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Politik
Mit moderner Technik lassen sich Pestizide sparen. Der solargetriebene Farmdroid zeigte bei den Öko-Feldtagen in Villmar das Hacken in der Reihe. (Foto: Brigitte Stein)

Steuern auf Pestizide

Die Kosten der derzeitigen Landwirtschaft für die Allgemeinheit müssen sichtbar werden, um zügig aus dem vorherrschenden Agrarsystem auszusteigen, so eine foodwatch-Studie

Die internationale Verbraucherorganisation foodwatch hat eine konkrete Strategie für eine pestizidfreie EU-Landwirtschaft bis 2035 vorgelegt. Der erste Schritt dazu wäre die Einführung einer EU-weiten Pestizidsteuer, erklärte die Nicht-Regierungsorganisation. Der Einsatz von Pestiziden sei in der EU heute deutlich höher als in den 1990er Jahren – mit fatalen Folgen für Artenvielfalt, Klimaschutz, Bodenqualität und Gesundheit.

Die EU-Kommission hatte in ihrer im Mai 2020 vorgestellten Farm-to-Fork-Strategie zwar erstmals Ziele für die Pestizidreduktion formuliert. Die im kürzlich vorgelegten Entwurf der Verordnung zur „Nachhaltigen Verwendung von Pestiziden“ vorgeschlagenen Maßnahmen seien jedoch nicht geeignet, die EU-Landwirte aus der Pestizidfalle zu befreien, kritisiert foodwatch. Lediglich Zielvorgaben zu machen, reiche nicht aus. Das gesamte EU-Agrarsystem sei heute massiv abhängig von Pestiziden, Mineraldünger und fossiler Energie.

Neben einer EU-weiten Pestizidsteuer fordert foodwatch eine Reform der Zulassungspraxis für Pestizide und eine Umverteilung der EU-Agrarsubventionen. Pestizidanwendungen müssten auf ihre absolute Notwendigkeit hin überprüft werden. Pestizide dürften nur noch als letztes Mittel in Notfällen eingesetzt werden. Landwirt:innen müssten zudem in die Lage versetzt werden, aus dem Teufelskreis "immer höhere Erträge zu immer niedrigeren Preisen" auszusteigen. Es liegt eine deutsche Kurzfassung des foodwatch-Pestizid-Reports vor.

Lars Neumeister, unabhängiger Experte für Pestizide und Autor des foodwatch-Reports, sagte: „Wir befinden uns in einer Klimakrise und einer Krise der biologischen Vielfalt. Wenn wir die Abhängigkeit Europas von Pestiziden bekämpfen, können wir gleichzeitig mehrere landwirtschaftliche Probleme lösen.“

 

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