Biotier Kaninchen
Kaninchen: Rechtlose Fellträger
Kaninchen genießen wenig Schutz: Es gibt kaum rechtliche Vorgaben und bedeutende Forschungsprojekte zu ihrer Haltung. Bioland hat mit seinen Richtlinien Grundlagen für die biologische Kaninchenhaltung geschaffen: Als Fluchttiere sind sie von Natur aus „Angsthasen“, die - sobald ein Feind auftaucht - die Flucht ergreifen und sich im Bau verstecken. In der heute üblichen Käfighaltung, die der Hühnerkäfighaltung ähnelt, wird jede Fluchtmöglichkeit vereitelt. Das verursacht den Tieren Dauerstress. Bei Bioland hingegen ist Käfighaltung tabu: Bioland-Kaninchen werden auf der Weide (Weide/Freilandhaltung), im Weidegehege oder im Stall gehalten.
Komfort: Licht, Raum und Abwechslung
Erwerbsmäßige Bioland-Kaninchenhalter sorgen für helle geräumige Ställe mit guter Belüftung. Die Rassenvielfalt bei den Kaninchen ist enorm. Hinsichtlich Größe, Gewicht und Platzbedarf gibt es daher große Unterschiede. Um dem gerecht zu werden, dürfen bei Bioland nur so viele Tiere pro Quadratmeter gehalten werden, dass sie ein Gesamtgewicht von 20 kg nicht überschreiten. Eine Stallhöhe von mindestens 60 cm erlaubt den Tieren Haken zu schlagen; unterschiedliche Bodenbeschaffenheit bietet Abwechslung. Röhren und erhöhte Liegeflächen bieten außerdem Ruhe- und Rückzugsmöglichkeiten. Die Tiere haben freien Zugang zum Futter und können sich draußen frei bewegen. Als Auslauffläche steht ihnen ein großzügig bemessener Wintergarten zur Verfügung. Bei Bioland werden die geselligen Kaninchen in Gruppen gehalten. Da eine zu hohe Besatzdichte Stress und Streit verursacht, dürfen die Gruppen jedoch 48 Tiere nicht überschreiten.
Freilandhaltung: Gesundheit und Wohlergehen
Kaninchen sind anfällig für Infektionskrankheiten, die meist seuchenartig verlaufen. Nur äußerste Sauberkeit und Hygiene in der Haltung, abwechslungsreiche und artgerechte Fütterung sowie der Einsatz robuster Kaninchenrassen gewähren Schutz. Die Freilandhaltung bietet die Chance, durch häufigen Weidewechsel und lange Weideruhe das Auftreten von Krankheiten einzudämmen. Durch die UV-Strahlung der Sonne im Freiland werden einige Krankheitserreger wie Pasteurellose abgetötet. Dies gilt auch für Offenfrontställe, die das Sonnenlicht ungehindert in das Stallinnere scheinen lassen.
Unterschiede im Überblick
| Bio-Kaninchenhaltung* | Konventionelle Kaninchenhaltung | Darum handelt der Biobauer so |
|---|---|---|
| Fütterung: Abwechslungsreiches Biofutter wie Gras, Heu, Grünfuttersilage, Grünmehle, zusätzlich Holz als Nagefutter. | Fütterung: Überwiegend Leistungsfutter. | Die Tiere können ihren Nagetrieb ausleben. Heu regt die Darmtätigkeit an; Holzgerbstoffe erhalten die Darmflora. |
| Stall: Für Masttiere und Rammler max. 20 kg Lebendgewicht pro m2, für säugende Zibben incl. Nachwuchs max. 10 kg Lebendgewicht pro m2 vorgeschrieben. | Stall: Kaninchenhaltung ist in engen Käfigen üblich. | Die Tiere können sich artgemäß bewegen; Haken schlagen etc. |
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Außenbereich: |
Außenbereich: Kaninchen werden in der Regel nur im Stall gehalten, ohne Auslaufmöglichkeit. |
Die Tiere sind draußen der Witterung ausgesetzt, leben gesünder und sind robuster. Eine großzügige Auslauffläche ermöglicht ihnen, ihr Fluchtverhalten auszuleben. Umweltreize fördern eine natürliche Entwicklung. |
| Nestbau: Zuchttiere verfügen über ein nach dem Vorbild der Natur gestaltetes Wurfnest. | Nestbau: Offenes Wurfnest üblich. | Das ist wichtig, da die Zibbe nur einmal am Tag säugt und ihr Nest sorgfältig mit Heu oder Stroh verschließen kann, um ihre Jungen vor Feinden zu schützen. |
| Gruppenhaltung: Ist vorgeschrieben, max. 40 Masttiere, 5 säugende Zibben sowie bis zu 3 Nachwuchszibben sind im Stall zulässig. | Gruppenhaltung: Käfighaltung in Kleingruppen ist üblich. | Dies entspricht weitgehend der Gruppengröße von Wildkaninchen. |
* (Beispiel: Bioland-Richtlinien. EG-Öko-Verordnung regelt die Kaninchenhaltung bisher nicht)
Extrainfo
Früher spielten Kaninchen eine entscheidende Rolle bei der Selbstversorgung der Menschen. Denn anders als das Huhn ist es kein direkter Nahrungskonkurrent. Es wächst und gedeiht mit Gras, Klee und allem, was Wegesränder, Hecken oder Küchenabfälle zum Fressen bieten.
Bioland-Kaninchenhalter füttern ihre Tiere zu 100 Prozent mit Biofuttermitteln. Das Futter stammt überwiegend vom eigenen Betrieb. Im Sommer überwiegt frisches Gras von der Weide, im Winter bekommen Bioland-Kaninchen größtenteils Heu, Grünfuttersilage oder Grünmehle. Ergänzend gibt es als Nagefutter Zweige oder frisches Holz. Mit diesem abwechslungsreichen, nicht auf Höchstleistung ausgelegten Futter können die von Natur aus wählerischen Kaninchen in Ruhe wachsen und gedeihen.
Bitte wenden Sie sich an unsere Pressestelle, wenn Sie Adressen von Bioland-Kaninchenhaltern oder Fotos benötigen: presse @ bioland.de







