05.02.2018 Möhnesee

Wo steht NRW beim Ökolandbau?

Staatssekretär Dr. Bottermann zu Gast auf der Bioland NRW Wintertagung

Das NRW Landwirtschaftsministerium betrachte biologische und konventionelle Landwirtschaft als gleichberechtigte Bewirtschaftungsformen, erklärte Dr. Heinrich Bottermann, Staatssekretär des Hauses unter Führung von CDU Ministerin Schulze Föcking. Er war der Einladung des Bioland Landesverbandes NRW am 30. Januar 2018 zum Möhnesee gefolgt. Dort diskutierte er zum Abschluss der dreitägigen Bioland Wintertagung mit Landwirten, Vorständen und weiteren Interessierten die Entwicklung des Ökolandbaus in NRW.

Die angestrebte Gleichberechtigung traf sowohl auf Akzeptanz als auch auf Skepsis bei den Biolandwirten. In der Praxis gäbe es Handlungsbedarf um diese Gleichberechtigung aus Sicht der ökologisch wirtschaftenden Betriebe zu erreichen. Eine mangelnde Berücksichtigung des Ökolandbaus beispielsweise bei den Auflagen zur Umsetzung der Dünge-Verordnung bedeute eine Benachteiligung der Öko-Betriebe, ließen die Praktiker den Politiker wissen. Weiterhin wurde aus den Reihen der Bioland-Landwirte scharf kritisiert, dass das NRW Landwirtschaftsministerium die bisherige Verteilung von Agrarsubventionen mit einer starken ersten Säule beibehalten wolle und eine stärkere Honorierung von umweltbezogenen Leistungen somit nicht anstrebe. Die Frage, wie eine höhere Akzeptanz der Landwirtschaft allgemein bei den Verbrauchern erreicht werden soll, blieb unbeantwortet.

Dr. Bottermann erklärte seine Wertschätzung für den Ökolandbau und seine wachsende Bedeutung. Deshalb sei es erklärtes Ziel, 20 Prozent Ökolandbau in NRW zu erreichen. Die derzeit rund sechs Prozent Öko-Fläche in NRW zeigten, dass es bis zur Zielerreichung noch ein weiter Weg sei, für den es weitere Landwirte mit Interesse an der Umstellung auf Ökolandbau bedürfe.

Stephanie Strotdrees, Vizepräsidentin des Bioland Verbandes, mahnte insbesondere ein größeres Engagement der Politik an, dem Ökolandbau in der landwirtschaftlichen Ausbildung mehr Bedeutung zukommen zu lassen, das nicht mehr zeitgemäße Nischendasein zu beenden und den Biolandbau prüfungsrelevant zu machen.

Joachim Koop, Bioland NRW Landesvorstand, machte deutlich, dass der Umgang mit dem Wolf für ökologische Tierhaltung im Freiland besonders problematisch sein kann und es hier eines vernünftigen und ausgewogenen Rahmens bedarf, um Artenschutz und artgerechte Nutztierhaltung sinnvoll zu gestalten. Mit seinem Statement „Die Kuh gehört auf die Weide“ machte Dr. Bottermann deutlich, dass die naturnahe Tierhaltung gemeinsames Anliegen ist. Dr. Bottermann betonte auch in den anderen Knackpunkten die Gesprächsbereitschaft des Ministeriums und bot weitere Gespräche an.

Vom 28. bis 30. Januar fand die jährlich stattfindende Bioland NRW Wintertagung im Heinrich Lübke Haus in Möhnesee-Günne statt. Über 300 Teilnehmer waren zu der Veranstaltung mit Seminaren zum Bio-Gemüse-, und Ackerbau, Tierhaltung, Imkerei und Direktvermarktung gekommen. Bioland-Landwirte, Berufsschüler der Öko-Schule, umstellungsinteressierte Landwirte und weitere Branchenvertreter nutzten die drei Tage zum intensiven Wissenstransfer, gegenseitigem Kennenlernen und Austausch.

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