Biotier Biene
Abhängigkeit: Ohne Biene keine Landwirtschaft
Bienen bestäuben bei ihrer Nektarsuche die Blüten von Wild- und Kulturpflanzen. Erst die Bestäubungsleistung der Bienen ermöglicht den Anbau von Obst und Feldfrüchten ohne Ernteausfälle in höherer Qualität und erhält viele Wildpflanzen. Hier setzt der Biolandbau an, der, mehr als der konventionelle Landbau, auf ein intaktes Gleichgewicht der Natur angewiesen ist.
Standortwahl ja: Flugkontrolle nein
Bioimker wählen die Bienenweide sorgfältig aus. Konventionelle Intensivobstkulturen mit ihren unkalkulierbaren Rückstandsgefahren dürfen sie nicht gezielt aufsuchen. Da ein Bienenvolk jedoch eine Fläche von 30 bis 100 km² „beweidet“, kann der Imker nicht kontrollieren, wohin jede einzelne Biene fliegt. .Ein Beschneiden der Flügel der Bienenkönigin ist bei Bioland tabu. Die Agro-Gentechnik verschärft diese Problematik. Daher begnügen sich die Bioimker nicht damit, ihren Honig ökologisch zu erzeugen und zu verarbeiten, sondern setzen sich auch auf politischer Ebene nachdrücklich für den Erhalt einer gentechnikfreien Landwirtschaft und Imkerei ein.
Bio-Qualität: Wertbestimmende Arbeitsweise
Das Bienenwachs ist der natürliche Baustoff zur Aufbewahrung des Honigs und für den Wohnraum der Bienen. Das Wachs wirkt auch wie ein Filter, indem es Rückstände und Umweltschadstoffe bindet. Bioimker fördern daher die Reinheit des Wachses und den natürlichen Wabenbau. In denBioland-Richtlinien ist die kontinuierliche Erzeugung von frischem, sauberem Wachs im Naturwabenbau explizit geregelt. Waben aus Plastik sind tabu. Auch für den Bau der Beute (Bienenwohnung) verwendet der Bioimker statt Styropor oder Hartschaum den Naturstoff Holz, und zwar ohne pestizidhaltige Anstriche.
Ganzheitlicher Ansatz: Nur natürliche Mittel
Gegen den größten „Bienenfeind“, die aus Asien eingeschleppte Varroa-Milbe, dürfen keine chemischen Medikamente eingesetzt werden. Schließlich fallen die Honig-Billigimporte immer wieder durch Antibiotikarückstände und mindere Qualität auf. Bioimker setzen auf natürliche Methoden und Stoffe: Behandlung der Bienen mit organischen Säuren (natürliche Inhaltsstoffe vieler Nahrungsmittel) und Züchtung junger, vitaler Bienenvölker. Denn ohne wirksame Maßnahmen geht ein Bienenvolk innerhalb weniger Jahre ein. Sprays und chemische Mittel zum Beruhigen der Bienen und als Hilfsmittel zur Honigernte sind für Bioimker verboten.
Unterschiede im Überblick
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Bio-Bienenhaltung |
Konventionelle Bienenhaltung |
Darum handelt der Bioimker so |
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Baumaterial: Nur natürliches wie Holz, Lehm und Wachs. Anstriche nur mit schadstofffreien Farben, kein Pestizidanstrich. |
Baumaterial: Kunststoff verbreitet, Pestizidanstriche zulässig. |
Bioerzeuger verwenden nachhaltige Rohstoffe und möchten Pestizidbelastungen für Bienen und Honig vermeiden. |
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Varroabekämpfung: Nur organische Säuren und ätherische Öle; letzteres bei Bioland unzulässig (Risiko der Geschmacksverfälschung). |
Varroabekämpfung: Chemisch-synthetische Mittel zugelassen. |
Herkömmliche Medikamente können Rückstände im Honig und Wachs hinterlassen. Dieses Risiko meiden Bioimker. Die Varroakontrolle ist auch mit organischen Stoffen (kommen natürlich in Nahrungsmitteln vor) möglich. |
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Futter zur Überwinterung: nur Biohonig oder Biozucker. |
Futter zur Überwinterung: nicht geregelt, alle Zucker zugelassen. |
Dies entspricht einem konsequent ökologischen Handeln. |
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Flügel beschneiden bei der Königin verboten. |
Flügel beschneiden bei der Königin erlaubt. |
Eine Arbeitserleichterung rechtfertigt nicht, der Königin einen Teil ihres Flügels abzuschneiden. |
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Trachtgebiete: Keine konventionellen Intensivobstkulturen, Bioflächen sind zu bevorzugen. |
Trachtgebiete: Keine Einschränkung. |
In Intensivobstplantagen werden in einem unüberschaubaren Ausmaß Spritzungen durchgeführt (Rückstandsrisiko). |
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Honigverarbeitung: Gemäß EG-Öko-Verordnung max. 40° C, keine weitergehenden Qualitätskriterien. |
Honigverarbeitung: Keine Temperaturbegrenzung, weit gefasste Grenzwerte. Die Qualitätskriterien des Deutschen Imkerbunds übertreffen die gesetzlichen Forderungen. |
Strenge Vorgaben zur Verarbeitung und Kontrolle sichern eine hohe Qualität und Naturbelassenheit. |
| Wachsreinheit: Zentrales Anliegen, bei Bioland regelmäßige Wachserneuerung vorgeschrieben, keine Bleichmittel und Wachszusätze Wachsmottenbekämpfung: ausschließlich thermische Verfahren und Bacillus Thuringiensis-Präparate sowie Essigsäure |
Wachsreinheit: Keine Vorgaben , Bleichmittel zugelassen, Rückstände durch Varroabehandlung möglich. Bauhilfen auch aus belastetem Altwachs erlaubt. Wachsmottenbekämpfung: keine Vorgaben oder Einschränkungen, z.B. Behandlung der Waben mit Schwefeldampf üblich. |
Das Bienenwachs dient als Kinderstube der Bienen und zur Aufbewahrung des Honigs. Die Qualität des Bienenwachses wirkt sich direkt auch auf die Gesundheit der Bienen und die Reinheit des Honigs aus. Daher ist bei Bioland-Imkern die Bewahrung der natürlichen Reinheit des Bienenwachses die Grundlage der Imkerei. |
Extrainfo
Im Honig spiegelt sich die Vielfalt der Natur und der Regionen wider: Das Frühjahr bringt eine Honigmischung aus Löwenzahn, Wiesenblumen, Schlehen, Raps und Obstblüten, der Sommer Nektar von Himbeere, Brombeere, Lindenblüte, Kornblumen und Klee und der Spätsommer Wald-, Weißtannen-, Sonnenblumen- und Heidehonig. Daneben liefern uns Bienen Naturstoffe wie Bienen-Wachs, Propolis und Gelee Royal - ein nährstoffreicher Futtersaft, den Honigbienen zur Fütterung für ihre Königin herstellen.
Bitte wenden Sie sich an unsere Pressestelle, wenn Sie Adressen von Bioland-Imkern oder Fotos benötigen: presse @ bioland.de





