10.02.2015 Düsseldorf/Nürnberg

Für mehr Bio in Europa: Nein zur Totalrevision der EU-Öko-Verordnung!

Organisationen der Bio-Branche rufen mit „Nürnberger Erklärung“ den EU-Agrarkommissar Phil Hogan dazu auf, die Kommissionsvorschläge zu einer Totalrevision der EU-Öko-Verordnung zurückzuziehen.

Die europäischen Bürger wollen mehr Bio-Lebensmittel. Dazu braucht es mehr Bio-Bauern und -Verarbeiter. Doch statt diese Entwicklung zu unterstützen, hat die EU-Kommission im März 2014 eine Totalrevision der EU-Öko-Verordnung vorgelegt, die den bisherigen Ökolandbau und die Bio-Lebensmittelwirtschaft in Europa massiv in Frage stellt. Träte sie in Kraft, würden Wachstum und Beschäftigung im Bio-Bereich europaweit gefährdet. Die  Organisationen der Bio-Branche rufen daher Agrarkommissar Hogan auf: Der Kommissionsvorschlag zur Totalrevision der EU-Öko-Verordnung muss vom Tisch!

„Bio-Lebensmittel genießen wachsenden Zuspruch bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern in NRW, Deutschland und Europa“, sagt der LVÖ-Vorsitzende in NRW Heinz-Josef Thuneke. „Die positiven Auswirkungen auf die Trinkwasserqualität, auf Tierschutz und den Erhalt der Artenvielfalt sowie auf den Schutz unserer Böden und das Klima liegen auf der Hand. Daher ist es wichtig, neue Betriebe für die Umstellung auf den Ökologischen Landbau zu gewinnen. Die EU-Kommission droht, diese positive Entwicklung abrupt auszubremsen. Das müssen und wollen wir verhindern, auch um die Wünsche der europäischen Bürgerinnen und Bürger erfüllen!“

Vorschlag ist keine Grundlage
Die Totalrevision bedeutet u. a. eine Abkehr von der Prozessbetrachtung vom Acker bis auf den Teller: Künftig soll eine Kontrolle erst am Endprodukt das Lebensmittel zum Bioprodukt machen – Ein unkalkulierbares Risiko für Erzeuger und Verarbeiter. Investitionsrückgänge und ausbleibende Öko-Umstellung sind die Folgen. Letztlich sollen sogar die Bio-Bauern für den Pestizideinsatz der konventionell wirtschaftenden Nachbarn in Haftung genommen werden. Die EU-Kommission schlägt vor, die Landschaften in Europa wie eine standardisierte, industrielle Produktionsanlage zu betrachten. Geografische, klimatische und kulturelle Qualitäten und Besonderheiten hätten dann kein Gewicht mehr.  

„Das ist nicht unser Bild von Europa und der Entwicklung des Ökologischen Landbaus“, kommentiert Jörn Bender, stellvertretender Vorsitzender der LVÖ NRW die Vorschläge und fordert: „Die aktuelle Vorlage der Kommission ist keine geeigneteVerhandlungsgrundlage, denn sie steht einer sinnvollen Weiterentwicklung der gesetzlichenRahmenbedingungen für den Ökolandbau in Europa diametral entgegen!“

Daher rufen wir die Landwirte, Unternehmen und Partnerorganisationen auf! Für mehr Bio in Europa! Nein zur Totalrevision der EU-Öko-Verordnung! Unterstützen Sie die Aktion und unterzeichnen Sie mit auf www.mehr-bio-in-europa.eu

Bioland Nordrhein-Westfalen e.V.
Im Hagen 5, 59069 Hamm-Süddinker

Annette Angenendt - Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Jan Leifert - Geschäftsführer

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