12.04.2018 Esslingen / St. Märgen

Bioland und Schwarzwaldmilch eröffnen Weidesaison und „lassen die Kuh raus“

Pressefrühstück auf familiengeführtem Hof im Hochschwarzwald veranstaltet

In Baden-Württemberg beginnt die Outdoor-Saison der Kühe – und die kennen kein Halten mehr: Mit unbändiger Lust an der frischen Luft und vielen Freudensprüngen stürmen die Kühe beim ersten Weidegang ins Freie. Die Weidehaltung ist die tierfreundlichste Form der Milchviehhaltung. Denn hier können die Tiere – umgeben von ihren Artgenossen – ihr natürliches Verhalten ausleben und ihrem Bewegungsdrang ungehindert nachgehen. Wie sehr sie den Auslauf unter freiem Himmel bei strahlendem Sonnenschein und leuchtend grünem Gras genießen, wird ersichtlich, wenn die Bioland-Kühe in diesen Tagen nach der Winterzeit im Stall das erste Mal wieder auf die Weide dürfen.

Das bemerkenswerte Schauspiel war am gestrigen Mittwoch auf dem Christenmartinshof in St. Märgen zu beobachten, als Cornelia und Joachim Faller ihre 45 Kühe wieder auf die Weide ließen. Der arrondierte, familiengeführte Schwarzwaldmilchhof liegt mehr als 1000 Meter über NHN und verfügt über eine Gesamtbetriebsfläche von 63 Hektar.

Bis zum ersten Schnee bleiben die Kühe nun auf der Weide – anfangs nur am Tag, ab etwa Mitte Mai dann auch nachts. Nur zum Melken kommen sie zurück in den Stall. Zum Weideauftrieb lud Familie Faller gemeinsam mit Bioland und der Schwarzwaldmilch Pressevertreter und Blogger auf ihren Hof ein, die das ausgelassene Herumtollen, Umherspringen und Herumwälzen der Kühe live mitverfolgen konnten.

Schwarzwaldmilch-Bioland-Bauer Joachim Faller erläuterte den interessierten Zuhörern die Vorteile dieser Haltungsform: „Auf der Weide lebende Rinder können ihr Sozialverhalten optimal ausleben. Viel Bewegung, Platz und Tageslicht wirken sich positiv auf die Gesundheit und Lebenserwartung der Tiere aus.“ Und Ehefrau Cornelia Faller ergänzte: „Es freut uns zu sehen, wie unsere Weidekühe Kontakt zueinander suchen, die Weite voll ausnutzen und ihren Instinkten nachgehen können. Auch ihr Futter können sie draußen ihrer Natur gemäß zu sich nehmen.“

Dr. Christian Eichert, Geschäftsführer Bioland Baden-Württemberg, betont: „Immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher legen beim Bezug heimischer Produkte Wert auf die höchste Form von Tierwohl. Mit dem Kauf regional erzeugter und verarbeiteter Öko-Produkte sichern unsere Kunden nicht nur die Zukunft unserer heimischen Land- und Ernährungswirtschaft, sondern sorgen dabei auch für sauberes Trinkwasser und eine Förderung der Artenvielfalt. Zudem setzen sie ein Zeichen für aktiven Klimaschutz. Mit ökologisch erzeugter Weidemilch lösen unsere Erzeugerbetriebe das Versprechen artgerechter Tierhaltung ein. Die deutlichen Zuwächse im Markt geben uns Recht, dass sich konsequente Qualität von der Erzeugung bis zum Endprodukt langfristig rechnet und diese Form der Landbewirtschaftung dem gesellschaftlichen Trend voll entspricht.“

Caroline von Ehrenstein, Leitung Marketing und Kommunikation der Schwarzwaldmilch und Mitveranstalterin der Presseaktion, erklärte den Anwesenden: „Über 20 Jahre arbeiten wir nun bereits mit Bioland zusammen. Mit knapp 40 Bio-Produkten bieten wir eine breite Auswahl von Frischmilch über H-Milch, Natur- und Fruchtjoghurts bis hin zu Schmand, Sahne und Butter. Unsere positive zweistellige Bio-Absatz-Entwicklung im Jahr 2017 im Vergleich zum Vorjahr zeigt uns, dass unsere Kunden die besondere Bioland-Qualität aus der Region schätzen. Diese Entwicklung freut uns sehr, da unsere Kunden mit dem Kauf unserer Markenprodukte zum Erhalt der Schwarzwälder Kulturlandschaft und ihrer Höfe beitragen.“

Impressionen vom Weideauftrieb stehen in unserem Download-Bereich zur Verfügung. Bitte scrollen Sie dort ganz nach unten. Auch Fotos in höherer Auflösung und Videomaterial lassen wir Medienvertreterinnen und -vertretern bei Interesse gerne zukommen. 

Hintergrundinformation zur Weidehaltung

Das abwechslungsreiche Futter – angefangen von Gras über Klee bis zu aromatischen Kräutern – ist genau das Richtige für die Wiederkäuer. Zudem kann die Weidehaltung einen Beitrag zum Erhalt und zur Förderung artenreichen Grünlands leisten. Wertvolle Inhaltstoffe wie Omega-3-Fettsäuren stellen die Grundlage für eine hohe Milch-, Joghurt- und Käsequalität dar. Die Weidehaltung entspricht daher den Erwartungen von Bio-Kunden an das Tierwohl, an die Umweltleistungen und an die Produktqualität.  

Hintergrundinformation zur Biolandwirtschaft

Der deutsche Ökomarkt wächst seit dem Jahr 2000 jährlich zweistellig – und auch in der Fläche ist der Trend zu mehr „Öko“ seit über drei Jahren ungebrochen. Im zurückliegenden Jahr 2017 haben bundesweit über 2.000 Landwirtinnen und Landwirte ihren Hof auf ökologische Erzeugung umgestellt. Alleine in Baden-Württemberg stellt derzeit täglich ein Betrieb seine Wirtschaftsweise auf ökologisch um. Jeder zweite dieser Erzeugerbetriebe schließt sich dabei Deutschlands führendem Ökoverband Bioland an. Zum Stichtag 1.1.2018 waren 1.588 Erzeugerbetriebe und rund 350 Partner aus Herstellung und Handel bei Bioland Baden-Württemberg organisiert. Mit über zehn Prozent liegt der Anteil ökologisch bewirtschafteter Landwirtschaftsflächen im Land deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Damit hat sich die ökologische Agrar- und Ernährungswirtschaft im Südwesten als wichtiger Wirtschaftsfaktor dauerhaft etabliert. Trotz einer vermehrten Umstellung landwirtschaftlicher Flächen kann die Marktnachfrage noch immer nicht durch das heimische Warenangebot gedeckt werden. So kann beispielsweise das inländische Angebot an Bio-Milch die Nachfrage nicht decken: Rund ein Drittel der Bio-Milch muss aus dem benachbarten Ausland importiert werden.

Bioland Baden-Württemberg e.V.
Schelztorstr. 49, 73728 Esslingen

Imme Schäfer - Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Christian Eichert - Geschäftsführer

Tel. +49 711 550939-19
Fax: +49 711 550939-50
E-Mail: imme.schaefer(at)bioland.de

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