Starke Argumente für BIO
Biolandbau....
damit die Wahlfreiheit in Zukunft erhalten bleibt!
Wir leben in einer geordneten Gesellschaft, die von Normen und Werten geprägt ist. Dies schafft Sicherheit und Klarheit. Doch wie farblos und eintönig wird unsere Welt, wenn wir nicht mehr unter verschiedenen Möglichkeiten und Varianten auswählen können.
Die Mehrheit der Verbraucher steht der „Grünen Gentechnik“ kritisch bis ablehnend gegenüber. Trotzdem kommen 60 bis 70 Prozent unserer Lebensmittel mit der Gentechnik in Berührung (Wf1). Einmal freigesetzte genveränderte Pflanzen sind kaum mehr isolierbar und können ihre Gene auf weitere Arten übertragen. Biobetriebe wollen und dürfen keine Gentechnik einsetzen (Wf2). Damit ist der Biolandbau eine verlässliche Alternative für jeden, der Lebensmittel ohne gentechnische Veränderungen essen möchte.
Für viele Biobetriebe ist es ein wichtiges Anliegen, zum Erhalt der genetischen Artenvielfalt beizutragen. Sie bauen deshalb seltene Pflanzensorten an oder halten bedrohte Nutztierrassen (Wf4).
Rohstoffherkunft, Zusammensetzung und Herstellungsverfahren eines Lebensmittels sind oft undurchsichtig. Im Biolandbau müssen alle ver- und zugekauften Betriebsmittel dokumentiert werden (Wf2). Für Bioland-Produkte ist zudem eine Volldeklaration der verwendeten Zutaten und Zusatzstoffe vorgeschrieben (Wf3). Damit ist die Lebensmittelzusammensetzung für die Kunden nachvollziehbar.
Die EG-Bio-Verordnung definiert Grundsätze zur Naturbelassenheit der Biolebensmittel bezüglich der Zusatzstoffe, Aromen und Zutaten wie auch zu einzelnen Verarbeitungstechniken (Wf2). Biolebensmittel werden nicht angereichert, kalorienreduziert, gefärbt, verwässert.
Biobäcker und Biometzger verwenden keine industriellen Fertigmischungen, aus denen Einheitsprodukte hervorgehen. Handwerkliche Techniken, alte Rezepturen und regionale Besonderheiten sorgen für mehr Produktvielfalt.
Schätzungsweise jeder zweite Biolandbauer vermarktet einen Teil seiner Erzeugnisse direkt; hingegen nur jeder zehnte konventionelle Betrieb. Damit sorgt der Biolandbau für mehr regionale Nähe.
(Wf1) Verbraucher Konkret 5/ 02, Verbraucher Initiative 2002
(Wf2) Hrsg.: Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen: EU-Verordnung Ökologischer Landbau, 2000, S. 7, 8, 44, 57
(Wf3) Bioland-Richtlinien, Kap. 8.3
(WF4) Oppermann, R., Hötker, H. Krismann, A., Blew, J.: Wieviel Naturschutz leisten die Ökoland-baubetriebe jetzt und welche Perspektiven gibt es für die Zukunft? Ergebnisse einer bundesweiten Untersuchung. FAL 2004. Landbauforschung Völkenrode Sonderheft 272, S. 83-96

