Bio-Getreideernte 2009: Spannender als ein Krimi

Grünberg, 27.08.2009: Die Mähdrescher sind wieder von den Feldern verschwunden. Jetzt herrschen auf dem Acker Grubber und Pflug, die die Erde für die Herbstsaat vorbereiten. Doch wie war die Ernte für die Bioland-Bauern in Hessen?

Die Getreideernte ist für die Landwirte spannender als ein Krimi. Bleibt das Wetter trocken? Steht der Mähdrescher rechtzeitig parat? - Es gibt viele Unwägbarkeiten, welche die Arbeit eines ganzen Jahres noch im letzten Augenblick beeinträchtigen können. Für diese Saison können die Biolandwirte in Hessen aufatmen. „Nach anfänglichen Startschwierigkeiten hatten wir doch noch trockenes Erntewetter und die Biolandwirte konnten insgesamt eine durchschnittliche  Ernte einfahren“, berichtet Susanne Weißbecker, Geschäftsführerin des Bioland-Landesverbandes Mitte und ergänzt:  „Die Ernte erfüllte in den meisten Regionen unseren Erwartungen“. Auf den Bio-Getreidefeldern wachsen Roggen, Weizen, Dinkel, Gerste, Hafer und Triticale,  eine Kreuzung aus Roggen und Weizen, die verfüttert wird. Gerste, Hafer und Triticale werden zu großen Teilen verfüttert. Und mancher Biolandwirt nimmt das eigene Getreide und sät es auf seinen Acker für die kommende Saison aus.

 

War der Roggen früher das hauptsächliche Brotgetreide hat der Weizen ihm mittlerweile den Rang abgelaufen. „Schade eigentlich, dass nicht mehr Roggenbrot gekauft wird“, so Susanne Weißbecker, „denn der Roggen ist für den Bioland-Anbau besonders gut geeignet, da er anspruchslos ist und ein guter Unkrautunterdrücker.“

Auch ist Vollkornbrot schon lange nicht mehr das Brot Nr. 1 unter den Bio-Broten. Viele Verbraucher greifen lieber zu Broten aus Auszugs- bzw. Weißmehl. Dafür muss der Weizen einen höheren Eiweißgehalt aufweisen, der wichtig für die Backeigenschaften ist. In der  konventionellen Landwirtschaft wird der zur Proteinbildung nötige Stickstoff mit synthetischem Mineraldünger der Pflanze zugeführt. Für die Bioland-Bauern ist dieser höhere Eiweißgehalt schwieriger zu erzeugen, da hier Stickstoff über Mist und durch den Anbau von Leguminosen (z.B. Ackerbohnen und Ackererbsen) auch als Zwischenfrüchte zugeführt werden muss.

Auch das Wetter spielt eine wichtige Rolle für die Getreidequalität, wenn sich im Frühjahr die Körner füllen. 2009 zeichnete sich durch ein trockenes Frühjahr aus, der Regen kam in einigen hessischen Regionen zur Bildung einer guten Eiweißqualität relativ spät. So kann es regional zu schlechteren Qualitäten kommen. „Die Versorgungslage mit hessischem einheimischen Biogetreide ist aber insgesamt gut.“ beruhigt Susanne Weißbecker, „Es gibt ein vielseitiges Angebot, und jeder, der möchte, hat die Möglichkeit, Bio-Getreideprodukte aus Hessen zu kaufen. Damit wird die heimische Biolandwirtschaft gestärkt.“

 
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