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Keine Zeit für ein Foto: Die Border Collies der Friesischen Schafskäserei sind ständig bei der Arbeit (Foto: Friesische Schafskäserei)

Leistungssport auf vier Pfoten

Hund und Katze im Dauerlauf

12.08.2021

Manche Wege sind für Menschenbeine schlicht zu lang. Kilometerlange Läufe um 140 Schafe zum Beispiel. Für die fünf Border Collies der Friesischen Schafskäserei nur eine Aufwärmübung. Auch Hofkatze Hexe lässt sich von mehreren Hektar Ackerland nicht beeindrucken und zieht Tag für Tag ihre Runden. Der dritte Teil unserer Serie "Tierische Helfer".

Von Marta Fröhlich

Hütehund - ein Job mit Verantwortung

Pro Pfote ein Jahr - so lange braucht es, bis Hütehunde ausgebildet und voll einsatzfähig sind. Eine lange Zeit, doch es lohnt sich jede Minute. Denn die Fellnasen sind kaum zu ersetzen - weiß auch Schäfer Redlef Volquardsen. Er betreibt mit seiner Frau Monika auf der Halbinsel Eiderstedt in Nordfriesland eine Schafkäserei mit 140 Milchschafen. Diese müssen morgens und abends zum Melken und von Weide zu Weide getrieben werden - und haben dabei einen ganz eigenen Kopf. "Schafe wissen, wo sie hinwollen, da hätten wir als Menschen keine Chance", erzählt der Schäfer und hat sich deshalb tierische Unterstützung geholt. 5 Border Collies - drei im Einsatz, einer in Rente, einer noch ganz grün hinter den Ohren und erst in der Ausbildung -  nehmen ihm die kilometerlangen Wege ab. "Die Hunde arbeiten ganz selbstständig. Wir sind nur dafür da, ihnen die Tore zu öffnen", berichtet der Landwirt. Eifrig treiben sie morgens und abends die Schafe zum Melken und wieder zurück auf die Weide, halten die Herde beim Umtrieb auf frische Flächen zusammen.


Onno ist der jüngste Zugang im Rudel und noch in der Ausbildung (Foto: Redlef Volquardsen)

 

Dabei folgen sie einem angeborenen Trieb, der eigentlich dem Rudel beim Jagen hilft. Instinktiv treiben sie dem Rudelführer - Redlef Volquardsen - die Beute in die Arme. Deshalb stehen sich Schäfer und Hunde beim Arbeiten meist gegenüber - dazwischen die Herde. Erst mit dem Eintrainieren von Kommandos per Pfiff und Ruf lernen sie, die Schafe kontrolliert vor sich her zutreiben oder sogar entgegen ihrem Trieb von sich weg. Dabei lernen die Border Collies viel voneinander und ein Leben lang. Dieses Gatter oder doch das nächste? Das Schaf noch an diesem Auto vorbeitreiben oder warten? Was heckt das Schaf dort hinten aus, will es ausbrechen? Redlef Volquardsens Hunde sind feine Beobachter.
Sie treffen Entscheidungen in Sekundenschnelle. "Manchmal entscheiden sie sogar anders, als ich entschieden hätte. Doch hinterher verstehe ich, warum sie so gehandelt haben. Da sind uns die Hunde schon hin und wieder einen Gedanken voraus." Eine Leistung, die kaum zu ersetzen ist.

 

Hoftiger auf Mäusejagd

Hexe weiß genau, was sie will: Mäuse. Und das in rauen Mengen. Ihr Revier: der Bioland-Hof der Familie Sigg im schwäbischen Bad Wurzach, spezialisiert auf Getreide vom Korn bis zum Mehl. Für Landwirtin Barbara Sigg ist Hexe eine wichtige Mitarbeiterin, denn sie hält die Mäusepopulation auf dem Acker klein.


Katze Hexe nimmt ihren Job sehr ernst - legt aber auch mal Pausen ein (Foto: Biolandhof Sigg)

 

Katzen sind auf landwirtschaftlichen Betrieben wichtige Nutztiere, indem sie Schädlinge wie Mäuse und Ratten bekämpfen. Mäuse können ganze Ernten gefährden, wenn sie die Wurzeln der jungen Pflanzen anknabbern. 2020 verzeichneten manche Regionen die größte Mäuseplage seit 40 Jahren. Aber auch im Getreidelager hat Hexe zu tun. Denn auch dort können Mäuse nicht nur Getreide vertilgen, sondern auch Kankheiten und Pilze einschleppen. Hexe dreht deshalb regelmäßig ihre Runden und schaut hinter Schränken, unter Maschinen und in den hintersten Winkeln nach dem Rechten. Da ist sie gründlich.

"Wir haben hier wirklich viele Mäuse gehabt und haben uns deshalb eine Katze angeschafft. Als Biohof dürfen wir ja kein Gift auslegen, da ist Hexe eine große Hilfe", erzählt die Bäuerin. Natürlich ist Hexe auf dem Biohof eine Attraktion. Selbstbewusst geht sie auf Besucher zu, mal lässt sie sich kraulen, mal braucht sie ihre Ruhe, fläzt gemütlich in der Sonne und verdaut ihr Mittagessen. Bäuerin Barbara Sigg sieht in Hexe ein gutes Vorbild für Menschen. "Sie genießt ihr Leben und chillt auch ganz gern", sagt sie lachend. Aber sie macht auch ihren Job, sie ist schließlich fürs Mäusejagen eingestellt.

 

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