Starke Argumente für BIO

Biolandbau.....
damit die Arbeit sich noch lohnt!

Seit 1950 sind in der deutschen Landwirtschaft mehr als 3,5 Mio. Arbeitsplätze verloren gegangen (A1). So wirtschaften immer weniger Bauern auf immer größeren Flächen. Sinkende Erzeugerpreise, steigende Ausgaben für Betriebsmittel und fehlende Hofnachfolger führen dazu, dass immer mehr Betriebe mangels Perspektiven aufgeben

Die Umstellung auf Biolandbau gibt bestehenden Höfen neue Perspektiven: Von 450 befragten Biolandwirten gaben 128 an, dass sie vor der Umstellung an eine Aufgabe ihres Betriebes gedacht hatten (A3).

Durch die Betriebsumstellung wurden 60 Prozent mehr Arbeitsplätze für Familienmitglieder, feste Mitarbeiter und Auszubildende geschaffen (A3).

Im Biolandbau gibt es - bezogen auf die bewirtschaftete Fläche - 34 Prozent mehr Arbeitsplätze (A5). Während in der konventionellen Landwirtschaft insbesondere im Frühjahr und Herbst Arbeitsspitzen anfallen, verteilt sich die Arbeit für Biobau-ern gleichmäßiger über das ganze Jahr (A6).

Insbesondere Biobauern gestalten neue Vermarktungswege wie Hofläden, Lieferservice, Hofbäckereien, Hofmolkereien, eigene Brauereien oder gastronomische Einrichtungen (A4).

Biolandwirtschaft ist multifunktional: Neben der Lebensmittelerzeugung überneh-men Biobauern gesamtgesellschaftliche Aufgaben. Dazu gehört die Pflege und Erhaltung der Kulturlandschaft sowie aktiver Umwelt- und Naturschutz.

Rund 160.000 Menschen arbeiten in der Biobranche: mehr als 50.000 in landwirtschaftlichen Betrieben, 50.000 in der Herstellung sowie rund 60.000 im Naturkosthandel oder in Reformhäusern. Insgesamt hat sich die Zahl der Arbeitsplätze in der Biobranche in den letzten zehn Jahren nahezu verdoppelt (A2, A9).

Die Zahl der Ausbildungsplätze stieg nach der Umstellung um ca. 145 Prozent, die  Anzahl der Ausbildungsplätze hat sich fast verdoppelt. Dies ergab eine Umfrage bei rund 450 Bioland-Betrieben (A9, A3).

In 333 in Berlin-Brandenburg befragten Betrieben aus der Biobranche sind nahezu zur Hälfte Frauen beschäftigt. Zudem werden 39 Prozent dieser Betriebe durch Geschäftsführerinnen geleitet (A7, A8).

Aufgrund der anspruchsvollen Wirtschaftsweise sind im Biolandbau über 300 qualifizierte Berater tätig. Sie unterstützen die über 18.000 Biobetriebe.

Die im Biolandbau vorgeschriebenen Kontrollen und die Biozertifizierung der landwirtschaftlichen Betriebe stellen rund 500 Spezialisten für Landwirtschaft und Lebensmittelherstellung durch ihre Arbeit sicher.

(A1) Bioland-Lehrermappe

(A2) Presseforum BioBranche: Pressemitteilung vom 7. September 2006

(A3) RAPP, S.: Veränderung der betrieblichen Parameter (insbesondere Arbeitskräfte) bei der Umstellung auf ökologischen Landbau am Beispiel von Bioland. Fachhochschule Nürtingen, Fachbereich Agrarwirtschaft, 1997/98, S. 72

(A4) KNICKEL, K.: The marketing of Rhöngold milk: am examle of the reconfiguration of natural relations with agricultural production and consumption. – Journal of Environmental Policy & lanning 3(2001), S. 123 – 136.
S. 128/ 129

(A5) Agrarpolitischer Bericht 2005 der Bundesregierung, Drucksache 15/4801, S.28

(A6) Pimentel, D, Hepperly,P, Hanson, J, Douds, D, Seidel, R.Environmental: Energetic and Economic Comparisons of Organic and Conventional Farming Systems. BioScience 7/2005, S. 573-582

(A7) SCHÄFER, M.: The contributions of a regional industrial sector toward quality of life and sustainable results. Indicators and preliminary results. Diskussionspapier Nr. 126 am Artec Forschungszentrum Nachhaltigkeit, Bremen, www.artec.uni-bremen.de

(A8) Wohlstand hat viele Gesichter – was bewirkt Bio in der Region?. Hrsg: Schäfer, M., Hilbermann, V. Zentrum Technik und Gesellschaft (ZTG) der TU Berlin

(A9) Bioland-Pressemitteilung: Jobmotor Biolandbau - auch in Sachsen; 19. September 2006