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Der Mähdrescher erleichert Bäuer*innen die Arbeit ungemein. Hier wird Hafer gedroschen (Fotos: Sonja Herpich)

Wie funktioniert ein Mähdrescher?

Früher und heute: Die Spreu vom Weizen trennen

16.08.2021

Während im 18. Jahrhundert bei der Getreideernte alles noch in Handarbeit lief, wurden im 19. Jahrhundert die ersten stationären Dreschmaschinen sowie die Kombination Mähmaschine und selbst fahrender Dreschmaschine erfunden. Wie funktioniert ein Mähdrescher heute aber eigentlich? Sprich: Wie werden die Körner für unsere Brote, Nudeln und Müslis geerntet?

Von Meike Fredrich

Früher wurden die Getreidehalme mit einer Sichel oder Sense abgeschnitten und anschließend mit einem sogenannten Dreschflegel gedroschen. Das Getreide wurde also so lange mit einem Holzprügel geschlagen, bis die Körner herausgesprungen sind. Um die Spreu vom Weizen zu trennen (Begriffserklärung gibt's unten), kam eine sogenannte Worfel zum Einsatz. Mit diesen Flachen Korb wurde das gedroschene Korn aufgenommen und hochgeworfen. Der Wind wehte die leichten und unerwünschte Teile weg, sodass im Korb dann nur noch der Weizen – oder anderes Getreide – zurückblieb.


 

Heute erledigt eine einzige Maschine all diese Arbeitsschritte: der Mähdrescher. In dieser Bildergalerie erklären wir dir im Schnelldurchlauf, wie er funktioniert.

 

 

Die rote sogenannte Haspel bringt das Getreide in die richtige Position, damit das darunterliegende Schneidwerk die Halme abschneiden – also mähen kann. Über die silberne Einzugsschnecke gelangen die Halme ins Innere.

 

 

Über eine Einzugskette geht's zur Dreschtrommel. Hier dreschen verschiedene Walzen nahezu 90 % der Körner aus dem Getreide. Sie fallen mit den Spelzen durch den Dreschkorb & kommen zur Reinigung. Die restl. Halme & Ähren werden nach hinten befördert

 

 

Die Halme und Ähren werden geschüttelt, sodass die restlichen Körner herausfallen und auch zur Reinigung kommen. Hier sind verschieden feine Siebe und ein Gebläse, das Worfel und Wind ersetzt, am Werk. Die Spreu und das Stroh werden hinausgeblasen.

 

 

Die Körner hingegen landen über einen Elevator – eine Art Aufzug – im Korntank. Wenn er voll ist, wird die Ernte über ein ausklappbares Rohr in einen Anhänger umgefüllt. Der Mähdrescher muss nicht anhalten und kann währenddessen weiter dreschen

 

 

Das Stroh kommt in langen Halmen oder – wie auf dem Foto – gehächselt aus dem Mähdrescher. Als Langstroh wird es in Ballen gepresst & als Einstreu von Tieren verwendet. Gehächselt werden sie nach dem Verrotten untergepflügt & dienen als Dünger

 

Alexander Kögel, Ackerbau-Berater bei Bioland, kennt den Mähdrescher in noch nicht vollendeter Perfektion: "Früher hatten die Mähdrescher keine Kabine, sodass die Fahrer keinen Schutz vor Staub und Sonne hatten. Zumindest gegen die Sonne half oft ein Sonnenschirm."


Begriffserklärungen

Spreu: Wenn die Bäuer*innen das Getreide dreschen fallen allerlei Reste an, die man nicht essen kann. Das sind Spelzen, Hülsen, Grannen, Samenhüllen und Stängelteile. Daher kommt auch der Sprich „Die Spreu vom Weizen trennen“, also das Gute vom Schlechten. Spreu wird zum Beispiel auch als Tierfutter oder als Dünger weiterverwendet.

Spelzen: Die Schutzhüllen liegen um das einzelne Getreidekorn. Um das Weizenkorn sitzt der Spelz sehr locker und fällt daher beim Dreschen direkt ab. Fester sitzt er hingegen beim Dinkel, sodass er beim Dreschen nicht abfällt und in der Mühle entfernt werden muss. Dinkelspelz wird zum Beispiel als Kopfkissenfüllung, Tierfutter oder Einstreu für Hühner verwendet.

Granne: Die borsten-, faden- oder haarähnlichen Fortsätze an der Ähre sind typische Erkennungsmerkmale für Gerste und Roggen.

 


Bioland Querbeet

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