13.04.2017 Esslingen / St. Märgen

„Wir lassen die Kuh raus!“ – Auftakt der Weidesaison bei Bioland

Pressefrühstück auf familiengeführtem Hof im Hochschwarzwald veranstaltet

Nichts wie raus aus dem Stall: Die Outdoor-Saison der Kühe hat begonnen. Mit Freudensprüngen, spürbarer Lust an der frischen Luft und viel Herumtollen begrüßen die Kühe den ersten Weidegang. Die Weidehaltung ist die tierfreundlichste Form der Milchviehhaltung. Auf der Weide können die Tiere ihr natürliches Verhalten ausleben, sich frei bewegen und ihren Instinkten optimal folgen. Wie sehr die Tiere den Auslauf unter freiem Himmel bei Sonne und frischem Gras genießen, wird klar erkennbar, wenn die Bioland-Kühe in diesen Tagen nach der Winterzeit im Stall das erste Mal wieder auf die Weide dürfen.

Das bemerkenswerte Schauspiel war am gestrigen Mittwoch auf dem Steinbachhof in St. Märgen zu beobachten, als Margarete und Wendelin Schwär ihre 30 Milchkühe zurück auf die Weide ließen. Bis zum ersten Schnee bleiben die Kühe nun Tag und Nacht auf der Weide und kommen nur zum Melken zurück in den Stall. Zum Weideaustrieb lud Familie Schwär gemeinsam mit Bioland und der Schwarzwaldmilch Journalisten auf ihren Hof ein, die das besondere Ereignis live mitverfolgen konnten.

Schwarzwaldmilch-Bioland-Bauer Wendelin Schwär erläuterte den interessierten Zuhörern die Vorteile dieser Haltungsform: „Auf der Weide lebende Rinder können ihrem Bewegungsdrang ungehindert nachgehen und auch die Futteraufnahme erfolgt gemäß ihrer Natur. Weidekühe haben gesunde Klauen, können ihr Sozialverhalten besser ausleben, sie sind leistungsfähiger und leben länger.“

Dr. Christian Eichert, Geschäftsführer Bioland Baden-Württemberg, betonte: „Die Haltung von Milchvieh auf der Weide löst das Versprechen einer artgerechten Tierhaltung ein und entspricht in besonderem Maße dem derzeit vieldiskutierten Tierwohlgedanken. Darüber hinaus trägt die Weidehaltung zu einer größeren Artenvielfalt im Pflanzenreich bei, was wiederum für stabilere Ökosysteme sorgt. Nicht umsonst sind unsere Bioland-Milchprodukte bei den Menschen gefragt wie nie.“

Mitveranstalterin der Presseaktion Caroline von Ehrenstein, Leitung Marketing und Kommunikation der Schwarzwaldmilch, erklärte den Anwesenden: „Wir arbeiten in diesem Jahr bereits seit 20 Jahren mit Bioland zusammen. Damals mit einer Schwarzwaldmilch Bio-Frischmilch in der braunen Glasflasche gestartet, bieten wir heute über 30 Bioland-Produkte an. Anhand unserer positiven Bio-Umsatz-Entwicklung von über 20 Prozent im Vergleich 2016 zu 2015, sehen wir, dass unsere Kunden die besondere Bio-Qualität aus der Region sowie die hinterlegten Bioland-Werte ebenso wertschätzen. Diese Entwicklung freut uns.“

Fotos vom Weideaustrieb stehen in unserem Download-Bereich zur Verfügung.

Hintergrundinformation zur Weidehaltung: Viel Bewegung, Platz und Licht wirken sich positiv auf die Gesundheit der Tiere aus. Das abwechslungsreiche Futter – angefangen von Gras über Klee bis zu aromatischen Kräutern – ist genau das Richtige für die Wiederkäuer. Zudem kann die Weidehaltung einen Beitrag zum Erhalt und zur Förderung artenreichen Grünlands leisten. Wertvolle Inhaltstoffe wie Omega-3-Fettsäuren stellen die Grundlage für eine hohe Milch-, Joghurt- und Käsequalität dar. Die Weidehaltung entspricht daher den Erwartungen von Bio-Kunden an das Tierwohl, an die Umweltleistungen und an die Produktqualität.

Hintergrundinformation zur Biolandwirtschaft: Mit über zehn Prozent liegt der Anteil ökologisch bewirtschafteter Landwirtschaftsflächen in Baden-Württemberg deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Damit hat sich die ökologische Agrar- und Ernährungswirtschaft im Südwesten als wichtiger Wirtschaftsfaktor dauerhaft etabliert. Nach vorläufigen Zahlen des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz wurden im Jahr 2016 im Südwesten rund 20.000 Hektar Landwirtschaftsfläche auf Bio umgestellt. Der deutsche Bio-Markt verzeichnete auch im zurückliegenden Jahr 2016 zweistellige Zuwachsraten. Trotz einer vermehrten Umstellung landwirtschaftlicher Flächen kann die Marktnachfrage noch immer nicht durch ein heimisches Warenangebot gedeckt werden. So kann beispielsweise das inländische Angebot an Bio-Milch die Nachfrage nicht decken: Rund ein Drittel der Bio-Milch muss aus dem benachbarten Ausland importiert werden. Gemäß aktueller Zahlen des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz stellt derzeit täglich ein Landwirtschaftsbetrieb auf ökologische Bewirtschaftung um. Der Bioland Verband verzeichnete im Südwesten zuletzt ein überproportionales Flächenwachstum von 17 Prozent. Rund 170 Erzeuger – und damit circa die Hälfte aller umgestellten Erzeugerbetriebe – entschieden sich im vergangen Jahr für eine Mitgliedschaft bei Deutschlands führendem Biolandbau-Verband.

Bioland Baden-Württemberg e.V.
Schelztorstr. 49, 73728 Esslingen

Imme Schäfer - Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Christian Eichert - Geschäftsführer

Tel. +49 711 550939-19
Fax: +49 711 550939-50
E-Mail: imme.schaefer(at)bioland.de

Zurück zur Übersicht