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Gemeinsam von Bodenexperten lernen: Das geht am besten im Bodenpraktiker-Kurs (Foto: Sonja Herpich/Bioland)

In einem Jahr zum Bodenexperten

Weiterbildung für mehr Bodenfruchtbarkeit

04.04.2022

Gerade im Ökolandbau ist ein gesunder Boden überlebenswichtig. Doch wie halte ich ihn gesund? Wie binde ich ihn in meine Betriebsabläufe ein? Und wie kann ich zusätzlich noch Humus fürs Klima aufbauen? Das lernen Landwirt*innen im Bodenpraktiker-Kurs.

Von Marta Fröhlich

Der Bodenpraktiker ist ein Weiterbildungsangebot, das sich an Landwirt*innen richtet, die die Fruchtbarkeit ihrer Böden verbessern wollen. Erfahrene Bodenexpert*innen aus Praxis, Beratung und Wissenschaft vermitteln Inhalte rund um das Thema Boden, darunter Fruchtfolgen, Bodenbearbeitung, Düngung, aber auch Analyseverfahren oder Fachwissen zur Nährstoffdynamik. Der Bodenpraktiker besteht aus mehreren Modulen mit insgesamt 9 Seminartagen. Diese finden innerhalb eines Jahres auf Betrieben in verschiedenen Regionen statt. Nach Absolvierung aller Module und der Vorstellung Ihrer Projektarbeit erhalten die Landwirtinnen und Landwirte das „Bodenpraktiker“-Zertifikat.

Michaela Braun ist Leiterin der Initiative Boden.Bildung der Bioland Stiftung und konzipiert die Bodenpraktikerkurse. Drei schnelle Fragen an die Bioland-Bodenexpertin:

Bioland-Bodenexpertin Michaela Braun
Bioland-Bodenexpertin Michaela Braun (Foto: Sonja Herpich/Bioland)

 

Wie profitieren Landwirt*innen vom Bodenpraktiker?
Michaela Braun: Sie entwickeln ein Bewusstsein für das Lebewesen Boden und lernen die Zusammenhänge von Boden und Pflanze. Auch diskutieren sie Fragen wie: Was hat der Boden mit der Gesellschaft und mir zu tun und wie gehe ich als Landwirt:in damit um? Die Teilnehmer lernen, Bodentests durchzuführen und so ihre Böden wieder selber zu beurteilen und Rückschlüsse für die Bewirtschaftung zu schließen. Im nächsten Schritt erarbeiten sie dann Optimierungsstrategien. In einer Projektarbeit wenden sie das Gelernte an und probieren etwas auf ihrem Betrieb aus, um die Bodenfruchtbarkeit zu verbessern.

Warum ist das Thema Boden so wichtig?
Michaela Braun: Der Boden ist die Grundlage für alles. Ist der Boden gesund, sind die Pflanzen gesund, die Tiere und auch die Menschen. Der Boden ist aber sehr vernachlässigt worden, da die Landwirtschaft unter großem Druck steht. Und auch in der Ausbildung wird Boden nur sehr spärlich bearbeitet. Dabei brauchen wir fitte Böden auch für die Klimaextreme, die sich nun häufen. Gesunder Boden nimmt bei  Starkregenereignissen große Mengen Wasser auf, verhindert Hochwasser und stellt es in Trockenperioden Kulturpflanzen wieder zur Verfügung. Natürlich ist der Boden in den regionalen Wasserkreislauf eingebunden. Wasser verdunstet v.a. von den Pflanzen, die auf dem Boden wachsen, das sorgt für Kühlung an Ort und Stelle.

 

Welche Bedeutung hat Boden noch fürs Klima?
Michaela Braun: Der Boden ist wichtiger Teil des Kohlenkreislaufs - als Emittent und Senker. Über Photosynthese kann CO2 in die organische Masse eingebaut und mithilfe von Bodenleben in Humus dauerhaft gespeichert werden. Sind die Böden verdichtet, kann Lachgas entstehen, das 295-mal klimaschädlicher ist als CO2. Wenn die Bodenstruktur gut ist und der Stickstoffkreislauf in der Fruchtfolge beachtet wird, kann ich das als Landwirt*in vermeiden. Deshalb kümmern sich Bioland-Bäuerinnen und Bauern besonders um ihren Boden.

Bioland Stiftung macht sich stark fürs Klima

Die Bioland Stiftung entwickelt und erprobt mit Expert:innen und Kooperationspartnern aus Praxis, Beratung und Forschung ein Konzept zur klimafreundlichen Entwicklung landwirtschaftlicher Betriebe. Das Team

  • entwickelt ein Tool zur regional angepassten, gesamtbetrieblichen Klima- und Humusbilanzierung
  • erstellt ein Beratungs- und Weiterbildungskonzept, mit dem Landwirt:innen unterstützt werden, eine individuelle Strategie zur klimafreundlichen Ausrichtung ihres Betriebes zu entwickeln und umzusetzen
  • konzipiert und prüft ein System, mit dem Betriebe für freiwillige landwirtschaftliche Klimaschutzleistungen honoriert werden und Unternehmen sich wirkungsvoll für regionalen Klimaschutz einsetzen können

Im Rahmen der Pilotphase von 2020 bis 2023 kooperiert die Stiftung mit landwirtschaftlichen Betrieben, Unternehmen der Lebensmittelverarbeitung sowie einer städtischen Kommune, um das System zu erproben und zu optimieren. Parallel dazu soll das Angebot von BODEN.KLIMA für weitere Partner geöffnet werden.
Das Ziel des Projekts ist es, langfristig wirksame Veränderungen hinsichtlich Boden- und Klimaschutz zu initiieren. Mit einem etablierten Honorierungs- und Kompensations-Angebot soll ein für alle Beteiligten faires, regional verankertes und wissenschaftlich fundiertes System ermöglicht werden.