27.10.2017 Mainz/Hamburg/Köln

Greenpeace, Bioland und IG Saatgut fordern: Gentechnikfreiheit sichern

Aktuelle Saatgutauswertung zeigt: Nulltoleranz gegenüber GVO funktioniert

Anlässlich der Jamaika-Sondierungsgespräche fordern Greenpeace, Bioland und die Interessengemeinschaft für gentechnikfreie Saatgutarbeit (IG Saatgut) die künftige Bundesregierung auf, im Gentechnikgesetz rechtssichere Anbauverbote für gentechnisch veränderte Organismen (GVO) zu verankern. Als Gentechnik eingestuft werden müssen auch die neuen Verfahren des Genome Editings wie Crispr-Cas. Die Nulltoleranz für nicht zugelassene GVO im Saatgut muss zudem bestehen bleiben, die Sicherungskontrollen sollten verdichtet werden.

„Mit neuen Verfahren wollen die Züchtungsunternehmen Lebensmittel aus genmanipulierten Pflanzen und Tieren unbemerkt auf unsere Teller bringen“, so Jan Plagge, Präsident von Bioland und weiter: „Unsere Landwirtschaft und die Verbraucher können nur durch ein umfassendes, praktikables Gentechnikrecht geschützt werden, das für alle gentechnisch manipulierten Organismen gilt.“

Nulltoleranz für Gentechnik im Saatgut

Die aktuelle Saatgutauswertung von Greenpeace, Bioland und IG Saatgut bringt erfreuliche Ergebnisse: Alle Raps- und Maissaatgutproben waren 2017 frei von Gentechnik. Die zuständigen Behörden der Bundesländer konnten bei Rapssaatgut zum fünften Mal in Folge keine Verunreinigungen feststellen. Sie hatten dieses Jahr 269 Saatgutproben untersucht. Nach drei verunreinigten Proben im Vorjahr (2015 waren es noch sechs, 2014 acht belastete Proben) waren in diesem Jahr zum ersten Mal auch die mehr als 500 Maissaatgutproben frei von Gentechnik. Nur eine einzige Verunreinigung mit GVO wurde in Sachsen bei Sojabohnen festgestellt, die betroffene Partie kam nicht auf den Markt. „Der Erfolg der Saatgut-Kontrollen steht allerdings auf dem Spiel, sollten neue gentechnische Verfahren nicht als das eingestuft und reguliert werden, was sie zweifellos sind: Gentechnik“, so Dirk Zimmermann von Greenpeace. Mit Methoden des Genome Editings manipulierter, herbizidtoleranter Raps wird bereits in Nordamerika angebaut. In Europa steht eine Entscheidung aus, wie die neuen gentechnischen Methoden rechtlich behandelt werden sollen. Nur wenn die neuen Verfahren auf europäischer Ebene als Gentechnik eingestuft werden, müssen sie eine umfassende Risikobewertung durchlaufen und unterliegen einer gesetzlichen Nachweis-, Rückverfolgbarkeits- und Kennzeichnungspflicht.

„Nulltoleranz für Gentechnik im Saatgut ist möglich und muss auch künftig bestehen bleiben – auch eine neue Bundesregierung sollte sich hierzu im Koalitionsvertrag klar bekennen“, sagt Stefanie Hundsdorfer von der IG Saatgut. „Gleichzeitig besteht Nachbesserungsbedarf bei der Dichte der Saatgutkontrollen. Risikokulturen wie Raps, Mais und Soja sollten dabei im Fokus stehen. Wir halten hier eine umfangreichere Bepro-bung für erforderlich, um ein Inverkehrbringen kontaminierten Saatgutes so sicher wie möglich ausschließen zu können.“

Zur Saatgutauswertung von Greenpeace, Bioland und IG Saatgut

Bei weiterführenden Fragen sind folgende Ansprechpartner für Sie da: Dirk Zimmermann, Greenpeace, Tel. 0160 581 4942, Gerald Wehde, Bioland, Tel. 06131 23979 20 und Stefanie Hundsdorfer, IG Saatgut, Tel. 01577 178 00 98

Bioland – Bundesverband
Kaiserstr. 18, 55116 Mainz

Gerald Wehde - Pressesprecher

Tel. 06131 2397920
Fax 06131 2397927
E-Mail: gerald.wehde(at)bioland.de

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