Pressemitteilung

Bioland begrüßt kritische Haltung der CSU bei Agro-Gentechnik

Wirtschaftlichen Nutzen der Agro-Gentechnik hinterfragen

Mainz, 2. November 2006. Der Bioland-Verband begrüßt die kritische Haltung der CSU und ihres Generalsekretärs Markus Söder zur Agro-Gentechnik und zur geplanten Aufweichung des Gentechnikgesetzes. Laut dem Handelsblatt plädiert die CSU im Gegensatz zu ihrer Schwesterpartei CDU sogar für eine Verschärfung des bestehenden Gentechnikgesetzes. Söder wiederholte zudem seine Forderung nach einem fünfjährigen Moratorium bei der kommerziellen Nutzung gentechnisch veränderter Pflanzen. „Wir erwarten von der CSU, ihr Gewicht bei der Unionspositionierung auch im Gesetzgebungsverfahren substanziell einzubringen“, so Thomas Dosch, Präsident von Bioland.

Bioland und die CSU sind sich darin einig, dass weder Verbraucher noch Bauern die Agro-Gentechnik wollen. Zudem würde ein verstärkter Einzug der Agro-Gentechnik in Deutschland die Landwirtschaft ohne Gentechnik (konventionell und Biolandbau) gefährden und zu Preiserhöhungen in diesen Marktsegmenten führen. Wichtige Fragen zur Langzeitwirkung von GVO, der Absicherung biologischer und konventioneller Anbauverfahren und zur Haftung sind bisher ungelöst. Auch die Hoffnung der Gentechnikbefürworter auf mehr Arbeitsplätze durch Agro-Gentechnik ist bereits widerlegt. Das Gegenteil ist der Fall: Als Rationalisierungstechnologie wird die Agro-Gentechnik keine zusätzlichen Arbeitsplätze bringen, sondern gefährdet die bestehenden Arbeitsplätze in der Biobranche. Bioland fordert von der Politik eine rationale Bewertung des (volks)wirtschaftlichen Nutzens der Agro-Gentechnik. Dabei seien, so Dosch, die großen Marktpotentiale für GVO-freie Märkte im In- und Ausland für die deutsche Land- und Ernährungswirtschaft zu berücksichtigen.

Bioland ist mit über 4500 Erzeugern und 720 Partnern in Lebensmittelhandwerk und -industrie der größte Verband im ökologischen Landbau in Deutschland.

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