Starke Argumente für BIO
Biolandbau...
damit wir nicht den Boden unter den Füßen verlieren!
Der Boden ist das wichtigste, unersetzbare Kapital des Bauern. Gegenüber nachfolgenden Generationen besteht die Verpflichtung, den Boden nachhaltig zu pflegen. Biolandwirte schützen den Boden vor Verschmutzung, Auslaugung, Verdichtung, Versiegelung und Erosion.
Die EG-Bio-Verordnung und die Richtlinien der Bioanbauverbände schreiben eine standortangepasste Fruchtfolge vor. Damit der Boden möglichst ganzjährig bedeckt bleibt, verwenden Biobauern Untersaaten im Getreideanbau, Ackerfutter als Nachfrucht und belassen Ernterückstände über Winter auf dem Boden. Diese Faktoren reduzieren die Bodenerosion. So war in einer Vergleichsstudie an jeweils drei Standorten der Bodenabtrag auf ökologisch bewirtschafteten Feldern bis zu sechsmal niedriger, verglichen mit den konventionell bewirtschafteten Flächen (Bo1).
Biobauern fördern die Humusbildung und das Bodenleben, sie verdichten ihre Äcker wenigiger.Dadurch kann das Regenwasser besser versickern. Biolandbau ist ein aktiver Beitrag zum Hochwasserschutz (Bo5, Bo6).
Die im Biolandbau aufgebaute organische Masse auf den Feldern wirkt der Erosion entgegen (Bo2): Der Boden wird gelockert, stabilisiert und daher nicht so leicht von Wasser oder Wind abgetragen. Gleichzeitig verzögern die organische Masse, der verminderte Düngereinsatz und der geringere Viehbesatz die Versauerung des Bodens (Bo2, Bo3).
Ökologisch bewirtschaftete Böden enthalten mehr Kohlenstoff und organische Masse und können so mehr Feuchtigkeit speichern. Daraus resultieren besonders in Trockenzeiten beispielsweise höhere Erträge von ökologisch angebautem Mais und Soja (Bo7).
Durch eine ausgewogene Fruchtfolge und die Verwendung von organischem Dünger wie Stallmist, Kompost oder Ernteresten fördert der Biobauer die Entwicklung von Bodenorganismen, z.B. vpn Bakterien, Pilzen, Algen und Bodentieren. Diese Organismen lockern die Böden, verkleben anschließend einzelne Bodenteilchen miteinander, schaffen so ein stabileres Bodengefüge und binden klimaschädigendes CO2 (Bo3).
In mehreren Vergleichsstudien wurden in Bioäckern fast doppelt so viele Regenwürmer, Insekten und Spinnen nachgewiesen wie in anderen landwirtschaftlichen Böden (Bo2, Bo4). Sie durchwühlen den Boden, versorgen ihn mit Luft und schaffen gute Bedingungen für Mikroorganismen. Durch den Aufschluss der Nährstoffe erhöht sich die Bodenfruchtbarkeit – die Nährstoffe sind so für Pflanzen besser verfügbar (Bo3).
An den Wurzeln von ökologisch angebauten Pflanzen siedeln sich deutlich mehr arbuskuläre Mykorrhiza-Pilze an. Diese verbessern die Aufnahme von schwerlöslichen Nährstoffen aus dem Boden und schützen die Pflanzen vor Krankheiten und Bodenschädlingen (Bo7).
(Bo1) HERMANOWSKI, R (1989):
Vergleich alternativer und konventioneller landwirtschaftlicher Betriebe in Hessen. Schriftenreihe d. Prof. Regional- und Umweltpolitik. Institut für landwirtschaftliche Betriebslehre, 1989, Gießen, S. 196 - 211 (S. 207).
(Bo2) FORSCHUNGSINSTITUT FÜR BIOLOGISCHEN LANDBAU (FiBL) (2000): Bio fördert Bodenfruchtbarkeit und Artenvielfalt. Erkenntnisse aus 21 Jahren DOK-Versuch. Dossier Nr. 1, August 2000, S. 8-11
(Bo3) Hrsg.: Senat der Bundesforschungsanstalten des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL): Bewertung von Lebensmitteln verschiedener Produktionsver-fahren. Statusbericht 2003. S. 18, 21
(Bo4) FEBER, R.E., BELL, J.; JOHNSON, P.J.; FIRBANK, L:G.; MACDONALD, D.W. (2000):
The effects of organic farming on surface-active spider (Aranae) assemblages in wheat in southern England, UK - In: The Biodiversity Benefits of Organic Farming - The Soil Association, 2000, S. 15.
(Bo 5) Schnug, E. und Haneklaus, S.: „Landwirtschaftliche Produktionstechnik und Infiltration von Böden: Beitrag des ökologischen Landbaus zum vorbeugenden Hochwasserschutz“, Landbauforschung Völkenrode 52 (2002)4, S. 197 – 203.
(Bo 6) Schnug, E. Rogasik, K., Panten, K., Paulsen, H.M., Haneklaus, S.: Ökologischer Landbau er-höht die Versickerungsleistung von Böden, Ökologie & Landbau, Heft 132, 4/2004, S.53(Bo7) Pimen-tel, D, Hepperly,P, Hanson, J, Douds, D, Seidel, R.Environmental: Energetic and Economic Compari-sons of Organic and Conventional Farming Systems. BioScience 7/2005, S. 573-582

