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Tierhaltung
Weniger Ammoniak ist in der Stalluft durch einen neuen Fußboden. Das prüft Master-Studentin Franziska Maria Wieneke im Versuchsstall von Gut Dummerstorf. (Foto: Dr. Jörg Burgstaler, Universität Rostock)

Stallboden sorgt für gute Luft

Forscher der Universität Rostock reduzieren die klimaschädlichen Emissionen, indem sie den Urin sofort ableiten.

Ein neuartiger Fußbodenbelag aus zwei Schichten Biopolymer in Rinderställen könnte schon bald klimaschädliche Ammoniak-Emissionen um mehr als 45 Prozent senken. Das wäre ein großer Beitrag zu dem gesteckten Klimaziel für die Landwirtschaft, die als Sektor ihre Treibhausgasemissionen bis 2030 um 30 Prozent zu reduzieren soll. Den Bodenbelag hat Dr. Jörg Burgstaler an der Universität Rostock entwickelt. Dadurch gehört das Versuchsgut der Universität Gut Dummerstorf im Landkreis Rostock zu den wenigen Milchviehbetrieben bundesweit, in denen emissionsmindernde Bodenbeläge und der Einsatz eines neuartigen Entmistungssystems getestet werden. Burgstaler leitet die Professur Agrartechnologie und Verfahrenstechnik an der Universität Rostock kommissarisch.

Lucas Pieper, Betriebsleiter des Gutes Dummerstorf, verspricht sich auch für die Tiere viel von dem Forschungsprojekt: „Es soll nicht nur dem Umweltschutz, sondern auch dem Tierwohl dienen. Die Kühe haben es durch den neuen Boden trockener und viel mehr Trittsicherheit. Das verbessert auch die Klauengesundheit.“

Der Fußbodenbelag in Dummerstorf sorgt mit Quer- und Längsrillen und weiteren patentrechtlich geschützten Elemente dafür, dass der Harn der Kühe schnell abtransportiert wird. Dadurch wird weniger Ammoniak in die Umgebungsluft abgegeben. Das Geruchsempfinden signalisiere bereits, dass im Stall weniger Ammoniak in der Luft sei. Nun untersuchen Studierende wie Franziska Maria Wieneke wissenschaftlich, welchen Effekt ein Austauschen des Bodenbelags hat.

Langfristig könnte eine intelligente Mess- und Regeltechnik auch dafür sorgen, dass steigende Ammoniak-Ausgasungen ein Eingreifen auslösen. So könnten flüssige Hemmstoffe in die Ablaufrinnen dosiert werden, kündigt Burgstaler weitere Möglichkeiten der Verfahrenstechnik an.

 

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