13.07.2018

GAP-Vorschlag der EU-Kommission muss konkretisiert werden

Bioland-Präsident Jan Plagge im Gespräch mit Ministerin Barbara Otte-Kinast in Brüssel

Im Gespräch mit Jan Plagge, Präsident von Bioland und der IFOAM EU, informierte sich Niedersachsens Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Barbara Otte-Kinast, unter anderem über die Entwicklung des Ökolandbaus und die Situation in den EU-Mitgliedsländern. Plagge resümierte: „Die Entwicklungschancen für europäische Landwirte in Richtung Bio sind gut. In Deutschland – und natürlich auch in Niedersachsen – ist die Umstellung auf Bio für viele Betriebe eine gute Wahl. Die Marktchancen und der Bedarf an mehr Umwelt-, Klima- und Tierschutz in der Landwirtschaft sprechen für den Ökolandbau.“

Angesprochen auf die Gräben zwischen konventioneller und ökologischer Landwirtschaft sagte Plagge: „Diese Debatte ist von gestern. Es kommt jetzt darauf an, die progressiven Kräfte zu bündeln und zu stärken. Es besteht Konsens, dass der Ökolandbau in Deutschland eine wichtige Lösungsstrategie für Mensch, Tier und Umwelt ist. Diese Strategie auszugestalten, ist Aufgabe des gesamten Berufsstandes.“

Wichtigstes Thema des Gespräches zwischen Plagge und Otte-Kinast waren die Vorschläge der EU-Kommission zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP). Plagge sagt: „Phil Hogans Vorschlag, mehr Flexibilität in die Säulenarchitektur zu bringen, bietet neue Möglichkeiten, die GAP-Gelder für mehr Umwelt-, Klima- und Tierschutz zu nutzen. Dafür sind jedoch klare Budget-Vorgaben festzulegen. Ansonsten setzt ein Wettrennen der Nationalstaaten nach unten ein. Die GAP darf nicht dazu führen, dass im europäischen Binnenmarkt diejenigen den größten Vorteil haben, die am wenigsten für Umwelt, Klima und Tierschutz tun. Eine Neuauflage des Greenings – mit viel Bürokratie und wenig Umweltwirkung – darf es nicht geben. Stattdessen muss der Hauptteil der GAP-Gelder in freiwillige Maßnahmen der Betriebe fließen, die einen Beitrag zur Erreichung der Umwelt-, Klima- und Tierschutzziele leisten.“