Glossar

Was genau ist denn Analogkäse? Was bedeutet Käfigmüdigkeit? Und ist Phosphor gut oder schlecht für Pflanzen?

Wenn Sie auf der Bioland-Seite auf Begriffe gestoßen sind, die Sie nicht kennen oder nicht genau wissen, was sie bedeuten, ist das Glossar der richtige Ort für Sie. Informieren Sie sich hier über Begriffe, die in der organisch-biologischen Landwirtschaft wichtig sind. Klicken Sie auf einen Buchstaben, um ein Wort direkt zu finden oder stöbern Sie einfach.

A

  • Agar-Agar

    So bezeichnet man ein Dickungsmittel, das rein pflanzlich und auch in Bio-Lebenssmitteln zugelassen ist. Man verwendet es zum Beispiel für Suppen oder Eis. Agar-Agar wird vor allem aus Algen gewonnen. Als Zusatzstoff in Lebensmitteln trägt es die Nummer E 406.

  • Amaranth

    1. Diese krautartige Pflanze aus Südamerika erfreut sich in der Küche immer größerer Beliebtheit. Die Körner sehen ähnlich aus wie die der Hirse und enthalten viel Magnesium und Zink. Neben den Samen, können auch die Stengel und Blätter als Gemüse verzehrt werden.
    2. Amaranth ist aber auch ein chemischer Farbstoff. In Lebensmitteln trägt er die Nummer E 123. In Bio-Produkten ist dieser Farbstoff nicht zugelassen, da er vor allem schlecht für Asthmatiker sein soll.

  • Anbindehaltung

    Die Anbindehaltung ist in der Milchviehhaltung das traditionelle Haltungssystem. Die Kühe werden im Winter angebunden im Stall gehalten und im Sommer auf die Weide getrieben. Im Stall ist ihre Bewegungsfreiheit begrenzt. Sie erreichen den Futter- und Wassertrog vor ihnen, können in der Mitte stehen oder liegen und koten im hinteren Bereich ab. Der Liegebereich ist weich mit Stroh eingestreut, die Abkotfläche weist oft Spalten im Boden auf, so dass die Ausscheidungen gleich in eine Grube fallen. Anbindehaltung auf Stroh ist in der Biohaltung nur für bestehende Kleinstbetriebe mit Ausnahmegenehmigung erlaubt.

  • Analogkäse

    So nennt man ein Käseimitat. Dabei wird ein Teil der Milch durch andere Stoffe ersetzt, etwa durch Soja- oder Bakterieneiweiß oder Pflanzenöle.

B

  • Biodiversität

    Biodiversität bedeutet gemäß dem Übereinkommen über biologische Vielfalt (CBD) dreierlei: Artenvielfalt, genetische Vielfalt und Vielfalt der Ökosysteme. Der Biolandbau macht sich für Biodiversität stark, weil er nicht nur auf Hochleistungsrassen und -sorten setzt. Biobauern bewahren altbewährte Kultursorten und Zuchtrassen. Diese sind meist weniger produktiv, dafür aber widerstandsfähiger und an die gegebenen Umweltbedingungen besser angepasst. Durch das Verbot von Pestiziden und mineralischem Stickstoffdünger, sowie vielfältige Fruchtfolgen fördert der Biolandbau verschiedene Wildkräuterarten, die vielfach vom Aussterben bedroht sind. Die Anlage von Hecken, Streuobstwiesen und Feuchtbiotope bieten Tier- und Pflanzenarten einen wertvollen Lebensraum mit einem großen Nahrungsangebot. Zudem werden Nützlinge gefördert, die auf ganz natürliche Weise Schädlinge bekämpfen.

  • Biogas

    Biogas ist ein Gemisch, das im Wesentlichen aus Methan und Kohlendioxid besteht. Organische Biomasse wird in eine Biogasanlage in einem biologischen Zersetzungsprozess in diese Gase umgewandelt. Neben dem Gas fällt die Biogas-Gülle an, ein wertvoller Dünger. In Deutschland nahmen die Anlagen in den letzten zehn Jahren stark zu. Grund war die Förderung durch das "Erneuerbare Energien Gesetz". In der konventionellen Landwirtschaft hat dies dazu geführt, dass vor allem Mais zur Energiegewinnung angebaut wird. Zuviel Mais führt aber zu gravierenden Umweltproblemen. Zudem fehlen diese Flächen für die Lebensmittel- und Futtermittelproduktion. Die Vorsilbe Bio hat nichts mit den Qualitätsstandards des ökologischen Landbaus zu tun.

  • Bio-Plastik

    Die Vorsilbe "Bio" kann sich auf zwei Eigenschaften beziehen: So ist der Bio-Kunststoff aus nachwachsenden Rohstoffen wie Getreide, Kartoffeln, Zucker, Holz oder Molke hergestellt. Bio-Plastik heißt aber nicht, dass die Rohstoffe aus biologischem Anbau stammen. Zweitens kann sich "Bio" auch auf die biologische Abbaubarkeit beziehen. Das bedeutet, das Produkt verrottet. Das Plastik muss allerdings nicht zwangsläufig aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt worden sein, um diese Eigenschaft zu besitzen. Es gibt auch erdölbasiertes Plastik, das biologisch abbaubar ist.

  • Bulle

    Ein Bulle ist ein männliches, geschlechtsreifes Rind. Ein anderes Wort dafür ist Stier. Ist das Rind kastriert, spricht man von einem Ochsen.

C

  • Convenience-Food

    So nennt man Essen, das der Verbraucher ohne großen Aufwand gleich verspeisen kann. Zu Convenience (englisch: bequem) Food zählt somit Tiefkühlkost, fertige Soßen, Fertiggerichte aber auch Essen aus dem Automaten. Convenience-Food muss nicht automatisch schlechtes Essen sein, sofern man auf die Zutatenliste achtet. Oft haben solche Produkte nämlich einen hohen Gehalt an künstlichen Aromen, Geschmacksverstärkern, Salz und Fett.

  • CMS

    CMS steht für „cytoplasmatische männliche Sterilität“. Es handelt sich um eine in einigen Pflanzen (z. B. Rettich, Sonnenblume, einige Roggensorten) auch natürlich auftretende Eigenschaft. Diese Pflanzen bilden keine Pollen aus (Pollen sind der männliche Beitrag zur Fortpflanzung). Die Pflanzen bezeichnet man daher als männlich steril. Züchter machen sich diese Eigenschaft von Pflanzen zunutze, um eine ungewollte Selbstbefruchtung z. B. bei der Erzeugung von Hybriden zu verhindern.
    Bei vielen Pflanzen befinden sich männliche und weibliche Blühorgane in einer Blüte und befruchten sich selber. Die natürliche Einkreuzung oder mit technischen Mitteln erfolgende Einbringung von CMS-Eigenschaften in die betreffende Pflanze verhindert die Selbstbefruchtung. Diese Eigenschaft der Pflanzen hat ihren Sitz nicht im Zellkern, im eigentlichen Erbgut der Pflanzen, sondern im Plasma um den Zellkern herum, genauer in den „Kraftwerken“ der Zelle, den Mitochondrien.

D

  • Dauerkultur

    Unter den Begriff "Dauerkultur" fallen Pflanzen, die für mindestens 5 Jahre an einer Stelle im Feld stehen. Dazu gehören beispielsweise Obstbäume, Hopfen und Weinstöcke. Anders als Pflanzen, die jedes Jahr neu ausgesät werden, erfordern Dauerkulturen hohe Ansprüche an den Standort - die Pflanze soll schließlich immer gute Erträge abwerfen und gesund bleiben.

  • Dreschen

    Dreschen bedeutet, die Körner aus den Ähren zu schlagen. Beim Mähdreschen mäht die Maschine das Getreide ab, löst die Körner aus den Ähren. Die Halme können zu Stroh gepresst werden.

E

  • EEG

    Diese Abkürzung steht für "Erneuerbare Energien Gesetz". Das Gesetz regelt, dass Strom aus erneuerbaren Energien bevorzugt in das Netz eingespeist wird. Damit soll die Stromproduktion aus Wind, Sonne, Wasserkraft und Biomasse ausgebaut werden.

  • Egge

    Eine Egge ist ein landwirtschaftliches Gerät, das in engen Abständen viele Zinken aufweist. Mit der Egge lockert man die obere Bodenschicht. So kann der Landwirt auch Beete für das Saatgut schaffen. Meistens eggt der Bauer, nachdem er gepflügt hat. Außerdem wird die Egge zur mechanischen Unkrautbekämpfung eingesetzt.

  • E-Nummern

    Dies bedeutet zunächst nur, dass es sich um einen Zusatzstoff in einem Lebensmittel handelt. Aber auch Enzyme, die man zum Beispiel für einen Hefeteig braucht, tragen eine E-Nummer. Jede E-Nummer, also jeder Zusatzstoff, muss von der EU genehmigt worden sein. Insgesamt gibt es 316 E-Nummern. Nach der EU-Bio-Verordnung sind 47 Zusatzstoffe zugelassen. Bioland erlaubt nur 23 als unbedenklich eingestufte Zusatzstoffe.

  • Enthornung

    So nennt man das Entfernen der Hörner von Kühen, Ziegen und Schafen. Viele Landwirte machen dies, um die Verletzungsgefahr von Mensch und Tier zu verringern. Die Hornanlage wird mittels Brennstab bei jungen Tieren in der ersten oder zweiten Woche nach der Geburt entfernt. Es gibt Züchtungen, bei denen keine Hörner ausgeprägt sind.

  • Essenzielle Fettsäuren

    Das sind langkettige, mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Sie kommen vor allem in Nüssen, Körnern, Samen und bestimmten Pflanzenölen sowie in fetten Fischsorten wie Lachs, Hering und Makrele vor. Essenzielle Fettsäuren sind für den Körper, wie der Name schon sagt essenziell, müssen jedoch mit der Nahrung aufgenommen werden, da sie der Körper selbst nicht herstellen kann. Wichtige essenzielle Fettsäuren sind Linolsäure (Omega-6-Fettsäure) und alpha-Linolensäure (Omega-3-Fettsäure).

  • Eutrophierung

    "Eutroph" ist ein Begriff aus dem Griechischen. "Eũ" bedeutet "gut, wohl" und "tréphein" bedeutet "nähren". Eutrophierung bezeichnet den Vorgang, wenn die Nährstoffzufuhr in einem Gewässer erheblich zunimmt. Die daran beteiligten Nährstoffe sind vor allem Stickstoffverbindungen und Phosphor aus Abwässern und abgeschwemmten Düngemitteln. Durch das erhöhte Nährstoffangebot wird vor allem das Wachstum von Planktonalgen verstärkt. Die Folge davon ist eine Gewässertrübung, so dass die Pflanzen nur noch in den oberen Gewässerschichten Photosynthese betreiben können. In den unteren Schichten des Gewässers kommt zu wenig Sonnenlicht für die Photosynthese an. Die Algen sterben ab und zersetzen sich, wobei große Mengen an Sauerstoff verbraucht werden. Mit zunehmender Eutrophierung kommt es zu Fäulnis und der Bildung toxischer Stoffe. Fische sterben und das Gewässer "kippt um".

F

  • Färse

    Eine Färse ist ein geschlechtsreifes weibliches Rind, das noch kein Kalb bekommen hat. Nach der ersten Abkalbung wird das Rind dann Kuh genannt.

  • Fruchtfolge

    So nennt man die Abfolge der Pflanzen, die auf ein und demselben Feld hintereinander angebaut werden. Zum Beispiel werden in einem Jahr Blattfrüchte, wie Rüben und im darauffolgenden Jahr Halmfrüchte, wie Getreide, angebaut. Würde man jedes Jahr die gleiche Frucht aussäen, käme es zu sogenannten Fruchtfolgeschäden wie eine starke Vermehrung von Krankheitserregern und Schädlingen. Durch ausgeklügelte Fruchtfolgen werden die Nährstoffe im Boden gut ausgenutzt, Unkraut unterdrückt und Schädlinge an einer Massenvermehrung gehindert.

  • Functional Food

    Das ist der Begriff für Lebensmittel, denen ein Zusatznutzen für Schönheit oder Gesundheit zugesprochen wird. Beispielsweise sind solche Produkte zusätzlich mit Vitaminen, Aromen oder im speziellen Fall von Milchprodukten wie Joghurts mit Milchsäurebakterien angereichert. Der Nutzen solcher Produkte ist allerdings umstritten und wissenschaftlich nicht erwiesen.

  • Fungizide

    So nennt man natürliche oder synthetisch hergestellte Substanzen, die die Pflanzen vor Pilzbefall schützen sollen oder bereits auf Pflanzen angesiedelte Pilze abtöten oder reduzieren sollen. Demnach gibt es Fungizide, die vorbeugend eingesetzt werden und solche, die erst bei Pilzbefall ausgespritzt werden. Ferner gibt es Wirkstoffe, die nur äußerlich auf der Pflanze wirken und andere, die über die Blätter, Wurzeln oder Samen aufgenommen werden und von dort in der Pflanze verteilt werden. Im ökologischen Landbau ist es verboten, Pilze und andere Schädlinge mit chemisch-synthetischen Mitteln zu bekämpfen. Im Bioanbau werden Fungizide auf Basis von Mineralien wie Kupfer und Schwefel oder pflanzlichen Stoffen wie Lecithin eingesetzt. Fungizide werden aber nicht nur in der Landwirtschaft angewendet, sondern auch gegen andere Schadpilze auf Holz, Textilien, Lebensmitteln und in der Medizin angewendet.

G

  • Grannen

    Das sind die borstigen Fäden oben an den Spelzen von Gräsern und Getreide. Weizen hat keine Grannen, Gerste sehr lange und Roggen mittlere Grannen. Sie schützen die Körner vor Fraß und dienen der Verbreitung.

  • Gülle

    Als Gülle wird ein flüssiger Dünger aus dem Urin und Kot der Nutztiere bezeichnet. Gülle enthält meist zusätzlich Wasser und auch Reste von Einstreu- und Futter. Gülle zählt zu den sogenannten Wirtschaftsdüngern.

H

  • Hochleistungstier

    Darunter versteht man Nutztierrassen, die darauf gezüchtet sind, möglichst viel Fleisch, Eier oder Milch innerhalb von kurzer Zeit zu erzeugen. Durch die hohe Leistung sind die Tiere krankheitsanfälliger und erhalten mehr Medikamente. Hochleistungstiere benötigen mehr Kraftfutter, bei Rindern wird z.B. weniger Grünfutter gereicht. Milchkühe mit hohen Milchleistungen leben kürzer. Bei den Hochleistungsrassen bei Mastgeflügel ist die Gewichtszunahme oft so schnell, dass das Knochengerüst nicht entsprechend mitwächst und die Tiere sich schlecht bewegen können. Im Biolandbau steht nicht die hohe Leistung binnen kurzer Zeit im Vordergrund, sondern es wird stärker auf die Lebensleistung eines Tieres geachtet. Die Kuh aus biologischer Haltung erhält weniger Kraftfutter und bekommt dafür mehr Raufutter wie Gras oder Kleegras. Außerdem hat die Kuh viel Bewegung. Im Biolandbau zählt die Lebensleistung der Kuh, nicht der Ertrag pro Tag.

  • Homogenisierung

    Bezeichnet einen Vorgang bei dem verschiedene, nicht miteinander lösliche Komponenten gleichmäßig vermischt werden. Damit aus der Milch eine einheitliche Flüssigkeit entsteht, werden die enthaltenen Fetttröpfchen durch sehr hohen Druck stark verkleinert und verteilen sich so gleichmäßig in der Milchflüssigkeit. Der Fettanteil schwimmt somit nicht oben. Milch ist eine Fett-in-Wasser-Emulsion, in der wenig Fett in viel Wasser verteilt ist.

  • Humus

    Humus ist die Gesamtheit des toten organischen Materials im Boden: Also bereits zersetzte oder sich im Zersetzungsprozess befindliche Substanzen, tierischer oder pflanzlicher Herkunft. Die Humusschicht stellt für Pflanzen und Bodenlebewesen den wichtigsten Lebensraum dar. Durch den ständigen Abbau, Umbau und Zersetzungsprozesse werden kontinuierlich wichtige Nährstoffe für die Pflanzen freigesetzt. Humus verbessert auch die physikalischen Eigenschaften des Bodens, er ist besser durchlüftet und kann mehr Wasser aufnehmen und festhalten. Das Pflanzenwachstum ist in Böden mit ausreichendem Humusgehalt besser und die Pflanzen sind gesünder als auf humusarmen Böden.

  • Humusbilanz

    In der Humusbilanz wird die Humuszufuhr durch Ernte-, Wurzelrückstände und organische Düngung dem Humusbedarf der jeweiligen Kulturpflanze unter Berücksichtigung der Boden- und Klimabedingungen sowie den beeinflussenden Bodenbearbeitungsmaßnahmen gegenübergestellt. Dabei wird zwischen humusmehrenden und humuszehrenden Fruchtarten unterschieden. Humusmehrend sind zum Beispiel Leguminosen, Getreide, Raps und Zwischenfrüchte, da bei ihrem Anbau viele Erntereste und Wurzeln auf dem Feld bleiben und so eine Zunahme des Humusgehaltes zu erwarten ist. Humuszehrer wie Kartoffeln, Rüben und Mais verringern hingegen den Humusgehalt des Bodens. Die Wirkung der verschiedenen Kulturarten auf den Humusgehalt des Bodens hängt unter anderem mit ihren Anforderungen an die Bodenbearbeitung zusammen und an der Menge von Ernterückständen, die auf dem Acker verbleiben. Allerdings können auch die Klimabedingungen den Humusaufbau positiv oder negativ beeinflussen. Ziel ist es die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten und stabile Erträge zu erzielen.

  • Hybridsaatgut

    Hybridsaatgut ist das Produkt einer bestimmten Zuchtmethode, die als Hybridzüchtung bezeichnet wird. Dabei werden sogenannte Inzuchtlinien verschiedener Arten miteinander gekreuzt. Inzuchtlinien entstehen, wenn man eine Art immer wieder mit sich selbst kreuzt. Dies hat den Sinn, dass sich bestimmte wünschenswerte Merkmale in diesen Pflanzen etablieren. Wenn man anschließend zwei Inzuchtlinien mit verschiedenen guten Eigenschaften miteinander kreuzt, erhält man in der nachfolgenden Generation die zwei günstigen Merkmale in einer Pflanze kombiniert. Zusätzlich liefern diese Pflanzen viel höhere Erträge als ihre Elternpflanzen. Dies bezeichnet man als Heterosiseffekt. So kann man zum Beispiel Getreide mit einer stabilen Ähre und großen Getreidekörnern bei gleichzeitiger Ertragssteigerung züchten. Sät man allerdings Samen dieser Hybridpflanzen wieder aus, kommt es zu einer Aufspaltung dieser Merkmale. Diese Pflanzen haben also nicht mehr alle die gleichen Merkmale ausgeprägt und sind auch nicht mehr so ertragreich wie die Hybridpflanzen. Sie sind somit für den Landwirt unbrauchbar und er muss erneut Hybridsaatgut vom Züchter kaufen.

I

  • Insektizide

    Insektizide sind chemisch hergestellte oder biologische Substanzen, die Insekten töten. Dabei wird zwischen Atem-, Fraß- und Kontaktgiften unterschieden. In der Landwirtschaft werden sie eingesetzt, um Schädlinge an Kulturpflanzen zu bekämpfen.

J

  • Jauche

    Als Jauche bezeichnet man die flüssigen tierischen Ausscheidungen, also vorwiegend Urin und durch Wasser verflüssigter Kot ohne Stroh- oder Futterreste. Jauche wird auch vom gelagerten Mist vor allem auf befestigten Flächen durch den Regen abgeführt und dann in einer Jauchegrube gesammelt. In der Landwirtschaft wird Jauche als organischer Dünger eingesetzt.

  • Johannisbrotkernmehl

    Es wird aus den Samen der Hülsenfrüchte des Johannisbrotbaumes gewonnen. Es ist ein weißliches, geschmacksneutrales Pulver und wird als Verdickungsmittel z. B. in Backwaren und Puddings verwendet. In der Zutatenliste ist es mit der Nummer E 410 gekennzeichnet. Johannisbrotkernmehl besteht aus weitgehend schwerverdaulichen Kohlenhydraten und ist daher sehr ballaststoffreich.

K

  • Käfigmüdigkeit (cage laer fatigue)

    Käfigmüdigkeit Ist eine Bezeichnung für eine erhöhte Anfälligkeit von Legehennen gegenüber Knochenbrüchen. Ursache ist ein Verlust der Knochensubstanz, was als Osteoporose bezeichnet wird. Als Hauptgrund für die Entstehung dieser Krankheit wird die geringe Bewegungsfreiheit von Hennen im Käfig angeführt. Wie beim Menschen führt eine höhere Beanspruchung der Knochen durch Bewegung zu einer besseren Bruchfestigkeit.

  • Kleie

    Als Kleie werden die nach dem Mehlsieben übrig gebliebenen Schalen des Getreides bezeichnet. Kleie ist sehr ballaststoffreich und wird daher gern in Vollwertprodukten und Müsli verwendet oder an Tiere verfüttert.

L

  • Leguminosen

    Auch Hülsenfrüchte genannt, ist die Bezeichnung für eine der artenreichsten Pflanzenfamilien der Welt. Die meisten Leguminosen besitzen die Fähigkeit mittels bestimmter Knöllchenbakterien an ihren Wurzeln, den so genannten Rhizobien, Stickstoff aus der Luft zu fixieren. Damit sind sie unabhängig von dem im Boden enthaltenen Stickstoff. In der ökologischen Landwirtschaft sind sie daher von zentraler Bedeutung, weil sie für die nachfolgenden Kulturen Stickstoff zur Verfügung stellen. Es gibt Körnerleguminosen und Feinleguminosen wie Klee und Luzerne. Zu den Körnerleguminosen zählen Erbsen, Linsen und Bohnen. Diese werden oft als Hauptfrucht angebaut und gedroschen. Feinleguminosen dienen als wertvolles Futtermittel. Leguminosen werden auch gerne als Gründüngung eingesetzt. Sie sind sehr eiweißhaltig und daher ein wichtiger Bestandteil in der tierischen und menschlichen Ernährung.

M

  • Mineralischer Dünger

    Bei mineralischen Düngern (oder auch anorganischem Dünger) liegen Nährstoffe meist als Salze vor und können direkt von der Pflanze aufgenommen werden. Mineralische Dünger sind vor allem Stickstoff-, Phosphat- und Kali-Dünger, die entweder als Einzeldünger (Einnährstoffdünger) oder auch als Kombination (Volldünger) erhältlich sind. Die Herstellung mineralischer Stickstoffdünger ist oft sehr energieintensiv. Auch Spurenelementdünger können in mineralischer Form ausgebracht werden.
    Durch die hohe Wasserlöslichkeit der mineralischen Dünger besteht die Gefahr einer Auswaschung oder Abschwämmung und damit verbundenen Belastung vom Grund- und Oberflächengewässern. Mineralische Stickstoffdünger sind im Biolandbau verboten.

  • Monokultur

    Monokultur bedeutet, dass über mehrere Jahre die gleiche Kulturpflanze auf ein und demselben Feld angebaut wird. Es findet also kein Wechsel innerhalb der Fruchtfolge statt. Monokulturen haben viele negative Effekte auf die Umwelt und die Gesundheit der Kulturpflanze. Zum Beispiel wirken sie sich durch die einseitige Nährstoffaufnahme einer bestimmten Kulturpflanze negativ auf die Humusbilanz und damit die Bodenfruchtbarkeit aus. Folglich muss mehr gedüngt werden. Außerdem bieten sie Schädlingen die Möglichkeit sich an den immer wieder angebauten Wirtspflanzen zu vermehren. Das erfordert wiederum einen hohen Pestizideinsatz. Der einseitige Anbau einer Pflanze ist zudem kontraproduktiv für die Umwelt und die Erhaltung der Artenvielfalt.

  • Mulchen

    So nennt man es, wenn der Boden mit organischer Substanz wie zum Beispiel abgestorbenen Pflanzenresten bedeckt wird. Mulchen hat viele positive Auswirkungen auf den Boden: Es schützt den Boden vor Abtragungen durch Wind und Regen (Erosionsschutz), vor Verdunstung und vor Kälte. Außerdem wird das Unkrautwachstum unterdrückt, da unter der Mulchschicht zu wenig Licht für ihre Keimung ankommt. Auch der Vorgang des Abschlägelns von Bewuchs wird als Mulchen bezeichnet. Neben dem Mulch aus Pflanzenmaterial werden auch technische Mulchmaterialien wie Mulchpapier oder Mulchfolien aus Polyethylen genutzt.

  • Mutterkuhhaltung

    Die Mutterkuhhaltung dient der Rindfleischerzeugung. Kühe und ihre Kälber werden in einer Herde gehalten. Die Milch, die die Kühe geben, erhalten die Kälber. Die Kühe dienen also nicht als Milchlieferanten für den Menschen, sondern zur Aufzucht der Kälber.

N

  • Nanotechnologie

    Es handelt sich dabei um eine Technik, die kleinste Teilchen in einer Größenordnung von 1 bis 300 Nanometern nutzt. Ein Nano entspricht dem millionsten Teil eines Millimeters bzw. dem milliardsten Teil eines Meters. Also noch viel kleiner als Bakterien oder Viren, aber größer als ein Atom. Die Strukturen von Nanopartikeln können nur mit einem Elektronenmikroskop mittels Elektronenstrahlen statt Licht sichtbar gemacht werden.
    Diese Partikel sollen Produkten besondere Eigenschaften geben. Sind sie in Kleidung eingearbeitet, sollen sie etwa dafür sorgen, dass der Schweiß schneller absorbiert wird. In Lebensmitteln sollen sie unter anderem für eine längere Haltbarkeit sorgen oder das Verklumpen von Pulvern verhindern. Nano-Partikel verändern die physikalischen Eigenschaften, deren Wirkungsweise und Auswirkungen noch nicht ausreichend erforscht sind. Vor allem nicht, wie sie sich auf die Gesundheit und die Umwelt auswirken. Bioland lehnt Nanotechnologie ab.

  • Nitrat

    In der Chemie auch NO3 genannt, ist ein Hauptnährstoff für Kulturpflanzen. Nitrat wird in der Landwirtschaft als mineralische Stickstoffquelle gedüngt. Nitrat entsteht auch aus dem Abbau von organischer Substanz. Es wird direkt von den Pflanzen aufgenommen. Aufgrund seiner hohen Wasserlöslichkeit besteht allerdings die Gefahr der Auswaschung und der Anreicherung im Grundwasser. Unter anderem deswegen sind stickstoffhaltige Mineraldünger im Biolandbau verboten. Die chemische Herstellung von mineralischen Stickstoffquellen ist zudem sehr energieaufwendig und schädlich für das Klima.

O

  • Ochse

    Ein Ochse ist ein kastriertes männliches Rind. Das unkastrierte männliche Rind nennt man Bulle.

  • Ölpflanzen

    So nennt man Pflanzen, aus denen Öl gewonnen wird. Man unterscheidet dabei zwischen Ölsaaten und Ölfrüchten. Bei Ölsaaten wird das Öl aus den Samen gewonnen, etwa bei Sonnenblumenkernen, Raps, Senf und Leinsamen. Bei Ölfrüchten wird die Frucht selbst ausgepresst, um Öl zu gewinnen, das ist bei Oliven und Palmen der Fall.

  • Organischer Dünger

    Diese Form des Düngers besteht aus organischen Substanzen, also zum Beispiel aus Tierausscheidungen. In fester Form ist das Stallmist, in flüssiger Form Gülle oder Jauche. Auch pflanzliche Stoffe wie Pressrückstände oder Leguminosenschrote zählen zum organischen Dünger. Man kann auch Gründünger und Erntereste zu den organischen Düngern zählen. Ebenso fallen Reststoffe tierischen Ursprungs wie Horn-, Federn-, Knochen- und Blutmehl unter diesen Begriff. Die Bioland-Richtlinien erlauben ihren Bauern nicht alle Stoffe. Klärschlamm ist grundsätzlich bei Bio-Bauern verboten, das schreibt die EG-Öko-Verordnung vor.
    Grundsätzlich dient Dünger dazu, die Pflanze mit Nährstoffen zu versorgen. Beim organischen Düngen sind diese Nährstoffe der Pflanze allerdings nicht sofort zugänglich, sie müssen erst von Mikroorganismen aufgeschlossen werden Erst dann kann die Pflanze die Nährstoffe aufnehmen.

P

  • Pestizide

    Das ist ein anderer Begriff für Pflanzenschutzmittel. Darunter fallen Insektizide, Nematizide, Rodentizide, Akarizide, Fungizide und Herbizide. Im Biolandbau sind chemisch-synthetische Pestizide verboten, es werden nur Pflanzenschutzmittel auf Naturstoffbasis eingesetzt.

  • Pflanzenschutzmittel

    Das sind Mittel, die Nutzpflanzen vor Unkräutern, Schädlingen und Krankheiten schützen sollen. Nach ihrer Wirkung werden Insektizide, Nematizide, Rodentizide, Akarizide, Fungizide und Herbizide unterschieden. Es gibt chemisch-synthetisch und auf Basis von Naturstoffen hergestellte Mittel. Im Biolandbau werden nur Mittel auf Naturstoffbasis eingesetzt.

  • Pflügen

    Beim Pflügen wird der Boden gewendet. Dabei wird er aufgelockert, Erntereste werden eingearbeitet und Dünger eingemischt. Es entspricht dem Umgraben im Hobbygarten.

  • Phosphor

    Chemisch (P), ist neben Stickstoff ein wichtiger Nährstoff für die Pflanze. In der Natur kommt Phosphor durch die Verwitterung von mineralischen Ausgangsmaterialien vor, insbesondere in ehemaligen Meeresablagerungen. Auch in Mist, Gülle und Jauche ist viel Phosphor enthalten, ebenso in abgestorbenen Pflanzenteilen. Da Phosphor wirtschaftlich nur aus bestimmten Gesteinen abgebaut werden kann, ist Phosphor eine endliche Ressource. 90 Prozent des Phosphorsverbrauchs fließen in die Landwirtschaft. Die Verwendung von Phosphor als Dünger muss behutsam erfolgen, da Phosphor ähnlich wie Stickstoff eutrophisierend auf Gewässer wirkt. Eine Herausforderung ist, aus den Zivilisationsabfällen den Phosphor wieder für die Landwirtschaft nutzbar zu machen.

R

  • Roundup

    Das ist ein chemisches Breitbandherbizid der Firma Monsanto. Der Wirkstoff ist Glyphosat, eine Chemikalie, die krebserregend wirkt. Roundup wirkt gegen viele Unkräuter, nicht nur gegen ein bestimmtes. Da es nicht über die Wurzel aufgenommen wird, sondern nur über grüne Pflanzenteile, ist es möglich Roundup zu spritzen um Unkraut zu bekämpfen und gleichzeitig neu einzusäen ohne das die Keimung der Kulturpflanze negativ beeinflusst wird. Monsanto hat auch gentechnisch veränderte Pflanzen auf den Markt gebracht wie Mais, Soja, Baumwolle und Raps. Diese sind gegen die Wirkung des Herbizids resistent. Roundup sowie generell Herbizide dürfen im Biolandbau nicht angewendet werden.

S

  • Schrot

    Das ist grob gemahlenes Getreide aus dem ganzen Korn. Es wird weiter gemahlen und die Kleie abgesiebt. Am Ende bleibt das Auszugsmehl übrig. Im Schrot sind mehr Vitamine und Ballaststoffe enthalten, deshalb verwendet man Schrot vor allem in Vollkornprodukten.

  • Silage

    Silage ist durch Gärung haltbar gemachtes Futter. Siliert wird z.B. Mais, Kleegras, oder Futterpflanzengemische. Die Pflanzen werden zerkleinert und in einem Silo, einem großen Behälter eingefüllt, verdichtet und abgedeckt. Die Silierung erfolgt mit Hilfe von organischen Säuren, meist Milchsäurebakterien, also ähnlich wie beim Sauerkraut. Entscheidend für die Konservierung ist das Absinken des pH-Wertes. Eine weitere Möglichkeit ist das Silieren in Silageballen. Hier wird das Erntegut zu Rundballen oder Quaderballen verdichtet und dann mit Folie luftdicht umwickelt.

  • Sommergetreide

    Dieses Getreide wird im Frühjahr ausgesät und kann bereits ab Juli geerntet werden, es braucht also nur ein halbes Jahr, um erntereif zu sein. Durch die verkürzte Vegetationszeit sind allerdings auch die Erträge geringer als beim Wintergetreide. Wichtiger Unterschied zum Wintergetreide ist, dass Sommergetreide auch ohne Kältereiz Blütenstände bildet. Wichtige Sommergetreidesorten sind Hafer, Sommergerste und der Sommerweizen.

  • Spelzen

    Das sind die Blätter, die die Blüten umgeben. Beim Getreide umhüllen sie das Korn.

V

  • Vollkorn

    Darunter versteht man die Körner mit ihrer Schale, also mit der Kleie. Es wurden von dem Getreide nur die Grannen und Spelzen entfernt. Vollkorn hat viele essentielle Fettsäuren und gilt deshalb als gesundheitsfördernd. Vollkornmehl hat keine Typzahl, wie Auszugsmehle.

  • Vorzugsmilch

    So nennt man eine abgepackte Rohmilch. Vorzugsmilch darf nicht homogenisiert und ultrahocherhitzt werden, sie wird lediglich filtriert. Beim Abfüllen müssen sehr strenge Hygieneregeln beachtet werden. Deshalb dürfen nur speziell zertifizierte Betriebe diese Milch verkaufen. Kleinkinder, Schwangere und immungeschwächte Menschen sollten Rohmilch und Rohmilchprodukte nicht zu sich nehmen.

W

  • Wintergetreide

    Wintergetreide wird im Herbst ausgesät und im Sommer des darauffolgenden Jahres geerntet. Gegenüber Sommergetreide hat Wintergetreide im Frühjahr einen Wachstumsvorsprung. Der Unterschied zum Sommergetreide ist, das Wintergetreide zur Bildung von Blüten und Ähren einen Kältereiz braucht. Außerdem liefert Wintergetreide durch die längere Vegetationszeit und die gute Feuchtigkeitsversorgung im Winter höhere Erträge. Die wichtigsten Wintergetreidesorten sind: Winterroggen, -weizen, -gerste und -triticale.

Z

  • Zweinutzungsrasse

    Damit meint man alle Tierrassen, die mehrere Produkte liefern. Bei Rindern und Ziegen also Milch und Fleisch, bei Schafen Fleisch, Milch und Wolle und bei Hühnern Fleisch und Eier. Grundsätzlich werden alle Tiere zu Fleisch und Wurstwaren verarbeitet, der wirtschaftliche Ertrag ist aber sehr unterschiedlich. So sind manche Rassen besonders gute Milchlieferanten, haben dafür aber weniger Fleisch beziehungsweise wachsen langsamer. Bisher hatte man sich vor allem bei der Hühner-Züchtung auf Einnutzungsrassen konzentriert, da vor allem bei Hühnern die Merkmale Lege- und Mastleistung in einer negativen Wechselwirkung stehen. So gibt es Masthühner und Legehennen, die je nach Zuchtschwerpunkt entweder viel Fleisch oder viele Eier produzieren. Die Schwierigkeit bei der Legehennenzucht ist, dass die männlichen Küken nach dem Schlupf getötet werden, da sie keine Eier legen können und ebenso wenig in der Mast Verwendung finden, da sie auch zu wenig Fleisch produzieren. Jetzt versucht man Hühner zu züchten, die beides können: Eier und Fleisch produzieren. Es gibt bereits gute Zuchterfolge. Allerdings sind Zweinutzungsrassen weniger produktiv als die auf Spezialisierung gezüchteten Einnutzungsrassen. Ihre Produkte sind damit teurer, aber dafür dienen sie dem Wohl der Tiere. Die meisten Rinder sind zum Beispiel Zweinutzungsrassen, wobei eine unterschiedliche Betonung der Leistungsmerkmale vorliegt. Die Schwarzbunte ist eine eher milchbetonte und das Fleckvieh eine eher fleischbetonte Rasse.

  • Zwischenfrucht

    Wie der Name schon sagt, sind das Pflanzen, die zwischen dem Anbau zweier Hauptfrüchte (zum Beispiel Getreide oder Kartoffeln) ausgesät werden. Zwischenfrüchte dienen der Futtergewinnung oder Gründüngung. Sie schützen den Boden vor Erosion, fixieren Stickstoff, fördern den Humusaufbau, unterdrücken Unkräuter sowie Krankheiten und Schädlinge. Typische Zwischenfrüchte sind z.B. Körnerleguminosen, kleeartige Futterpflanzen, Senf und Raps.