Bio-Sauenhalter Wilhelm und Sebastian Schulte-Remmert zeigen, dass Tierwohl in der Sauenhaltung schon heute praktikabel und wirtschaftlich ist. (Foto: Brigitte Stein)

Gute Option: Bio-Schweinehaltung

Bio-Schweinehalter verzeichnen steigende Preise. Bio-Sauenhaltung erntet Anerkennung für Tierwohl. Ein Video zeigt, wie es geht.

„In die Bio-Sauenhaltung einzusteigen, ist der richtige Schritt gewesen“, sagt Sebastian Schulte-Remmert, der gemeinsam mit seinem Vater Wilhelm Schulte-Remmert einen Bio-Betrieb in Nordrhein-Westfalen betreibt. Er unterstreicht damit, was ein Video über den Hof der beiden auch zeigt: Wenn es den Sauen gut geht ─ und dafür steht die Bio-Sauenhaltung─, dann arbeiten auch die Menschen gerne auf dem Hof. Das Video zeigt: Bio-Schweinehaltung funktioniert schon heute und Tierwohl braucht keine Übergangszeiten.
 
„Aktuell stehen Fragen zur artgerechten Tierhaltung und zum Tierwohl bei Verbraucherinnen und Verbrauchern, aber auch bei Landwirtschaftsfamilien immer mehr im Vordergrund", betont Jan Leifert, Vorsitzender der Landesvereinigung Ökologischer Landbau NRW (LVÖ). Das Video, das im Rahmen der Aktionstage Ökolandbau NRW gedreht wurde, gibt Einblicke in den Alltag eines wirtschaftlich gesunden Bio-Betriebes, der vor sieben Jahren seine Sauenhaltung auf Bio umgestellt hat. „Ob Verbraucher, oder Landwirt ─ jede Frau, jeder Mann kann sich hier überzeugen, dass Tierwohl schon heute zum Nutzen aller praktiziert werden kann“, sagt Leifert.

Bio-Schweinemäster arbeiten wirtschaftlich
Auch die Bio-Schweinehalter haben Anlass, zufrieden zu sein. Während ihre konventionellen Kollegen in Anbetracht sinkender Schweinefleischpreise um ihre Existenz fürchten, verkündet das Aktionsbündnis Bioschweinehalter Deutschlands (ABD) Erhöhungen der Erzeugerpreise auf 4 bis 4,20 Euro/kg Schlachtgewicht. „Diese Preise sind ein Signal für konventionelle Betriebe umstellen zu können. Allein schon die gestiegenen Baukosten und das Bedürfnis, die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen fair zu entlohnen, rechtfertigt höhere Preise für Bio-Schweine und Bio-Ferkel“, so Heinrich Rülfing, ABD.

Er beobachtet, dass viele Handelsketten und Bündler weiterhin langjährige Lieferverträge anbieten. Sie seien Voraussetzung dafür, dass die enorm gewachsene Nachfrage im Handel – im Lebensmitteleinzelhandel ebenso wie im Naturkosthandel – nach wertvollem Bio-Schweinefleisch gedeckt werden kann. Rülfing beobachtet eine preisliche Differenzierung zwischen Schweinefleisch, das nur nach EU-Bio-Verordnung produziert wird, und Schweinefleisch aus Ställen, die die umfassenderen Richtlinien der Verbände erfüllen.

Fairness in der Wertschöpfungskette
Von den steigenden Preisen für Schweinefleisch sollen auch die Ferkelerzeuger als wichtiger Teil der Wertschöpfungskette in bewährter Form profitieren, so der Schweinehalter. Das Aktionsbündnis schaut zuversichtlich auf die Entwicklung des Marktes für Bio-Schweine und strebt ein Gleichgewicht zwischen Erzeugung und Verbrauch an, so dass der Markt weiter ruhig und beständig wachsen kann.

Wichtige Voraussetzung sind dabei Bio-Sauenhalter wie Familie Schulte-Remmert. Auch NRW-Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser hatte Ende August bei einem Besuch auf einem Biohof gegenüber Medienvertretern erklärt, dass die Öko-Verbände mit ihrem Tierwohl-Konzept klar vorangehen. Weitere Infos und Termine von Hofveranstaltungen im Rahmen der Aktionstage Ökolandbau NRW 2021 gibt es auf der Homepage.

Initiatoren der Aktionstage sind die Landesvereinigung Ökologischer Landbau NRW e.V. (LVÖ), die Landwirtschaftskammer NRW und das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz (MULNV).

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