16.09.2013

Leitfaden Tierwohl vorgestellt

NRW-Projekt setzt bundesweit Maßstäbe für eine Nutztierhaltung nach Tierwohl-Kriterien

Tierwohl kennt ab sofort klare Kriterien. Zumindest in der ökologischen Nutztierhaltung. Am 12. September stellten die ökologischen Anbauverbände aus NRW in Anwesenheit von Ludger Willstacke vom Düsseldorfer Landwirtschaftsministerium auf dem Bioland-Hof Angenendt in Drensteinfurt einen Kriterienkatalog vor, wie „Tierwohl“ in der landwirtschaftlichen Praxis umgesetzt werden kann.

Verbraucher legen beim Einkauf zunehmend Wert auf Fleisch, Eier und Milchprodukte von Tieren aus artgerechter Haltung. Ob Schweine, Rinder oder Hühner: Ihnen allen soll es während ihrer Lebenszeit auf landwirtschaftlichen Betrieben wohl ergehen. „Tierwohl“ heißt das Stichwort, das derzeit nicht nur bei Landwirten, Wissenschaftlern, Tierschützern, Handelsunternehmen und Verbraucherschützern diskutiert wird, sondern längst auch Einzug in die Produktwerbung gefunden. hat. Aber was genau bedeutet Tierwohl? Wie können Bio- Landwirte und Tierhalter dafür sorgen, dass es ihren Tieren wirklich gut geht? Und wer kann das beurteilen?

Diesen Fragen sind in NRW mehrere Ökoverbände mit wissenschaftlicher Unterstützung ineinem gemeinsamen Projekt nachgegangen. Und das Ergebnis des Projekts kann sich sehen lassen, wie Heinz-Josef Thuneke, Geschäftsführer des Bioland-Verbandes und Sprecher der „Tierwohl“-Initiative betont. “Erstmals für den deutschsprachigen Raum liegen nun verbandsübergreifende Kriterien vor, wie Tierwohl in der landwirtschaftlichen Praxis umgesetzt werden kann. Die Ergebnisse geben klare Handlungsempfehlungen für alle Nutztierhalter, die nach Bio-Richtlinien arbeiten.“

Wichtiger Bestandteil des Konzeptes ist ein Beratungsleitfaden einschließlich Checklisten für verschiedene Tierarten. In einer ersten einjährigen Probephase wurde das Konzept in Ökobetrieben auf seine Praxistauglichkeit hin überprüft. Nützlich sind die nun vorliegenden Ergebnisse aber nicht nur für Landwirte, sondern ebenso für landwirtschaftliche Berater und Kontrollunternehmen. Denn mit den Projektergebnissen steht ein leicht nachvollziehbarer, praxisnaher Anforderungskatalog zur Verfügung, der Aufschluss gibt, wie die Tierhaltung auf Bio-Höfen und in Bio-Ställen auszusehen hat und wie nicht.

Ludger Willstacke machte deutlich, dass der ökologische Landbau ein Leitbild für eine umweltfreundliche und tiergerechte Landwirtschaft sei. Der jetzt vorliegende Leitfaden sei ein gutes Instrument, die Haltungsbedingungen in den Bio-Betrieben weiter zu optimieren. Schon jetzt sorgt das vom Umwelt- und Landwirtschaftsministerium NRW geförderte Projekt bundesweit für große Aufmerksamkeit und Interesse.

Download:

<media 1792 - - "SONSTIGES, LFTierwohl Hlf, LFTierwohl_Hlf.pdf, 2.2 MB">Leitfaden Tierwohl</media>

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