft wurde er 2013 mit dem Right Livelihood Award ausgezeichnet, dem "Alternativen Nobelpreis". Er hat das Buch "So ernähren wir die Welt" geschrieben.

    Wie umweltfreundlich ist Online-Einkaufen?

    Das lässt sich pauschal schwer sagen. Wenn man das gleiche Angebot fußläufig hat, ist es natürlich klimatechnisch Unsinn, sich beliefern zu lassen. Biokunden haben es aber oft weiter. "Ein Paketversand verursacht mit etwa 600 Gramm CO2 weniger Treibhausgasemissionen, als eine sechs Kilometer lange, durchschnittliche Einkaufsfahrt mit dem Auto mit etwa 2400 Gramm", erklärt Moritz Mottschall vom Öko-Institut. Manche Onlinehändler nutzen auch klimafreundliche Zustellungen wie das GoGreen-Programm der Post. Für Lieferdienste, die selbst zum Kunden fahren, gibt es bislang noch keine Vergleichszahlen. Klar ist: Beliefert etwa ein Bio-Hof mehrere Kunden in einem Stadtteil, die andernfalls alle einzeln zum Markt oder zum Hofladen fahren würden, kann CO2 eingespart werden. Der Verpackungsmüll, den Onlinekunden vor allem bei Paketzustellungen zusätzlich produzieren, ist sicherlich ein Problem. Betriebe, die selbst ausfahren, kommen meist mit viel weniger Verpackung aus.

    Zur Person:

    Andreas Gattinger leitet seit 2010 den Fachbereich Klima am Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL). Zuvor arbeitete er an der technischen Universität München sowie am Helmholtz Zentrum München. Er hat an der Universität Kassel den Diplomstudiengang Organic Agriculture absolviert, nachdem er eine Ausbildung zum Chemielaboranten gemacht hat.

    www.fibl.org

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    Enzianschnaps - ein Sonderfall

    Für Enzianschnaps nimmt man gelben Enzian, nicht den blauen (Foto: imago)
    Auch Enzian ist eine Wildblume, die in Deutschland unter Naturschutz steht, egal ob sie blau oder gelb blüht. Dennoch kann man - ganz legal - Enzianschnaps aus Bayern kaufen. Für den Schnaps werden sogar die Wurzeln des Gelben Enzians ausgegraben. Wie kann das sein? Nun, die alteingesessene Brennerei Grassl hat eine historisch bedingte Sondergenehmigung, wie das Bundesamt für Naturschutz erklärt: "Das Graben der Wurzeln ist nur noch im Berchtesgadener Raum aufgrund eines alten Rechtes der Enzianbrennerei Grassl möglich. Das Graben der Wurzeln im Berchtesgadener Land durch die Familie Grassl wurde dreieinhalb Jahrhunderte lang immer in der sinnvollen Balance zum Schutz der Nachzucht in einem bestimmten Wachstumsrythmus durchgeführt."

    Natur kann Kosten sparen

    Auch der Haushalt einer einzelnen Stadt kann durch mehr Natur entlastet werden. Im australischen Canberra wurden 400.000 Bäume gepflanzt, um das Mikroklima zu regulieren, die Luftqualität zu verbessern, den Energieverbrauch der Klimaanlagen zu reduzieren und Kohlenstoffdioxid zu speichern. Der damit verbundene Gewinn für die Stadt - durch zusätzlichen Nutzen oder eingesparte Kosten - wird für den Zeitraum 2008 bis 2012 auf 13,5 bis 45 Millionen Euro geschätzt, haben Wissenschaftler der internationalen TEEB-Studie herausgefunden. Quelle: www.teebweb.org

    Es geht nicht um den Preis, sondern um den Wert

    Bereits in den 1980-Jahren hat der Kybernetiker und Umweltforscher Prof. Frederic Vester versucht, den Wert eines Blaukehlchens auszurechnen. Er kam dabei auf einen Wert von 301,38 Mark pro Jahr, bezogen auf die Lebensdauer eines Blaukehlchen insgesamt 1.357,13 Mark. Das wären heute rund 150 beziehungsweise 700 Euro. So gesehen, flattert also ziemlich viel Bares im Garten ums Futterhäuschen. Aber auch damals schon ging es nicht um ein Preisschild, sondern darum, den Menschen den Wert der Natur zu vermitteln.

    Ziegenhaltung

    • Jährlich werden in Deutschland rund 36.000 Tonnen Ziegenmilch produziert - in Frankreich sind es 536.000 Tonnen.

    • Die durchschnittliche Milchleistung der Ziegen liegt bei circa 600 Kilo im Jahr, zum Vergleich: Bei Milchschafen sind es rund 500 Kilo und bei Kühen etwa 6.700.

    • Die gesamte Ziegen- und Schafmilch wird derzeit von acht Molkereien und rund 1.000 Hofkäsereien verarbeitet. Diese Molkereien liegen in Bayern (fünf Betriebe) sowie in Thüringen, Sachsen und Baden-Württemberg mit jeweils einem Betrieb. Vier davon sind biozertifizierte Molkereien mit einer Gesamtverarbeitungsmenge von jährlich circa zehn Millionen Litern.

    Quelle: www.oekolandbau.de

    Lebensraum Wald

    Allein in Deutschland leben rund 4.600 Tier-, Pflanzen- und Pilzarten an oder in Holz, vor allem Totholz. Für verschiedene Waldökosysteme geht man davon aus, dass 30 bis 40 Kubikmeter Totholz je Hektar Waldfläche - im Bergmischwald sogar bis zu 60 Kubikmeter - benötigt werden, um eine möglichst vollständige Totholz-Lebensgemeinschaft zu erhalten. Quelle: www.bfn.de

    Was passieren kann, wenn etwa ein Wald nicht mehr da ist:

    Im Zeitraum 1949-1981 holzte China rund 75 Millionen Hektar Wald ab, wobei es sich zu 92 Prozent um natürliche Wälder handelte, um die Nachfrage, etwa nach Bauholz, zu decken. Die rasche Entwaldung führte zum Verlust von Ökosystemleistungen: 1997 fiel der Gelbe Fluss in Nordchina an 267 Tagen trocken, was schwerwiegende Auswirkungen auf industrielle, landwirtschaftliche und private Wasserverbraucher nach sich zog. In darauffolgenden Jahr verloren infolge von verheerenden Überschwemmungen im Einzugsgebiet des Jangtse und anderer großer Flüsse 4150 Menschen ihr Leben und Millionen von Menschen ihre Unterkunft, wobei wirtschaftliche Schäden in Höhe von rund 30 Milliarden US-Dollar. Die chinesischen Behörden kamen zu dem Schluss, dass diese tragischen Ereignisse durch Entwaldung und landwirtschaftliche Bewirtschaftung von Steilabhängen verursacht wurden. Quelle: www.naturkapital-teeb.de

    In Zahlen

    In Deutschland leben rund 13 Millionen Katzen und acht Millionen Hunde. Für ihr Futter gaben die Deutschen 2015 nach Angaben des Industrieverbands Heimtiernahrung mehr als drei Milliarden Euro aus. Wie groß der Bioanteil daran ist, wird nicht extra erfasst. Auch bei der Ernährung ihrer Haustiere können Verbraucher klare Marktsignale setzen und auf die Zukunft der Landwirtschaft Einfluss nehmen, wenn sie zu Bio greifen.

    Zur Person

    Jutta Ziegler (geboren 1955) ist seit 35 Jahren Tierärztin und führt bei Salzburg eine ganzheitliche Praxis. Zuvor leitete die gebürtige Darmstädterin etliche Jahre eine Tierklinik. Ziegler veröffentlicht auch Bücher, zum Beispiel "Hunde würden länger leben, wenn...Schwarzbuch Tierarzt". Im Herbst soll ihr drittes Buch herauskommen - ein reines Ernährungsbuch für Hunde und Katzen.

    Kein Glyphosat und keine Kaffeekapseln

    Hamburg beschloss Ende Januar diesen Jahres nicht nur ein Verbot des Spritzmittels Glyphosat im öffentlichen Grün und dass es mehr Bio-Essen geben soll, sondern zusätzlich einen gesamten Katalog für die öffentliche Beschaffung: 150 Seiten ist er dick. Darin geht es nicht nur um Bio, sondern um alles, was die Stadt einkauft. Und das hat immerhin einen Wert von 250 Millionen Euro jährlich: Von der Glühbirne bis zum Dienstwagen soll alles möglichst nachhaltig sein. Selbst Kaffeekapseln werden darin aufgezählt. Diese dürfen die Mitarbeiter nicht mehr auf Staatskosten einkaufen. Sie produzieren jede Menge Müll und kosten im Schnitt dreimal so viel wie ein herkömmlicher Filterkaffee.

    Zur Person

    Tobias Fischer ist Inspektor und Zertifizierer bei der internationalen Kontrollstelle Kiwa BCS Öko-Garantie mit Hauptsitz in Nürnberg. Er war bereits in mehr als 15 Ländern als Kontrolleur unterwegs. Fischer hat in Geisenheim Gartenbau studiert.

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    Zur Person

    Beat Wechsler ist Zoologe und leitet das Zentrum für tiergerechte Haltung für Wiederkäuer und Schweine in der Schweiz. In dieser Funktion arbeitet er für das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen und ist auch international ein gefragter Experte in Sachen Tierschutz.

    Zur Person

    Thomas Schweiger (41) ist mehrfacher deutscher Baristameister. Er führt im fränkischen Ansbach eine eigene Kaffeeschule und zwei Cafés und bildet auch selbst Baristi aus. Seit vier Jahren sitzt er bei den Baristameisterschaften in Deutschland und der Schweiz in der Jury. Bei den Meisterschaften wetteifern Kaffeeexperten darum, wer den besten Kaffee kocht.

    Heilmethode aus China

    Die Akupunktur ist eine jahrtausendealte chinesische Therapie zur Aktivierung der Selbstheilungskräfte. Mithilfe von Nadeln werden Akupunkturpunkte in der Haut gereizt, wodurch der Körper Endorphine und Neutrotransmitter bildet. Diese Substanzen wirken schmerzstillend und ausgleichend. Funktionsstörungen der inneren Organe lassen sich so ebenfalls positiv beeinflussen. Die Akupunktur wird inzwischen von vielen Krankenkassen bei bestimmten chronischen Leiden (Rückenschmerzen oder Kniebeschwerden etwa) als Kassenleistung anerkannt. Auch die WHO empfiehlt Akupunktur bei einer Reihe von Beschwerden wie Migräne, Zyklusstörungen oder Bronchitis. Kritiker der Akupunktur sprechen von reinen Placebo-Effekten.

    Vergaberecht

    Wenn eine Gemeinde etwas einkaufen möchte, dann muss das öffentlich ausgeschrieben werden, das heißt: Man kann nicht einfach irgendeine Firma beauftragen. Das würde gegen das Wettbewerbsrecht verstoßen. Allerdings kann man Kriterien wie Bio aufnehmen. Das ist aber recht kompliziert. Deshalb arbeitet das Bio-Städte-Netzwerk an einer öffentlich zugänglichen Broschüre mit Musterausschreibungen. Geht es zum Beispiel um's Bio-Catering für den Bürgermeister-Empfang, kann diese Ausschreibung bald jede Gemeinde einfach kopieren.

    Weniger ist mehr

    Richtig einkaufen: Wenn Kaffee, dann am besten bio. Generell gilt Hochlandkaffee (Arabica-Kaffee) als nachhaltiger als Tieflandkaffee (Robusta), der meist künstlich bewässert werden muss.

    Abwechseln: Es muss ja nicht immer Bohnenkaffee aus Übersee sein. Warum nicht einmal heimische Bohnen ausprobieren - Lupinen? Der koffeinfreie Lupinenkaffee ist magenfreundlich, schmeckt mehr oder weniger kaffeeähnlich, und es gibt ihn auch in Bioland-Qualität. Der Kaffee aus gerösteten Lupinensamen wird wie echter Kaffee zubereitet. Lupinenkaffee gibt es zum Beispiel beim Bioland-Hof Kelly oder beim Bioland-Hof Klein. Noch mehr Abwechslung bringt man hinein, wenn man variiert. Auswahl gibt es beim Getreidekaffee genug. Er kann aus Roggen, Feigen, Gerste, Mandeln, Malz oder Kartoffeln hergestellt werden.

    Bei der UN-Klimakonferenz COP21 (Conference of the Parties; die 21 steht für die mittlerweile 21. Klimakonferenz) in Paris soll ein neues Abkommen mit verbindlichen Klimazielen für alle 195 Mitgliedsstaaten der UN-Klimarahmenkonvention vereinbart werden. Es soll also ein Nachfolgevertrag für das Kyoto-Protokoll entstehen, der schärfere Vorgaben macht. Anders als im Kyoto-Protokoll, sollen sich nun nicht nur die Industrie-, sondern auch Schwellen- und Entwicklungsländer auf verbindliche Klimaschutzziele festlegen. Obwohl das 2-Grad-Ziel als Kipppunkt anerkannt ist, ist es bislang nicht verbindlich. Einigen ist auch dieses Ziel zu lax. Vor allem bedrohte Inselstaaten fordern, dass man sich auf eine Begrenzung der Erderwärmung um maximal 1,5 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit einigt.

    Tee in Zahlen

    • Im Jahr 2014 wurden weltweit erstmals über fünf Millionen Tee produziert - 4,3 Prozent mehr als im Vorjahr.

    • Insgesamt 3,2 Millionen Tonnen Tee wurden in den Anbauländern selbst getrunken, so dass nur gut ein Drittel der Welt-Teeproduktion in den Export ging.

    • Mit 1.980.000 Tonnen Tee, knapp 40 Prozent der gesamten Welt-Teeproduktion, ist China mit Abstand der weltweit größte Tee-Erzeuger. Dort werden überwiegend Grüne Tees hergestellt. Gut acht von zehn Tassen Grüntee, die weltweit getrunken werden, stammen aus China.

    • Indien, das mit 1.184.800 Tonnen auf Platz 2 der wichtigsten Erzeugerländer steht, produziert dagegen fast ausschließlich Schwarze Tees (98,6 Prozent).

    • Auf den weiteren Plätzen folgen Kenia (445.105 Tonnen), Sri Lanka (338.032 Tonnen) und Indonesien (132.000 Tonnen).

    • Der größte Exporteur von Tee ist Kenia. In 2014 wurden aus Kenia 422.848 Tonnen Tee ausgeführt.

    • Laut Angaben des deutschen Teeverbandes trank 2014 jeder Deutsche im Schnitt 27,5 Liter Tee, ähnlich wie in den Jahren zuvor. Damit ist aber nur Tee aus der Tee-Pflanze gemeint, keine Früchte- oder Kräutertees. Deutschland steht damit auf Platz 43. Den meisten Teekonsum haben die Kuwaiter und die Iren.

    • Mit einem Verhältnis von 71 zu 29 Prozent trinket man in Deutschland lieber schwarzen als grünen Tee, wobei der Konsum von grünen Tee gestiegen ist. 

    Quelle: www.teeverband.de

     

     

    Chinesische Tee-Zeremonie

    Einige chinesische Kaiser sollen sogar Traktate über das "richtige" Tee-Zeremoniell verfasst haben. Prinzipiell hat man zwei Kannen, die vorher mit heißem Wasser gereinigt werden. Die eine Kanne ist zum Aufgießen und Ziehen-Lassen des Tees, die andere zum Servieren. Zunächst werden die Teeblätter in die erste Kanne gegeben - man spricht vom "Aufguss des guten Geruchs". Dieser wird nicht getrunken, das Wasser gießt man sofort wieder ab. Es soll nur dazu dienen, die Blätter zu reinigen und etwas zu öffnen. Anschließend folgt der zweite Aufguss, der des "Guten Geschmacks". Dieser zieht rund 30 Sekunden. Man füllt dabei nicht eine Tasse nach der anderen, sondern geht schichtweise vor, dass man immer nur einen Schluck in jede Tasse füllt, bis alle Tassen voll sind. So erhält jede Tasse den gleichen Geschmack. Dann erfolgen weitere Aufgüsse, die der "langen Freundschaft". Der Tee zieht dabei jedes Mal etwas länger. So schmeckt jeder Aufguss anders.

    Teekultur in England

    Als die portugiesische Prinzessin Katharina von Braganza den englischen König Karl II nach Tee fragte, soll dieser gesagt haben: "In England trinken wir keinen Tee. Würde ein Bier auch genügen?" Der Adligen soll es zu verdanken sein, dass Tee in England so beliebt wurde.

    www.teeverband.de

    Kilogramm oder Liter?

    Wer im Geschäft Milch kauft, zahlt einen Preis pro Liter (also nach Volumen). Bauern und Molkereien hingegen rechnen nach dem Gewicht der Milch ab. Das schreibt die Milchgüteverordnung vor. Ein Liter Milch entspricht in Deutschland 1,02 Kilogramm. Liegt der Milchpreis bei 48 Cent (pro Kilogramm), bekommt der Bauer für einen Liter angelieferter Milch tatsächlich 48,96 Cent ausbezahlt.

    Info zu Milchpreisen:

    Anders als in der konventionellen Milchwirtschaft, ist der Preis bei Bio-Milch stabil und liegt bei rund 48 Cent, und damit rund 20 Cent höher als der für konventionelle Milch.

    Nur 2,3 Prozent der Milch wird in Deutschland bio produziert - die Nachfrage nach Bio-Milch steigt.

    Mit dem Ende der Milchquote kann nun jeder Bauer so viel Milch verkaufen, wie er möchte. Damit verstärkt sich die Exportorientierung und der Konkurrenzdruck durch Weltmarktpreise. Allein bei Frischmilch liegt der Selbstversorgungsgard bei rund 118 Prozent, bei Magermilchpulver bei 652 Prozent.

    Steckbrief über Gut Wilhelmsdorf

    • 330 landwirtschaftliche Fläche, davon sind 100 Hektar reine Wiesen und Weiden

    • 230 Milchkühe und weibliche Nachzucht

    • 40 Mitarbeiter in Voll- und Teilzeit, davon zwei Azubis

    • Hofmolkerei

    • 190 kW Biogasanlage, die mit Mist, Futterresten und etwas Mais betrieben wird

    • Vermarktung über Lieferservice, Supermärkte und Bioläden in Bielefeld

    Steckbrief zum Westhof

    • 1000 Hektar Gemüse

    • zwölf Festangestellte, 120 Saisonarbeitskräfte von zirka Mai bis November

    • Frischhandel, dazu wird zusätzlich vorrangig aus europäischen Ländern importiert, um den Großhandel ganzjährig mit Möhren beliefern zu können

    • Vermarktung an den konventionellen Großhandel sowie an Naturkosthändler

    • Eigene Tiefkühl-Produktion

    • Biogasanlage, die sowohl mit Resten aus der Ernte als auch Kleegras- und Blühwieseschnitt und nichtverkaufsfähigem Gemüse arbeitet

    Steckbrief zum Kiebitzhof

    • 15.000 Legehennen, aufgeteilt auf fünf Ställe

    • 210 Hektar Land, 4500 m² Gewächshäuser und 2 Hektar Freilandgemüse

    • Verarbeitung von Gemüse zu u.a. Aufstrichen, Chutneys, Einmachgläsern in einer hauseigenen Konservierung, eigene Bäckerei, Kartoffelschälbetrieb und Gemüseverarbeitung für Großküchen

    • 150 Arbeitsplätze für Menschen mit und ohne Behinderung

    • Alles, was auf dem Kiebitzhof produziert wird, geht entweder im Hofladen und Geschäften aus dem Umkreis von rund 30 Kilometern über das Kassenband oder wird über den Naturkostgroßhandel vertrieben.

    Wachsender Bio-Markt

    Dem Arbeitskreis Biomarkt zufolge, wurden auch im Jahr 2014 die meisten Bio-Lebensmittel im konventionellen Lebensmitteleinzelhandel verkauft.

    • Lebensmitteleinzelhandel: 53 Prozent (4, 21 Millarden Euro Umsatz)

    • Naturkostfachhandel: 33 Prozent (2,62 Milliarden Euro Umsatz)

    • Sonstige Verkaufsstätten (zum Beispiel Hofläden, Abokisten, Metzgereien, Bäckereien, Versandhandel): 14 Prozent (1,09 Milliarden Euro Umsatz)

    Während sich der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdreifacht hat, hat sich die Bio-Fläche in Deutschland gerade einmal verdoppelt - immer mehr Bio-Produkte müssen importiert werden, da das heimische Angebot nicht ausreicht.

    Quelle: www.ami-informiert.de, www.boelw.de

    Zur Person

    Stefan Möckel ist seit 2007 Experte für Naturschutzrecht am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig. Er promovierte 2005 zum Thema "Umweltabgaben zur Ökologisierung der Landwirtschaft".

    Über das Gutachten zur Pestizidabgabe

    Am 5. Oktober 2015 wurde ein Gutachten des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung über eine Pestizid-Abgabe vorgestellt. Grund für dieses Gutachten ist der steigende Pestizideinsatz in Deutschland und damit verbundene Risiken: 2014 wurden in Deutschland über 100.000 Tonnen Pflanzenschutzmittel mit knapp 35.000 Tonnen an Wirkstoffen verkauft (ohne Gase zum Vorratsschutz). Die Herbizide (Mittel gegen "Unkräuter"), Fungizide (Mittel gegen Pilzbefall), Insektizide (Mittel gegen Insektenbefall) und Wachstumsregler werden vor allem in der Landwirtschaft, mit Ausnahmegenehmigung auch bei Gleisanlagen oder auf Wegen und Plätzen verwendet. In den letzten 20 Jahren ist der Pestizid-Absatz  wieder deutlich angestiegen. Insgesamt sind in Deutschland derzeit 776 verschiedene Pflanzenschutzmittel und 276 Wirkstoffe zugelassen. Das Gutachten hat der Landwirtschaftsminister Schleswig-Holsteins, Robert Habeck (Grüne), in Auftrag gegeben.

    In Zahlen

    • Mehr als die Hälfte (51,7 Prozent) der Getränke in Deutschland werden in Einwegverpackungen verkauft , 32 Prozent in Mehrwegglasflaschen und knapp 15 Prozent in Mehrweg-Plastikflaschen, berichtet das Umweltbundesamt (Stand 2011). Hier geht's zur Grafik

    • Verkehr: Mineralwasser in Einwegflaschen legt bis zum Verbraucher im Schnitt 482 Kilometer zurück, Wasser in Mehrwegflaschen nur 258 Kilometer. "Viele regionale mehrwegorientierte Abfüller haben mit durchschnittlich 30 bis 100 Kilometer noch deutlich kürzere Distributionsradien", so die Deutsche Umwelthilfe

    • Die Pfandpflicht auf Einweg gilt nicht für Fruchtsäfte, Molkereiprodukte, Wein und Spirituosen (Begründung: zu viel Aufwand für relativ wenig Marktvolumen) sowie für sehr große Verpackungen (über drei Liter Inhalt, Begründung: keine Mehrwegalternative in der Größe vorhanden) und für ökologisch vorteilhafte Verpackungen. Hierzu zählen Kartons, Schlauchbeutel und Folien-Standbeutel. Mehr zu den Ausnahmen

    Wo eine ökologische Ausrichtung der Mehrwertsteuer ebenfalls wirkt:

    Solche Erhebungen wie jene für Lebensmittel gibt es auch für andere Bereiche: Streicht man die Mehrwertsteuer-Befreiung für inländischen Flugverkehr, könnte der Staat rund eine Milliarde mehr einnehmen. "Das ist in etwa der Betrag, den es braucht, um den öffentlichen Fernverkehr per Bahn steuerlich begünstigen zu können - so wie es in anderen EU-Ländern wie in Italien längst der Fall ist", sagt Bahn-Walkowiak.

    Auch wenn man handwerkliche Leistungen geringer besteuert, könnte das ein Anreiz sein, Gebäude energetisch sanieren oder Reparaturen durchführen zu lassen. "Auch das würde das EU-Recht zulassen."

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    Altglassammlung

    Die flächendeckenden Altglassammlungen gibt es in Deutschland seit 1974. Einige Kommunen stellen den Haushalten Tonnen zur Verfügung, andere stellen öffentliche Container auf. Nach Angaben der Gesellschaft für Glasrecycling und Abfallvermeidung gibt es mehr als 20 Altglasrecyclinganlagen in Deutschland und an die 30 Glashütten, in denen das Altglas der Haushalte wieder eingeschmolzen wird. 

    In Deutschland stellten Glashersteller 2013 laut Umweltbundesamt rund sieben Millionen Tonnen Glas her. Aus etwas mehr als der Hälfte wurden Behältnisse wie Flaschen, gefolgt von Flachglas (ein Drittel).

    Die Crowdfunding-Kampagne des Bunte-Burger-Restaurants

    • Das Bunte-Burger Team hatte drei Monate Zeit, um Geld auf der Crowdfunding-Plattform Startnext für ein veganes Bio-Burger-Restaurant in Köln zu sammeln.

    • Als Ziel haben die Initiatoren 80.000 Euro festgelegt. Eine Funding-Schwelle, also eine Art Etappenziel lag bei 45.000 Euro. Der Hintergrund: Je mehr Geld zusammenkommt, desto mehr kann das Bunte-Burger-Team auf Nachhaltigkeit bei Möbeln, Geräten und anderer Ausstattung achten. Denn diese kosten meist mehr als weniger nachhaltige. 

    • Jeder, der Geld gibt, erhält ein "Dankeschön", zum Beispiel Essensgutscheine oder sogar ein Wohnzimmerkonzert. Die Plattform bietet die Möglichkeit, Feedback an die Initiatoren zu geben. Direkte Mitbestimmungsrechte für die Geldgeber gibt es aber nicht.

    • Insgesamt gingen rund 46.000 Euro ein. Von diesem Betrag ging nicht alles direkt ins Restaurant: Marketing und Ausgaben für die "Dankeschöns" müssen abgezogen werden. So flossen rund 16.000 Euro direkt ins Restaurant.

    Weitere Infos, wie Crowdfunding funktioniert, gibt es hier: Wer ist diese Crowd und warum bekomme ich da Geld?

    So wächst der Markt im Crowd-Funding:

    Eine Studie der Cambridge University zeigt, dass in Europa rund drei Milliarden Euro in verschiedene Formen der Crowd-Finanzierung fließen. Im Jahr 2014 waren dies in Deutschland 140 Millionen Euro. Damit liegt Deutschland EU-weit auf Platz drei, hinter England und Frankreich. Der größte Teil der deutschen 140 Millionen entfällt mit 87 Millionen  auf das Crowdlending, gefolgt von Crowdinvestment (30 Millionen), Klassischem Reward Crowdfunding (17 Millionen) und dem Spenden Crowdfunding (6 Millionen).

    Quelle: www.germancrowdfunding.net

    Zugelassene Kupferwirkstoffe im deutschen Biolandbau

    Kupferhydroxid: Auch Blaukupfer genannt wegen des blauen Farbstoffs. Hilft gegen Kraut- und Knollefäule bei Kartoffeln, Falschen Mehltau beim Hopfen und Wein oder gegen Schorf und pilzliche Blattfleckenerreger beim Obst.

    Kupferoxichlorid: Grünkupfer, besteht aus Kupfer, Hydroxid und Chlor. Kommt im Obstbau und im Ackerbau zum Einsatz. Nach Bioland-Richtlinien ist Kupfer im Ackerbau nur bei Kartoffeln erlaubt - und auch nur mit Ausnahmegenehmigung.

    Kupferoxid: Verbindung aus Kupfer und Sauerstoff, schwarze Farbe.

    Kupfersulfat: Kupfersalz der Schwefelsäure. Wird im Weinbau verwendet.

    Zur Person

    Bernd Hommel ist stellvertretender Leiter des Julius Kühn-Instituts (JKI) in Berlin für ökologische Chemie, Pflanzenanalytik und Vorratsschutz. Er erforscht die Auswirkungen von Agrarchemikalien insbesondere auf den Regenwurm. Das JKI ist das Forschungsinstitut des Bundes für Kulturpflanzen in Deutschland.  

    Wie funktioniert das mit dem Düngen?

    • Pflanzen brauchen vor allem sechs Makronährstoffe: Stickstoff, Phosphor, Kalium, Kalzium, Magnesium und Schwefel; sowie sieben Mikronährstoffe: Kupfer, Zink, Eisen, Mangan, Molybdän, Bor und Chlor .Ohne diese Stoffe können die Pflanzen nicht wachsen.

    • In der konventionellen Landwirtschaft ist sowohl mineralischer Stickstoffdünger als auch wasserlösliches mineralisches Phosphat erlaubt. Biobauern dürfen nur Rohphosphat verwenden.

    • Obwohl es in Regionen mit intensiver Tierhaltung, also vor allem in Niedersachsen und Nordrheinwestfalen zu viel Wirtschaftsdünger gibt, wird hierhin auch noch Gülle aus den Niederlanden importiert. Der Grund: In den Niederlanden sind die Auflagen zur Düngung strenger, die niederländischen Intensivtierhalter müssen ihre Gülle also "loswerden". Dafür, dass sie diese auf die Felder in Nordwestdeutschland kippen dürfen, erhalten die Bauern hierzulande Geld. Weil aber einige Bauern Gülle nicht als wertvollen Nährstofflieferanten, sondern eher als Abfallprodukt betrachten, kaufen sie zusätzlich künstlichen Stickstoffdünger. Das schadet nicht nur der Umwelt, sondern auch den Finanzen der Bauern. Mineralischer Dünger ist nämlich teuer. Der jüngste Nährstoffbericht aus Niedersachsen rechnet vor: 67 Millionen Euro könnten die niedersächsischen Landwirte jährlich sparen, wenn sie auf mineralischen Stickstoffdünger verzichten würden - ohne dabei Ertragseinbußen zu haben.

    • Sowohl Stickstoff als auch Phosphor führen zur Eutrophierung von Gewässern, wenn die Belastung der Böden zu hoch wird.

    • Kali-Dünger brauchen die Pflanzen vor allem zur Regulierung des Wasserhaushaltes. In der Umwelt sind sie relativ unbedenklich.

    Quelle: www.ml.niedersachsen.de

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    Held auf dem Acker werden:

    248 Euro kostet ein 40 Quadratmeter großes Stück Feld für eine Saison von Mitte Mai bis Mitte November. Dafür kann man - sehr vorsichtig gerechnet - Gemüse im Wert von 500 Euro ernten, meist ist es mehr.

    Im Preis enthalten sind Jungpflanzen und Saatgut für die ganze Saison. 20 Sorten sind schon vorgepflanzt, zehn weitere kommen im Lauf der Saison hinzu, um die abgeernteten Reighen wieder zu füllen. Wer will, kann auch eignes Bio-Saatgut aussäen. Werkzeug und Gießkannen sowie Wasser sind an jedem Standort vorhanden.

    Zum Saisonstart bekommt jeder eine "Bedienungsanleitung" für den Acker, zudem gibt es an jedem Standort eine Auftakt-Veranstaltung.

    Mehr als zweimal im Monat erscheint ein Newsletter mit Anleitungen, Tipps und Rezepten. Zusätzlich kommt rund viermal im Jahr die Heldenpost, ein Kundenmagazin mit weiteren Umwelt-Tipps. Und falls man doch einmal nicht weiter weiß: Einfach die Ackerhelden-Hotline anrufen oder eine Mail schreiben.

    Bereits jetzt kann man sich für die kommende Saison 2016 anmelden. Wo es überall Standorte der Ackerhelden gibt, steht hier: www.ackerhelden.de

    Gemeinwohl-Ökonomie

    • Die Gemeinwohl-Bilanz ist Teil der Gemeinwohl-Ökonomie. Das ist ein alternatives Wirtschaftsmodell, das ökologisch und sozial nachhaltiges Unternehmertun unterstützt. Kernstück dieses Modells ist die Bilanz, mit welcher die Unternehmen zeigen, welchen Beitrag sie für das Gemeinwohl, also für Gesellschaft, Mitarbeiter und Umwelt leisten.

    • Die Gemeinwohl-Ökonomie setzt auf die Mittel der Marktwirtschaft, berücksichtigt aber soziale, ethische und ökologische Aspekte. Ziel dabei ist es, möglichst nachhaltig zu wirtschaften, da dies den Unternehmen Steuervorteile bringen soll. So sollen Produkte und Dienstleistungen, die sozial und ökologisch gerecht sind, geringer besteuert werden, als Produkte, die dem Mensch und der Natur schaden.

    • Auch bei der Gemeinwohl-Ökonomie dürfen Unternehmen finanzielle Gewinne machen - diese müssen aber in das nachhaltige Weiterkommen des Unternehmens investiert werden. Es geht um die Steigerung des Gemeinwohls, nicht um die Maximierung von monetären Gewinnen.

    • Ein finanzieller Gewinn kann beispielsweise für die Einrichtung eines Betriebskindergartens, die Anschaffung von Lastenfahrrädern oder eine Solaranlage verwendet werden.

    Verbraucher übernehmen Verantwortung

    Das Problem der Flächenkonkurrenz haben nun auch Nicht-Landwirte erkannt: Die im April 2015 gegründete BioBoden Genossenschaft kauft mit dem Geld ihrer Mitglieder Flächen und Betriebe für Öko-Bauern. Mit einer Einlage ab 1.000 Euro kann jeder helfen den Öko-Anteil an der landwirtschaftlichen Nutzfläche auszubauen.
    Infos: www.bioboden.de

    So reifen Bananen

    Bananen aus Übersee werden grün geerntet und auf der Überfahrt nach Deutschland gekühlt, damit sie nicht weiter reifen können. Dann behandelt man sie in Reifereien mit Ethengas, auch Ethylengas, genannt, damit  sie pünktlich gelb werden, wenn sie im Supermarkt ankommen. Ethen ist ein Pflanzenhormon, dass die Banane auch selbst bildet. Auch wenn sie natürlich reift, pflückt man sie grün. Denn sonst wandelt sie die Stärke nicht in Zucker um und wird mehlig anstatt süß. Auch Äpfel geben übrigens Ethen ab. Darum sollte man Äpfel und Bananen nicht nebeneinander aufbewahren. Sonst werden die Bananen schnell überreif und bekommen schwarze Flecken. 

    Bier mit Trinkhalm getrunken

    Weil vor 5.000 Jahren das Bier noch vollkommen unfiltriert war, hat man es mit einem Strohhalm getrunken. So blieben die Reste, etwa Teile der Getreidekörner, am Boden des Krugs.

    Wo wird wie viel getrunken?

    • Dem Statistikportal Statista zufolge haben die Tschechen in Europa den höchsten Bierkonsum: 144 Liter pro Jahr und Kopf. Die Deutschen tranken 2013 im Schnitt 107 Liter.

    • Nach Angaben der Privaten Brauereien in Bayern trinken die Tschechen auch am meisten Alkohol: jährlich rund 16,61 Liter reinen Alkohol pro Kopf. Im Ranking liegt Deutschland auf Platz 23 - mit 10,5 Litern.

    • Die meisten Menschen in Europa, die gar keinen Alkohol trinken, leben in Portugal, dort sollen es 42 Prozent der Bevölkerung sein. In Deutschland leben 19 Prozent der Bevölkerung abstinent.

    Quellen: www.statista.de, www.private-brauereien.de

    Bierabsatz in Deutschland

    2014 verkauften die Brauer in Deutschland 95,6 Millionen Hektoliter Bier. Laut statistischem Bundesamt ist das seit 2006 der erste Anstieg des jährlichen Bierabsatzes im Vergleich zum Vorjahr. 2013 waren es nämlich noch 1 Million Hektoliter weniger.

    Biermischungen, also Bier gemischt mit Limonade, Cola, Fruchtsäften und anderen alkoholfreien Zusätzen, machten 2014 mit 4,1 Millionen Hektolitern 4,3 Prozent des gesamten Bierabsatzes aus. Gegenüber dem Jahr 2013 wurden in diesem Segment 2,4 Prozent weniger abgesetzt. 

    83,7 Prozent des gesamten Bierabsatzes waren für den Inlandsverbrauch bestimmt.

    Quelle: www.destatis.de

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    Zur Person

    Matin Qaim ist Professor für Welternährungswirtschaft und Rurale Entwicklung an der Universität Göttingen. Er gilt als Gentechnikbefürworter.

    Über den Hof

    • Auf dem Hof wohnen 16 Menschen mit geistiger Behinderung in mehreren Wohngruppen.

    • Sie können auf dem Hof auch ihre Freizeit gestalten: Vom Reiten bis zum gemeinsamen Schwimmbadbesuch - das hat einigen schon zu vielen Erfolgen bei den Special Olympics verholfen.

    • 23 Menschen mit Behinderung gibt der Hof einen Arbeitsplatz.

    • Die Arbeitsbereiche sind unterschiedlich: Landwirtschaft, Hofladen, Hofcafé, Wurstverarbeitung, Haushalt. Jeder Mitarbeiter muss in einem regelmäßigen Turnus die Bereiche durchlaufen. Ziel: Die Arbeit der anderen wertzuschätzen, neue Fähigkeiten erlernen.

    • Laut Gesetz haben erwachsene Menschen Anspruch auf einen Werkstattplatz, die wegen der Art oder Schwere ihrer Behinderung keine betriebliche Berufsausbildung und keine übliche Erwerbsarbeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt bekommen. Infos: www.bagwfbm.de

    Was macht den Unterschied?

    Für Bio-Tofu werden nur Sojabohnen aus ökologischem Anbau verwendet. Gentechnisch veränderte Bohnen sind nicht erlaubt. Auch bei anderen Sojaprodukten sollte man zu Bio greifen. Denn bei der konventionellen Herstellung kann Hexan zum Einsatz kommen. Das ist ein chemisches Lösungsmittel, das Sojaöl vom Sojaprotein trennt. Sojaprotein steckt zum Beispiel in vielen Powerriegeln.

    Weitere Urlaubstipps

    • Urlaub im Bioland: Lust auf Urlaub auf einem Bioland-Hof oder in einem Hotel mit Bioland-Küche? In einer interaktiven Karte auf der Bioland-Homepage können Sie nach Bioland-Gastgeberhöfen (Rubrik Service/Urlaub) und Bioland-zertifizierten Hotels (Rubrik Service/Gastronomie) suchen.

    • Camping auf dem Bauernhof: Auf vielen Bioland-Höfen können Urlauber, die mit Wohnmobil oder Wohnwagen unterwegs sind, außerdem eine Nacht kostenlos stehen. Hier finden Sie die Adressen.

    • Social Travel statt Pauschalreise: Warum nicht mal privat unterkommen statt in einer Bettenburg? Portale wie airbnb oder wimdu machen es möglich. In Großstädten sollte man aber darauf achten, dass in der angemieteten Privatwohnung nicht das ganze Jahr über nur Feriengäste wohnen. Denn immer mehr Eigentümer vermieten am liebsten nur noch an Urlauber, weil's lukrativer ist. Das verschärft aber die Wohnraumnot.

    • Bett und Bike: Mit dem Fahrrad das Land erkunden - das geht nicht nur in den Niederlanden. Hier finden Sie radfreundliche Unterkünfte.

    • Ökologische Reiseanbieter gibt es ganz schön viele. Und jede Menge verschiedene Zertifikate für einen "grünen" Tourismus. Ein einheitliches europäisches Umweltzeichen für Tourismus gibt es noch nicht. Da gilt: gGenau hinsehen. Hier ein kleiner Überblick.

    Neuer EU-Vorstoß zu Importverbot

    Am 23. April hat EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker einen Vorschlag gemacht, dass auch Importe von GVOs national geregelt werden können. So soll künftig jeder EU-Staat darüber entscheiden können, ob er gentechnisch veränderte Pflanzen, etwa als Futtermittel, einführen will oder nicht. Umweltverbände empfinden das als absurd: Bei einem gemeinsamen Binnenmarkt mit offenen Grenzen könne man das kaum kontrollieren. Der einzige Weg, Gentechnikfreiheit sicherzustellen, sei ein komplettes, EU-weites Verbot- sowohl vom Anbau als auch vom Import.

    Gentechnik weltweit

    • Auf 3,6 Prozent der weltweiten landwirtschaftlichen Nutzfläche (5 Milliarden Hektar) und 12,9 Prozent der weltweiten Ackerfläche (1,4 Milliarden) werden gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut.

    • Das bedeutet auch: 96,4 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche beziehungsweise 87,1 Prozent der Ackerfläche sind gentechnikfrei.

    • Der Großteil der GV-Pflanzen wächst in fünf Ländern: in den USA (40 Prozent), Brasilien (23 Prozent), Argentinien (13,4 Prozent), Kanada (6,4 Prozent) sowie in Indien (6,4 Prozent). Insgesamt sind bei der ISAAA rund 40 Länder gelistet, in denen Gentech-Pflanzen zugelassen sind.

    • Insgesamt steigt die Fläche, auf der GV-Pflanzen angebaut werden, die Wachstumsraten sinken jedoch.

    Weitere Infos und Statistiken: www.isaaa.org und www.keine-gentechnik.de

    Verbot der Sorte MON 810 in Frankreich

    Wie schwierig es momentan noch ist, Gentechnik auf dem Acker zu verbieten, zeigt das Beispiel Frankreich. Drei Anläufe für ein Verbot der gentechnisch veränderten Maissorte MON 810 hat es dort gebraucht, bis der Gesetzestext endlich rechtsgültig war. Zuvor wurde das Verbot immer wieder vom Obersten Verwaltungsgericht gekippt, mit der Begründung: Eine Schädlichkeit der Gentechnik-Maissorte konnte die französische Regierung nicht glaubhaft beweisen.

    Das war allerdings noch unter der alten EU-Regelung so.

    Was kostet Soja?

    Für europäische Soja-Futterbohnen zahlt man derzeit 900 bis 1000 Euro pro aufbereitete Tonne. Sojabohnen aus China liegen deutlich drunter, sie sind im Schnitt 20 Prozent günstiger und werden meist für Biofutter hergenommen, das nur dem EU-Ökostandard entsprechen muss und nicht den strengeren Richtlinien der Bio-Anbauverbände. Zum Vergleich: Andere Bestandteile von Bio-Futtermischungen für Schweine und Hühner sind zum Teil um die Hälfte günstiger. Getreide liegt bei 300 bis 400 Euro pro Tonne, Futtererbsen bei 400 bis 500 Euro und Sonnenblumenkuchen bei 400 Euro. Der Preis für konventionelle Sojabohnen liegt bei 350 bis 450 Euro pro Tonne.

    So macht man Tofu

    Die Sojabohnen werden über Nacht eingeweicht. Sie quellen und keimen an. Dann werden sie gemahlen und mit Wasser aufgekocht. Anschließend mahlt man sie erneut und schleudert sie. Dabei trennt sich die Sojamilch von den festen Bestandteilen (Okara genannt). In die heiße Sojamilch kommt ein Gerinnungsmittel (Lord of Tofu verwendet dafür Kombucha und fünf Prozent Nigari, das ist Magnesiumchlorid). Das führt dazu, dass das Sojaeiweiß (der Tofu) wie beim Quark- oder Käsemachen ausflockt. Es wird aufgefangen und gepresst, die Molke fließt ab.    

    Was sind eigentlich Backmittel?

    Backmittel sind Mischungen, die die Herstellung von Backwaren vereinfachen und für eine gleichbleibende Qualität sorgen sollen.

    Typische Bestandteile konventioneller Backmittel sind Emulgatoren, Ascorbinsäure und Enzyme. Ascorbinsäure (Vitamin C) und Enzyme sind auch nach EU-Ökoverordnung erlaubt, nicht aber nach den Bioland-Richtlinien.

    In Bioland-zertifizierten Backmitteln dürfen unter anderem Malzextrakte, Bio-Sojalecithin als pflanzlicher Emulgator und Acerolapulver (Kirsche) als natürlicher Vitaminträger enthalten sein. 

    Eine Sorte darf nur dann verkauft werden, wenn sie offiziell beim Bundessortenamt gelistet ist – also die Sortenprüfung mit den verschiedenen Kriterien bestanden hat. Es gibt aber auch Ausnahmen für alte Sorten, die als Amateursorten gelistet sind. Deren Saatgut darf man nur in kleinen Mengen verkaufen.

    Kohlgemüse

    Weißkraut, Rotkraut, Kohlrabi, Brokkoli, Karfiol, Rosenkohl und Grünkohl gehen auf eine einzige Wildart zurück. Über die Jahrhunderte hinweg haben Bauern aus aller Welt aus dieser einen Sorte viele verschiedene gezüchtet. Beim Kraut verschwinden die Knospen fast komplett, hier will man, dass die Blätter gut wachsen. Beim Blumenkohl will man fast das Gegenteil: Hier soll sich die Knospe, also der Kopf, gut entwickelt. Die Blätter außen herum sollen diesen lediglich schützen.

    Immer mehr Sorten sind Hybride

    Der Anteil der gelisteten Hybridsorten nimmt immer weiter zu. 204 hybride Karottensorten waren im Jahr 1985 im gemeinsamen EG-Sortenkatalog gelistet. Das sind 43% aller Karottensorten. Im Jahr 1999 lag der Anteil bereits bei 366 Sorten und 73%. Bei Tomate; Paprika oder Chinakohl liegen die Anteile mittlerweile bei circa. 80%.

    In der Liste des Bundessortenamtes ist nur ein einziger Spargel gelistet, der keine Hybridsorte ist.

    Nicht alle Hybridsorten sind mit CMS enstanden. Während es laut EU Öko-Verordnung erlaubt ist, CMS-Saatgut einzusetzen, haben das die meisten Anbauverbände wie Bioland, Naturland, Demeter und Gäa für ihre Mitglieder verboten.

    Infos:www.biofair-vereint.de, www.andrea-heistinger.de, www.bundessortenamt.de

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    Saatgutkonzerne versuchen mit Patenten das Züchterprivileg zu umgehen. Das Züchterprivileg ist ein Recht, dass besagt, dass jeder Züchter jede Sorte zur weiteren Zucht verwenden darf. Selbst wenn ein Konzern kein Patent innehat, versucht er mit dubiosen Hinweisen Rechtsunsicherheit zu schaffen - und so andere Züchter, also Wettbewerbskonkurrenten, auszuschalten. Ein Beispiel:

    "Wichtiger Hinweis: Für dieses Produkt gelten Verwendungsbeschränkungen. (...) Durch das Öffnen der Packung und Verwenden des darin enthaltenen Saatgutes bestätigen Sie, dass Sie sich dazu verpflichten, diese Verwendungsbeschränkungen einzuhalten. Syngenta Crop Protection AG oder ihre Lizenzgeber sind die Schutzrechtsinhaber für dieses Produkt, einschließlich seiner Verpackung, das gewerblichen Rechtsschutz genießt. (...) Die Verwendung des Saatgutes für die Produktion von Saaten für Wiederaussaat, Forschung, Zucht, molekulare oder genetische Charakterisierung oder Erbgutanalyse ist streng verboten, es sei denn, dies ist ausdrücklich gesetzlich erlaubt."

    Auch die Getreidezüchtung Peter Kunz bestätigte, dass sie schon viele dieser Hinweise in Saatgutproben erhalten habe. Bislang beruft sich das Unternehmen jedoch auf das Züchterprivileg.

    Zur Person:

    Christoph Then (Jg. 1962) ist promovierter Tierarzt und arbeitet für den Verein Testbiotech e.V. - Institut für unabhängige Folgenabschätzung in der Biotechnologie, den er 2009 gründete. Der Verein veröffentlicht vor allem unabhängige Studien zum Thema Gentechnik und Patente. Zuvor arbeitete Then unter anderem für Foodwatch und Greenpeace sowie für das Gen-ethische Netzwerk. Bereits 1992 gründete er die Initiative "Kein Patent auf Leben!"

    Text im Koalitionsvertrag

    "Das bestehende Patentierungsverbot auf konventionelle Züchtungsverfahren, daraus gewonnene Tiere und Pflanzen sowie auf deren Produkte und auf das zu ihrer Erzeugung bestimmte Material soll durchgesetzt und die einschlägigen europäischen Vorschriften präzisiert werden."

     

    So steht es im Koalitionsvertrag - ein entsprechendes Gesetz gibt es noch nicht.

    Patentierte Natur?

    In Deutschland wurde das Patentrecht erst im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts eingeführt, Patente auf Medikamente waren sogar bis Ende der sechziger Jahre verboten. Stattdessen war es Usus, Saatgut zu tauschen und an die lokalen Bedingungen anzupassen - egal, ob es sich dabei um Pflanzen für die menschliche und tierische Ernährung oder um Heilpflanzen handelte. Das Wissen über Anbau und Wirkung wurde frei weitergegeben. Auch heute ist es in einigen Kulturen noch völlig undenkbar, die Ressourcen der Natur als Privateigentum zu betrachten. Bei vielen Völkern herrscht das Verständnis: Die Natur gehört allen.

    Länder, die der Welthandelsorganisation beigetreten sind, sind jedoch dazu verpflichtet, Patente zuzulassen. Dies regelt das TRIPS-Abkommen. Allerdings schreibt es nicht vor, dass man auch Patente auf Pflanzen und Tiere zulassen muss.

    Immer mehr Patente auf konventionelle Zucht

    Nicht nur die Zahl der Anträge auf Patente auf Pflanzen und Tiere, auch die Zahl der tatsächlich erteilten Patente wächst rasant:

    • Bis zum Jahr 2000 lagen rund 2000 Anträge beim Europäischen Patentamt vor, weniger als 500 Patente wurden bis dahin erteilt.

    • 2013 sah die Situation schon ganz anders aus: Die Zahl der Anträge beläuft sich auf rund 8.000, 2.400 davon wurden bis dahin erteilt.

    • Während der Hauptteil Patente auf gentechnisch veränderte Pflanzen und Tiere umfasst, steigt in den letzten Jahren auch immer mehr der Anteil von Patenten auf Pflanzen und Tiere, die konventionell - also durch herkömmliche Kreuzungsverfahren - gezüchtet wurden. Über 1.000 solcher Anträge gibt es, bereits 120 davon wurden schon erteilt.

    • Ein Grund für die Patentpolitik der Unternehmen: Der Markt für Gentechnik in Europa wächst nicht, in Deutschland etwa dürfen gentechnisch veränderte Organismen nicht angebaut werden. Nur in Spanien, Portugal, Tschechien, der Slowakei und Rumänien wächst Gen-Mais. Die Anbaufläche ist allerdings sehr gering. Außerdem ist der Züchtungserfolg mit herkömmlichen Methoden größer als mittels Gentechnik.

    Verlust der Vielfalt

    Über Jahrtausende hinweg wurden ca. 3.000 Sorten Weizen und 6.000 Sorten Mais gezüchtet. Diese waren jeweils gut an die Bodenverhältnisse und Witterungsbedingungen vor Ort angepasst. Heutzutage werden hauptsächlich nur noch wenige Hochleistungssorten angebaut, die vor allem einen großen Ertrag  - vorausgesetzt die Pflanzen erhält genug Dünger - bringen. Deshalb sterben immer mehr Sorten aus. In den letzten 100 Jahren sind laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) rund 75 Prozent der Vielfalt an Kulturpflanzen verloren gegangen. 

    Mit gerade einmal 30 Pflanzenarten werden heute 95 Prozent des Kalorienbedarfs der Weltbevölkerung erzeugt. 50 Prozent des menschlichen Energiebedarfs werden sogar alleine durch drei Pflanzen gedeckt: Weizen, Reis und Mais.

    Genbanken in Deutschland

    In der Genbank in Gatersleben lagern vor allem Pflanzen, die landwirtschaftlich oder gartenbaulich genutzt werden - also Getreide, Gemüse, Kartoffeln und die jeweiligen Wildformen dazu. Pflanzen die sich vegetativ, also nicht über Samen (wie etwa der Knoblauch) vermehren, umfasst die Sammlung ebenfalls. www.ipk-gatersleben.de

    Verschiedene Obstsorten, vor allem Äpfel, werden in Deutschland in der Genbank in Dresden Pillnitz erhalten. www.deutsche-genbank-obst.de

    Tabak sowie verschiedene Wild- und Kulturarten bewahrt das Landwirtschaftliche Technologiezentrum Augustenberg. www.ltz-bw.de

    Auch botanische Gärten sowie verschiedene Einrichtungen der Länder tragen dazu bei, Saatgut zu erhalten.

    Die größte Genbank der Welt

    Die meisten Genbanken setzen auf eine Art "externe Festplatte" - das Svalbard Global Seed Vault im norwegischen Spitzbergen. Das ist eine Supergenbank, die erdbebensicher tief unter der Erde im Permafrost ist. Dorthin schicken alle Genbanken ihre Samen als eine Art "Kopie". Diese Samen werden regelmäßig durch neue ersetzt, um das Saatgut keimfähig zu halten.

    Art, Gattung - was ist der Unterschied?

    Der erste Teil eines Namens bezeichnet die Gattung, der zweite die Art, zum Beispiel Triticum durum: Triticum ist die Gattung, nämlich der Weizen, durum bezeichnet die Art, hier handelt es sich also um Hartweizen.

    Wo wir unser Brot kaufen

    Rund 13.000 Handwerksbäcker gibt es laut Deutschem Bäckerverband bei uns noch. Sie betreiben zwei bis zehn Filialen mit insgesamt rund 280.000 Mitarbeitern. Daneben gibt es Großbäckereien wie Lieken oder die Harry-Brot GmbH, die nach Angaben des Verbandes der Großbäckereien den größten Marktanteil am Branchenumsatz von 18 Milliarden Euro halten. Die Rede ist von 60 Prozent. Die meisten Verbraucher kaufen ihr Brot nicht mehr in einer Bäckerei (ob groß oder klein), sondern in Discountern und Backshops. Rund vier von zehn Broten wurden 2013 aber noch in einer Bäckerei gekauft (Gesellschaft für Konsumforschung). Der Bio-Anteil der verkauften Brote lag 2013 laut der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft AMI bei vier Prozent.

    Stickstoff ist ein wesentlicher Baustein für alle Lebewesen - in zu hoher Konzentration ist er allerdings schädlich. Stickstoff hat die chemische Bezeichnung N. Stickstoffverbindungen sind beispielsweise auch Lachgas
    (N2O), das rund 300-mal klimaschädlicher ist als CO2. Auch Nitrat ist eine Stickstoffverbindung (NO3). Eine erhöhte Nitratkonzentration im Trinkwasser kann zu Gesundheitsschäden führen, deshalb mussten schon mehrere Wasserwerke Brunnen schließen. Beide Stoffe kommen durch Dünger in die Umwelt.

    Auch Amoniak ist eine Stickstoffverbindung. Dieser Stoff unterliegt der sogenannten NEC-Richtlinie (2001/81/EG, NEC = National Emission Ceilings), welche die Emissionshöchstmengen für Luftschadstoffe festlegt. In einem Antrag der Grünen im Bundestag heißt es: "Der Höchstwert, der für Deutschland 550 Kilotonnen pro Jahr beträgt, wurde im Jahr 2010 mit 552 Kilotonnen knapp verfehlt, im Jahr 2011 aber mit 563 Kilotonnen wieder deutlich überschritten." Weiter heißt es, dass 95 Prozent aller Amoniak-Emissionen aus der Landwirtschaft stammen. Quelle: bundestag.de

    Das Forschungsinstitut Biologischer Landbau (FIBL) und die Welternährungsorganisation haben in einer Studie herausgefunden: Lebensmittelmüll kostet der Weltgemeinschaft rund vier Prozent des globalen Bruttosozialprodukts - 2,6 Billionen US-Dollar:

    • Die direkten Kosten durch die verlorene Produktion machen etwa eine Billion US-Dollar aus,

    • die Umweltkosten (Treibhausgasemissionen, Wasserverbrauch) belaufen sich auf etwa 700 Milliarden

    • die sozialen Kosten (Gesundheitskosten, Konflikte, Wohlfahrtsverluste aufgrund schwindender Lebensgrundlagen) betragen rund 900 Milliarden US-Dollar.

    Quelle: www.fibl.org

    Lebensmittelmüll weltweit

    Laut der Welternährungsorganisation FAO werden in Europa und Nord-Amerika 95 bis 115 Kilo Lebensmittel jährlich von den Verbrauchern verschwendet. In den Ländern südlich der Sahara genauso wie in Süd- und Südost-Asien werfen die Menschen sechs bis elf Kilo weg. Dies wird jedoch meist an Tiere weiterverfüttert.

    www.fao.org

    Projekt im benachbarten Landkreis

    Der Schlachthof in Fürstenfeldbruck ist nicht der einzige, an dem sowohl Landwirte, Verbraucher und Händler beteiligt sein. Auch im oberbayrischen Niederhummel bei Freising wird gerade eine Metzgerei mit einem eigenen Schlachtbetrieb gebaut.

    Infos: www.tagwerk.net

    In Deutschland werden jährlich rund 59 Millionen Schweine, 3,2 Millionen Rinder und 628 Millionen Hühner geschlachtet, der Großteil von ihnen in industriellen Großschlachthöfen. In Wietze bei Celle, wo Europas größter Geflügelschlachthof steht, können pro Stunde 27.000 Tiere getötet werden. Bei der Eröffnung vor zwei Jahren haben tausende Menschen dagegen protestiert. Denn um ausgelastet, also rentabel zu sein, braucht der Megaschlachthof auch jede Menge Tiere – und diese kommen aus industrieller Massentierhaltung.

    Quellen: Statistisches Bundesamt, Fleischatlas 2013

    Etwa ein Drittel des Umsatzes mit Lebensmitteln in Deutschland wird in der Außer-Haus-Verpflegung gemacht. Also zum Beispiel in Restaurants, Hotels und Kantinen. Für den Bio-Markt spielt das Auswärtsessen allerdings noch keine große Rolle: Der Anteil liegt geschätzt bei gerade einmal fünf Prozent des gesamten Bio-Umsatzes - ähnlich wie in Frankreich. Ganz anders Italien: Dort wird Bio in Kantinen schon lange gefördert. Der Anteil liegt bei 14 Prozent, in den Niederlanden sogar bei 15 Prozent.

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    Der Markt für Geflügelfleisch

    • 2013 aßen die Deutschen 19,4 Kilo Geflügelfleisch, davon entfallen 11,7 Kilo auf Hähnchenfleisch.

    • Weil die Deutschen vor allem Brustfleisch essen, sind sie bereit für dieses Stück mehr als dreimal so viel wie für andere Fleischteile zu zahlen.

    • 1993 wurden Hühner zu 70 Prozent als ganzes Tier verkauft, heute werden Hühner zu 80 Prozent in Teilstücken angeboten.

    • In den letzten 14 Jahren hat sich die Geflügel­fleisch­produktion mehr als verdoppelt - von rund 370.300 auf nun 747.300 Tonnen.

    • Deutschland importierte 2011 500.000 Tonnen Geflügelfleisch, da die Menge an Brustfleisch hier nicht ausreicht.

    • Im Jahr 2000 exportierte Deutschland rund 5 Tonnen nach Afrika, heute sind es rund 43.000 Tonnen, die gesamte EU exportiert rund 500.000 Tonnen Geflügelfleisch nach Afrika.

    Bei den Masthähnchen kommt es nicht auf das Geschlecht an. Da die Rasse auf schnelles Wachstum gezüchtet ist, setzen männlich wie weibliche Tiere schnell Fleisch an. Die Küken werden also nicht getötet. Die Tiere werden vor ihrer Geschlechtsreife geschlachtet. Dann haben sie ihr Schlachtgewicht erreicht. Ohnehin würde dann bald der Testosteron-Spiegel der Tiere steigen: Der Stall wäre eine einzige Arena für Hahnenkämpfe. Und die gehen mitunter sogar tödlich aus.

    Das ist auch in der Natur so: Es schlüpfen zwar genauso viele männliche wie weibliche Küken, doch die erwachsenen Tiere organisieren sich in einem Harem. Dort leben circa 50 bis 60 Hühner mit ein oder zwei Hähnen - den zwei stärksten. Die schwächeren Hähne werden zwar manchmal geduldet, müssen aber mehr oder weniger als Einzelgänger am Rand der Gruppe leben.

    Würden die weiblichen Tiere erst nach ihrer Geschlechtsreife geschlachtet werden, würden auch sie anfangen Eier zu legen - aber weitaus weniger als ein Huhn einer Legerasse.

    "Für alle Lebensmittel, die ein Mensch pro Jahr in Deutschland kauft, nimmt er die Fläche eines halben Fußballfeldes in Anspruch, verbraucht 84 Badewannenfüllungen an Wasser und emittiert drei Tonnen Treibhausgase, was den CO₂-Emissionen eines Hin-und Rückflugs von Frankfurt nach New York entspricht. Hochgerechnet auf circa 80 Millionen und  EU-weit 505 Millionen Menschen ergeben sich daraus immense Umweltwirkungen." (aus einer Nachricht des Umweltbundesamtes)

    Foodsharing e.V.

    Den Verein hat der Dokumentarfilmer Valentin Thurn 2012 gemeinsam mit anderen Aktiven gegründet, nachdem er mehrere Filme zum Thema Lebensmittelmüll gedreht hat. Kernstück des Vereins ist die Internetplattform www.foodsharing.de auf der sowohl Händler als auch Privatpersonen überschüssige Lebensmittel anbieten können. Hier findet man außerdem eine Übersicht der "Fairteiler" - also der öffentlich zugänglichen Regale oder Kisten mit Lebensmitteln. Der Verein stellt außerdem die Ausweise für die Lebensmittelretter aus, vernetzt Aktive und gibt Tipps zur Hygiene und zur Organisation. Viele Gruppen vernetzen sich allerdings via Facebook und posten dort, wo man kostenlos Essen abholen kann.

    Antje

    Schiffers, geboren 1967 in Heinrichsdorf bei Wolfsburg, ist Künstlerin und arbeitet mit unterschiedlichsten Methoden. Ein mehrjähriges Projekt von ihr heißt "Ich bin gerne Bauer und möchtes es gerne bleiben". Darin nimmt sie Kontakt mit Bauern und Bäuerinnen in verschiedenen Ländern auf, lässt sich von ihnen ihre Lebensgeschichte erzählen und malt ihnen im Gegenzug dafür ein Gemälde. Seit 2003 arbeitet sie mit der Künstlergruppe "MyVillages" zusammen, mit der sie auch die "Vorratskammer" für das Festival "Überlebenskunst" organisiert hat.

    www.antjeschiffers.de

    Test im Labor: Bei den Bienen ist es ähnlich

    Bei den Bienen stehen auch Pestizide, vor allem sogenannte Neonikotinoide, in der Kritik, weil sie den Bienen schaden. Es wird jedoch auch behauptet, dass die Bienen in Labortests nicht geschädigt werden. Es reicht aber nicht festzustellen: Die Biene ist im Labor nicht tot umgefallen. Denn: Im Labor bekommt die Biene auch Futter und muss sich um nichts kümmern. In der Natur dagegen muss sie sich gegen Parasiten verteidigen, Pollen und Nektar sammeln, und kommt dann mit dem Pestizid in Kontakt. Auch dann stirbt sie nicht sofort. Aber: Sie muss auch wieder zu ihrem Stock zurückfinden - und das kann sie nicht, weil das Pestizid ihr Nervensystem angegriffen und die Biene keine Orientierung mehr hat. Und dann stirbt sie.

    Bei Tieren im Fluss und im Bach ist das ähnlich. Da kann es auch sein, dass sie nicht unmittelbar nach dem Pestizideinsatz sterben - aber in der Natur müssen sie sich zum Beispiel noch vor Fressfeinden verstecken. Und dazu sind sie dann zu schwach.    

    Europäische Gewässer stärker durch Chemikalien belastet als bislang angenommen

    So titelte mitte Juni das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung. Bei dieser Untersuchung ging es generell um die chemische Belastung in Gewässern. Die meisten der Substanzen, die in der Studie als Risiko für die Umwelt eingestuft wurden, waren auch hier Pestizide.  

    Weitere Infos: www.ufz.de

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    Fotostrecke

    Woher kommt das Nitrat im Wasser?

    Pflanzen nehmen Nitrate als Nährstoff und wichtige Stickstoffquelle auf. Die Landwirte düngen entweder organisch (also mit Komposten oder den Exkrementen von Tieren) oder künstlich mit Stickstoffdünger. Die Pflanzen können aber nicht unbegrenzt Stickstoff für ihr Wachstum aufnehmen. Wenn der Bauer zu viel düngt, landet der restliche Stickstoff im Wasser.

    Bekämpfung der Varroa-Milbe

    • Die Milbe mit dem lateinischen Namen "Varroa destructor" nistet sich in die Brutzellen der Bienen ein. Dort sticht sie in die Puppe und saugt ähnlich wie ein Vampir, die noch ungeschlüpfte Biene aus.

    • Besonders Drohnenbrut ist davon betroffen - deshalb schneidet diese Waben der Imker heraus.

    • Bio-Imker dürfen keine Chemiekeulen zur Schädlingsbekämpfung verwenden.

    • Nur natürliche Säuren sind erlaubt, wie Ameisen- und Oxalsäure.

    • Diese schaden den Bienen nicht, auch im menschlichen Stoffwechselprozess ist Oxalsäure ein Abbauprodukt.

    • Auch in Lebensmitteln kommt Oxalsäure vor, etwa in Mangold und Rhababer.

    Neue Regeln für Bio

    Die wichtigsten Änderungesvorschläge für die EU-Öko-Verordnung im Überblick:

    • Keine Teilumstellungen mehr möglich: Das heißt, wer Bio-Bauer sein will, muss einen kompletten Betrieb auf bio umstellen. Bei den Anbauverbänden ist das schon von Anfang an so.

    • Alle Einzelhändler sollen nun kontrollpflichtig werden. Es werden also nicht mehr nur die Erzeuger und Verarbeiter kontrolliert, sondern nun auch der komplette Handel.

    • Für Bio-Lebensmittel gelten künftige eigene, besonders strenge, Grenzwerte für Pestizide und gentechnisch veränderte Organismen. Das ist ein Systemwechsel: Die Kontamination im Endprodukt steht im Vordergrund und weniger die umweltfreundliche Methode.  

    • Die Umstellung auf ökologisches Saat- und Pflanzgut soll forciert werden (bis 2021).

    Was regelt die EU-Öko-Verordnung?

    In der EU-Öko-Verordnung wird definiert, wie landwirtschaftliche Erzeugnisse, die als Öko- oder Bio-Produkte gekennzeichnet sind, erzeugt und hergestellt werden müssen. Die wichtigsten Punkte dabei sind:

    • Keine chemisch-synthetischen Pestizide

    • Keine synthetischen Kunstdünger

    • Keine Verwendung gentechnisch veränderter Organismen

    • Mehrgliedrige Fruchtfolgen (keine Monokulturen)

    • Mehr Platz im Stall, Auslauf und Tageslicht für Tiere

    • Weniger Zusatzstoffe (49 statt 316)

    • Ein Bio-Produkt muss zu 95% aus Zutaten aus ökologischem Anbau bestehen

    Zur EU-Öko-Verordnung: www.bmelv.de

    Kleine Warenkunde: Topinambur

    Topinambur ist eine Sonnenblumenart, an deren Wurzeln die essbaren Knollen wachsen. Das Wurzelgemüse schmeckt gekocht, gedünstet, gebraten aber auch roh. Es hat einen angenehmen, nussigen, süßlichen, an Artischoke erinnernden Geschmack.Topinambur enthält keine Stärke sondern Inulin, ein stärkeähnliches Kohlehydrat, welches Diabetiker gut vertragen.Wenige Kalorien und der hohe Ballaststoffgehalt macht es zu einem idealen Begleiter für eine Diät. Topinambur ist auch unter den Namen Erdartischocke, Erdbirne oder Rosskartoffel bekannt.

    Jane Muncke hat an der ETH Zürich promoviert. Dort studierte sie Umwelt-Toxikologie und Umweltnaturwissenschaften. Ihr Fachgebiet sind endokrine Disruptoren, also Stoffe, die hormonähnliche Wirkung haben und durch Verpackungen in den Menschen und die Umwelt gelangen. Sie ist Mitglied bei der Society of Toxicology (SOT), der American Chemical Society (ACS) und der Society of Environmental Toxicology and Chemistry (SETAC).

    Martin Koller mit einer Tüte Schlachtabfällen (Foto: Animpol)

    Zur Person:

    Martin Koller arbeitet am Institut für Biotechnologie und Bioprozesstechnik der TU Graz. Dort leitet er das EU-Projekt Animpol. Hier wird daran geforscht, wie man aus Tierabfällen Kunststoff und Treibstoff erzeugen kann. Denn jährlich fallen europaweit rund eine halbe Million Tonnen Lipide, also Fette, aus Schlachthöfen und Tierkörperverwertungsanstalten an. Davon wird der Großteil verbrannt.

    • 10.000 Plastiktüten gehen in Deutschland pro Minute über die Ladentheke

    • Das sind jährlich  5,3 Milliarden Stück

    • 100.000 Tonnen Kunststoff

    • sowie 160.000 Tonnen Kohlendioxid.

    Quelle: Deutsche Umwelthilfe

    Arbeitsteilige Schweinehaltung

    Zuchtbetriebe haben andere Herausforderungen zu bewältigen als Mastbetriebe. Züchter müssen eng getaktete Zyklen einhalten: 115 Tage von der Stimulation der Sauen über die Befruchtung bis hin zur Geburt der Ferkel. Für jedes Stadium gibt es eigene Bereiche im Stall, etwa einen Gang, der an den Buchten vorbeiführt - für den Zuchteber, um die Sauen in Stimmung zu bringen. Eine Woche vor Geburtstermin werden die trächtigen Sauen separiert und kommen in einen Abferkelstall. Dieser ist mit einer zusätzlichen auf 35 Grad Celsius aufgeheizten Nestbucht für die Frischlinge ausgestattet.

    So viele Menschen leben vegetarisch

    • In Deutschland: 1,5 Millionen

    • In den USA: 15 Millionen

    • In Indien: 375 Millionen

     

    800.000 Menschen leben in Deutschland vegan.

    Quelle: Fleischatlas und Vegetarierbund

    ZUR PERSON

    Eva Barlösius wurde 1959 in Hannover geboren. Derzeit lehrt sie in ihrer Heimatstadt an der Leibniz-Universität. Zuvor war sie unter anderem am Wissenschaftszentrum für Sozialforschung in Berlin tätig.

    ZUR PERSON

    Jan Plagge (Jahrgang 1971) ist seit März 2011 Präsident von Bioland e.V. Er wurde von den Deligierten des Verbandes für eine Amtszeit von fünf Jahren gewählt. Die Aufgabe des Präsidenten ist es, den Verband nach innen und außen zu vertreten. Gemeinsam mit dem Präsidium, einem Gremium aus 15 ehrenamtlichen Mitgliedern, muss er dafür sorgen, dass die Aufgaben, die die Bundesdeligiertenversammlung dem Verband überträgt, umgesetzt werden. 

    ÜBER BIOLAND

    Über den Bioland-Verband und seine basisdemokratische Struktur

    Vergleich Bioland-EU-Bio (PDF)

    Zur Person: Lothar Kolmer 

    Der 63-Jährige ist Professor für Mittelalterliche Geschichte an der Universität Salzburg. Zudem leitet er dort das Zentrum für Gastrosophie. Ziel des 2008 gegründeten Zentrums ist eine interdisziplinäre Forschung zu Themen der Esskultur, der Produktion, der Verarbeitung und des Konsums von Essen. Dabei werden unter anderen alte Kochbücher übersetzt, die Online-Zeitschrift "Epikur" herausgegeben und das kulinarische Erbe Europas kartiert.

    Anti-Bläh-Tricks von Blähungsforschern

    Solche Titel gibt es tatsächlich! Sie beschäftigen sich unter anderem mit Nahrung für Raumfahrer:

    • Linsen mindestens neun Stunden in der dreifachen Menge Wasser einweichen. So werden viele der Mehrfachzucker abgebaut, die für die "heiße Luft" verantwortlich sind.

    • Das Einweichwasser muss man natürlich wegschütten.

    • Längeres Garen und Nachquellen soll übrigens auch helfen.

    Umfrage

    Linsenanbau weltweit

    • Linsen kommen ursprünglich aus der südlichen Türkei und dem nördlichen Syrien.

    • Heute ist die Türkei das drittgrößte Linsenanbaugebiet, die größten sind Kanada und USA, gefolgt von Indien.

    • In diesen Ländern entfällt klimabedingt die aufwändige Warmlufttrocknung nach der Ernte.

    • In Deutschland kommen die meisten Linsen aus Kanada.

    • Linsen von der Alb decken nicht mal ein Prozent des Linsenbedarfs in Deutschland.

    Königin

    • ist größer als die anderen Bienen, hat vor allem einen längeren Hinterleib

    • wird oft mit einem Punkt zum besseren Erkennen markiert

    • hat einen Stachel, um vor dem Hochzeitsflug andere Rivalinnen, also Königinnen, die gleichzeitig im Volk schlüpfen, zu töten: Insekten haben einen Panzer aus Chitin und nicht aus Haut. Die Königin kann den Stachel wieder herausziehen, ohne dass er sich verhakt, was zum Tod der Biene führen würde.

    • legt in den Sommermonaten bis zu 2000 Eier täglich, also mehr als ihr eigenes Körpergewicht

    Drohnen

    • sind die männlichen Bienen

    • haben große Augen

    • haben keinen Stachel

    • sind nicht stocktreu, sie fliegen also ohne festen Wohnsitz von einem Stock zum anderen

    Arbeiterbienen

    • sind neben der Königin die weiblichen Bienen

    • haben – anders als die Königin – keine voll ausgebildeten Eierstöcke

    • haben einen Stachel

    • haben von Geburt an verschiedene Aufgaben: etwa Sammlerin für den Nektar, Ammenbiene, um die Larven zu füttern, Putzbiene, Wächterin, um den Stock vor Angreifern zu warnen und zu verteidigen usw.

  • Enzyme sind für elementare Stoffwechselvorgänge in Lebewesen verantwortlich. Früher nannte man sie auch Ferment. Isolierte Enzyme stammen ursprünglich aus Malzmehl oder Lab aus Kälbermägen. Inzwischen werden sie aber auch industriell hergestellt - mit Gentechnik oder Mikroorganismen aus Bakterien oder Pilzen. Auch im Getreide stecken natürliche Enzyme drin, moderne Weizenzüchtungen gelten jedoch als enzymarm. Mit technischen Enzymen können Bäcker nachhelfen und den Teig "optimieren": Er wird beim Gären stabiler, das Brot bekommt mehr Volumen, eine bessere Kruste und hält sich länger. Der Vorteil: Enzyme müssen nicht gekennzeichnet werden, Zusatzstoffe  schon. Die Lebensmittelindustrie verwendet rund 50 technische Enzyme: zur Milchgerinnung bei der Käseherstellung etwa. 

    s gab eine Zeit, da hat Harald Gasser auf dem Acker geweint. Seine Karotten wollte einfach niemand haben. „Ich habe sie traktorweise auf den Kompost gefahren“, sagt der Bauer. Im Dorf wurde

    er nur der „dunkelgrüne Spinner“ genannt.   Heute müsste er mehr produzieren, als er will. Harald Gasser, 36, ist Gemüsebauer und hat sich auf den Anbau alter Sorten spezialisiert. Um zum Aspingerhof in Barbian oberhalb von Klausen zu gelangen, fährt man zuerst steil aufwärts, dann abwärts. Man denkt, der Weg kann nur falsch sein. Wenn Harald Gasser auf dem Feld arbeitet, sieht er auf der anderen Talseite die imposante Trostburg. Weit unter ihm blinkt es bunt auf der Autobahn durch das Eisackt

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    Arbeitsteilige Schweinehaltung

    Zuchtbetriebe haben andere Herausforderungen zu bewältigen als Mastbetriebe. Züchter müssen eng getaktete Zyklen einhalten: 115 Tage von der Stimulation der Sauen über die Befruchtung bis zur Geburt der Ferkel. Für jedes Stadium gibt es eigene Bereiche im Stall, etwa einen Gang, der an den Buchten vorbeiführt - für den Zuchteber, um die Sauen in Stimmung zu bringen. Eine Woche vor Geburtstermin werden die trächtigen Sauen separiert und kommen in einen Abferkelstall. Dieser ist mit einer zusätzlichen auf 35 Grad Celsius aufgeheizten Nestbucht für die Frischlinge ausgestattet.

    Stickstofffixierung

    Die Wurzeln von Hülsenfrüchten leben in einer Symbiose mit Knöllchenbakterien, sogenannten Rhizobien. Diese binden den Stickstoff aus der Luft, den Pflanzen in dieser Form nicht nutzen können. Sie versorgen sich selbst sowie die nachfolgende Frucht mit Stickstoff, ohne den Pflanzen nicht wachsen würden.

    100 g Hülsenfrüchte = 20 g Proteine

    100 g Vollkorn = 9 g Proteine

    100 g Haferflocken = 12 g Proteine

    100 g Gemüse = 1-2 g Proteine

    100 g Milch = 5-7 g Proteine

    100 g mageres Rindfleisch = 22 g Proteine

    100 g Vollkornbrot = 8 g Proteine

    100 g Walnüsse = 15 g Proteine

    Die Frage zum Fest

    Auf welches kulinarische Highlight möchten Sie in der Weihnachtszeit am allerwenigsten verzichten? Verraten Sie es uns - auf Facebook.

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Der nächste Skandal geht bestimmt

War das alles? Ein paar Wochen lang bestimmte das Dioxin die Schlagzeilen, nun sind ein paar Schuldige dingfest gemacht, und wir holen wieder frohgemut unser Frühstücksei vom Discounter. Doch einbisschen mehr Transparenz in der Lebensmittelproduktion reicht noch nicht. Wer sich gesund ernähren will, muss wissen, was er kauft. Ein Kommentar von Bioland-Präsident Jan Plagge.

Der ökologische Landbau - Landwirtschaft der Zukunft

Wie funktioniert ökologischer Landbau? Stößt der Bioboom an natürliche Grenzen? Wer profitiert? Zur interaktiven Musterlandschaft...

Frisch aus dem Müll

Bioland-Blogger Hendrik Haase kocht heute direkt aus dem Container. Lorem ipsum dolor sit amet, consetetur sadipscing elitr, sed diam nonumy eirmod tempor invidunt ut labore et dolore magna aliquyam erat, sed diam voluptua.