Biotier Pute
Haltung: Platz und viel Stange
Puten regen sich schnell auf. Das zeigen Ausdrücke wie „rot wie ein Puter“ oder „puterrot“. Bioputenhalter sorgen durch viel Platz, Beschäftigung, überdachte Schlechtwetter- und Grünausläufe für Entspannung der Tiere. Sand- und Staubbäder sind möglich. Bei Bioland sind zudem Sitzstangen vorgeschrieben. Auf diesen können ranghöhere Tiere aufsitzen und die schwächeren können ausweichen. Beim Aufsitzen wird das Bauchgefieder belüftet und die Tiere leiden weniger unter Druckstellen und Feuchtigkeit an den Fußballen.
Futter: Anspruchsvolle Esser
Bioputen fressen biologischen Weizen, Erbsen und Ackerbohnen. Im Freien kommt noch Gras hinzu, das aufgrund seines Eisengehaltes dem Fleisch eine intensive Farbe gibt. Der hohe Bedarf am Eiweißbaustein Methionin macht Puten zu anspruchsvollen Futterverwertern. Biobetriebe dürfen kein synthetisch hergestelltes Methionin einsetzen. Bisher behelfen sie sich mit konventionellen Eiweißprodukten (bis zu 15 % bis Ende 2007 bzw. 10 % bis Ende 2009 zulässig, bei Bioland ausschließlich Maiskleber und Kartoffeleiweiß). Geeignete Futtermittelrezepturen mit reinen Biozutaten müssen weiter entwickelt werden, z.B. mit Biosoja.
Rassen: Klein, aber oho
Bioputenhalter bevorzugen langsam wachsende, leichte Tiere der Rassen T9 oder Bronce. Diese eignen sich für die Freilandhaltung und sind nicht auf Hochleistung gezüchtet. Dank ihres ausgewogenen Knochen-Fleisch-Verhältnisses können sie im Gegensatz zu vielen konventionellen Puten noch laufen und auf Sitzstangen auffliegen. Die Putenzüchtung liegt in der Hand von nur wenigen konventionellen Züchtern, die fast ausschließlich Mehrrassenkreuzungen (Hybridputen) erzeugen. Eine Nachzucht mit Hybridputen ist aufgrund ihrer Genetik nicht möglich. Für die Züchter zählt allein die Fleischleistung; die für Biohalter wichtigen Eigenschaften wie Auslauftauglichkeit oder Krankheitsresistenz werden vernachlässigt. Biobetriebe arbeiten daran, eigene Zuchtlinien zu entwickeln und ihr Know-how in der Brut und Aufzucht zu vertiefen.
Unterschiede im Überblick
| Bio-Putenhaltung | Konventionelle Putenhaltung* | Darum handelt der Biobauer so |
|---|---|---|
| Grünauslauf: Mind. 10 m² für jedes Tier, bei Bioland zusätzlich überdachter Schlechtwetterauslauf/Wintergarten. | Grünauslauf: Nicht vorgeschrieben. | Mehr Bewegungsfläche ermöglicht arteigenes Verhalten, Stärkung des Immunsystems durch Witterungseinflüsse und Bildung von Vitamin-D. |
| Fensterfläche: Mind. 5 % der Stallgrundfläche. | Fensterfläche: Mind. 3 % der Stallgrundfläche. | Tiere können sich in hellen Ställen beschäftigen. Dunkle Ställe halten die Tiere ruhig, sie finden lediglich Wasser und Futter. |
| Herdenobergrenze: Max. 2.500 Puten pro Stall Stallfläche: Höchstens 12 Hähne oder 15 Hennen auf 10 m² . |
Keine Herdenobergrenze: unbegrenzt. Stallfläche: Höchstens 29 Hähne oder 35 Hennen auf 10 m². |
Eine zu hohe Tierdichte fördert Stress und Krankheiten. Der vorgeschriebene Grünauslauf und die Stallfläche begrenzen die Tieranzahl. |
| Gesamtstallfläche: Bis 1.600 m² in einem Betrieb. | Gesamtstallfläche: Unbegrenzt. | |
| Sitzstangen bei Bioland vorgeschrieben. | Sitzstangen nicht vorgeschrieben. | Sitzstangen tragen zu einer besseren Raumausnutzung und vielseitigen Struktur bei. Rangunterschiedliche Tiere können besser voreinander ausweichen. |
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Künstliche Aminosäuren: Verboten. |
Künstliche Aminosäuren: Erlaubt. |
Der Biobauer setzt auf natürliches Eiweißfutter. |
| Schlachtalter: Frühestens nach 20 Wochen. Schlachtgewicht: 9 bis 12 kg (Henne) bzw. 14 bis 18 kg (Hahn). |
Schlachtalter: Nicht vorgeschrieben, 14 bis 16 Wochen (Hennen) und 18 bis 20 Wochen (Hähne) üblich. Schlachtgewicht: 10 bis 15 kg (Henne) und 20 bis 22 kg (Hahn). | Gesunde, langsam wachsende Rassen haben bessere Fleischqualität und benötigen weniger Medikamente. |
| Schnäbel: Dürfen bei Bioland nicht beschnitten oder touchiert werden; bei sonstigen Biobetrieben nur mit Ausnahmegenehmigung. | Schnäbel: Dürfen beschnitten oder touchiert werden. | Haltungsbedingungen müssen an das Tier angepasst werden, nicht umgekehrt. Keine Behinderung bei der Gefiederpflege und der Futteraufnahme. |
*(Orientierung an der "Freiwilligen Vereinbarung zur Haltung von Mastputen" der Landwirtschaftsministerien, Geflügelwirtschaftsverbände und Tierschutzverbände)
Extrainfo
Wussten Sie, dass Metzger zwischen sieben verschiedenen Putenfleischsorten unterscheiden - vom herzhaften roten Keulen- und Flügelfleisch bis hin zum mageren weißen Brustfleisch. Diese Geschmacksvielfalt können Kunden bei Bioputen besonders deutlich herausschmecken: Durch viel Bewegung trainieren die Tiere ihre Brustmuskeln und Keulen. Hierbei bilden Bioputen - anders als ihre konventionellen Artgenossen - ein festes, feinfaseriges, zartes Fleisch, das beim Braten wenig Wasser verliert.
Bitte wenden Sie sich an unsere Pressestelle, wenn Sie Adressen von Bioland-Putenhaltern und Fotos benötigen: presse @ bioland.de




