Starke Argumente für BIO
Biolandbau....
damit die Natur im nächsten Frühjahr nicht verstummt!
Die Eingriffe des Menschen in die Natur sind insbesondere dann schädlich, wenn Selbstregulierungskräfte zerstört werden. Wie tiefgreifend solche Auswirkungen bereits heute sind, zeigen nicht nur die aktuellen Klima- oder Hochwasserprobleme, sondern auch das zunehmende Artensterben. So stehen inzwischen 65 Prozent der Feldvögel auf der roten Liste der Brutvögel.
Viele Biobauern legen Feldraine, Hecken, Gräben und Buntbrachen an (N13, N14). Diese Landschaftselemente beanspruchen bei 83 Prozent von 562 befragten Biobauern mindestens 4 Prozent ihrer gesamten Fläche (N9). Dort entstehen Klein-Biotope mit blüten- und artenreichen Pflanzenbeständen. Solche Orte bevorzugen Nützlinge, die durch ihren Schädlingsfraß die Agrarchemie ersetzen (N1).
Biolandbau schützt Feldvögel: Mehr Pflanzenvielfalt, Ackerrandstreifen, kleinere Schläge, geringere Halmdichten, Hecken, Krautschichten am Boden sowie Stoppel- und Grünbrache im Winter schaffen günstige Lebensbedingungen, z.B. für die vom Aussterben bedrohten Feldlerchen (N10). Schon ein Jahr nach der Umstellung einer Versuchsfläche verdoppelte sich dort die Zahl brütender Feldlerchen (N2). Brütende Schwalben und Greifvögel bevorzugten zur Nahrungssuche ebenfalls die ökologisch bewirtschafteten Versuchsfelder (N2). Zudem waren im Herbst bzw. Winter auf den Bioäckern deutlich mehr Körner und Insekten fres-sende Vögel sowie Greifvögel anzutreffen (N11).
Insgesamt sind am Rand von Bioäckern 25 Prozent mehr Vögel - im Herbst/Winter sogar 44 Prozent - zu finden als bei herkömmlicher Ackerbewirtschaftung (N3).
Auf ökologisch bewirtschafteten Flächen sind 85 Prozent mehr Pflanzenarten, ein Drittel mehr Fledermäuse, 17 Prozent mehr Spinnen und 5 Prozent mehr Vogelarten anzutreffen. Zugleich bewirtschaften Biobauern kleinere Felder mit einem hö-heren Grünflächenanteil und pflanzen mehr Hecken (N12).
Im Boden einer Biofläche findet man 50 bis 80 Prozent mehr Regenwürmer als im Boden mineralisch gedüngter Flächen (N4, N5). Auch die Anzahl von Insekten wie Laufkäfer, Spinnen, Tausendfüßler, Wanzen und Milben als Nützlinge oder Nahrungsgrundlage für andere Tiere ist signifikant höher (N5, N6).
Die Artenzahl der Ackerbegleitkräuter ist im Biolandbau deutlich größer (N6, N7). Auch besonders gefährdete Arten schützt der Biolandbau: Im Zeitraum von über 25 Jahren verschwanden nach einer Studie auf konventionell bewirtschafteten Feldern 31 Prozent der Ackerbegleitkräuter, während es auf biologischen Referenzflächen im gleichen Zeitraum kaum Veränderungen gab (N6, N8).
(N1) RAHMANN, G.: Biodiversität und Ökologischer Landbau gehören zusammen! Katalyse Nachrichten Nr. 35 1/2002, S. 30 -32
(N2) Hötker, H., Rahmann, G., Jeromin, K.: Positive Auswirkungen des Ökolandbaus auf Vögel der Agrarlandschaft – Untersuchungen in Schleswig-Holstein auf schweren Ackerböden. FAL 2004, Land-bauforschung Völkenrode Sonderheft 272, S. 43-59
(N3) The SOIL ASSOCIATION: The Biodiversity Benefits of Organic Farming, Bristol, (2000), 34 S.
(N4) FiBL Nr. 1, (2000), S. 11
(N5) PFIFFNER; L.; LYKA; H.: Naturnahe Flächen mit Biolandbau kombinieren. - Ökologie & Landbau 2/2002, S. 28 - 29
(N6) Senat der Bundesforschungsanstalten des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL): Bewertung von Lebensmitteln verschiedener Produktionsverfahren. Statusbericht 2003. S. 18, 19, 28
(N7) KÖPKE, U.: Umweltleistungen des Ökologischen Landbaus, S. 13 - Ökologie & Landbau 2/2002, S. 6 - 18
(N8) KÖPKE, U.: Welchen Beitrag kann der Ökologische Landbau für eine Landwirtschaft der Zukunft leisten? Textgrundlage zum Öffentlichen Hearing der Bundestagsfraktion von B 90/Die Grünen am 19.05.1999 in Bonn, S. 31 – 38
(N9) NABU-Broschüre: Naturschutz und Ökologie – Status quo und Empfehlungen. Hrsg. NABU-Institut für Landschaftsökologie und Naturschutz, Singen. Dr. Rainer Oppermann. Februar 2004
( N10) NABU-Studie: Feldvögel der Agrarlandschaft – Bestand-Gefährdung und Schutz. Dr. Hermann Hötker, Michael-Otto-Institut im NABU, Bergenhusen. Januar 2004
(N11) Hötker, H., Rahmann, G., Jeromin, K: Bedeutung der Winterstoppel und der Grünbrache für Vögel der Agrarlandschaft – Untersuchungen auf ökologisch und konventionell bewirtschafteten A-ckerflächen in Schleswig-Holstein auf schweren Ackerböden. FAL 2004, Landbauforschung Völkenrode 54 (2004)4, S. 251-260
(N 12) FULLER, R.J., NORTON, L.R., FEBER, R.E. et al: Benefits of organic farming to biodiversity vary among taxa. Biology Letters 5/2005
(N13) SCHÄFER, M.: The contributions of a regional industrial sector toward quality of life and sustainable results. Indicators and preliminary results. Dis-kussionspapier Nr. 126 am Artec Forschungszentrum Nachhaltigkeit, Bremen, www.artec.uni-bremen.de
(N14) Wohlstand hat viele Gesichter – was bewirkt Bio in der Region?. Hrsg: Schäfer, M., Hilbermann, V. Zentrum Technik und Gesellschaft (ZTG) der TU Berlin

