Biotier Damhirsch

Alternative: Gehege statt Treibjagden

Wildfleisch wird meist energieaufwändig aus Neuseeland importiert und stammt aus intensiver Tierhaltung. Die Tiere wurden unter ähnlich großem Stress auf Schlachthöfen getötet wie das auf Treibjagden erlegte Wild. Stress mindert die Fleischqualität. Die Aufzucht von Dam- und Rotwild auf landwirtschaftlichen Betrieben ist eine Alternative hierzu, bisher jedoch wenig geregelt. Bioland stellt mit eigenen Richtlinien für die Biowildhaltung Qualität und umfangreiche Biokontrollen sicher. Dies beinhaltet auch die stressfreie Tötung durch einen gezielten Schuss im Gehege, also in der gewohnten Umgebung. Die Fleischqualität ist zudem aufgrund des konstanten Futterangebotes besser als die der Wildgenossen. Aufgrund der ganzjährigen Freilandhaltung behält Biodamwild seinen typischen Wildgeschmack.

Wild: Nicht immer wild

Um die Wildtiere landwirtschaftlich halten zu können, ahmt der Bauer die Bedingungen der freien Wildbahn nach. Er nutzt brach liegende Wiesen und Weiden, ohne sie - wie bei intensiver Tierhaltung - zu schädigen. Ideal ist eine vielfältige Landschaft mit Freiflächen, Hecken und Baumgruppen. Bioland-Wildgehege bieten den Tieren zusätzlich Versteckplätze für ihre Kälber und Witterungsschutz. Wald suchen die Tiere nur bei Gefahr auf, er ist daher entbehrlich. Pro Hektar werden bei Bioland nur sieben Muttertiere mit Hirsch und Nachwuchs gehalten. So kann das Damwild sein arteigenes (Flucht-)Verhalten ausleben. Zudem reicht ihr Kot zur Düngung der Weidefläche aus, ohne den Boden auszulaugen oder zu überdüngen.

Biogehege: Auslauf und Futterfläche

Damwild ernährt sich von April bis November nur von der Weide. Im Winter erhält es zusätzlich Heu oder Gras- und Maissilage aus ökologischer Erzeugung sowie Kastanien und Eicheln. Krankheitserreger haben bei Damwild schlechte Karten. Anfällig sind die Tiere lediglich für verschiedene Magen-Darm-Würmer, die insbesonders bei Jungtieren Stoffwechselstörungen auslösen können. Durch den niedrigen Tierbesatz im Biogehege und gezielten Wechsel der Weideflächen kontrolliert der Biobauer Parasiten. Zu den Herausforderungen gehört die Erforschung des Sozialverhaltens von Dam- und Rotwild im Großrudel, um die Haltungsbedingungen noch besser an die Bedürfnisse der Tiere anpassen zu können.

 

Unterschiede im Überblick

Bio-Damwildhaltung*  Konventionelle Damwildhaltung Darum handelt der Biobauer so
Gehegegröße: Bei Bioland mind. 3 Hektar. Gehegegröße: In der Regel 1 Hektar. Er schafft für die Tiere Rückzugsmöglichkeiten mit einer angemessenen Fluchtdistanz zum Menschen (Wildtiere!).
Mindestrudelgröße: Bei Bioland 5 Tiere (4 weibliche und 1 Hirsch).

Mindestrudelgröße: Keine Anforderungen vorgeschrieben. Er stellt in Anlehnung an die Lebensgewohnheiten in freier Wildbahn ein Rudel zusammen.
Bestandsdichte: Pro Hektar max. 7 weibliche Tiere (jeweils mit Kalb und Jährling). Auf einen Hirsch kommen bis zu 30 weibliche Tiere. Bestandsdichte: Je nach Bundesland pro Hektar bis zu 12 weibliche Tiere (jeweils mit mit Kalb und Jährling) zulässig. Auf einen Hirsch kommen bis zu 30 weibliche Tiere. Sozialstress durch Überbesatz soll vermieden werden, die Grasnarbe vor Überbelastung bewahrt und überhöhte Nährstoffeinträge in den Boden durch Ausscheidungen verhindert werden.
Gehege: Müssen Versteckplätze für Kälber und Witterungsschutz bieten. Gehege: Versteckplätze sind Voraussetzung für die Zulassung von Gehegen. Die Tiere sollen sich durch Rückzugsmöglichkeiten sicher fühlen.
Futter: Stammt überwiegend aus dem eigenen Betrieb (aus der ganzjährigen Weidehaltung). Es dürfen nur Biofutter sowie bis zu 10 % Eicheln und Kastanien verfüttert werden. Futter: Keine eigene Futtererzeugung vorgeschrieben. Es wird ein geschlossener Nährstoffkreislauf angestrebt und ein Überbesatz vermieden, da nur so viele Tiere gehalten werden, wie die Fläche wirklich ernähren kann.

  * (Beispiel: Bioland-Richtlinien. EG-Öko-Verordnung regelt nicht die Damwildhaltung)

Extrainfo

Wie alle Biobetriebe werden auch die Biodamwildhalter mindestens einmal jährlich von einer staatlich zugelassenen Kontrollstelle überprüft. Die Überprüfung umfasst ebenso die Haltung und Fütterung des Damwilds wie den Wareneingang und -ausgang. Nicht zuletzt durch diese umfangreichen Kontrollen unterscheidet sich die Bioware von konventionellem Damwild. Bei Biowildfleisch können sich die Kunden also sicher sein, dass die Tiere unter den zurzeit besten Gehegebedingungen leben. Ihre Fleischqualität ist gleichbleibend, da sie im Gegensatz zu ihren Wildgenossen ein gleichbleibendes Futterangebot vorfinden.

 Damwildrezepte

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