Politik

Rebhühner brauchen ungemähte Flächen und insektenreiche Blühflächen, um Nachwuchs großzuziehen. (Foto: Landpixel.de)

Zu wenig Rebhühner im Land

Agrarpolitik schützt wildlebende Tiere der Agrarlandschaft zu wenig. Naturschützer verklagen Deutschland.

Deutschland tut nicht genug für den Schutz wildlebender Vögel und verstößt damit gegen die EU-Vogelschutzrichtlinie. Insbesondere die schwindende Anzahl Rebhühner gibt Anlass zur Sorge. Diese Ansicht vertritt der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) und hat bei der EU-Kommission eine offizielle Beschwerde gegen Deutschland eingereicht.
Seit 1981 ist die Zahl der Rebhühner um 91 Prozent zurückgegangen. Heute leben in Deutschland nur noch zwischen 21.000 und 37.000 Paare. Um einen guten Erhaltungszustand dieser Art zu erreichen, müssten es mindestens 335.000 Rebhuhn-Paare sein, argumentieren die Naturschützer. In den 1950er Jahren lebten noch drei Millionen Paare in der Agrarlandschaft.
„Das Schicksal des Rebhuhns ist ein besonders eindrückliches Beispiel für die miserable Umsetzung dieser EU-Verpflichtungen in Deutschland. Wie bei vielen anderen Feldvogelarten und bei den Insekten raubt die durch Subventionen fehlgesteuerte Landwirtschaft der Art Lebensraum und Nahrung“, erklärt NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger. „Unzählige wissenschaftliche Studien, Pilotprojekte und Vorschläge der letzten Jahre und Jahrzehnte haben hier keine Veränderung der Agrarpolitik bewirkt“, kritisiert Krüger.
Wichtig für das Überleben von Rebhühnern sind ungemähte und ungespritzte Flächen, in denen die Weibchen gut versteckt vor Räubern wie Füchsen brüten können, und insektenreiche Blühflächen, auf denen die pro Gelege bis zu 20 Küken ausreichend Nahrung finden. Solche Flächen werden immer seltener. Daher reicht der heutige Bruterfolg der Hühnervögel nicht mehr aus, um den Bestand zu erhalten.

 

 

 

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