Starke Argumente für BIO

Biolandbau...
damit uns nicht das Wasser abgegraben wird!

Jeder Bürger verbraucht in Deutschland im Durchschnitt 125 Liter Trinkwasser am Tag. In der Vergangenheit mussten wegen zu hoher Nitrat- oder Pestizidbelastung zahlreiche Brunnen geschlossen werden. Bei einem Sechstel der Messstellen zur Überwachung der Grundwasserqualität in Deutschland überschreitet die Nitrat-Konzentration den Trinkwassergrenzwert von 50 mg/l (W7, W8).

Der Biolandbau belastet die Gewässer vergleichsweise wenig mit Phosphat- und Stickstoffverbindungen(W1).

Nitratrückstände im Wasser gehen bei überhöhter und jahreszeitlich unangepasster Stickstoff-Düngung ins Grundwasser über. Im Biolandbau - dies zeigen Ver-gleichsuntersuchungen - sind die aus der Stickstoffdüngung resultierenden Nitratausträge ins Grundwasser am niedrigsten (W2).

Der Biolandbau begrenzt die Anzahl der Tiere pro Fläche: Gülle und Mist sind daherwertvolle Dünger und kein Abfallprodukt, das auf den Äckern „entsorgt“ werden muss.

Im Biolandbau werden zur Düngung neben Mist und Gülle auch Pflanzenkompost, Gründüngung und Hülsenfrüchte eingesetzt. Dadurch gelangt der Stickstoff nur in geringen Mengen ins Sicker- bzw. Grundwasser (W3).

Die Nitratbelastung des Sickerwassers ist auf ökologisch bewirtschafteten Flä-chen deutlich geringer: Bei Bioviehbetrieben – so zeigen Wasseranalysen – betragen die Nitratgehalte durchschnittlich 27 mg/l, gegenüber 79 mg/l bei kon-ventionellen Betrieben (W6).

Biobauern verwenden im Pflanzenbau keine synthetischen Pestizide und Wachs-tumsregulatoren. Zur Behandlung ihrer Tiere ziehen sie Naturheilverfahren den herkömmlichen Medikamenten vor, die das Grundwasser mit Rückständen belasten.

Auch Flüsse und Seen profitieren vom Biolandbau: Im Umfeld von biologisch bewirtschafteten Ackerflächen sind die Gewässer weniger mit Pflanzenschutzmitteln belastet. Diese Stoffe schädigen auch die Wassertierchen wie etwa Fliegenlarven, und dies bereits in Konzentrationen unterhalb deren Nachweisgrenze (W4).

Bei biologischer Wirtschaftsweise ist die Gefahr des „Umkippens“ (Eutrophierung) von Binnengewässern deutlich geringer (W5).  

(W1) Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau (AGÖL), BUND (1997):
Leitfaden für die Wasserwirtschaft – Wasserschutz durch Ökologischen Landbau, Darmstadt
(W2) HAAS, G.: Organischer Landbau in Grundwasserschutzgebieten: Leistungsfähigkeit u. Optimierung d. pflanzl. Stickstoffmanagements. Berlin: Köster, 2001 - Schriftenreihe / Institut f. Organischen Landbau; 18), S. 111/112
(W3) HAAS, G.; BERG, M.; KÖPKE, U.:
Grundwasserschonende Landnutzung. Berlin: Köster, 2001- Schriftenreihe / Institut f. Organischen Landbau, 10), S. 96 - 101
(W4) LIESS, M.; SCHULZ, R.; BERENZEN, N.: NANKO-DREES, J.: WOGRAM, J.:
Pflanzenschutzmittel-Belastung und Lebensgemeinschaften in Fließgewässern mit landwirtschaftlich genutztem Umland. -UBA-FB 000197. Texte 65 /01, Berlin: 2001, S. I-1, I-7.
(W5) Senat der Bundesforschungsanstalten des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL): Bewertung von Lebensmitteln verschiedener Produktionsverfahren. Statusbericht 2003. S. 21

(W6) Ist Bio wirklich besser? Faktensammlung zur Qualität Biologisch erzeugter Lebensmittel. Hrsg.: BIO Austria, 2005

(W7) Nitratbericht der Bundesrepublik Deutschland 2004

(W8) Amtsblatt für die Stadt Eberswalde; Ausgabe 5/2007; S.12