05.04.2012
Bioland ohne Nanotechnologie
Bioland schließt die Verwendung von Nanomaterialien aus. Das haben die Bundesdelegierten am 26. März mit großer Mehrheit beschlossen.
Nanoteilchen sind winzig – nur bis zu 300 Nanometer groß. Ein Nanometer (nm) ist ein Milliardstel Meter. Zum Vergleich: Ein DNA-Strang hat einen Durchmesser von 2 nm, ein Virus ist zwischen 20 und 100 nm groß. Aufgrund ihrer geringen Größe ist die Oberfläche von Nanopartikeln im Vergleich zu ihrem Volumen sehr groß – das macht sie interessant für chemische und physikalische Prozesse. Nanopartikel kommen in der Natur vor, sie werden aber auch gezielt technisch hergestellt.
Im Lebensmittelsektor werden Nanomaterialien beispielsweise als Oberflächenbeschichtung von Schläuchen, Geräten oder Gefäßen eingesetzt. Auch bei Verpackungen finden sie Verwendung, genauso wie als Rieselhilfe im Salz.
Ob und wie sehr Nanopartikel die menschliche Gesundheit gefährden, ist noch kaum erforscht. Da sie sehr klein und sehr reaktionsfreudig sind, ist zu erwarten, dass sie Zellwände durchdringen, sich in Organen anreichern und Stoffwechselprozesse beeinflussen können.
Um mögliche Risiken auszuschließen, verbietet Bioland in seinen Richtlinien den Einsatz gezielt hergestellter Nanomaterialien in Bioland-Produkten. Auch Verpackungen sollen keine Nanomaterialien enthalten. Grundsätzlich dürfen Nanobeschichtungen mit dem Lebensmittel nicht in Berührung kommen.
Bisher ist es schwierig, von Verpackungsherstellern Informationen darüber zu bekommen, ob Nanomaterialien eingesetzt wurden. Die Sensibilität für das Thema muss noch wachsen – es lohnt sich, nachzufragen!
Weitere Informationen: Brunhard Kehl, Bioland, Abteilung Produkt und Markt, E-Mail: brunhard.kehl @ bioland.de
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