Biotier Mastrind

Rinder auf der Weide

Unersetzbar: Multitalent Rind

Zur Rinderhaltung gehören die Fleisch- und die Milcherzeugung. Das Fleisch stammt von Kühen, Bullen, Färsen (weibliche Jungrinder) und Ochsen. Kalbfleisch nimmt eine Sonderstellung ein. Die biologische Bullenmast unterscheidet sich deutlich von der konventionellen Mast. So bekommen konventionelle Bullen zum Fressen Maissilage und Sojaschrot, ihre biologischen „Kollegen“ Kleegras und Getreideschrot. Die Mutterkuhhaltung hingegen wird nicht nur im Biolandbau extensiv und naturnah praktiziert. Hierbei werden die Kälber von der Mutter aufgezogen und laufen in der Herde mit.

Familienbande: Schonende Kälberaufzucht

Biomutterkühe kalben meist im Frühling in der Herde. Bei der Mutterkuhhaltung bleibt das Kalb neun Monate bei der Kuh. Danach wird es entweder geschlachtet und als Kalbfleisch vermarktet oder als Bulle weitergemästet. Meist verbringen die Mutterkühe ab April den gesamten Sommer auf der Weide, den Winter hingegen in einem großzügig bemessenen Laufstall mit Stroheinstreu. Auch die männlichen Kälber der Milchkühe werden gemästet, während die meisten weiblichen Kälber in die „Fußstapfen“ ihrer Mütter treten. In der Gruppe wachsen die Kälber im Stall oder draußen in Kälberhütten auf.

Vollwerternährung: Weide und Kraftfutter

Biorinder haben immer ausreichend Ruhe- und Bewegungsraum, Tageslicht im Stall, umfassenden Stallkomfort und auch bei Anbindehaltung (bis 2010 in Ausnahmen zulässig) regelmäßigen Auslauf. Den Sommer verbringen sie meist auf der Weide, einige haben direkt am Stall einen Auslauf. Bei Bioland hat Weidegang absoluten Vorrang. Ein Rind frisst im Sommer täglich 60 bis 80 kg Gras, im Winter Heu und Silage. Die Kälber werden mit Milch und hofeigenem Grund- (Grassilage, Heu) und Kraftfutter (Getreide und Leguminosen) versorgt. Pro Tier und Tag verfüttern Biobauern an ihre Rinder bis zu 2 kg eines aus Getreide, Erbsen, Ackerbohnen, Lupinen oder Ölkuchen gemischten Kraftfutters. Bioland hat als erster Bioanbauverband nur noch 100% Biofutter zugelassen.

Biorindfleisch: Auch konventionell vermarket

Entsprechend seiner Qualität wird Biorindfleisch als Frischfleisch vermarktet (v.a. Ochsen, Färsen, Jungkühe) oder zur Verarbeitung (Altkühe) genutzt. Allerdings gibt es kaum noch Schlachthöfe in den Regionen; nur wenige sind biozertifiziert. Dies zwingt viele Biobauern, ihre Biotiere konventionell zu vermarkten.

 

Unterschiede im Überblick

Bio-Rindermast Konventionelle Rindermast Darum handelt der Biobauer so
Auslauf: Weide oder ganzjährig zugänglicher Laufhof. Anbindehaltung per Ausnahmegenehmigung in alten Stallgebäuden bis 2010 möglich, wenn Sommerweidegang erfolgt. Auslauf: Weidegang oder ständiger Auslauf nur bei Mutterkuhhaltung üblich. In kleinen Betrieben oft Anbindehaltung, jedoch große regionale Unterschiede. Die Tiere können sich artgemäß bewegen. Der Aufenthalt im Freien stärkt die Abwehrkräfte.
Liegeflächen: Mit Stroh, Spelzen oder Sägemehl eingestreut. Liegeflächen: Oft ohne Einstreu; Rinder stehen oder liegen meist auf Beton mit Vollspalten. Weiche Liegeflächen schonen Gelenke und Klauen.
Stallfläche: Pro Mastrind (350 kg) mind. 5 m² . Stallfläche: Pro Mastrind (ab 600 kg) mind. 3 m² Stallfläche als Richtwert. Ausreichende Stallfläche ermöglicht ein artgemäßes Sozialverhalten.
Gras- und Maissilage: Ganzjährige ausschließliche Fütterung verboten. Im Sommer überwiegend Frischgras und Weide, im Winter Gras- und Maissilage. Gras- und Maissilage: Ganzjährige Fütterung der Mastrinder weit verbreitet. Silageherstellung ist energieaufwendig. Frisches Weidegras ist das natürlichste Sommerfutter. Es kann ohne zusätzlichen Energieaufwand direkt von den Tieren verwertet werden.
Kraftfuttergabe: 1 bis 2 kg pro Tag und Rind, je nach Rasse große Unterschiede. Kraftfuttergabe: Jenach Rasse 1 bis 5 kg pro Tag und Rind. Natürliches langsameres Wachstum der Tiere ist erwünscht, der tatsächliche Nährstoffbedarf wird durch angpasste Kraftfutterzugaben gedeckt.
Kälber werden die ersten 12 Wochen mit Milch gefüttert. Kälber werden meist mit Milchaustauscher (enthält milchfremde Zutaten) gefüttert. Milch ist das natürlichste Futter für die Kälber.
Tierbesatz: Höchstens ca. 2 Rinder pro Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche.

Tierbesatz: Keine direkte Begrenzung, die ausgebrachte Gülle/Mistmenge pro Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche wird durch die Düngeverordnung begrenzt und damit indirekt die Tieranzahl.

Fütterung aus hofeigener Erzeugung ist gewährleistet. Mist ist ein wertvoller Dünger, solange das Verhältnis zwischen Mistaufkommen und Bedarf der angebauten Pflanzen ausgewogen ist
Enthornung: Nur mit Brennstab möglich. Enthornung: Mit Brennstab oder Ätzstift erlaubt, teilweise werden Schwänze kupiert. Aus Tierschutzgründen sollen langandauernde Schmerzen vermieden werden. Nach Brennstab-Enthornung verheilt die Wunde schneller.

Extrainfos

Rinder sind ein zentrales Glied des ökologischen Landbaus. Sie liefern hochwertigen Dünger für den biologischen Pflanzenbau. Zugleich trägt die biologische Rindermast aufgrund der geringeren Viehzahl je Hektar Grünland und der bedarfsgerechten Nährstoffversorgung der Böden zum Erhalt wertvoller Kulturlandschaften bei. Als Wiederkäuer können Rinder Gras und Klee verwerten und in ein hochwertiges Lebensmittel "verwandeln". Dies ermöglicht die Nutzung von Hanglagen, Standorten mit mageren Böden, Flussniederungen usw., die ackerbaulich nicht genutzt werden können. Durch die Rinderhaltung kommen diese benachteiligten Flächen dennoch der menschlichen Ernährung zugute. Naturschutzgebiete und ihre Tier- und Pflanzenarten profitieren ebenfalls.

 Rindfleisch-Rezept

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