14.12.2017 Fulda/Hohenstein Taunus

Bio-Honig aus dem Taunus

Taunusbiene als Geschmacksbotschafterin
Annette Widmer bei der Arbeit. Quelle: Taunusbiene.

Seit 2014 ist Annette Widmer aus Hohenstein im Taunus Imkerin, 2015 wurde sie Mitglied im Bioland-Verband. Sie sieht ihre Arbeit als Beitrag zum Erhalt der heimischen Artenvielfalt im Taunus und legt besonderen Wert auf die regionale Geschmacksvielfalt.

„In unseren Honigen ist nur das vorhanden, was die heimische Natur uns bietet. Wir filtern lediglich grobe Pollen sowie Wachsreste schonend heraus und jeder cremige Honig wird schonend gerührt“, erklärt Annette Widmer und führt weiter aus: „Unsere Naturhonige kommen zu 100 % aus unserer eigenen Imkerei und werden von uns schonend und werterhaltend abgefüllt. So ist unsere einzigartige Qualität sichergestellt.“ Annette Widmer fühlt sich dem Taunus verbunden und versteht sich als Geschmacksbotschafterin dieser Landschaft. Besonders fasziniert sie, dass selbst gleiche Sorten durch unterschiedliche Standorte ihren eigenen und unverkennbaren Geschmack erhalten. „Und das Spannende daran: Wir können nicht garantieren, dass im nächsten Jahr derselbe Geschmack erneut getroffen wird. Das ist aber das, was Natur ausmacht – Vielfalt pur!“ sagt die begeisterte Bioland-Imkerin. „Je größer die Strukturvielfalt der Landwirtschaft ist, umso besser geht es den Bienen und Insekten. Sie übernehmen mit ihrer Bestäubung eine grundlegende Aufgabe für die Ernährung der Menschen, denn rund ein Drittel unserer Nahrungsmittel wachsen nur, weil sie von Bienen und anderen Insekten bestäubt werden. Die Arbeit der Imker hat aus diesem Grund eine herausragende gesellschaftliche Bedeutung, die häufig noch von vielen verkannt wird“, so Gregor Koschate, Geschäftsführer von Bioland Hessen. Beim Bioland-Verband sind der Erhalt und die Förderung der biologischen Vielfalt ein wichtiges Ziel. Daher bieten Biolandwirte durch den Anbau verschiedenster Kulturen, nicht nur im Mai zur Rapsblüte, sondern bis in den Spätsommer hinein, den Bienen eine Fülle von Nahrungsquellen. Zum Beispiel werden Leguminosen, d.h. Schmetterlingsblütler wie Klee, Erbsen oder Ackerbohnen, aber auch fast vergessene Kulturpflanzen wie Lein, Leindotter oder Phacelia, angebaut. Darüber hinaus legen viele Biolandwirte Blühstreifen an, die das Nahrungsangebot für Bienen bereichern. Durch den zusätzlichen Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzengifte und Insektizide werden Insekten im Biolandbau als wichtiges Glied der Nahrungskette geschont. Davon profitieren auch die Bienen!

Was macht Bioland-Honige besonders?

Ein Bioland-Imker steuert den Flug der Bienen nicht, aber er kann durch Standortwahl und Arbeitsweise die Qualität der Bienenerzeugnisse entscheidend beeinflussen. So ist es von von Anfang an das Ziel, Honig ohne bedenkliche Tierarzneimittel-Rückstände zu erzeugen. Außerdem tragen Bioland-Imker durch die natürliche Gestaltung der Lebensräume zu einer artgerechten Bienenhaltung bei. Dies bedeutet im Einzelnen:

• „Bienenwohnung“: Der Imker stellt nur natürliche Beuten aus Holz, Stroh oder Lehm zur Verfügung und streicht diese für den Wetterschutz mit Naturfarben ohne Holzschutzmittel an. Beuten aus Styropor sind verboten.

• Bienenwachs: Das Bienenwachs soll nur in Reinform vorliegen. Deshalb wird der natürliche Wabenbau der Bienen gefördert. Die Anwendung chemotherapeutischer Mittel zur Wachsmottenbekämpfung ist verboten. Zudem sorgen unsere Imker für eine konsequente Entfernung von älterem Bienenwachs aus der Imkerei. Synthetisches Wachs oder der Einsatz von Kunststoff für den Wabenbau ist nicht erlaubt.

• Natürliche Bekämpfung von Parasiten: Der Bioland-Imker ergreift nur natürliche Schutzmaßnahmen gegen die aus Asien eingeschleppte Varroamilbe. Außerhalb der Honigsammelzeit schützt er die Bienen mit Hilfe organischer Säuren, die auch als natürliche Inhaltsstoffe im Honig vorkommen. Chemisch-synthetische Medikamente sind wegen der Gefahr der Rückstandsbildung in Wachs und Honig verboten.

• Honigernte: Um den Honig gefahrlos zu ernten, muss der Imker die Bienen beruhigen. Die Bioland-Richtlinien verbieten Stoffe wie Benzaldehyde oder Dosensprays. Nur Rauch ist erlaubt.

• Überwinterung des Bienenvolkes: Ein Teil des Honigs überlassen Bioland-Imker bei der Ernte den Bienen zur Überwinterung. Zucker in Bioqualität wird als weitere Energiequelle für eine gute Überwinterung ergänzt.

Alle Infos zu Bioland-Honig und zu den Besonderheiten der Bio-Honig-Gewinnung: www.bioland.de/infos-fuer-verbraucher/bioland-tiere/bioland-bienen.html

Die Info-Broschüre zu Bienen finden Sie unter issuu.com/bioland_ev/docs/bioland-honigbienen_-_natur__vielfa

Bioland  Hessen e.V.
Sturmiusstraße 5, 36037 Fulda

Susanne Kagerbauer - Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Gregor Koschate - Geschäftsführer

Tel. 0661 4804360
Fax 0661 48043620
E-Mail: info-hessen(at)bioland.de

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