Pressemitteilung
„Runder Tisch – Grüne Patentierung“ im BMELV: Bioland fordert Verbot von Patenten auf Saatgut und Nutztiere
Gesetzliche Rahmensetzungen und Patentpraxis müssen auf den Prüfstand
Berlin, 10.06.2009: Anlässlich des „Runden Tisches – Grüne Patentierung“, zu dem Bundesministerin Ilse Aigner für den heutigen Tag Verbände, kirchliche Gruppen und Industrievertreter eingeladen hatte, forderte Bioland ein eindeutiges Verbot von Patenten auf Saatgut und Nutztiere. „Um den Ausschluss von Patenten auf Pflanzen und Tiere sicher zu stellen, müssen sowohl die Praxis des Europäischen Patentamtes als auch gesetzliche Rahmensetzungen zwingend auf den Prüfstand“, appellierte Bioland Präsident Thomas Dosch an Ministerin Aigner.
Ohne den Ausschluss von Patenten auf Pflanzen und Tiere droht aus Sicht der Landwirtschaft unter anderem eine Monopolisierung des Saatgutmarktes. Bereits heute hat die US Firma Monsanto als weltweit größter Saatguthersteller tausende Patente auf Pflanzen in Europa angemeldet. „Der Kontrolle von Saatgut, Pflanzen, deren Ernte und Verarbeitung mit Hilfe patentgeschützter Gene muss Einhalt geboten werden“, so Dosch. Dazu ist auch der Zugriff auf die normale, nichtgentechnische Züchtung mittels Patenten auf „Marker-Gene“ auszuschließen. Andernfalls droht auch die normale Züchtung durch Patente auf die Analyse von Erbgut, insbesondere bei Nutztieren, monopolisiert zu werden.
Bioland-Bäuerinnen und -bauern vertreten die Ansicht, dass sich Menschen niemals als „Erfinder“ über ihre Mitgeschöpfe stellen dürfen. Der mit einem Patent verbundene Anspruch berührt dieses Selbstverständnis im Kern.
Es sei zutiefst unethisch, den Zugang zu allgemeinen Lebensgrundlagen wie Saatgut zu behindern.
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