12.05.2015 Mainz

Bioland fordert Pestizidverbote: Keine Neuzulassung von Glyphosat und Neonikotinoiden

Pestizide schaden unserer Gesundheit, zerstören die Artenvielfalt und machen Bauern abhängig von Chemiekonzernen. Trotzdem landen immer mehr Gifte auf den Äckern. Bioland fordert deshalb einen Ausstieg aus der Zulassung besonders gefährlicher Gifte und eine Pestizidabgabe nach dem Verursacherprinzip. „Wir müssen den dramatischen Artenverlust stoppen und den Einsatz von Pestiziden stark einschränken“, sagt Jan Plagge, Präsident von Bioland.

Bioland fordert dringend den Pestizidwirkstoff Glyphosat nicht mehr zuzulassen. Besser bekannt ist Glyphosat unter dem Namen Roundup der Firma Monsanto, das Pestizid wird auf 40 Prozent der deutschen Äcker meist vor der Aussaat ausgebracht und tötet auch alle Wildpflanzen ab. An dem dramatischen Artenverlust hat der breite Pestizideinsatz insbesondere auch von Breitbandherbiziden einen wesentlichen Anteil. Auch zum Schutz der Bevölkerung ist ein Verbot zwingend notwendig: Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IACR) der WHO stuft Glyphosat als „wahrscheinlich krebserzeugend“ ein. Glyphosat ist das meist verkaufte Totalherbizid weltweit.

Eine weitere Folge des Pestizideinsatzes ist das Bienensterben. 2008 verendeten in Deutschland über 11.000 Bienenvölker an dem Pestizid-Wirkstoff Clothianidin. Aber auch für viele andere Insekten sind hochwirksame Pestizide aus der Wirkstoffgruppe der Neonikotinoide – auch bekannt als „Bienenkiller“ – tödliche Gifte. Zum Schutz der Bienen und Wildinsekten müssen Clothianidin, Thiamethoxam und Imidacloprid dauerhaft verboten werden, fordert Bioland. Bisher hat die EU-Kommission mit einer Durchführungsverordnung die Verwendungszwecke dieser drei Wirkstoffe nur eingeschränkt.

Für eine wirksame Pestizid-Politik ist die Einführung einer Pestizid-Abgabe unerlässlich. „Die Pestizidindustrie muss als Verursacher endlich an den externen Kosten des chemisch-synthetischen Pflanzenschutzes beteiligt werden“, so Bioland-Präsident Jan Plagge. Gemeint sind versteckte Kosten für Umweltschäden, Artenverlust, Brunnenschließungen oder Krankheitsbehandlungen. Der Biolandbau verursacht diese Kosten nicht. Biolebensmittel zeigen den Kunden somit ihren echten Preis. „Biolandbau funktioniert, verzichtet auf chemisch-synthetische Pestizide und wird trotzdem im Wettbewerb benachteiligt. Müssten die Verursacher ihre realen Kosten bezahlen, wären Bioprodukte noch wettbewerbsfähiger. Die Politik muss einen fairen Wettbewerbsrahmen sicherstellen und kann darüber den Umstieg auf ökologischen Landbau unterstützen“, so Plagge.

Bioland – Bundesverband
Kaiserstr. 18, 55116 Mainz

Gerald Wehde - Pressesprecher

Tel. 06131 2397920
Fax 06131 2397927
E-Mail: gerald.wehde(at)bioland.de

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