Tschicke, tischicke, tschicke − schon der Ruf von Johannes Habels Hühnern ist anders als der herkömmlicher Hennen. Auf aus gedehnten Kräuterwiesen hält der Biolandwirt Perlhühner: Wer nun vor allem an einen hohen Preis denkt, sollte wissen, wie dieser entsteht: Ein Flügelstutzen, wie es vor allem in den großen Ställen Frankreichs gängige Praxis ist, kommt für Biolandwirt Habel nicht in Frage − seine Tiere dürfen fliegen. Ein weiterer Unterschied: Die Hühner auf dem Perlhuhnhof-Falkenhagen leben statt acht ganze 16 Wochen. Ab der zehnten Woche findet kaum noch eine Gewichtszunahme statt, aber das Fleisch entwickelt sich so besser. Es wird fester und mürber. Auch das Futter und der Auslauf spielen für die Qualität des dunklen Fleisches eine Rolle: Jedes der Hühner hat dreimal so viel Platz, wie es der Standard vorschreibt und darf sich nicht einfach nur auf einer Weide, sondern auf einer Wiese mit erlesen Kräutern tummeln. Neben Ameisen, Spinnen und was den Hühnern sonst noch so vor den Schnabel kommt, erhalten Habels Tiere Mais, Buchweizen und sogar Kartoffelbrei mit Sahne, selbstverständlich in Bio-Qualität. Ein echtes Feinschmecker-Menü also. Perlhühner sind unheimlich bewegungsfreudig und nehmen deshalb nur sehr langsam zu. Deshalb bekommen sie Sahne als Eiweißquelle. Was heute kaum noch einer weiß: Vor der Industrialisierung der Geflügelhaltung war es völlig selbstverständlich, dass Hühner statt Soja Sahne, Quark oder Molke bekommen haben, sagt der Biolandwirt. Der Bewegungsdrang ist einer der Hauptgründe für das besondere Fleisch: Dieses enthält praktisch kein Fett, das Fett überzieht das Fleisch in Form einer Haut.