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Besonders bei Landwirten und in der Landwirtschaft Tätigen wurden Pestizide im Haar nachgewiesen. (Foto: Imago)

Pestizide im Haar

Europaweiter Pestizid-Check-up findet in fast jeder dritten Haarprobe Rückstände

In Haarproben von 300 Menschen aus 15 europäischen Ländern hat das Labor Expozom aus Straßburg bei 87 von ihnen ein oder mehrere Pestizide ausfindig gemacht, so das Ergebnis des Pestizid-Check-ups auf Initiative von Slow Food und des Netzwerks Good Food Good Farming. Insbesondere sind laut dem Bericht Landwirt:innen und andere in der Landwirtschaft Tätigen betroffen (43,5 %), Menschen auf dem Land (39,5 %) stärker als Kleinstädter und Städter (25,9  und 21,8 %).

Die Analyse hat am häufigsten das Herbizid Prosulfocarb identifiziert (9,3 % aller Proben), gefolgt von dem Fungizid Tebuconazol (7,3 %), dem Insektizid Acetamiprid (5 %), dem Fungizid Ametoctradine (4,7 %) und dem Herbizid Diflufenicanil (4,3 %). Tebuconazol stuft die EU als reproduktionsstörend und als endokrinen Disruptor ein. Bei den Haarproben aus Deutschland wurde der Wirkstoff in 9,2 Prozent der Fälle gefunden.

Laut FAO wurden 2020 mehr als 325.000 Tonnen Pestizide in der EU verwendet, 90 Prozent davon in der Landwirtschaft. Ab 2026 will die EU die Verwendung von Pestiziden genauer wissen und in den Mitgliedstaaten jährlich Statistik führen lassen. EU-Weit waren 2022 455 Pestizide zugelassen. Der Pestizid-Check-up untersuchte 30 Substanzen. Entsprechend mehr Substanzen könnten in den analysierten Haarproben nachweisbar sein und der Kontakt mit Pestiziden allgemein wesentlich höher, so der Analysebricht.

 

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