Pflanzenbau

Ein Züchtungsziel ist es, dass Buchweizensorten in Zukunft noch gleichmäßiger abreifen. (Foto: Reinhold Schumann)

Buchweizen aus Deutschland

Einst in Deutschland weit verbreitet, verschwand Buchweizen fast vollständig von deutschen Äckern. Seit einigen Jahren steigt die Nachfrage nach Bio-Buchweizen aus heimischem Anbau wieder kontinuierlich. Ein Landwirt aus Schleswig-Holstein und ein Vermarkter aus Baden-Württemberg berichten.

Die Preise für Bio-Getreide waren in den vergangenen Jahren wenig stabil. Deshalb machen sich viele Landwirte vermehrt Gedanken darüber, welche Kulturen sie alternativ anbauen können. Ziel dabei ist nicht nur eine sichere Einnahmequelle, sondern auch eine erweiterte, aufgelockerte Fruchtfolge.
Buchweizen eignet sich dafür mit einer Pfahlwurzel, seiner Trockenheitstoleranz und der späten Anbauperiode ideal. Er ist als Pseudogetreide bekannt, weil er sich für den menschlichen Verzehr eignet, zählt aber zu den Knöterichgewächsen. China ist das Hauptanbaugebiet für Buchweizen und dort liegt auch sein Ursprungsgebiet. Zwischen dem 16. und dem 19. Jahrhundert wurde Buchweizen in ganz Mitteleuropa angebaut. Er galt damals als „Arme-Leute-Essen“, da er auch auf kargen Böden gut gedeiht. Mit zunehmendem Anbau der Kartoffel verlor er aber an Bedeutung und verschwand fast vollständig von deutschen Ackerflächen.
Seit einigen Jahren kehrt der Buchweizen aber in das Bewusstsein der Landwirte und Verbraucher zurück. Unter anderem hat er einige ernährungsphysiologische Vorteile:
•    glutenfrei
•    reich an den Vitaminen E, B1 und B2
•    hohe Mineralstoffgehalte: Kalium, Eisen, Calcium, Magnesium und Kieselsäure
•    viel Lysin und Trypthophan
•    hohe Mengen des sekundären Pflanzennährstoffs Rutin: fördert die Durchblutung, beugt Venen- und Gefäßerkrankungen vor
Bio-Landwirte haben in Deutschland im Jahr 2019 auf circa 1.200 ha Buchweizen angebaut, so die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft AMI. Hauptanbaugebiete sind Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.

Wie Anbau und Vermarktung in der Praxis gelingen lesen Sie in der Septemberausgabe des bioland-Fachmagazins.

Buchweizen und Bienen

  • „Durch ein blühendes Buchweizenfeld zu spazieren, ist wie ein Jungbrunnen! Auf diesen Flächen herrscht so viel Leben, das habe ich bisher auf keinem anderen Feld erlebt“, sagt Kay Hansen, der die Kultur in Schleswig-Holstein anbaut. Buchweizen ist aufgrund der langen Blütezeit von fünf bis sechs Wochen eine gute trachtpflanze für Bienen. Er beginnt Anfang Juli zu blühen, dann, wenn bereits alle anderen Haupttrachten abgeblüht sind. Durch den späten und langen Blühzeitraum ist Buchweizen bei Imkern sehr beliebt.
    Eine Besonderheit des Buchweizens ist, dass er nur vormittags bis circa 11 Uhr Nektar gibt. Deshalb müssen die Beuten vormittags neben dem Buchweizenfeld stehen. Nur dann wandern die Bienen den Buchweizen an statt andere pflanzen anzufliegen. Buchweizenhonig muss nicht zwangsweise geschleudert werden. Wegen seiner späten Blüte eignet er sich auch sehr gut als Wintervorrat für die Bienen. Er schmeckt allerdings nicht jedem Honigliebhaber. Er ist kräftig aromatisch mit herbem, fast schon bitterem Geschmack und hat eine dunkle Farbe.

 

 

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