Starke Argumente für BIO
Biolandbau....
damit auch Bauern "artgerecht" leben können!
Die Bewirtschaftung eines Biohofs erfordert einen überdurchschnittlichen Einsatz der Biobäuerinnen und Biobauern. Dieser Einsatz wird durch große Handlungsfreiheit, einen abwechslungsreichen Arbeitsalltag und gesellschaftliche Anerkennung belohnt.
Bio schafft eine höhere Identifikation mit der eigenen Arbeit. Nach der Betriebsumstellung waren 64 Prozent von 450 befragten Betriebsleitern zufriedener als vorher (B2). Eine Umfrage bei 333 Betrieben aus der Biobranche in Brandenburg- Berlin ergab, dass die meisten Betriebsleiter mit ihrer Arbeit sehr zufrieden sind (B7, B8).
Über ein Drittel dieser befragten Betriebe engagiert sich im sozialen Bereich – z.B. durch Aktivitäten zur Wissensvermittlung, Unterstützung von Vereinen mit Geld- und Sachspenden oder Mitwirkung an lokalen Festen. Die Mehrzahl der befragten landwirtschaftlichen Betriebe ist im Umwelt – und Naturschutz aktiv (B7, B8).
Biobauern und Bäuerinnen arbeiten häufig in einer vielfältigen Betriebsstruktur statt sich einseitig zu spezialisieren. Neue Betätigungsfelder wie Ferienwohnungen, Hoffeste, Seminare oder Erlebnis- und Kinderangebote (B3) sorgen für Abwechslung und fördern das Vertrauen der Kunden.
Für Biobauern ist es wichtig, die natürlichen Regelungsmechanismen zu verstehen und zu stärken, z. B. das Gleichwicht von Nützlingen und Schädlingen zu erhalten. Da der Biobauer hierbei seine Wirtschaftsweise ständig reflektieren muss, ist seine Arbeit besonders anspruchsvoll.
Die Stärkung des ökologischen Gleichgewichtes macht den Biobauern unabhängig von chemischen Patentlösungen der Agrarindustrie. So verwendet er zur Stickstoffdüngung zum Beispiel statt leichtlöslichen Mineraldünger Mist und Jauche vom eigenen Hof.
Der Verzicht auf Pestizide schont die Gesundheit: Jeder 20. Pestizid-Anwender klagt über mindestens ein darauf zurückzuführendes Krankheitssymptom (B4). Durch Pestizide ausgelöste Vergiftungen verursachen Folgekosten von rund 12 Mio. Euro. Die Behandlung chronischer Gesundheitsschäden bleibt hier unberücksichtigt (B5).
(B1) AGRIMENTE 2002, S. 35 u. 36, ZMP / IMA, Bonn
(B2) RAPP, Veränderungen der betrieblichen Parameter bei der Umstellung ..., S. 53, FH Nürtingen, FB Agrarwirtschaft 1997/98
(B3) Bioland in Zahlen 2002, Bioland Bundesverband
(B4) Menschen werden durch Pestizide krank S. 15-16
PRETTY, J.N.; BRETT, C.; GEE, D. et al.: Externe Kosten der englischen Landwirtschaft. - Ökologie & Landbau, 118 2/2001, S. 15 - 18 (Kurzfassung)
(B5) JACOB, U. (1999):
Was kostet uns der Pestizideinsatz wirklich? - In: Der kritische Agrarbericht 1999 - Rheda-Wiedenbrück : ABL Bauernblatt, 1999, S. 206 ff
(B6) MAHNKE-PLESKER, S.(1999):
Öko-Kost. Vortrag. Tagungsband zum 2. aid-Forum "Zwischen Öko-Kost und Designer-Food: Ernährung im 21. Jahrhundert" 1999, Bonn
(B7) SCHÄFER, M.: The contributions of a regional industrial sector toward quality of life and sustainable results. Indicators and preliminary results. Diskussionspapier Nr. 126 am Artec Forschungszentrum Nachhaltigkeit, Bremen, www.artec.uni-bremen.de
(B8) Wohlstand hat viele Gesichter – was bewirkt Bio in der Region?. Hrsg: Schäfer, M., Hilbermann, V. Zentrum Technik und Gesellschaft (ZTG) der TU Berlin

