VerbraucherErzeugerPartnerKontakt

Ihr Kontakt zum bioland-Fachmagazin

Redaktion

Tel 06131 239 793 3
redaktion@bioland.de

Pflanzenbau
Gemisch aus Bodenmaterial und Pflanzenresten nach der Inkubation in einem Zylinder (Foto: Carsten W. Müller)

Verrottete Pflanzen sind gut fürs Klima

Pflanzenreste können Kohlenstoff speichern und somit einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung der CO2-Emissionen leisten

Forscherinnen und Forscher an der Technischen Universität München (TUM) und anderen Institutionen haben herausgefunden, dass Pflanzenreste eine größere Rolle bei der Speicherung von Kohlenstoff im Boden spielen als bisher angenommen. Die Forschungsgruppe simulierte dazu den natürlichen Zersetzungsprozess von Pflanzenresten im Labor, um zu analysieren, wie genau Kohlenstoff im Boden gespeichert wird. „Es zeigte sich, dass Pilze eine besonders wichtige Rolle bei der Zersetzung der Pflanzenreste spielen - mehr als Bakterien“, sagt Kristina Witzgall, Wissenschaftlerin am Lehrstuhl für Bodenkunde der TUM. Die Forscher:innen konnten außerdem beobachten, dass sich pflanzlicher Kohlenstoff tiefer in den Boden verlagert. Dies geschah als Folge der Ausdehnung der Hyphen-Netzwerke der Pilze.

Pflanzenreste spielen zentrale Rolle
In der Vergangenheit hat sich die Wissenschaft laut TUM hauptsächlich auf die Kohlenstoffspeicherung an der Oberfläche von Mineralien konzentriert. Die neuen Erkenntnisse zeigen, dass auch wichtige Prozesse zur CO2-Speicherung direkt an der Oberfläche von Pflanzenresten ablaufen. „Pflanzenreste sind absolut zentral für die Kohlenstoffspeicherung. Sie können dazu beitragen, dass Kohlenstoff länger im Boden gespeichert wird. Deshalb sollten wir sie in Zukunft viel kalkulierter einsetzen", sagt Carsten Müller. Er ist Professor an der Universität Kopenhagen und einer der Autoren der Studie.

In tieferen Bodenschichten länger haltbar
Für die Zukunft plant die Forschungsgruppe Versuche, bei denen sie die verrottenden Pflanzen tiefer in den Boden einbringen, damit der Kohlenstoff dort länger gespeichert werden kann. Wenn bessere Bedingungen für die Kohlenstoffspeicherung im Boden geschaffen werden, könnten dadurch zwischen 0,8 und 1,5 Gigatonnen Kohlenstoff pro Jahr gespeichert werden. Zum Vergleich: Die Weltbevölkerung hat in den vergangenen zehn Jahren 4,9 Gigatonnen Kohlenstoff pro Jahr ausgestoßen.

 

 

Bleiben Sie auf dem Laufenden und abonnieren Sie unseren kostenlosen
monatlichen Newsletter Landbau aktuell

Weitere Nachrichten zu PolitikPflanzenbauTierhaltungMarkt & Management