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Herzensangelegenheiten können schon von Weitem oder aber über andere Wege und Engagements sichtbar werden (Foto: Moin Bio Backwaren)

Sozial. Politisch. Nachhaltig.

Wie drei Bioland-Betriebe die Welt auch neben dem Acker verbessern

08.03.2021

Spenden sammeln, für den Erhalt einer bäuerlichen und ökologischen Landwirtschaft debattieren oder sogar beim Bauen auf Nachhaltigkeit achten: Der Einsatz unserer Bioländer*innen für eine bessere Welt und enkeltaugliche Zukunft geht oft weit über ihre eigentliche Tätigkeit hinaus.

Von Meike Fredrich

In kleinen Schritten zu großen Veränderungen

"Wir versuchen, in all unserem Denken und Wirken immer das große Ganze zu betrachten. So wollen wir unseren kleinen Teil für eine verantwortungsvolle Gesellschaft beitragen", erklärt Jule Prothmann von Moin Bio Backwaren aus Glückstadt in Schleswig-Holstein. So ist die 65-köpfige Firma beispielsweise gemeinwohlzertifiziert, folgt also einem ethischen Wirtschaftsmodell. Dabei geht es nicht um die Gewinnmaximierung, sondern um einen möglichst hohen Beitrag für ein gutes Leben der gesamten Gesellschaft.

Nicht nur auf die Solaranzeige ist Geschäftsführer Hans-Paul Mattke stolz (Moin Bio Backwaren)

 

Wie wichtig jede*r Einzelne ist, wird schon vor der Produktionshalle sichtbar. Hier, wo leckere Bioland-Backwaren entstehen, prangt groß und für alle sichtbar ein modern gestaltetes Plakat. Die Botschaft hingegen ist schon alt. Sie stammt aus dem Jahr 1949 und wird wohl nie an Bedeutung verlieren: "Die Würde des Menschen ist unantastbar." Der erste Artikel aus unserem Grundgesetz soll das Team, die Kundschaft sowie Lieferant*innen ermutigen und bestärken. "Alle Menschen sind gleich viel wert. Das fängt für uns bei der Unternehmenskultur sowie Aktionen fürs Team an und geht weiter bis zu Spenden nach Moria oder Nairobi", sagt Jule, die für den Einkauf und Vertrieb zuständig ist.

Am Ende des Jahres wird geschaut, was übrig ist, und welche Bildungsprojekte damit gefördert werden können. Lieferant*innen und Co. erhalten keine Weihnachtsgeschenke, sondern eine herzliche Karte. So bleibt mehr, um zum Beispiel für warme Kleidung in Moria, ein Gewächshaus an einer Schule in Nairobi oder neue PC-Arbeitsplätze in einer Schule im 100 Kilometer entfernten Mölln zu sorgen. Diese kurzfristige Hilfe ist für Moin Bio Backwaren aber keine allgemeine Lösung, sondern vielmehr ein erster kleiner Schritt. Jule unterstreicht das gleich mehrfach: "Es muss wirklich ein gesamtwirtschaftliches und -gesellschaftliches Umdenken stattfinden."

 

Auch intern engagiert sich die Firma für das Wohl der kleinen Gemeinschaft. So gibt es Konzerte in der Backstube, Biokisten für eine gesunde Ernährung und einen von Mitarbeiter*innen geführten Werksladen. Bei der bundesweiten Interkulturellen Woche werden die verschiedenen Herkunftsländer des Teams die Grundlage für das Programm der Firma liefern. Denn was könnte passender sein, als die eigenen Backwaren mit kulinarischen Köstlichkeiten aus beispielsweise Eritrea oder Syrien zu kombinieren?

On top: Mit der eigenen Solaranlage konnte der Betrieb schon knapp 14.000 Kilogramm CO2 einsparen. Sie deckt den Strombedarf zu circa 30 bis 40 Prozent. Weitere Infos zum Engagement von Moin Bio Backwaren findest du hier.

Nachhaltiges Bauen

Betritt man das Weingut Idler vor den Toren Stuttgarts, fällt einem sofort das tolle Gebäude auf. Modern ist es, schick und sehr puristisch. "Als wir 2019 das ganze Gebäude neu gebaut haben, war uns die Kombi aus Zweckmäßigkeit und Ästhetik wichtig. Eine größere Rolle spielte aber die ökologische Bauweise", sagt Marcel Idler über den Komplex aus Privatwohnung, Weinkellerei, Vinothek und Gäste-Appartement.

 

Bereits von außen wird klar, dass hier Design, Zweckmäßigkeit und Nachhaltigkeit aufeinander treffen (Fotos: Weingut Idler)

 

 

Auch innen in der Vinothek ist ein Rohstoff vorherrschend

 

 

Holz bestimmt auch die Ausstattung in den Gäste-Appartements

 

Während im Erdgeschoss der Beton wegen der Feuchtigkeit und den Arbeitsabläufen vorherrscht, stechen im Obergeschoss die Holzböden und -wände ins Auge. Das Massivholz braucht weder Leim noch Schrauben, sondern ist nur mit Dübeln verbunden. Auch im Verborgenen ist das Haus komplett nachhaltig gebaut und wurde beispielsweise ökologisch gedämmt. Noch weiter oben sorgt die Dachbegrünung für Insektenfutter, bindet Feinstaub, dämmt im Winter und schützt im Sommer vor Hitze. Geheizt wird ebenfalls mit Holz. Eigene Photovoltaik-Anlagen decken einen Teil des Strombedarfs.

Nicht nur die Gebäude, sondern natürlich auch die Weine von Marcel Idler sind nachhaltig

 

Warum der ganze Aufwand? Das kann der Winzer genau erklären: "Ich sehe es schlichtweg als meine Verantwortung. Wir haben Land verbraucht, weil wir sonst den Betrieb nicht erhalten könnten. Jede Baumaßnahme ist ein Eingriff in die Natur und sollte daher so verträglich wie möglich sein."

Auch persönlich sieht er nur Vorteile: "Ich lebe und arbeite hier. So wie es jetzt ist, fühlt es sich gut und richtig an. Ich bin überall von Holz umgeben. Das ist mir lieber als von PVC. "

Auch die Gäste im Bio-Appartement können sich an der Holzbauweise erfreuen und im Zirbenholzbett entspannen. Selbst verarbeitete Details und selbst gebaute Elemente, wie die Garderobe, verleihen dem Weingut-Erlebnis Individualität. Genauso nachhaltig wie die Zimmer sind natürlich die Weine des Bioland-Winzers Marcel.

On top: Das nachhaltige Rundum-Angebot und das ökologische Arbeiten macht die Region attraktiver. Doch auch im Kleinen, nämlich für die Mitarbeiter*innen, setzt das Weingut sich ein. Flexibilität, ein engagiertes Miteinander und Zeit für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind dem jungen Winzer ein wichtiges Anliegen.

 

Ein Bioland-Bauer im Bundestag

Auch in der Politik sind viele Bioländer*innen unterwegs. So auch Friedrich Ostendorff vom Biolandhof Ostendorff im nordrhein-westfälischen Bergkamen. Er ist der agrarpolitische Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag. Bereits seit Ende der 70er-Jahre engagiert er sich für den Erhalt von Umwelt und Natur als Grundlage allen menschlichen Lebens und Wirtschaftens. "Wichtig ist es mir, vor der eigenen Haustür anzufangen. Daher haben wir im Jahr 1983 auf Ökolandbau umgestellt. Danach habe ich zunächst in meiner Region für eine bäuerliche Landwirtschaft geworben – und das tue ich bis heute!", sagt der 68-Jährige.

Friedrich setzt sich sowohl auf dem Acker als auch im Bundestag für eine enkeltaugliche Landwirtschaft ein (Foto: Barbara Langer)

 

Er setzt sich gegen die gezielte Politik der Industrialisierung der Landwirtschaft, die agrarindustrielle Massenproduktion und für den Erhalt einer bäuerlichen, ökologischen und tiergerechten Landwirtschaft ein. "Ich kämpfe für eine Landwirtschaft mit menschenwürdigen Arbeitsplätzen auf Bauernhöfen mit ausreichend Platz für die Tiere. Ich möchte unsere Böden schützen unde den konventionellen Landwirten helfen umzustellen", erzählt Friedrich. "Monokulturen, Pestizideinsätze und industrielle Tierhaltung zerstören unsere Umwelt!"

Neben seiner Tätigkeit im Bundestag ist er in der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, beim NEULAND-Programm für artgerechte Tierhaltung und beim BUND aktiv. Sein Motto für die Wirtschaftspolitik: "In der Region für die Region produzieren."

On top: Zusammen mit seiner Frau Ulrike hält er 20 Fleckviehkühe als Milchkühe, deren Kälber alle auf dem Hof großgezogen werden. Außerdem gibt es auf dem Hof noch etwa 150 Schweine im überdachten Offenstallsystem und 180 Zweinutzungshühner. Sein ökologisch orientiertes Wirtschaften reicht sogar bis in die Verarbeitung und den Vertrieb landwirtschaftlicher Produkte. So baute er im Jahr 2001 maßgeblich die von Bäuerinnen und Bauern getragene Genossenschaft „Biofleisch NRW“ mit auf.

 

Entwicklungsarbeit der Bioland Stiftung

Auch im Verband selbst gibt es eine übergeordnete Stelle für ganz unterschiedliches Engagement: die Bioland Stiftung. Gegründet vor vier Jahren, initiiert und fördert die Stiftung Projekte, die die Land- und Lebensmittelwirtschaft nachhaltig verbessern. Im Fokus der Bildungs- und Forschungsarbeit stehen aktuell die Bodenfruchtbarkeit, der Klimaschutz und die Artenvielfalt.

Bodenfruchtbarkeit, Klimaschutz und Artenvielfalt stehen im Fokus der Stiftung (Foto: Sonja Herpich)

 

Los ging es im Jahr 2019 mit der Weiterbildungsinitiative BODEN.BILDUNG, die sich an ökologische und konventionelle Praktiker*innen sowie landwirtschaftliche Berater*innen richtet. Wissen aus der Forschung und praxisnahe Methoden befähigen die Teilnehmer*innen, in puncto Bodenschutz selbst aktiv zu werden.  

Bei BODEN.KLIMA ist das Ziel, ein System zur klimafreundlichen Entwicklung landwirtschaftlicher Betriebe zu schaffen. Hierbei wird die gesamte Klimabilanz eines Betriebes in den Blick genommen und gemeinsam mit rund 60 Pilot-Betrieben untersucht, wie diese durch Beratung, Weiterbildung und Honorierung ihres Klimaschutz-Engagements unterstützt werden können.

In diesem Jahr steht zudem ein neues Projekt zum Thema Artenvielfalt unter dem Motto „Schutz durch Nutzung“ in den Startlöchern. Dabei sollen im landwirtschaftlichen Alltag Räume für Vielfalt geschaffen und zugleich betriebswirtschaftliche Interessen berücksichtigt werden.

Wenn du dich engagieren oder spenden möchtest, findest du hier weitere Infos: https://bioland-stiftung.org

 

 

Nachhaltiges Wirtschaften

Das BEST ECONOMY forum bietet zukunftsorientierten Unternehmer*innen ein großes Netzwerk an Gleichgesinnten und handfeste Konzepte für ein nachhaltiges Wirtschaften.

Neben Gemeinwohl-Ökonomie, BIOHOTELS und FIBL zählen auch wie zu den Gründungsorganisationen. Wir freuen uns, wenn du an der nächsten Veranstaltung teilnehmen möchstest – natürlich online.

Vom 20. bis 22. April 2021 stehen die eigene Unternehmensentwicklung, das Netzwerken und die politische Positionierung im Fokus.

Alle Infos gibt's hier: https://besteconomyforum.org/de/
 


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