Hier siehst du gleich zwei Maßnahmen, die zu mehr Tierwohl bei Bienen beitragen: Der Bienenstock hat nur einen Eingang und berührt den Boden nicht direkt (Foto: Sonja Herpich)

Tierwohl auch für die Kleinsten

Wie Bienen artgerecht leben

17.05.2021

Sie summen und brummen, bestäuben Pflanzen und sorgen für leckeren Honig beim Frühstück: Bienen. Was brauchen die fleißigen Tierchen aber eigentlich, um artgerecht leben zu können? Für Schweine, Kühe oder Hühner kann man sich das schon eher vorstellen: Auslauf, Stroh zum Spielen oder Sandbäder zum Beispiel. Wir zeigen dir, auf was es im Bienenstock ankommt.

Von Meike Fredrich

Eine möglichst gute Lebensqualität für Nutztiere, dafür setzen wir uns im Bioland ein. Und das hat nichts mit der Größe der Tiere zu tun. So gibt es nun auch – wie für alle andere Tiere – eine Tierwohlkontrolle für Bienen. Auch wenn viele Punkte bereits als gute fachliche Praxis galten, sorgt der neue Leitfaden für die über 500 Bioland-Imker*innen für Klarheit und Verbindlichkeit. Dabei geht es zum Beispiel um Haltungsbedingungen, die Tiergesundheit und einen schonenden Umgang.

Wir möchten dir gerne in paar Einblicke in unsere artgerechte Imkerei geben und nehmen dich mit auf eine kleine Reise in den Bienenstock.


 

Zur Grundversorgung der Bienen gibt es immer mindestens vier Kilogramm Futtervorrat im Stock. Gerade in der kalten Jahreszeit ist der Vorrat wichtig, wenn die überwinternden Bienen keinen Nektar sammeln können (Grafiken: Meike Fredrich)

 

 

Eine Wasserquelle muss im Umkreis von einem Kilometer sein. Wenn nichts vorhanden ist, müssen die Imker*innen Bienentränken aufstellen

 

 

Bienenstöcke dürfen nicht kalt oder feucht werden, da sonst Krankheiten schneller ausbrechen. Von unten helfen Füße, Abstandshalter oder Paletten und von oben Deckel oder Überdachungen

 

 

Zum Schutz vor Eindringlingen, wie z. B. Wespen, Mäusen oder Hornissen, darf es nur einen Zugang geben. In der Ruhephase im Winter werden vor diese Löcher Gitter angebracht

 

 

Damit die Bienen diesen natürlichen trieb ausleben können, verzichten die Bioland-Imker*innen auf Honigerträge. Denn: Die Bienen brauchen Honig als Energielieferant für die Erzeugung von Wachs

 

 

Für ein Gramm Bienenwachs bedarf es mehr als 100.000 Wachsplättchen und ungefähr 150 Bienen, die dafür 10 Gramm Honig aufnehmen müssen

 

Was macht Bioland anders?

Ein großer Unterschied zu EU-Bio ist die Regionalität. Die Bienen unserer über 500 Mitglieder stehen nahezu vollständig in Deutschland. Der Rest, etwa 25 Bioland-Imker*innen, ist in Südtirol beheimatet. Wenn wir im Winter Zucker füttern, ist auch dieser regional und nicht aus Übersee – auch wenn das billiger wäre.

Im Gegensatz zur konventionellen Imkerei sind die Behausungen der Bioland-Bienen nur aus natürlich Werkstoffen. Wir verwenden beispielsweise kein Styropor, sondern nur Holz, Lehm und Stroh. Auch bei der Behandlung von Krankheiten gibt es erhebliche Unterschiede. Wir verwenden nur natürlich und keine chemischen Stoffe. Generell versuchen wir die Tiergesundheit präventiv durch regelmäßige Kontrollen der Völker zu erhalten.

Bei der Standortwahl achten wir auf eine möglichst geringe Belastung im Flugradius von circa drei Kilometern. Zu Belastungen zählen zum Beispiel konventionell bewirtschaftete Flächen und umweltbelastende Betriebe. Darüber hinaus dürfen sie ihren natürlich Bautrieb bei uns ausleben und mit ihrem Wachs Waben bauen. Das heißt: Die Bioland-Imker*innen verzichten auf Honigerträge, da die Bienen ihn als Energielieferant für die Wachserzeugung brauchen.


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