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Klimaschutz ist eine der wichtigsten Maßnahmen, um unsere Lebensgrundlagen zu erhalten

Klima ist Leben

Was Bioland-Betriebe für unsere Zukunft tun

24.01.2022

Luft, Wasser und Boden - ohne sie kein Leben. Deshalb tun wir alles dafür, sie zu schützen und machen die Erhaltung unserer Lebensgrundlagen zu einem unserer sieben Prinzipien. Eine zentrale Rolle spielt dabei der Klimaschutz. Denn die Klimakrise könnte unsere Lebensgrundlagen zerstören.

Von Marta Fröhlich

Wir kümmern uns ums Klima

Klimawandel, Klimaanpassung, Klimaleistungen - das Klima ist auch in der Landwirtschaft in aller Munde. Die Erde heizt sich schneller auf, als sie es verkraftet, Politik und Gesellschaft müssen dringend handeln. Auch wir als landwirtschaftlicher Verband tragen große Verantwortung und widmen - neben unserer täglichen Arbeit für den Klimaschutz auf den Bioland-Betrieben - dem Klima besondere Aufmerksamkeit. Sowohl innerverbandlich als auch hier auf unseren Kanälen. Wir schauen genau hin: Wo leistet der Ökolandbau bereits wichtige Beiträge? Wo machen wir uns erst auf den Weg? Und was sagt die Forschung? In Zukunft kannst du hier mehr zum Thema Klima lesen.

Du hast Fragen oder Ideen, die wir thematisieren sollen? Schreib uns an hallo@bioland.de


Temperatur, Niederschlag, Wind, Feuchte, Strahlung - alle diese Wettererscheinungen zusammen an einem bestimmten Ort werden als Klima bezeichnet. Im Gegensatz zum Wetter, das nur einen bestimmten Zeitpunkt beschreibt, wird das Klima aus statistischen Daten (Mittel- und Extremwerte, Häufigkeiten, Andauer) über einen längeren Zeitraum ermittelt. 30 Jahre dauert dabei eine sogenannte Normalperiode. Auch ist das Klima ein komplexes Zusammenspiel von Erde, Atmosphäre und Ozeanen.

 

Ein wichtiger Faktor ist dabei die Sonneneinstrahlung. Sie erwärmt die Atmosphäre und macht das Leben auf der Erde erst möglich. Allerdings muss Wärme auch wieder entweichen, damit es nicht zu heiß auf der Erde wird und der sogenannte Treibhauseffekt einsetzt. Wenn die Konzentration von Wasserdampf, Kohlendioxid (CO2), Methan und Lachgas in der Atmosphäre zu hoch ist, tragen diese Treibhausgase dazu bei, dass Wärme nicht entweichen kann. Durch menschliche Aktivitäten nimmt die Konzentration der Treibhausgase zu, wir sprechen vom anthropogenen Anteil des Treibhauseffekts. Klima-Expert*innen des internationalen Ausschusses Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) sind sich einig: Es wird wärmer werden.

 

Im worst case um 5 Grad, im besten Fall - das heißt bei einer kurzfristigen Reduzierung der CO2-Emissionen um mehr als 50 % - noch mindestens 2 Grad in den nächsten 80 Jahren. Dieser Anstieg wäre stärker als alle natürlichen Klimaschwankungen der vergangenen 10.000 Jahre.
Klimawandel bedeutet aber nicht nur, dass es wärmer wird, auch die Niederschläge verändern sich, hin zu mehr Wetterextremen wie Trockenheit und Überflutungen. Das hat Folgen für Mensch, Wirtschaft und Ökosysteme.
Deshalb müssen die globalen CO2-Emissionen laut den Expert*innen des IPCC bis 2030 mindestens halbiert werden.

Ackerfrüchte halten der Dürre im Jahr 2019 nicht mehr stand (Foto: Imago)

Folgen des Klimawandels für Deutschland

Auch in Deutschland spüren wir bereits die Auswirkungen des Klimawandels. Extrem heiße und trockene Sommer, aber auch Flutkatastrophen und heftige Wintereinbrüche kommen immer häufiger vor. Der Deutsche Wetterdienst sagt konkrete Szenarien für Sommer und Winter voraus:

  • im Sommer werden die Temperaturen um 1,5 °C bis 2,5 °C höher liegen als 1990
  • im Winter wird es zwischen 1,5 °C und 3 °C wärmer werden
  • im Sommer können die Niederschläge um bis zu 40 % geringer ausfallen
  • im Winter kann es um bis zu 30 % mehr Niederschlag geben.

Wie Bioland-Betriebe das Klima schützen

Dafür braucht es aktiven Klimaschutz - also Maßnahmen, die die globale Erwärmung begrenzen und die durch menschliches Handeln verursachten Treibhausgas-Emissionen mindern. Dazu leisten der Ökolandbau im Allgemeinen und Bioland-Betriebe im Konkreten bereits wichtige Beiträge. Hier ein kleiner Überblick der wichtigsten Maßnahmen:
Bioland-Produkte werden in Deutschland und Südtirol produziert und verkauft. Das spart unnötige lange Transportwege.
Bioland-Betriebe bauen das Futter für ihre Tiere zum großen Teil selbst an, benötigen als kein Futter aus Übersee.
Bioland-Betriebe lassen ihre Tiere so viel wie möglich auf Grünland weiden. Grünland ist ein wichtiger CO2-Speicher.
Bioland-Betriebe halten nur so viele Tiere, wie Acker und Feld als Düngungsfläche zur Verfügung stehen. Dabei verzichten sie auf synthetische Stickstoffdünger. Sie nutzen stattdessen den Anbau von stickstoffbindenden Pflanzen (Leguminosen ) und Nährstoffkreisläufe.
Das hat mehrere Effekte für den Klimaschutz:

  • Es spart fossile Ressourcen für die Herstellung von mineralischen Düngern
  • Es entsteht kein zusätzliches Lachgas als eines der Haupttreibhausgase wie bei der Ausbringung synthetischer Stickstoffdünger
  • Anbau in Fruchtfolgen: Vielfältige Kulturen wachsen im regelmäßigen Wechsel auf dem Acker, so werden dem Boden im Kreislauf Nährstoffe entzogen und geliefert
  • Der Boden wird organisch gedüngt, bleibt gesund und lebendig
  • Humus als wichtiger CO2-Speicher wird aufgebaut
  • Ein gesunder Boden speichert deutlich mehr Wasser und wird nicht weggespült
Ein gesunder Boden ist wichig für Klimaschutz und Klimaanpassung (Foto: Alexander Kögel/Bioland)

 

Klar ist aber: Das Klima bleibt nicht, wie es ist. Die Treibhausgase, die sich bereits in unserer ⁠Atmosphäre⁠ befinden, werden noch viele Jahrzehnte oder Jahrhunderte lang wirken und unser Klima beeinflussen. Es zu schützen und zu erhalten, reicht also nicht. Wir müssen uns dem Klima anpassen.

Ein enorm wichtiger Hebel bei der Klimaanpassung ist bereits jetzt ein gesunder humusreicher Boden. Ist er porig und gut durchlüftet wie ein dicker Schwamm, kann er auch in kurzer Zeit viel Wasser aufnehmen und Überflutungen abpuffern. Zusätzlich speichert er mehr Wasser und hält es für den Pflanzenanbau verfügbar. Überschüssiges Wasser kann an Ort und Stelle versickern und wird nicht weggespült. Das führt dazu, dass wieder Grundwasser gebildet wird und regional verfügbar bleibt. Ökobetriebe sind hier bereits nachweislich vorn.
Aber es gibt noch viel zu tun, zum Beispiel bei der Bewässerung von Gemüse. Wasser wird trotzdem knapper werden und muss effizienter und noch sparsamer genutzt werden.
Und auch die Züchtung von angepassten Pflanzen und Tieren muss vorangetrieben werden: Tiere müssen in Zukunft besser mit Hitze zurechtkommen, anstatt immer mehr vollklimatisierte Ställe zu bauen, die Energie fressen.

 

Pflanzen müssen in Zukunft sowohl Trockenheit als auch zu viel Nässe aushalten. Es braucht resiliente, also widerstandsfähige Züchtungen, die regional gut angepasst sind, da sich das Klima von Region zu Region bereits stark unterscheidet.
Es wird deutlich: Ökobetriebe leisten bereits wichtige Beiträge zu Klimaschutz UND Klimaanpassung.  Doch eine Agrarwende wird nicht ausreichen, um die Klimakrise abzuwenden. Die ökologisch hergestellten Produkte müssen auch verarbeitet und gegessen werden. Deshalb braucht es auch eine Wende in der gesamten Lebensmittelwirtschaft, mehr Bio in öffentlichen Küchen, aber auch mehr Bio auf unseren Tellern. Wie das klappen kann und vieles mehr zum Thema Klima liest du demnächst hier im Blog und auf unseren Kanälen. Folge uns auf Instagram, Facebook, Twitter oder YouTube.
 

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