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Tierhaltung
Am Beispiel der Toggenburger Ziegen auf dem Schweizer Hof von Bruno Hagmann lernen Exkursionsteilnehmer:innen die Familienbewertung kennen. (Foto: Brigitte Stein)

Findige Schweizer Milchziegenhalter

Teilnehmer:innen der Internationalen Bioland-Schaf- und -Ziegentagung besuchten Betriebe in der Schweiz

Schweizer Schaf- und Ziegenhalter und -halterinnen erfahren viel Unterstützung von der Politik ihres Landes. Das haben Teilenehmer:innen der internationalen Bioland-Schaf- und Ziegen-Tagung bei drei Exkursionen erfahren. Viele der gastgebenden Betriebe nutzen zudem alle Möglichkeiten, die der Absatzmarkt ihnen bietet.

Schweizer Molkereien zahlen für Ziegenmilch im Herbst deutlich höhere Preise, nämlich zuletzt 1,38 CHF je Liter statt 1,07 CHF je Liter im Sommer. Damit wollen die Molkereien die Angebotsspitze im Frühjahr abflachen, damit sie auch im Herbst noch Ziegenmilch verarbeiten können. Das Angebot finden Sandra Fitze in Wil und Bruno Hagmann in Sennwald so attraktiv, dass sie gerne ihre Lammzeit Richtung Herbst verschieben.

Bruno Hagmann, der Bündner Strahlenziegen und Toggenburger Ziegen züchtet, zielt zudem auf die Kitzvermarktung ab Herbst. „An Weihnachten müssen alle Kitze verkauft sein“, sagt er. Für die Kitzvermarktung engagiert sich in der Schweiz die Organisation Ziegenfreunde, sie kauft ganzjährig Kitze zum Festpreis.

Bruno Hagmann, Herdbuchzüchter der seltenen Toggenburger Rasse, stellte das Prinzip der Familienbewertung für das Zuchtbuch vor. Dabei bewertet man jedes Tier im Rahmen seiner Familie, also die Mutter mit vier Nachkommen, von denen zwei in der Laktation sein müssen. Um einen Bock zu bewerten, braucht es zumindest zehn Nachkommen. „Wenn ich die Mutter nicht gesehen habe, kaufe ich keinen Bock“, sagte Hagmann entschieden.

„Die Familienbewertung ist ein gutes Instrument, das wir in den nächsten Jahren ausbauen“, ergänzte Stefan Geissmann vom Schweizerischen Ziegenzuchtverband. Zuchtfamilien könne man auf Tierschauen anmelden, möglich sei aber auch eine Bewertung der Ziegenfamilie auf dem Betrieb. Ziegenhalter:innen müssen ihre Tiere dann nicht dem Risiko einer Ansteckung aussetzen, erklärte Geissmann.

 

 

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